Playoffs – Do or die! Jetzt gilt es. Nachdem die Packers in der Wildcard Round zuschauen durften, erwarten sie nun die Los Angeles Rams im Lambeau Field. Es geht um den Einzug in das NFC Championchip Game, welches die Packers zum zweiten Mal in Folge erreichen könnten. Doch zuerst müssen die Rams aus dem Weg geräumt werden. Keinesfalls eine zu unterschätzende Aufgabe, auch wenn die Packers als Favorit in dieses Matchup gehen. Es ist ein würdiges Duell in diesen Playoffs. Es trifft die beste Defense auf die beste Offense. Wer behält die Oberhand? Was sind die entscheidenden Matchups? In der ausführlichen Preview erfahrt ihr alle wichtigen Infos!  

Der Gegner

Die Rams haben die Regular Season mit einem Record von 10-6 abgeschlossen und belegten damit hinter den Seahawks den zweiten Platz in der NFC West. In der NFC zogen sie damit als zweitbestes Wildcard Team, also als sechster Seed, in die Playoffs ein. Nachdem man bis Woche 15 auf Kurs Division Sieg war, gab es eine mehr als unerwartete Niederlage gegen die New York Jets. Ein Spiel welches im Nachhinein und möglicherweise auch in die Offseason hinein für Gesprächsstoff sorgen wird, kostete dieser Sieg den Jets doch vermutlich Trevor Lawrence.

Für die Rams bedeutete es zunächst den Verlust der Division Führung. In der folgenden Woche gabe es aber bereits die Möglichkeit, sich diese wieder zurück zuerobern. Im Duell mit dem direkten Konkurrenten den Seattle Seahawks konnten sich die Rams jedoch trotz zahlreicher Möglichkeiten nicht durchsetzen. Turnover on Downs kurz vor der Endzone und eine üble Interception von Jared Goff in der Redzone, sorgten u.a. dafür, dass den Seahawks 20 Punkte reichten um das Spiel zu gewinnen.

Damit waren die Rams im letzten Spiel unter Druck, denn gegen die Cardinals musste ein Sieg her, um in die Playoffs einzuziehen. Dabei fehlte ihnen jedoch Jared Goff, der sich gegen Seattle einen gebrochenen Daumen am Wurfarm zuzog und sogar operiert werden musste. Backup Quarterback John Wolford übernahm und führte die Rams zum Sieg. Dabei half ihnen, dass auch auf der Gegenseite Kyler Murray das Spiel verletzt verlassen musste.

Wildcard-Round

In der Wildcard-Round ging es dann für die Rams direkt wieder gegen die Seattle Seahawks. Jared Goff fungierte mit seinem gebrochenen Daumen zunächst nur als Backup. Nach einem Hit von Seahawk Safety Jamaal Adams gegen den Kopf von John Wolford, kam Goff jedoch früher zum Einsatz, als das den Coaches wohl lieb war.

Goff war merklich nicht bei 100%. Er musste aber ran, denn die Rams hatten keinen dritten aktiven Quarterback im Kader. Es war offensichtlich, dass Goff die Bälle nicht mit genügend Druck rauswerfen konnte. Die Würfe waren nicht nur ungenau, sondern flatterten auch ungewöhnlich. Die Statistiken von Goff aus dieser Partie unterstreichen diesen Fakt nochmals: neun angebrachte Pässe bei 19 Versuchen und 155 Yards.

Insbesondere dank dem Laufspiel um Cam Akers reichte es aber für die Rams. Akers sammelte 131 Yards und 4,7 Yards pro Versuch. Hinzu kam ein Pick Six der Defense und eine allgemein starke Leistung der Defense. Die Seahawks kamen offensiv nie in einen Rhythmus und Wilson brachte nur 11 von 27 Pässen an den Mann. Viel zu wenig für ein Playoffs-Spiel und so stand am Ende eine verdiente Niederlage für die Seahawks zu Buche. Die Rams zogen in die Divisional Round ein.

Ways to win – Packers Defense vs. Rams Offense

Die Rams Offense gehört nicht zu den besten der NFL, ist aber vielleicht eine der best gecoachten Offenses der NFL. Sie lebt vom Kurzpassspiel, dem Laufspiel und Playactionspielzügen. Diese werden dann häufig als Rollouts gespielt. Tiefere Pässe (+20 Yards) spielen in der Offense nur eine untergeordnete Rolle. Grundsätzlich möchte die Offense den Ball konstant und lange bewegen. Packers Defensive Coordinator Mike Pettine, dessen Devise es eigentlich ist, der gegnerischen Offense Raum im Kurzpassspiel zu geben, ihnen dafür aber die Big Plays wegzunehmen, wird seine Defense in diesem Matchup möglicherweise nochmals anpassen müssen.

