In diesem Artikel geht es um die Positionsgruppe der Runningbacks. Es wird ausschließlich um den klassischen Halfback/Tailback gehen. Die Reihenfolge der genannten Spieler ist auch gleichzeitig ein Ranking, wie der Autor die Spieler sortieren würde. Die Anforderungen der Teams unterscheiden sich aber natürlich, weshalb dieses Ranking mit Bedacht zu betrachten ist und nicht für jedes Scheme gilt. Das angegebene Alter bezieht sich auf das Alter zum Zeitpunkt des Drafts. Sowohl das Ranking als auch die Einschätzung zu den Spielern ist die Meinung des einzelnen Autors dieses Artikels. Viel Spaß.

Ausgangslage für die Packers

Die Packers haben kurz vor Beginn der Free Agency mit Aaron Jones eine Vertragsverlängerung vereinbart. Zusammen mit AJ Dillon, dem Second Round Pick aus dem vergangenen Draft, wird Jones das Backfield der Packers Offense bespielen. Der ganz große Need für die Position des Runningbacks besteht für die Packers im Draft somit nicht mehr. Trotzdem haben die Packers aktuell im Roster eher wenig Tiefe auf der Position und spätestens an Tag 3 im Draft würde mich hier ein Pick keinesfalls überraschen. An sich ist die Runningback Klasse nicht ganz so stark. Keiner der Runningbacks wird vermutlich in den Top 15, möglicherweise sogar gar nicht in den Top 25 gehen. Tatsächlich rechne ich erst am Ende des ersten Tages oder gar erst am Anfang des zweiten Tag mit entsprechenden Picks.

Gerade für die Packers gibt es in den späteren Runden noch den ein oder anderen interessanten Spieler, der gut ins Scheme passen würde. Sicherlich sind das keine fertigen NFL-Spieler und eher als Projekte zu betrachten, doch auch ein Aaron Jones wurde erst in Runde 5 des Drafts gezogen und hat sich seitdem zu einem Top 10 Runningback in der NFL entwickelt. Ein Blick auf die hinteren Positionen in meinem Ranking lohnt sich daher allemal!

Das Runnigback-Ranking:

Javonte Williams (20, North Carolina)

Größe: 5’10″ (1,78 m); Gewicht: 220 lbs (100 kg)

Fantasy Football 2021: Javonte Williams Rookie Snapshot

Ein kompletter Runningback, der in der NFL sofort starten kann und schnell Impact auf die Offense haben kann. Williams hat als Runner einen unglaublich guten Burst. Bekommt er den Ball, läuft er nicht blind in die Defense rein. Seine Vision ist gut und er beobachtet gut, was die Defense vor ihm macht. Er variiert dann auch mal seine Geschwindigkeit und wartet, was vor ihm passiert. Bekommt er dann Blocks von seinen Mitspielern gestellt, liest er diese sehr gut und kann den Defendern entsprechend gut ausweichen. Im Gegensatz zu seinem Antritt ist seine Endgeschwindigkeit noch verbesserungswürdig.

Williams ist trotz seiner Größe ein guter Pass Blocker. Wird er via Play Action in Pass Protection benötigt, kann er Blitzer gut aufnehmen und seinem Quarterback entsprechend Zeit verschaffen. Value bringt er außerdem auch als Vorblocker mit, wenn er beispielsweise bei Screen Pässen auf einen Wide Receiver diesem den Weg freiblocken soll. Weiterhin hat Williams eine ausgezeichnete Balance. Seine Größe und sein Burst machen es schwer, ihn zu tacklen. Mit dem ersten Kontakt ist er häufig nicht zu stoppen und kann das erste Tackle häufig brechen und entscheidende Yards after Contact erzielen. Mit seinem Laufstil erinnert er dabei ein wenig an Derrick Henry. Teilweise bouncet er von Defender zu Defender, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Schwächen hat Williams noch im Passing Game. Hier muss er sich noch steigern und seine Hände müssen besser werden. Im College hatte er einige fallengelassene Bälle und grade in der passlastigen NFL, wo Runningbacks immer häufiger ins Passing Game einbezogen werden, muss er an dieser Schwäche arbeiten. Angesichts seines noch jungen Alters hat er aber definitiv die Möglichkeiten dazu. Insgesamt ist Williams für mich der beste Runningback der Klasse.

