Die Cornerbacks des Drafts 2021 sollten für die Packers durchaus ein interessanter Haufen sein, denn der Need – trotz der Rückkehr von Kevin King – ist sicherlich eindeutig. Dies kann man auf Klasse als auch auf Masse auslegen, denn abseits von Jaire Alexander, Kevin King und Chandon Sullivan scheint aktuell kein Cornerback im Roster zu sein, auf den die Packers nachhaltig bauen.
Die diesjährige Klasse an Cornerbacks offeriert sowohlVielfalt als auch gute Tiefe und ist daher sicherlich hochinteressant.

Der Erfolg von Cornerbacks liegt aber auch an vielen äußeren Bedingungen. Primär ist hier das Scheme, die Taktik, zu nennen, denn ein Corner, der primär seine Stärken in einer Zonenverteidigung hat, der wird in einem Man Coverage-Konzept ad hoc mehr Schwierigkeiten haben und/oder Zeit brauchen, sich hier anzupassen. In Bezug auf die Packers ist natürlich gerade dieser Punkt interessant, denn Joe Barry als neuer Defensive Coordinater ist für uns noch ein größeres Fragezeichen. Wird er mehr auf Zone oder Man Coverage setzen oder gar es ausbalanciert mischen? Wir haben Andeutungen und Vorinformationen, aber das hatten wir auch bei Matt LaFleur und dieser hat dann doch andere Ansätze und andere Lösungen erscheinen lassen, als man primär vermutet hatte.

Aber genug des einleitenden Textes und ab zu den Cornerbacks. Im Folgenden bringe ich Euch zwölf Cornerbacks näher, die im Draft früh vom Board gehen sollten und zum Abschluss gibt es mit Darren Hall und Tay Gowan noch zwei Corner, die etwas unter dem Radar fliegen und womöglich überraschen könnten.

Wie zuvor ist die nachfolgende Liste auch kein Ranking meinerseits. Man kann aber wohl sagen, dass Surtain, Horn und Farley die drei Cornerbacks sind, die am höchsten eingeschätzt werden. Bei Farley gibt es allerdings auch deutliche Fragezeichen, aber die findet ihr in seinem Report.

Jaycee Horn – 6ft1 groß und 205 lbs schwer – South Carolina Gamecocks

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Großgewachsener Corner mit guter Athletik, der auch vor Kontakt nicht zurückschreckt. Mit Horn in das Duell am Catch Point zu gehen, ist für keinen Receiver eine Wonne, denn Horn hat nicht nur gute Ball Skills, sondern weiß es auch gut einzuschätzen, wenn er keine Chance auf eine Interception hat und den erfolgreichen Pass einfach nur verhindern muss. Gilt als Alphatier, das immer gegen den besten Gegner spielen will und daher ein Matchup für den gegnerischen X-Receiver sein kann. Kann hier vom Route Running und der Explosivität auch mithalten. Hat stets die Line of Scrimmage im Blick, um entsprechend zu reagieren, wenn sich der Spielzug verändert oder etwas unerwartetes passiert. Sein Schwachpunkt ist teils – so schräg das auch klingt – die physische Seite des Spiels. Das Tackling kann manchmal etwas weich wirken und ist daher nicht immer effektiv. Hat auch die Tendenz, bei guten Route Runnern des öftern mal anzubeißen oder zu denken, er wüsste was kommt und die Route “vor” dem Gegner – kurz: ins Leere – zu laufen.
Upside: Starting Corner mit Starpotenzial. Seine Schwächen sind technischer Natur oder das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Schwächen sind daher aber auch zu beheben. Schafft er dies, dann kann er das volle Paket sein mit guter Atheltik, starker Physis und tollen Händen mitsamt gutem Spielverständnis. Sollte mindestens ein durchschnittlicher Starting Corner werden.