Auch wenn man es diese Saison selten gesehen hat, dass er es grundsätzlich kann haben wir spätestens in Woche 16 gegen die Titans gesehen. Auch gegen die Rams könnten ähnliche Anpassungen zum Erfolg auf dieser Seite des Balls führen. Single High Looks – also nur ein tiefer Safety – und der zweite Safety vermehrt in der Box gegen den Run und kurze Routen der Receiver. Es gilt insbesondere die Rams innerhalb der ersten 10 Yards zu attackieren.

Wichtig in diesem Matchup, das Duell an der Line of Scrimmage. Die Rams leben vom Lauf- und Kurzpassspiel. Insbesondere ersteres gilt es mit einem dominanten und physischen Spiel an der Line of Scrimmage zu erzeugen. Cam Akers ist nach der Verletzung von Henderson der klare Nummer eins Back der Rams. Er spielte insbesondere in der zweiten Saisonhälfte eine sehr gute Saison. Möglicherweise sehen wir in diesem Matchup auch wieder vermehrt Defensive Formationen mit mehr als vier Lineman bei den Packers, um das Laufspiel der Rams einzuschränken. Die Jets in Woche 16 haben gezeigt, wie man mit dem physischen Spiel an der Line of Scrimmage die Rams Offense aus ihrer Comfort-Zone bekommt.

Goff zum Passspiel zwingen

Denn muss die Rams Offense vom Lauf- und Kurzpassspiel abweichen, produzieren sie Fehler bzw. werden deutlich inkonstanter. Goff hat hier in dieser Saison teils sehr hässliche Interceptions produziert. Die Rams müssen in lange Third Downs gezwungen werden. Wenn Goff das Spiel dann über dann Pass gewinnen muss, neigt er zu Fehlern. Die Qualitäten um die Rams Receiver zu covern hat die Packers Defense grundsätzlich. Für die Rams könnte hier auch der mögliche Ausfall von Cooper Kupp erschwerend hinzukommen. Probleme könnte die Rams den Packers jedoch über die Tigth Ends bereiten, wenn dieser über die Mitte des Feldes die Linebacker der Packers in Coverage attackieren.

Wenn der Pass Rush der Packers einen gute Tag hat, ist das gegen das Passspiel der Rams die halbe Miete. Goff wird deutlich schlechter wenn er Druck bekommt. Hier ist es wichtig die Rams in lange Third Downs, also offensichtliche Passing Downs zu zwingen. Dann können die Packers Goff mit kreativen Blitzpaketen unter Druck setzen und ihn zu Fehlern zwingen. Hinzu kommt, dass Goff mit seinem Daumen sicher nocht nicht bei 100 Prozent sein wird. Die Kälte kommt für ihn erschwerend hinzu.

Gegen das Playactionspiel der Rams gilt es aber auch geduldig und diszipliniert zu spielen.  Insbesondere die Linebacker und Edge Rusher der Packers sind hier gefordert, wenn Goff die Ballübergabe an den Runningback nur antäuscht. Helfen wird den Rams gegen den Pass Rush der Packers auch wieder Oldie Andrew Withworth, der nach überstandener Verletzung den Rams gegen die Seahawks wieder zur Verfügung gestanden hat. Durch ihn ist die OLine der Rams nicht nur gegen den Pass Rush deutlich stabiler gewesen, sondern auch im Rungame stärker einzuschätzen.

Ways to win – Packers Offense vs. Rams Defense

Es ist das Duell der Gegensätze! Beste Offense gegen beste Defense. Um es in Zahlen ein wenig konkreter auszudrücken: Nach PFF sind die Packers mit dem Pass die beste, im Pass Blocking die zweitbeste und im Lauf die sechstbeste Offense der Liga. Die Rams Defense ist die beste Unit in Coverage, die drittbeste gegen den Pass Rush und die viertbeste in der Run Defense.

Die Rams Defense ist ausgezeichnet darin der gegnerischen Offense Big Plays zu nehmen. Keinen einzigen Touchdowns im Bereich +20 Yards hat die Rams Defense zugelassen. Die Packers Offense hingegen hat die meisten Big Plays über die Regular Season gesammelt. Die Packers gehören außerdem zu den Teams mit den höchsten Ballbesitzzeiten. Die Defense des Gegners lange auf dem Feld halten, ist gegen eine starke Defense dann ebenfalls ein probates Mittel. Chancen über Big Plays werden sich ergeben, vermutlich aber deutlich weniger häufig als in anderen Spielen. Diese Chancen gilt es dann konsequent zu nutzen.