Travis Etienne (22, Clemson Tigers)

Größe: 5’10″ (1,78 m); Gewicht: 205 lbs (93 kg)

988 Travis Etienne Bilder und Fotos - Getty Images

Travis Etienne – Teamkollege des vermeintlichen #1 Overall Picks Trevor Lawrence – landet in meinem Ranking auf Platz 2. Wie auch Williams wird Etienne von Tag eins in der NFL Starter sein können. Etienne hat einen unglaublichen Burst und auch sein Endspeed ist ordentlich. Bekommt er den Ball, scheut er den Kontakt mit der Defense definitiv nicht. Gerade im Open Field versucht er, die Defender dann mit seinem Speed einfach zu überlaufen. Häufig gelingt ihm das auch. Seine Balance nach dem Kontakt ist dabei sehr gut, er ist schwer von den Beinen zu holen. Tackles gegen ihn müssen sitzen, ansonsten bricht er sie.

Häufiger könnte er jedoch noch seinen Speed variieren, um Gegenspieler aussteigen zu lassen, anstatt dauerhaft zu versuchen, sie mit Kontakt zu schlagen. Ebenfalls sind seine Cuts nicht gut und insbesondere nicht scharf genug, was mit seiner Art des Laufen zusammenhängt. Er kennt im Prinzip nur eine Geschwindigkeit und das ist Vollgas. Hat er eine gute Runninglane und möglicherweise ein Tackle gebrochen, ist er dann auch von vermeintlich leichteren und schnelleren Defensive Backs aufgrund seines Home Run Speeds kaum zu stoppen. Er ist der Runningback dieser Klasse mit den meisten Big Plays. Inweit hat er hier jedoch von der Clemson Offense profitiert und in wie weit lässt sich diese Home Run Ability auf die NFL übertragen?

Auch im Pass Game ist er eine Option. In 2019 und 2020 hatte er zusammen über 1000 Receiving Yards bei nur 2 Drops. Kurze Routen sind für ihn gar kein Problem. Sein Route Running ist nicht außergewöhnlich aber auch nicht schlecht. Im Passing Game profitiert er außerdem von seinen sicheren Händen.

Schwächen hat Etienne in Pass Protection und insgesamt als Blocker. In Pass Protection ist er häufig zu ungestüm und hektisch. Häufig stürmt er den Pass Rushern zu schnell entgegen, statt zu warten, welcher OLiner gegebenfalls Hilfe benötigen könnte, oder ob irgendwo ein Pass Rusher ungeblockt durchkommt. Das ist in der heutigen NFL für einen modernen Runnigback problematisch und macht ihn eher nicht zu einem Third Down Back. Auch als Vorblocker ist er häufig zu zögerlich, statt entschlossen in den Block zu gehen und seinem Gegenspieler klare Reads zu geben. Etienne geht für mich zudem zu leichtfertig mit dem Ball um. Er hatte zwar nicht viele Fumbles, aber insbesondere, wenn er durch die Mitte läuft, könnte seine Ball Security in der NFL ein Problem werden. Defender gehen noch aggressiver als am College auf den Ball, um diesen möglicherweise rauszuschlagen.

Najee Harris (22, Alabama)

Größe: 6’2″ (1,88 m); Gewicht: 230 lbs (104 kg)

Could the Bucs draft Alabama RB Najee Harris in first round? – The Athletic

Harris ist der dritte Runningback in meinem Ranking. Insgesamt sind die drei bisher genannten Backs aber auf Augenhöhe und die Unterschiede zwischen den Dreien marginal. Harris setzt unglaublich gute Cuts und kann Defender richtig alt aussehen lassen. Beachtlich ist das insbesondere, wenn man sich seine Größe vor Augen führt. Mit 6‘2‘‘ ist er für einen Runnigback nämlich relativ groß. Von der Maßen könnte er eher ein Receiver sein. Sein Route Running ist für einen Runningback ebenfalls sehr gut und er wurde in der Alabama Offense auch häufiger auf kurzen Routen eingesetzt. Insgesamt hatte er nur einen einzigen Drop bei einem fangbaren Ball.