Patrick Surtain II – 6ft1 groß und 205 lbs schwer – Alabama Crimson Tide

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Der Vater von Patrick Surtain II war bereits als Cornerback für die Dolphins und Chiefs als Cornerback in der Liga unterwegs (und ein All-Pro Corner!). Der jüngere Surtain hat also auf höchstem Level lernen können und kam entsprechend hochdekoriert bereits ans College. Weist in jeder Hinsicht die Disziplin und Ruhe auf, um auf Spielzüge zu reagieren bzw. im Vorfeld zu agieren. Hat ein extremes Spielverständnis und platziert sich entsprechend auf dem Feld und nimmt der gegnerischen Mannschaft damit schon eine Menge an Optionen. Hat vor allem in Man Coverage seine Stärken, ist aber auch bei Zone kein Schwachpunkt! Könnte insgesamt etwas agiler sein, was man hin und wieder merkt, wenn der Spielzug lang ist und/oder er Ball tief geworfen wird. Hier kann mal eine Lücke entstehen, die er dann aber zumeist wieder gut schließen kann und erfolgreich mit einem guten Tackle abschließt. Ist auch sehr gefährlich für Runner, denn “Ball rausschlagen” steht auch ganz oben in seinem Skillset.
Upside: Unglaublich cleverer Cornerback. Hat eigentlich nur leicht überdurchschnittliche physische Begabung, aber agiert derart ruhig und clever im Spiel, dass man stets das Gefühl hat, dass er das Playbook des Gegners kennt. Gerät seltenst in Panik und spielt insgesamt pro-aktiv. Lässt sich das Spiel nicht aufdiktieren und ist vor allem in Press Man der Horror für seinen Gegenspieler. Hier ist es kaum möglich Raum gegen ihn gutzumachen/sich abzusetzen. Wird nie der spektakulärste Cornerback sein, aber eben einer, der seine Seite derart dicht macht, dass das gegnerische Team seine Receiver dort nicht anspielen will. Hat das Potenzial zu einem Starting Corner mit Starpotenzial.

Greg Newsome II – 6ft0 groß und 192 lbs schwer – Northwestern Wildcats

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Hat bislang keine volle Saison als Cornerback am College spielen können, denn er hatte immer wieder mit kleineren Verletzungen zu tun. Wenn er auf dem Feld stand, dann hatte Newsome aber stets großen Einfluß auf das Geschehen. Er überzeugt mit hervorragenden Instinkten. Das Gefühl, wohin sich das Play entwickelt, liegt ihm stets inne. Gleich ob Passing Play oder Run Play – er erkennt es rechtzeitig, bringt sich in Position und setzt das Tackle an/führt die Passverteidigung durch. Ist unglaublich schnell beim Backpedal und schließt kleinste Lücken im Man Coverage zügig. 25 Passverteidigungen in 21 Spielen sprechen hier Bände, ebenso wie kein erfolgreicher Touchdown 2020 über seinen Gegenspieler/seine Seite. Muss allerdings noch lernen mit körperlich dominanten Receivern umzugehen, um sich nicht aus dem Weg räumen zu lassen. Einer der jüngsten Corner dieses Jahres mit einem breit angelegten Skillset. Imposant: findet die Passwege und kann hier teils auch frühzeitig Bälle herunterschlagen, die eigentlich an ihm vorbei/über ihn hinweggehen sollten. Der eine oder andere Winkel beim Tackling eines Runners könnte etwas besser sein. Er trifft die Jungs zwar, aber bringt sie nicht immer (alleine) zu Boden.
Upside: Starting Cornerback mit guten Ballskills und einem Talent für gute Entscheidungen. Die Anzahl an kleinen Verletzungen lassen Zweifel entstehen und in Man Coverage dürfte er nur zum Durchschnitt gehören, während er in Zone Coverage zum besseren Teil der NFL-Cornerbacks gehören kann.

