Der Division-Titel war bereits vor Wochen eingesackt. Nun sollte es für die Packers den goldenen Abschluss geben, um das Heimrecht in den Playoffs zu haben. Und Green and Gold lieferte, zog den Bears im ewig-jungen Duell das Fell über die Ohren. Doch der klare Endstand von 35:16 täuscht darüber hinweg, dass die Partie über weite Strecken eng war. Allerdings waren die Packers immer da, wenn es eng wurde. Und Aaron Rodgers lieferte erneut eine beeindruckende Show ab.

1st Quarter

Das erste Highlight der Partie stammte jedoch aus der Kategorie „Zum Schmunzeln“. Ein guter Kickoff von Crosby landete an der Ein-Yard-Linie der Bears und Returner Cordarelle Patterson hatte wohl das falsche Schuhwerk an. Er rutschte weg, was vor allem in der Zeitlupe doch recht amüsant war. Nicht so witzig war aber, dass die Schiedsrichter den Ball an die 40 Yard-Linie der Bears legten. Nun denn – es folgte ein Bears-Drive der Marke „Mühsam ernährt sich der Kuschelteddy“. Viele kurze Läufe und kurze Pässe (kein Play brachte mehr als acht Yards) brachte Chicago aber in die Red Zone. Den Rest erledigte David Montgomery zur Führung. Nun waren die Packers an der Reihe, brachten aber in Viertel Nummer eins keine Punkte auf das Board.

2nd Quarter

Doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Mit dem ersten Pass von Abschnitt zwei fand Rodgers Robert Tonyan zum Ausgleich. Mit seinem elften Touchdown der Saison egalisierte der Tight End den Rekord von Paul Coffman aus dem Jahr 1983. Der Folgedrive der Bears wurde aufgehalten, doch mal wieder macht der Punt-Returner keinen guten Job. Austin verlor das Ei an der eigenen 20 und die Bears durften es erneut probieren. Doch die Defense hielt und erlaubte „nur“ ein Field Goal von Cairo Santos zum 10:7 für die Gastgeber. Die Antwort der Packers war eindrucksvoll: Rodgers las einen Blitz perfekt und feuerte tief in Richtung Bears-Territory. Marques Valdes-Scantling brachte das Ei unbedrängt und sicher nach Hause – ein 72-Yard-Touchdown zum 14:10. Nun begann die beste Phase der Packers: Jaire Alexander forcierte einen Fumble (Gary recovered) und die Packers machten was draus. Dominique Dafney durfte bei seinem zweiten Catch der Karriere in der Endzone fangen und erhöhte mit seinem ersten Touchdown auf 21:10. Beruhigender Vorsprung, doch die Bears hatten noch einmal Ballbesitz. Erneut kamen sie in die Red Zone, scheiterten aber erneut. Santos verkürzte so per Field Goal auf 21:13 aus Packers-Sicht.

3rd Quarter

Bis zur Halbzeit lieferte Aaron Rodgers ein perfekte Spiel ab, doch der erste Incomplete Pass des Abends ließ die Packers wackeln. MVS hatte Flutschfinger und statt des 28:13 hieß es wenig später Ballbesitz für Chicago. Erneut gelang den Bears ein langer Drive, erneut hielt aber die Defense den finalen Versuchen zum Touchdown stand. Dennoch verkürzte Santos mit seinem dritten Field Goal des Abends auf 16:21. Bei den Packers lief in dieser Phase wenig zusammen und so gab den Ballbesitz wieder zu schnell ab. Fast zwölf Minuten lang hatte Chicago das Ei in Viertel Nummer drei, viel gemacht haben sie allerdings nicht.

4th Quarter

Doch zu Beginn des Schlussabschnitts verloren die Bears schnell den Ballbesitz und die Packers konzentrierten sich. Angeführt von Aaron Jones gelang den Packers ein schöner Drive, den der Running Back höchstselbst abschloss. Mit dem 28:16 war die Messe gelesen, bei den Bears gingen die Köpfe nach unten. Dann leistete sich Trubisky eine Interception (gefangen von Adrian Amos) und in sehr guter Feldposition kam Green and Gold wieder in Ballbesitz. Dieser wurde veredelt von Rodgers mit einem Pass auf Adams zum 35:16-Endstand. Die Bears probierten es in der Folge nochmal, zum Abschluss wurde Jimmy Graham aber kurz vor der Endzone gestoppt.

Fazit

Wer hätte das gedacht? Es wurde viel geflucht und geschimpft in dieser Saison, doch am Ende steht ein 13-3-Record, der Division-Titel und der Number One-Seed in der NFC. Und rechtzeitig zu den Playoffs scheint die Defensive richtig ins Rollen zu kommen. Diese ließ zwar relativ viele Yards zu, verhinderte aber die Big Plays und -noch wichtiger- die Punkte. Das wird sicherlich nicht gegen jedes Team gut gehen, doch gegen die Bärchen vom See war es das richtige Mittel. Und offensiv muss man sich wenige Gedanken machen, wenn man Aaron Rodgers hat.

Spieler des Spiels

Mir gehen langsam die Superlative aus: 19 von 24 an den Mann gebracht, 240 Yards, vier Touchdown-Pässe und ein Rating von 147,9. Noch mehr Zahlen? Gerne! Mehr Touchdowns als Punts, 4299 Yards, 48 Touchdowns (neuer Franchise Rekord), nur fünf Interceptions und eine fast wahnwitzige Completion Percentage von 70,7. Dazu ein QB-Rating von 121,5 für die Saison. Da müsste schon viel mit Teufel zugehen, wenn Aaron Charles Rodgers nicht seinen drittenMVP-Titel einfährt.
Ebenfalls erwähnenswert: Davante Adams veredelt sein Jahr mit Touchdown Nummer 18. Und hinten stechen Adrian Amos (neun Combined Tackles, 1 INT) und Krys Barnes (14 Tackles) heraus.