Durch seine Größe hat er einen unglaublich guten Catch Radius. Er fängt quasi alles, was in seine Richtung fliegt und ist dadurch auch insbesondere von Linebackern schwierig zu covern. Durch seine Größe sollten Defender es sich auch zweimal überlegen, Harris tief zu tacklen. Hier hatte Harris ein paar ganz ansehnliche Hurdles über Defender hinweg. Seine Größe macht ihn aber auch langsamer als andere Runnigbacks der Klasse. Seine Antrittsgeschwindigkeit ist zwar in Ordnung, es fehlt ihm allerdings an einer hohen Endgeschwindigkeit. Dadurch wurde er in Alabama auch deutlich häufiger bei Inside Runs eingesetzt. Runs um die Tackles der Offensive Line herum, bei denen es tatsächlich auf Speed angekommt, hat man bei ihm seltener gesehen.

Die Alabama Offense hat Harris über die vergangenen Jahre auch perfekte Umstände geliefert. In der insgesamt starken Offense von Alabama konnte Harris gut performen. Die OLine von Alabama ist ebenfalls als Elite einzustufen. Je nachdem, wo Harris in der NFL landet, wird er deutlich schlechtere Umstände vorfinden. Weitere Kritikpunkt sind sein Verhalten als Vorblocker im Open Field. Trotz seiner Köpermaße ist er mir hier viel zu zögerlich. Im Passspiel fehlt im häufig das Gespür für die Situation. Bekommt sein Quarterback Druck, dreht er sich häufig viel zu spät zu diesem um, um ihm eine Anspielstation zu bieten, und das obwohl er sich freigelaufen hat oder von der Defense nicht beachtet wurde. Harris ist in dieser Klasse vermutlich der kompletteste Back. Es gibt nichts, was er nicht kann und insbesondere sein Value im Passspiel ist ordentlich. Ansonsten fehlt ihm aber aus meiner Sicht das gewisse Extra und ich sehe eher wenig Upside bei ihm.

Michael Carter (21, North Carolina)

Größe: 5’8″ (1,75 m); Gewicht: 199 lbs (90 kg)

19.543 Michael Carter Bilder und Fotos - Getty Images

Michael Carter ist der vierte Back in meinem Ranking. Carter ist von den bisher genannten der kleinste und leichteste Runningback. Seine nicht vorhandene Körpergröße macht ihn jedoch unglaublich wendig und agil. Seine Cuts und seine Skills, Gegenspieler mit kurzen schnellen Bewegungen aussteigen zu lassen, sind ausgezeichnet. Dadurch ist es schwer, ihn zu tacklen, und er kann Tackles immer wieder geschickt ausweichen. Auch hier hilft ihm seine Körpergröße, um den Gegenspielern aussteigen zu lassen. Im Open Field hat er dann durchaus eine beachtliche Geschwindigkeit und ist dann kaum noch einzuholen.

Trotzdem hat seine Körpergröße auch Nachteile. Gerade in der NFL wird dies noch deutlicher zum Tragen kommen als am College. Verteidiger spielen deutlich physischer und das könnte Carter Probleme bereiten. Erstaunlicherweise hat er aber dennoch eine ganz gute Contact Balance. Am College hatte Carter bereits Probleme in Pass Protection. Um seinem Quarterback in Pass Protection zu helfen, fehlen ihm nicht nur einige Zentimeter Körpergröße, sondern auch schlicht Masse. Zu oft lässt er sich von Pass Rushern viel zu leicht zur Seite schieben. Auch wirkt sein Laufstil oft zu ungedulig. Er spekuliert zu sehr auf das Big Play, anstatt konstant Yards für seine Offense herauszuholen.

