Die Packers haben in der bisherigen Free Agency keine externe Verstärkung ins Team geholt. Neben den Bucs sind die Packers das einzige Team ohne Neuzugang. Für viele überraschend dann heute die Meldung, dass die Packers den auslaufenden Vertrag von Kevin King um ein weiteres Jahr verlängern. Das Signing löste in der Packers-Bubble nicht gerade Jubelstürme aus. Trotzdem gibt es einige gute und nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung der Packers.

Bisherige NFL-Karriere

Nachdem die Packers Kevin King in der zweiten Runde des Drafts 2017 gezogen haben, absolvierte King seitdem 41 Regular Season Spiele. Insbesondere in den ersten beiden Jahren seiner Karriere hatte er mit Verletzungen zu kämpfen und kam hier insgesamt nur auf 15 Spiele in zwei Jahren. In den beiden vergangenen Saison bestritt er 26 Spiele und fehlte demnach in 6 Spielen.

Neben Jaire Alexander war King die vergangenen Jahre der zweiter Cornerback der Packers Defense. Seine Leistungen waren durchwachsen und immer wieder warfen ihn auch Verletzungen zurück. Sicherlich sollte man King nicht an den Leistungen aus dem Spiel gegen die Bucs messen. Es war nicht sein bestes Spiel, aber ihn und das Signing auf dieses Spiel zu reduzieren passt einfach nicht und tut ihm Unrecht.

Der Vertrag

Die genauen Details des Vertrages sind noch nicht bekannt. King kann bei den Packers in diesem Jahr bis zu 6 Mio Dollar verdienen. Warum „bis zu“? Der Vertrag wird voraussichtlich Leistungsgebunden sein und nur ein Teil dieser 6 Mio werden garantiert sein. Der restliche Teil ergibt sich aus Bonuszahlung für beispielweise Spiele im Roster oder Interceptions. Sein Cap Hit wird sich am Ende vermutlich zwischen 4,5 – 5,5 Mio bewegen.

Bestandaufnahme

Die Packers hatten zu Beginn der Offseason zwei große Needs – einen Runnigback neben Dillon und einen zweiten Cornerback neben Alexander. Auch auf anderen Positionen ist sicherlich Verstärkung angebracht (u.a. DLine oder Linebacker), aber sowohl auf Runningback als auch auf Cornerback haben zwei Starter gefehlt. Runningback hat man bekanntlich mit Aaron Jones gelöst und Cornerback nun ebenfalls mit der internen Lösung Kevin King.

Mangelnde Alternativen

Die Cap Situation der Packers und der offensichtliche Wille an den Vertrag von Aaron Rodgers nicht ran zu gehen, lässt den Packers wenig Spielraum. Mit 6 Mio hat man nun den noch verbleibenden größten Need geschlossen. Alternativen für diesen Preis gab es bei den Free Agents auf dieser Position so gut wie keine. King ist hier die Low-Risk-Variante. Die Packers wissen was sie an King haben (oder auch nicht haben).

King selbst hat nun die Chance sich unter dem neuen Defensive Coordinator zu beweisen.  Zusammen mit Jaire Alexander, Savage und Amos hat er im Defensive Backfield leistungsstarke Spieler um sich. An diesen wird er sich messen lassen müssen. Für die Packers ist der Deal mit wenig Risiko behaftet. King dagegen ist unter Druck und wird Leistung zeigen müssen, um sich in der kommenden Offseason einen langfristigen Vertrag zu verdienen. Ob bei den Packers oder einem anderen Team, spielt dabei zunächst keine Rolle.

Bevorstehender Draft

Die Packers können nun deutlich beruhigter in den Draft gehen. Sie sind nicht mehr dazu gezwungen früh auf Cornerback gehen zu müssen, sondern können entscheiden je nachdem wie das Board fällt. Die Gefahr mit einem eklatanten Need in den Draft zu gehen ist, dass der jeweilige Wunschspieler am eigenen Spot nicht mehr vorhanden ist. Die Packers picken spät in den jeweiligen Runden und auch Uptrades sind mit offensichtlichen Needs tendenziell teurer. Andere Teams wissen um den Need und nutzen diese Situation entsprechend aus. Kurz: Mit einem großen (offensichtlichem) Need in den Draft zu gehen, ist nie gut und birgt Risiken.

Das Signing von King heißt übrigens nicht, dass die Packers nicht früh einen Cornerback draften könnten. Ganz im Gegenteil! King ist möglicherweise nächstes Jahr wieder weg und die Packers stünden an einer ähnlichen Position wie in der diesjährigen Offseason. Mit King der ein weiteres Jahr bei den Packers bleibt muss ein Rookie-Cornerback nun nicht zwingend direkt die Starter-Rolle ausfüllen. Stattdessen kann man einen Rookie draften, der langsam an die NFL herangeführt. Nächstes Jahr oder im Laufe der Saison könnte dieser dann von King übernehmen.

Tiefe

Die Packers waren in der vergangenen Saison auf der Cornerback Position nicht tief aufgestellt. Es gab und gibt in Jaire Alexander eine klare Nummer 1. Dahinter kam Kevin King. Doch was war hinter Kevin King? Josh Jackson, im gleichen Jahr wie Jaire Alexander gedraftet, hatte einige Einsätze als King verletzt war. Der Second Round Pick konnte aber nicht wirklich überzeugen und auch die Coaches der Packers scheinen von seinen Leistungen nicht überzeugt zu sein. Im weiteren Verlauf der Saison war Jackson an Spieltagen häufig auf der Liste der Inaktiven gelistet und das obwohl er fit war.

2019 haben die Packers noch Ka’dar Hollman gedraftet, der aber lediglich ein 6. Runden Pick war und hauptsächlich in den Special Teams zum Einsatz kam. Mit dem Signing von King und einem möglichen Draftpick, könnte man auch die erforderliche Tiefe auf der Cornerback Position adressieren.

Zusammenfassung

Die Packers sind dank des knappen Cap Spaces in ihren Entscheidungen begrenzt. Die Vertragsverlängerung für King war eine logische Entscheidung, um einen großen Need noch vor dem Draft (notdürftig) zu schließen. Die Packers können nun flexibler im Draft agieren. King wird auf dem Markt kaum Alternativen gehabt haben. Mit den Packers kann er nun ein weiteres Jahr im die Lombardi Trophy kämpfen. Anschließend wird er einen langfristigen Vertrag anstreben. Ob bei den Packers oder bei einem anderen Teamwird sich auch durch seine Leistung in der kommenden Saison entscheiden.