Caleb Farley – 6ft2 groß und 197 lbs schwer – Virginia Tech Hokies

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Ist aktuell quer durch die erste Runde gelistet. Galt lange als sichere Option unter den ersten 15 zu gehen, aber eine Rückenoperation hat Zweifel an ihm/seiner Fitness entstehen lassen. Hat bis zur Highschool Quarterback gespielt und wurde dann, eigentlich als Wide Receiver eingeplant, notgedrungen als Cornerback aufgestellt. Im ersten Spiel fing er direkt zwei Interceptions und hat sich dann 2018 auf dieser Position etabliert. Hatte 2017 kein Spiel bestritten wegen einer Kreuzbandverletzung und hatte nun – nach Opt Out 2020 – eine Rückenoperation. Zu seinem Spielstil: Man merkt, dass Farley die Position noch nicht so lange spielt wie viele seiner Konkurrenten im Draft. Eine verpasste Coverage hier oder da sind da natürlich immer mal möglich, aber er ist nicht grundlos als 1st Round Talent bei den Cornerbacks gelistet. Sein Körper (Verletzungen außen vor gelassen) schreit förmlich nach NFL-Corner, denn er hat neben Größe und Gewicht auch einen unglaublichen Antritt. Entstandene Lücken schließt er direkt wieder. Er geht stets physisch zu Werke – sei das im Luftzweikampf als auch beim Tackle. Dies gilt auch beim Tackle im offenen Feld, denn auch hier ist seine Agilität immens. Im Bereich des Route Runnings merkt man seine Vergangenheit als Receiver (bzw. die Trainingseinheiten als Receiver), denn er läuft die Routes mindestens genauso scharf wie die Receiver, wenn nicht gar besser als ein Teil von ihnen.
Upside: Starting Corner, wenn er fit bleibt. Hat alles, was ein All Pro Corner braucht. Seine Defizite im spielerischen Bereich dürfte er mit mehr Erfahrung in den Griff bekommen und er kann dann ein wahres Monster sein, wenn erst gar keine Lücken mehr entstehen. Seine Ball Skills und Instinkte für entstehende Plays sind absolute Spitzenklasse.

Elijah Molden – 5ft10 groß un 191 lbs schwer – Washington Huskies

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Molden ist mal als Safety und mal als Cornerback gelistet, aber meiner Ansicht nach ist er ein Cornerback. Würde gut zur Rolle des “Slot Corner” passen. Molden besticht durch seine Spielintelligenz. Diese Qualität gleicht auch seine etwas maue Größe und etwas fehlende Athletik aus. Molden schafft es trotz dieser Defizite stets zur rechten Zeit am rechten Fleck zu sein und fungiert oft auch als ein zusätzlicher Kopf der Defense, da er auch schon als Safety agiert hat und hier auch gelernt, hat eine Verteidigung zu organisieren. Er hat auch schon outside gespielt, aber hier bei Go und Post Routes eher Probleme gehabt, denn hier merkt man dann doch die fehlende Geschwindigkeit. Alles was kurz und über die Mitte des Feldes gespielt wird, ist genau im Bereich von Molden angesiedelt, der hier ein solides Tackling mitbringt. Besonders gut antizipiert Molden auch Laufspiel und kann hier als Tackler sogar glänzen, wenn die Spieler in einer “North-South”-Bewegung auf ihn direkt zukommen.
Upside: Starter auf Slot Corner/Nickel, der auch als Safety oder Outside Corner bei Anpassungen aushelfen kann. Hat das Football-Know-How um ein Kopf einer Defense zu sein bzw. an der Organisation positiv mitzuwirken.

Ifeatu Melifonwu – 6ft2 groß und 212 lbs schwer – Syracuse Orange

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Schon anhand seiner Größe ist klar abzulesen, dass Melifonwu eine große Reichweite auf dem Feld hat. Er geht auch stets physisch zu Werke (ein wahrer Bulldozer auf CB!) und agiert präferiert in Zone Schemes, da es ihm etwas an Agilität fehlt, um jeden Angreifer eng deckend zu verfolgen. In seinem bevorzugten Scheme kann Melifonwu aber durch schnelle Füße im freien Raum zeitnah agieren und ist für viele (jeden?) gegnerische Receiver ein Problem am Catch Point. Hier kommen seine guten Ball Skills zum Vorschein, auch wenn er hier noch mehr Produktivität an den Tag legen könnte. Er ist oft am Ball und kann den erfolgreichen Pass verhindern, aber ihm gelingt es nicht immer, trotz guter Position den Ball zur direkten Interception zu sichern. Durch Größe und Physis könnte Melifonwu auf NFL-Level wohl auch gut in einem Press Man-System überzeugen, wenn entsprechend solide Safeties hinter ihm sind. Hier wäre er ein großer Gegner, der auch durch lange Arme nur über Speed zu schlagen wäre – hier möchte ich aber anmerken, dass er nicht langsam ist, sondern nur kein absoluter Speedster.
Upside: Starting Corner, der aber ein passendes Scheme braucht. Rein für viel Man Coverage scheint er nicht gemacht zu sein, denn das Erkennen gegnerischer Routes ist nicht sein Spezialgebiet und sehr bewegliche Gegner sind ein Problem. Kann er auf selbige Gegner im Raum warten, dann ist er in der Lage entsprechend viel abzudecken, dass nur minimalste Fenster für den Gegner offen bleiben.