Value bringt er wiederrum im Passspiel mit. Fangbare Bälle in seine Richtung fängt er sicher. Auch NFL-Linebacker könnten in Coverage gegen Carter ihre Probleme bekommen. Außerdem kann er auch im Special Teams als Retuner eine Rolle in der NFL haben. Hier hat er auch im College den ein oder anderen Ball weit in die gegnerische Hälfte zurückgetragen. Weiterhin bringt er eine sehr gute Vision als Runner mit. Seine Geschwindigkeit bei seinen Runs variert er immer wieder sehr geschickt und kann sich so sehr gut durch die Defense des Gegners bewegen.

Kenneth Gainwell (22, Memphis Tigers)

Größe: 5’11″ (1,80 m); Gewicht: 195 lbs (88 kg)

Scouting the 2021 NFL Draft: Memphis RB Kenneth Gainwell

Receiver oder doch Runningback, könnte man sich bei Kenneth Gainwell fragen. Kein Runningback hat so viele Snaps außerhalb des Backfieldes gesehen wie Gainwell. 2020 wählt Gainwell den Opt-Out, seine 2019er Saison war allerdings überragend. 1500 Rushing Yards und 59 Targets mit 610 Receiving Yards stehen für ihn am Ende zu Buche. Auch Gainwell zählt zu den kleineren und leichteren Backs dieser Klasse. Gerade das macht ihn aber zu einer extrem gefährlichen Waffe im Passspiel. Häufig wurde Gainwell in seiner Offense als Slot Receiver aufgeboten. Hier stellte er für die Defense des Gegners regelmäßig ein wahrlich großes Missmatch dar.

Er hat nicht nur extrem gute Hände, sondern auch sein Route Running ist als Runningback überragend und wohl das beste im Vergleich zu den anderen Backs dieser Klasse. Insbesondere Linebacker hat er damit im Passspiel immer wieder schlagen können. Hier wird er auch in der NFL schnell eine Rolle finden und offensiv eine Option im Passspiel sein können.

Ähnlich wie Carter zuvor hat auch Gainwell durch seine Größe Probleme in Pass Protection. Auch ihm fehlt einfach Größe und Masse, um sich Pass Rushern entscheidend in den Weg zu stellen. Außerdem zählt er trotz seiner Größe nicht zu den schnellsten Runninbacks. Weiterhin sind seine Reads und seine Vision als Runner noch deutlich ausbaufähig. Zudem ist er sehr sorglos mit dem Ball und auch Verteidiger auf dem Second Level der Defense kann er selten richtig lesen und den richtigen Weg durch die Defense finden.

Ein Back für alle drei Downs ist Gainwell durch seine Defizite im Run Game daher nicht. Durch seine Stärken im Passspiel ist er insbesondere für Teams interessant, die im Passspiel viel über ihre Runningbacks  machen möchten. Interessant wird für Gainwell sein Landing Spot und wie das jeweilige Team ihn in der Offense einsetzen will. Im Run Game hat er noch Defizite und muss sich steigern, als Receiver ist er jedoch der beste Back der Klasse!

Demetric Felton (22, UCLA)

Größe: 5’10″ (1,78 m); Gewicht: 200 lbs (91 kg)

Demetric Felton during a college football game between the UCLA...  Nachrichtenfoto - Getty Images

Ebenfalls ein Hybrid ist Demetric Felton von UCLA. Auch Felton ist als Receiver eine echte Waffe und kann Mismatches kreieren. Insbesondere im Slot bringt er Value für seine Offense mit. Gecovert werden sollte er besser von Slot-Cornerbacks als von Linebackern, für die er in Coverage erhebliche Probleme darstellen kann. Felton geht zwar als Runningback in den Draft, bringt aber als reiner Receiver für den Draft möglicherweise sogar mehr Value. Insbesondere wenn er zwischen den Tackles laufen muss, bringt er wenig mit, was man von einem NFL-Runningback hier erwarten könnte.

Bei Kontakt geht er viel zu schnell und zu leicht zu Boden. Sein Contact-Balance ist ausbaufähig. Hauptgrund dafür ist sein zu aufrechter Laufstil, der es dem Gegenspieler einfach macht ihn zu tacklen und aus der Balance zu bringen. Auch seine Vision als Runner ist eher durchwachsen. Felton hatte Probleme, Räume und Runninglanes zu erkennen, die ihm seine Offensive Line geboten hat. Hier wirkt er oft zu zögerlich, was der Defense entscheidend Zeit verschafft, um die Gaps zu schließen und ihn früh zu stoppen. Ebenfalls negativ sind auch seine Geschwindigkeit und Explosivität, die beide deutlich besser sein könnten.

