Was ist passiert bei den Packers nach dem Draft? Lange war es auch bei uns auf der Homepage still und es wird Zeit für ein kleines Update.

Nicht Neues in der Causa Aaron Rodgers

Bestimmendes Thema dieser Tage ist natürlich weiterhin die Situation um Aaron Rodgers. Grundsätzlich hat sich an der Situation nichts geändert. Rodgers hat in einem Interview auf ESPN klargestellt, dass sich seine Kritik auf die Art und Wiese bezieht, wie mit ihm von Seiten des Frontoffice kommuniziert wurde. Der Uptrade für Jordan Love im vergangenen Draft, ist dabei nicht der alleinige Auslöser, sondern nur die Spitze des Eisberges.

Rodgers hat klar betont, dass er mit Jordan Love als Person kein Problem hat. Die beiden hätten vergangene Saison sehr gut zusammen gearbeitet und Rodgers hatte insgesamt lobende Worte für Love übrig. Viel mehr geht es um die Tatsache, dass der Pick in keinster Weise mit Rodgers abgesprochen war. 

Sicherlich ist das Frontoffice einem einzelnen Spieler keine Rechenschaft schuldig, aber der Quarterback genießt im Football und innerhalb einer Franchise nunmal ein ganz besondere Rolle. Das gilt umso mehr für einen Quarterback, der zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre für die Packers auf dem Feld stand und noch 4 Jahre Vertrag hatte. Das was Rodgers für diese Franchise geleistet hat, muss an diese Stelle nicht weiter erläutert werden. Entlassungen von Spieler, wie Jordy Nelson oder Jake Kumerow, sind sicher auch Teil der Story, aber wohl deutlich weniger relevant.

Vielleicht würde man aktuell nicht in dieser Situation stecken, wenn man in der Vergangenheit das ein oder andere Mal mit Rodgers über Entscheidungen gesprochen hätte. Dabei geht es nicht darum mit ihm über diese Entscheidungen zu diskutieren oder ihn am Entscheidungsprozess teilhaben zulassen, sondern lediglich darum ihm die Entscheidungen darzulegen und zu erklären. Ob das an der aktuellen Situation etwas geändert hätte? Im Endeffekt reine Spekulation, aber für mich persönlich ist das der entscheidende Punkt.

Wie gehts weiter mit Rodgers?

Die Situation scheint festgefahren. Klar ist, dass der Status Quo für beide Seiten eigentlich keine akzeptable Lösung sein kann. Die Packers haben einen Kader der auf Win-Now ausgerichtet ist. Mit Rodgers wäre man klarer Titelkandidat. Müsste Love spielen, wäre man das wohl eher (noch) nicht. Bei einem Trade schlucken die Packers zudem verdammt viel Dead Cap und könnten von ihrem ansonsten guten Kader weniger profitieren.

Rodgers wiederum ist in einem Alter, wo er sich eigentlich nicht mehr erlauben kann, dieses Jahr nicht zu spielen – vorausgesetzt sportliche Ambitionen sind bei ihm weiterhin vorhanden. Bleiben die Packers bei ihrer Aussage, dass ein Trade nicht zur Debatte steht, hat er schlicht kaum eine andere Wahl als für die Packers zu spielen. Oder Rodgers bleibt standhaft und die Packers traden ihn doch, um maximales Kapital aus der Situation zu schlagen.

Rodgers auch 2021 in den Farben Green & Gold scheint für die meisten immer noch am wahrscheinlichsten. Ungeahnt der aktuellen Situation hat Rodgers mit den Packers in 2021 auch die vermeintlich besten Karten auf einen Titel. Dass er in dieser Offense mit Matt LaFleur kaum zu schlagen ist, hat er eindrucksvoll bewiesen. Wie gut er in einem anderen Offense Scheme mit anderen Spielern sein könnte, bleibt hoffentlich für immer unbeantwortet!