Die Defense der Rams ist extrem stark darin, ihre Coverage zu verstecken. Vor dem Snap zeigen sie andere Coverages, als sie dann nach dem Snap tatsächlich spielen. Das macht es für gegnerische Offense sehr schwierig die Rams über das Passspiel zu attackieren. Aber hierfür kann man sich vielleicht derzeit keinen besseren Quarterback vorstellen als Aaron Rodgers. Trotzdem hier gilt es vorsichtig zu sein, um einen Verteidiger der plötzlich seine Position wechselt nicht zu übersehen und einen Turnover zu produzieren.

Jalen Ramsey vs. Davante Adams

Spannend wird das Duell Ramsey gegen Adams. Ramsey hat ausgezeichnete Statistiken gegen Namenhafte Wide Receiver wie Diggs, Hopkins oder Metcalf. Mit Davante Adams wartet nun jedoch die vielleicht schwerste Aufgabe auf Ramsey. Für die Packers wird es essentiell sein Adams ins Passspiel einzubinden. Was passieren kann, wenn eine gegnerische Defense Adams weitestgehend ausschalten kann, haben wir beispielsweise in Woche 4 gegen die Bucs gesehen.

Adams hat von der Line of Scrimmage einen extrem starken Release. Auf den ersten paar Yards liegen daher vielleicht die Chancen für Adams Ramsey abzuschütteln. Das gilt insbesondere, wenn Ramsey gegen Adams extreme Press Coverage – also ihn direkt an der Line erwartet – spielt. Eine weitere Option Adams in Passspiel einzubinden ist die Möglichkeit ihn in den Slot zu schieben. Ramsey wird ihm hier vermutlich nicht folgen. Adams spielte im Laufe der Saison knapp ein Viertel seiner Snaps aus dem Slot. Gut möglich, dass er gegen die Rams mehr Snaps aus dem Slot bekommt.

Doch auch die Spieler hinter Ramsey sind nicht zu unterschätzen. Troy Hill, der zweite Cornerback hinter Ramsey, spielt ebenfalls eine überragende Saison. Dahinter kommt Safety John Johnson der ebenfalls gut spielt. Sollten die Rams Adams aus dem Spiel halten können, sind die Receiver hinter Adams gefordert. Hier erwarten die Packers Spieler aber eher schwere Matchups. Ein Ansatzpunkt ist möglichweise das Passspiel über die Mitte, um hier insbesondere die Linebacker der Rams zu attackieren. Hier rücken dann Tonyan und auch Aaron Jones in den Fokus.

Die Rams Defense ist außerdem sehr gut gegen den Lauf. In der Saison haben sie nur 3,8 Yards pro Versuch am Boden zugelassen und zählen damit zu einer Top 3 Defense gegen den Run.  Im Fokus hierbei natürlich auch das Duell an der Line of Scrimmage – Packers OLine vs. Rams DLine. Allen voran ist bei den Rams Aaron Donald zu nennen, der sowohl im Pass Rush als auch gegen den Lauf eine Macht ist und zu Recht in der Diskussion um den Award des Defensive Player of the Year häufig als erstes genannt wird.

Die Schwachstelle in der OLine ist vermutlich Lucas Patrick auf Right Guard. Hier werden Rams sicher oft versuchen mit Donald zu attackieren. Doch auch hinter Donald haben die Rams mit Leonard Floyd und Michael Brockers absolute Topspieler auf ihren Positionen. Für die Packers OLine insbesondere durch den Ausfall von David Bakthiari keine leichte Aufgabe.

Die Packers müssen offensiv geduldig bleiben. LaFleur und Rodgers dürfen Big Plays nicht zu sehr forcieren. Die Rams können diese Big Plays verteidigen und man zwingt sich dadurch vielleicht zu häufig selbst in lange Second und Third Downs. Lange Drives über Lauf- und Kurzpassspiel werden aber im Laufe des Spiels Möglichkeiten für Big Plays eröffnen.

Ways to win – Special Teams

Ja, hier lohnt sich einer extra Überschrift. Immer wieder habe ich während der Regular Season erwähnt, dass in engen Spielen Special Teams das Spiel entscheiden könnten. Das gilt für die Playoffs natürlich gleich in doppelter Hinsicht, denn Niederlage ist gleichbedeutend mit Saisonaus. Ball Security ist in solchen Spielen einfach ein extrem wichtiger Faktor.