Felton ist unter allen Runningbacks der vermeintlich beste Route Runner. Seine Routen aus dem Slot sind eine Gefahr für jede Defense. Bei seinem Pro Day lief er Routen mit den Wide Receivern. Ein Unterschied war hier kaum erkennbar. Schafft es Felton in den nächsten Jahren als Runner noch dazu zulernen, kann er über die kommenden Jahre ein richtig guter Runningback werden. Upside ist bei Felton vorhanden, einen fertigen Runningback, der schnell Impact hat, sucht man in ihm allerdings vergebens.

Kahlil Herbert (23, Virgina Tech)

Größe: 5’9″ (1,75 m); Gewicht: 212 lbs (96 kg)

Khalil Herbert of the Virginia Tech Hokies rushes against A.J. Woods...  Nachrichtenfoto - Getty Images

Kahlil Herbert von Virgina Tech ist ein echter Spätstarter, der erst in seinem letztem Jahr am College so richtig überzeugen und gute Zahlen liefern konnte. Er hat bereits fünf Jahre am College gespielt und kommt erst mit 23 Jahren in die NFL. Neben seinem Alter ist das auch bereits ein großer Kritikpunkt. Kann Herbert in der NFL nochmal eine Schippe drauflegen, oder ist auch aufgrund seiner Alters keine allzu große Leistungssteigerung mehr zu erwarten?

Auch Herbert zählt eher zu den kleineren Runningbacks. Anders als Michael Carter und Kenneth Gainwell bringt Herbert jedoch etwas mehr Gewicht mit. Er ist kompakter und stabiler gebaut. Mit seinem niedrigen Körperschwerpunkt ist es für Gegenspieler schwierig, ihn zu tacklen und zu Boden zu bringen. Das ist auch seine größte Stärke. Herbert kann Tackles brechen und findet insbesondere durch die Mitte des Feldes immer wieder Lücken, die er dann auch konsequent attackiert und versucht, aufs second Level zu kommen.

Trotz seiner Körpergröße fehlt ihm jedoch etwas die Quickness. Seine Cuts sind oft zu langsam und nicht explosiv genug, um Gegenspieler vor Probleme zu stellen. Er versucht bei einem bevorstehenden Tackle dann auch eher den Gegenspieler noch 1-2 Yards mitzuziehen, als ihn tatsächlich aussteigen zu lassen. Sein Pass Blocking ist trotz seiner Größe in Ordnung, aber insgesamt noch zu inkonstant. Herbert bringt zudem kaum Value als Pass Catcher mit. Er hatte am College einige Drops und wurde insgesamt wenig ins Passspiel einbezogen, was vermutlich an seinen durchschnittlichen Händen liegt.

Trey Sermon (22, Ohio State)

Größe: 6’1″ (1,85 m); Gewicht: 215 lbs (98 kg)

Ohio State RB Trey Sermon Has Met With Steelers; Was Told They Like His  Game - Steelers Depot

Sermon von Ohio State ist ein größerer Runningback der jedoch durch eine gute Contact-Balance auf sich aufmerksam macht. Trotz seiner Größe setzt er seine Cuts sehr präzise und scharf und lässt so Verteidiger häufig ins Leere springen oder an sich abprallen. Schafft er es ins Open Field, schafft er es auffällig häufig, den ersten Verteidiger stehen zu lassen. Außerdem ist er ein guter Zone-Runner, der die Plays gut ließt und die Lücken attackiert, die ihm seine OLine öffnet.