Asante Samuel Jr. – 5ft10 groß und 185 lbs schwer- Florida State Seminoles

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Vielleicht der beste Corner dieses Jahr im Bereich der Beinarbeit. Er bewegt sich flink, präzise und technisch sauber. Aggressivität ist sein Markenzeichen. Es gibt keinen Ball, dem er nicht mit voller Energie hinterher oder entgegen geht. Er scheut vor nichts und niemandem zurück und kann Gegner in einem Man Coverage-Scheme wahrlich an die Kette legen. Diese Vorteile bringen aber auch seinen Nachteil zum Vorschein, denn Samuel ist stets äußerst physisch – trotz absolut geringer Größe! – und hat leider sehr oft die Hände viel zu aktiv im Spiel. Auf NFL-Level kann das zu immensen Strafen für die Defense führen. In Zone Coverage wirkt Samuel teils etwas verloren, wenn er keinen Gegner zum festbeißen findet und agiert dann, bei erfolgreichem Pass, zu aggressiv. Hier hat Samuel insgesamt noch nicht den Mittelweg gefunden zwischen gesunder Aggressivität und dem Zustand knapp darüber. Sein Tackling hat auch noch Luft nach oben – passend zum Rest. Hat die Ansätze eines Lockdown-Corners, der aber außerhalb seiner Comfort Zone dann einige Löcher aufweist.
Upside: Starting Corner, der aber unbedingt (!) das passende Scheme braucht. Auf NFL-Level sehe ich ihn nur in Man Coverage gut funktionieren. Für Zone Coverage ist er körperlich zu klein, hat einen zu kleinen Radius und versucht diesen Malus mit Übereifer auszugleichen, was nicht immer positiv endet.

Kelvin Joseph – 5ft 11 (6ft0 – je nach Quelle) groß und 197 lbs schwer – Kentucky Wildcats

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Joseph schaut stets, dass das Spiel vor ihm bleibt. Dies hat zwei Gründe: Der positive Grund ist, dass er exzellente Ball Skills hat und hin und wieder schon als Ballhawk beschrieben werden kann. Es gibt aber auch einen negativen Aspekt, denn seine Geschwindigkeit und Explosivität lassen teils zu wünschen übrig. Spielern nachgehen ist nicht seine Stärke und hinzu kommt, dass sein Backpedaling noch recht roh und unbeholfen wirkt. Hat er das Spiel jedoch vor sich, dann agiert er bestimmt, motiviert und aggressiv. Er erkennt Spielzüge zeitig und reagiert entsprechend darauf, was besonders beim Run Stop zum Vorschein kommt, denn die blockenden Receiver sehen gegen ihn oft alt aus.
Upside: Bringt man ihm noch eine bessere Technik beim Backpedal bei, dann hat Joseph das Zeug dazu, ein starker Corner zu werden, der auf Grund des Spielverständnisses auch dominant agieren kann. Viele andere Dinge beherrscht Joseph schon auf guten bis sehr gutem Level, wird aber an der Geschwindigkeit arbeiten müssen, um erfolgreich zu sein.

Eric Stokes 6ft1 groß und 185 lbs schwer – Georgia Bulldogs

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Puh. So viele Können, aber noch kann Stokes das Können nur selten zeigen und situationsgerecht anbringen. Kann erfolgreich in Zone und Man Coverage agieren. In der NFL würde man ihn eher im Bereich Zone erwarten, denn obwohl er rasend schnell sein kann, so lässt er sich desöftern mal ordentlich verladen. Komischerweise kann er aber dennoch Spielzüge gut antizipieren und entsprechend lesen. Selbst bei Press Man kann er dem (speedy) Gegenspieler teils gut folgen, ihm der Spiegel sein und keinen Raum geben. Hat ein tolles physisches Paket mit Speed, Explosivität und guter Länge, braucht aber teils zu lange, um adäquat zu reagieren.
Upside: Auf Grund der fehlenden Agilität im engen Raum dürfte er in Man Coverage auf NFL-Niveau nicht bestehen können, könnte aber in vielen anderen Bereichen mit seinem Spielverständnis eine Waffe sein. Muss dringend noch konstanter werden und bei jedem Spielzug an seinem Limit spielen und seine Vorteile auch ausspielen und nicht nur andeuten.