Aufzupassen gilt es auch auf die Punts der Rams. Kein anderer Punter hat vermutlich so viele Fake-Punts in seiner Karriere gespielt wie Johnny Hekker. Der ehemalige Highschool Quarterback hat als Punter bereits 184 Passing Yards in seiner Karriere gesammelt. Auch die Packers haben bereits Fake-Punts von Hekker kassierte. Diese Saison hat Hekker jedoch noch keinen einzigen Passversuch. Was könnte eine bessere Gelegenheit sein als ein knappes Playoffsspiel um den Einzug ins NFC Championship Game sein?

Injury Report

Sollten noch Zweifel über Sinn der Bye Week für die Packers aufgekommen sein, lohnt sich ein Blick auf den Injury-Report. Vermutlich nur zum ersten Spiel in dieser Saison war der Injury Report leerer. Erfahrungsgemäß haben die Spieler mit limitiertem Training am Wochenende gespielt. Ausfallen könnte demnach nur Keke, der immer noch im Concussion Protocol steckt.

Definitiv fehlen wird auch Neuverpflichtung Jared Veldheer. Am Mittwoch sorgt die News des positiv getesteten Veldheer für Aufregung im Lager der Packers. Kurze Zeit später gab es jedoch vorläufig Entwarnung, denn die Überprüfung der Close Contacts ergab keinen weiteren Spieler der in Quarantäne musste. Hoffentlich hat Veldheer tatsächlich niemanden angesteckt und wird selbst auch schnell wieder fit. In einem möglichen Championship Game könnte er – negativer Test vorausgesetzt – wieder spielen.

Bei den Rams sind beide Qaurterbacks Wolford und Jared Goff angeschlagen. Wolford hat noch nicht trainiert diese Woche, Goff mit seiner Verletzung am Daumen allerdings schon wieder voll. Man kann daher davon ausgehen, dass Goff am Samstag starten wird. Weiterhin hat Aaron Donald aus dem Spiel gegen die Seahawks eine Rippenverletzung davon getragen. McVay ließ bereites verlauten, dass Donald am Wochenende spielt. Sicherlich wird ihn diese Verletzung aber zumindest ein wenig einschränken.

Weiterhin haben Cooper Kupp (WR) und David Edwards (OLine) nicht trainiert bisher. Beide sind laut McVay Day-to-Day Entscheidung und vermutlich zeigt sich erst Samstag vor dem Spiel, ob beide spielen werden oder nicht.

Zusammenfassung

Die Gefahr für die Packers besteht darin, dass die Rams Defense es schafft Adams und das Laufspiel zu limitieren. Die Packers müssen Wege finden dem entgegenzuwirken. Der Schlüssel zum Erfolg kann für die Packers aber auch in der Defense liegen. Die Packers haben in den letzten sechs Spielen nur 18,5 Punkte pro Spiel zugelassen. Da auch die Rams Offense eher im Durchschnitt anzusiedeln ist, reichen der Packers Offense am Ende vielleicht auch knapp über 20 Punkte, um das Spiel zu gewinnen. Das sollte auch gegen eine gute Defense im Bereich des Möglichen liegen.

Was zusätzlich Hoffnung aus Packers Sicht gibt, ist die Tatsache dass die Rams in der Ragular Season zweimal gegen die 49ers verloren haben, die vom Scheme sehr ähnlich zur Offense der Packers sind. Ein weiterer Mutmacher? Jared Goff spielt nicht gerne in der Kälte. Zumindest sagen das die Statistiken. Goff hat in seiner Karriere zwei Spiele bestritten bei Temperaturen unter 0°C. Er brachte in diesen nur 47% seiner Pässe an, warf keinen Touchdown und fünf Interceptions. Für Samstag sind derzeit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt gemeldet. Gefühlte Temperatur wird durch den Wind laut Vorhersage bei -10°C liegen.

Prediction

Schwer vorstellbar, dass die Packers über die Defense der Rams drüber rollen, wie schon mit anderen Defenses in dieser Saison gesehen. Dafür ist die Rams Defense schlicht zu stark. Doch die Packers werden ihre Möglichkeiten bekommen und genug Punkte erzielen, um das Spiel zu gewinnen. Denn um das Spiel zu gewinnen werden am Ende weniger Punkte nötig sein, als man das vielleicht vermuten mag. Die Defense der Packers hat sich gefangen und ist on fire. In den letzten sechs Spielen der Regular Season haben sie nur 18,5 Punkte pro Spiel zugelassen. Den Packers reichen am Ende drei Touchdowns und ein Field Goal zum Sieg. Mein Tipp: 24:13