Start der OTA´s

Ungeachtet der Situation um Aaron Rodgers starteten die OTAs (Organized Team Activites) für die Spieler. Fast überflüssig zu erwähnen, dass Rodgers an diesen freiwilligen Einheiten nicht teilnimmt. Weiterhin nicht dabei sind die fünf Wide Receiver Adams, Lazard, MVS, Funchess und EQ. Alle verpassten die freiwilligen Trainingseinheiten. Direkt kochte auch hier die Gerüchteküche hoch, dass es sich möglicherweise um eine abgesprochene Situation handeln könnte, um Solidarität mit Rodgers zu bekunden.

Am Ende des Tages sind die Einheiten freiwillig. Natürlich sitzt keiner der nicht anwesenden Spielern zu Hause auf der Couch. Alle befinden sich im (individuellen) Training. Das Fernbleiben sollten zu diesem Zeitpunkt nicht zu hoch bewertet werden. Letztendlich entscheidet jeder Spieler für sich selbst, wie er denkt sich am besten vorbereiten zu können.

All Eyes on Jordan Love

In den ersten Einheiten waren natürlich alle Augen auf Jordan Love gerichtet. Und Jordan Love hat nach Aussage der anwesenden Reporter Fortschritte gemacht. Das ist natürlich absolut positiv zu bewerten, letztendlich aber auch eine Tatsache, die man erwarten durfte. Weiterhin sind solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Im Training ist die Geschwindigkeit stark reduziert, vieles ist deutlich einfacher als in echten Spielsituationen. Eine erste richtige Bewertung von Jordan Love wird man wohl erst nach der Preseason vornehmen können. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass Love noch immer keinen einzigen Snap auf NFL Niveau gespielt hat. Alleine aufgrund dieser Tatsache, ist die Preseason in diesem Jahr aus Packers Sicht sehr interessant. 

Weitere Einheiten und Roster Cuts

Die Training Camps starten dieses Jahr in der letzten Juli Woche. Spätestens hier wird man dann auch die angesprochenen Wide Receivern bei den Packers wieder antreffen. Hier gilt es dann für die Spieler sich für einen Platz im 53er-Kader zu empfehlen. Der Cut von derzeit 90 Spielern auf 53 verläuft dabei in mehreren Stufen. Auf 85 Spieler gehts runter am 17.August. Eine Woche später fliegen weitere 5 Spieler aus dem Kader. Das sind jeweils die Dienstage nach den ersten Preseason Spielen. Am 31.August müssen die Teams dann ihre 53 Spieler für die Saison 2021 benennen.

Cap Space 2021 – still work to do

Auch in Sachen Cap Space gibt es für die Packers noch ein wenig Arbeit. Die Packers haben den Vertrag von Dean Lowry umstruktiert und so Cap Space für 2021 freigemacht. Lowry, der als Cut-Kandidat galt, hat damit seinen Platz im 53-Roster wohl sicher. Die Packers haben vermutlich den Draft abgewartet, um diese Anpassungen vorzunehmen. Da man in der DLine auch nach dem Draft immer noch dünn besetzt ist, konnte man sich einen Cut von Lowry nicht erlauben. Um Cap Space frei zumachen hat man drei Void Years an den Vertrag angehangen. Lowry, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, steht damit bis 2025 auf der Gehaltsliste der Packers.

In Sachen Cap Space für 2021 sind die Packers damit auf einem ganz guten Weg, benötigen aber weiterhin noch die ein oder andere Anpassung, um gut durch die Saison zu kommen. Hierbei geht es hauptsächlich um Geld für Practice Squad Spieler oder um während der Saison auf Verletzung vom Stammspielern reagieren zu können. Weiterhin sind die Verträge von Eric Stokes und Amri Rodgers noch nicht unterzeichnet, die ebenfalls noch ein wenig Cap Space in Anspruch nehmen werden.

Für 2022 stehen die Packers bereits zum aktuellen Zeitpunkt mit knapp 30 Mio Dollar im Minus was den Cap Space angeht. Kein Team hat zum jetzigen Zeitpunkt weniger. Das zeigt und unterstreicht nochmals wie sehr die Packers dieses Saison im Win-Now Modus und wie wichtig eine Saison mit Aaron Rodgers wäre!