Paulson Adebo – 6ft1 groß und 190 lbs schwer- Stanford Cardinals

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Nun sind wir bei Adebo gelandet. Galt früh als einer der besten Cornerbacks dieser Klasse und hatte dann eine Saison (2019), die ihn das Board hat hinunterplumpsen lassen – teils gar bis zum Ende von Tag 2. 2020 war Adebo dann nicht für Stanford aktiv (Opt Out). Aktuell steigt seine Wertschätzung wieder, da man sich wohl wieder an ihn “erinnert”. Ein Adebo, der zuverlässig agiert könnte eine absolut solide Option Corner etwas später im Draft sein. Nun aber zu seinem Skillset im Detail: Er geht manches Risiko für das ein oder andere Big Play ein und ist ein durchaus athletischer Corner in jeglicher Hinsicht. In seinen Hüften ist er bemerkenswert beweglich und lässt sich auch von vielen kleinen, extrem beweglichen Receivern nicht austanzen. Hat über 22 Spiele hinweg 34 Pässe “verteidigt” und man merkt stets, dass er lange als Wide Receiver unterwegs war, denn das Spiel mit dem Ball in seine Richtung ist wahrlich sein Ding. Sein Tackling ist sehr von der Tagesform abhängig und wird auch gerne und zurecht kritisiert. Wirkt teils konditionell nicht immer auf der Höhe und am Ende von lange Plays “gased” (erschöpft/ausgepowert).
Upside: Schwer einzuschätzen, aber meiner Ansicht nach ist er ein potenzieller Starting Corner mit Upside zu mehr. Hat alles was man physisch braucht und auch das passende Spielverständnis. Kann erfolgreich in Zone spielen durch seine Größe, aber auch in Man seinen Mann stehen. Konstanz ist das Schlüsselwort wie auch konsequentes Tackling und konditionelle Defizite. Spielerisch kann er sehr weit oben landen.

Robert Rochell – 5ft 11 groß und 190 lbs schwer – Central Arkansas Bears

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Unglaublicher schneller, agiler Corner, der wuselig und aktiv auf dem Feld erscheint und sich daher in die Herzen vieler Draft Geeks gespielt hat. 10 Interceptions sagen auch Einiges, aber er war nur auf FCS-Level aktiv. Ist ein bissiger, williger Spieler, der recht lange Arme und seine Stärken in der Verfolgung der Gegner hat. Am Catch Point ist er ein cleverer Spieler, der genau weiß, wie und wo er seinen Körper zu platzieren hat, um dem Gegner das Fangen schwer zu machen oder gar den Ball selbst abzufangen. Hat auch die entsprechende Antizipation und das Spielverständnis um hier Duelle zu gewinnen. Lässt allerdings sehr viel zu, wenn das Spiel noch vor ihm ist. Kein Corner für alles was “underneath” abläuft. Tackling ist ausbaufähig, um es freunlich auszudrücken.
Upside: Dritter oder vierter Corner auf NFL-Niveau, der gerade bei langen Downs seine Stärken ausspielen kann. Dürfte Probleme gegen eine Offense haben, die mehr über kurze Pässe kommt, denn hier segelt Rochell auch gerne mal mit seinem Tackle-Versuch am Gegenspieler vorbei und lässt das Big Play zu, das er einen Spielzug zuvor noch wunderbar verteidigt hat, als das gegnerische Team tief gehen wollte. Ist auch im Slot vorstellbar.