Durch seine Größe hat auch Sermon einen recht aufrechten Laufstill. Wie bereits angesprochen ist seine Contact-Balance zwar nicht schlecht, könnte aber bei einem besseren Laufstill noch stärker sein. Sein Value als Receiver ist schwierig einzuschätzen. Targets hat Sermon bei Ohio kaum gesehen. Drops hatte er trotzdem lediglich nur einen einzigen, aber eben auch jeweils unter 100 Receiving Yards in den letzten beiden Jahren am College. Die Ohio OLine hat ihm zudem sehr gute Umstände geliefert, die Sermon dann auch ausnutzen konnte. Hinter einer schwächeren Line in der NFL könnte er es aber deutlich schwieriger haben.

Chubba Hubbard (21, Oklahoma State)

Größe: 6’0″ (1,83 m); Gewicht: 208 lbs (94 kg)

Can Chuba Hubbard's Vision Carry Him to the Promise Land

Hubbard von Oklahoma State hatte ein unglaubliches Jahr 2019. Hätte er in 2020 ähnlich performt, wäre er nicht nur in meinem Ranking deutlich höher. 2019 führte Hubbard die Statistik mit 328 Rushing Attempts an. Dabei erzielte er 2090 Yards und 21 Touchdowns in gerade einmal 13 Spielen. 2020 hatte er dann ein deutliches schwächeres Jahr, in dem er auch durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Hubbard ist ein sehr guter Athlet mit überragendem Speed. In seiner High School Zeit war neben dem Footballspielen auch ein sehr guter 100m-Sprinter. Hubbard bringt eine sehr gute Vision mit. Er rennt nicht blindlinks in die Gegenspieler rein, sondern wartet geduldig, bis sich Lücken vor ihm auftun. Diese attackiert er dann konsequent. Im Open Field ist er dann aufgrund seiner Geschwindigkeit kaum zu stoppen.

Ein riesiges Problem für Hubbard war trotz seiner außergewöhnlich guten Statistiken seine Fumbles. Insgesamt fumblete er sieben Bälle in den vergangenen zwei Saisons am College. Ball Security ist bei vielen NFL Teams zurecht hoch bewertet und könnte Hubbard im Draft weit nach hinten fallen lassen bzw. für einige Teams gar eine komplette Red Flag sein. Trotzdem kann Hubbard in der NFL funktionieren. Seine Jump Cuts machen Spaß und sein Workload und seine Effektivität waren außergewöhnlich. Nicht nur durch seine Verletzungen war sein 2020er Jahr schwächer und hat ihn in vielen Rankigs weit fallen lassen. War 2019 für ihn nur der positive Ausreißer, oder kann er an diese Saison in der NFL nochmal anknüpfen?

Sleeper

Einige Spieler, die es nicht ins Ranking geschafft haben, aber denoch erwähnt werden sollten, sind Jaret Patterson, Pooka Williams Jr. und Elijah Mitchell. Alle drei sind wohl Backs, die erst am dritten Tag vom Board gehen. Dementsprechend könnten sie für die Packers interessant werden, die möglicherweise am dritten Tag des Drafts noch auf der Suche nach einem Backup für Jones und Dillon sein könnten.

Patterson ist ein Back, der im Passspiel gut einzusetzen ist. Seine Vision und auch seine Geschwindigkeit als Runner bei Cuts ist sehr gut. Schwächen hat er noch bei Kontakt und als Blocker. Durch sein Value für das Passspiel sicherlich eine interessante Option. Viele Teams könnten ihn dank seines Upsides auch deutlich höher auf ihrem Board haben.

Williams ist für einen Runningback sehr leicht und tatsächlich eher eine Gadget Waffe, der auch mal Snaps als Runningback bekommt. Sein Route Running ist sehr gut und sein Speed ebenfalls. Durch sein geringes Gewicht ist er als Runner kaum einzusetzen. Kontakt bringt ihn fast immer direkt zu Boden. Als Gadget Waffe in einer flexiblen Offense könnte er eine Rolle finden.

Mitchell ist ein sehr guter Athlet (9,51 RAS). Die Packers lieben athletische Spieler und von den hier drei genannten Sleepern ist er der beste Runner. Außerdem hat er dank seiner Größe einen sehr guten Catch Radius und pflückt viele Bälle im Stile eines Wide Receivers runter. Er spielt noch nicht so gut durch Kontakt ist aber insgesamt ein interessantes Prospect für Runde 6 oder 7.