Tyson Campbell – 6ft2 groß und 185 lbs schwer – Georgia Bulldogs

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Ein absoluter Überathlet. Ist unglaublich schnell und agil, auch auf engstem Raum trotz seiner Größe! Hat die Größe, um auch am Catch Point Duelle zu gewinnen. Im Spiel selbst fehlt es ihm oft an Präzision und Spielverständnis, wobei man anmerken muss, dass Campbell auch von kleinen Verletzungen geplagt war und hier wichtige Entwicklungszeit verpasst hat. Er kann grundsätzlich jeden Gegenspieler entsprechend decken und hat das mit den talentiertesten Receivern des Colleges auch nachgewiesen. Verbrannt wurde er aber auch schon und zwar immer dann, wenn er sich nur auf seine Physis verlassen und den Ball völlig aus den Augen verloren hat. Man wird das Gefühl nicht los, dass sein Spielverständnis nicht mit seinen körperlichen Qualitäten mithalten kann oder dass er sich zu sehr darauf verlässt, die Lücken entsprechend schließen zu können.
Upside: Sehr schwer einschätzbar. Bringt von der Physis her alles mit was man braucht, ist aber als Footballer noch überaus roh. Scouts werden seine Qualitäten im körperlichen Bereich lieben. Die Fragen werden aber auch kommen, denn er verfolgt den Ball seltenst gut genug und orientiert sich nur am Gegenspieler. Boom or Bust.

Darren Hall – 5ft 11 groß und 188 lbs schwer – San Diego State Aztecs

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Hall war mit den Aztecs nur auf FCS-Level aktiv, hat dort aber als Ballhawk auf sich aufmerksam gemacht mit vier Interceptions und 26 verteidigten Pässen (2019+2020 kombiniert). War zuvor als Safety unterwegs und hat hier die Qualität mitgebracht, den Raum entsprechend gut zu deuten. Glänzt auch damit, dass er die Augen des Quarterbacks gut liest und Spielzüge im Vorfeld schon erkennt. Agiert unglaublich bissig im direkten Kampf um den Ball, aber kennt die Limitierungen aus dem Regelwerk. Seine Geschwindigkeit ist kein Problem, aber auch keine Stärke. Schafft es dennoch, dem Gegenspieler zu folgen bzw. ihn stetig zu bearbeiten. Ruhe hat man als Receiver nicht, wenn Hall in der Nähe ist. Sehr junger Cornerback.
Upside: Man muss das Level der Gegner mit einrechnen, aber augenscheinlich hat er – vor allem in (Press)Man Coverage – die Qualität, um auf NFL-Niveau erfolgreich zu agieren. Seine Beinarbeit wird noch im Fokus stehen, aber seine Ball Skills, Athletik und vor allem Biss dürften ihn interessant für NFL-Teams machen.

Tay Gowan – 6ft0 groß und 187 lbs schwer – Central Florida Knights

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Hat nur eine sehr kleine Spielzeit vorzuweisen, da er 2020 via Opt Out nicht gespielt hat und auch 2018 in einem Transition Jahr unterwegs war. 2019 jedoch hat er gezeigt, dass die Qualität für einen NFL-Spieler haben könnte. Hat unglaublich ruhige Füße, die auf Fakes nicht anbeißen. Am Catch Point bringt er seine Arme immer aktiv ein und verhindert damit erfolgreiche Pässe. Schwäche? Ist der Gegenspieler mit einer guten Route an ihm vorbei, dann ist der Gegenspieler auch vorbei – im wahrsten Sinne des Wortes. Ist eher auf der langsam Seite der Cornerbacks und könnte nur mit guter Absicherung solide funktionieren.
Upside: Sprüht nur so vor Selbstvertrauen und hat auch die Ball Skills, um erfolgreich zu sein. Ist nicht immer all zu eng am Mann und könnte hier durch seine Geschwindigkeitsdefizite das ein oder andere Duell verlieren. Sicherlich aber ein Mann für die späteren Runden mit größerer Upside, wenn er in das passende Scheme gepackt wird. Ich sehe ihn vor allem bei kurzem Feld als eine veritable Option als dritter oder vierter Corner, der aber keinesfalls im Slot spielen sollte.

Wie man es erwarten kann, so ist die Cornerbackklasse tief und weitere Spieler hätte man hier ins Schaufenster stellen können, aber irgendwann ist es auch genug. Ihre Namen sollen aber trotzdem im Bericht Platz finden: Aaron Robinson, Trill Williams, Ambry Thomas, Rodarius Williams, Shakur Brown, Camryn Bynum, Benjamin St-Juste, Thomas Graham, Kary Vincent. Abseits der Jungs gibt es natürlich noch mehr, aber vor allem Robinson, Graham und St-Juste werden ordentliche Karten zugeschrieben unter passenden Umständen doch etwas früher als die anderen im Draft gezogen zu werden.