Conference Championship Game, here we come! Dank eines starken Laufspiels und einer noch stärkeren O-Line gewinnen die Packers das erste Playoff-Spiel in der Frozen Tundra und besiegen die LA Rams mit 32:18 (19:10). Dabei machte es Green and Gold allerdings auch spannender als nötig.

1st Quarter

Die Partie begann etwas schleppend. Vor 6000 Zuschauern brachte der erste Drive der Rams nichts ein, 3 and Out war die Devise. Die Packers machten es besser. Highlight war dabei sicherlich ein schöner Pass von Aaron Rodgers auf Equanimeous St. Brown für 27 Yards, der die Packers tief in die Red Zone brachte. Kapital war am Ende aber „nur“ ein Field Goal von Mason Crosby zum 3:0. Die Rams antworteten ihrerseits mit einem Field Goal, dass Matt Gay zum 3:3 verwandelte. Interessant dabei: während die Packers viel liefen, versuchten es die Rams im ersten Viertel vor allem durch die Luft.

2nd Quarter

Dank vieler guter Läufe und kurzer Pässe konnten die Packers das zweite Viertel in der Rams-Hälfte beginnen. Unterstützt von einer Strafe gegen Aaron Donald (mehr dazu unten) und einer weiter tollen Offensivmixtur ging es etwas mehr als drei Minuten an die 1 Yard-Linie. Den Rest besorgte das Traumduo Rodgers/Adams: dank gleich zweiter Motion brachte „Tae“ den All-Pro Jalen Ramsey aus dem Gleichgewicht und hatte die nötigen Yards Vorsprung. Rodgers fand den schnellen Release und es stand 10:3. Die Offense lieferte und direkt im Anschluss rollte der D-Train. Erst sorgte Za’Darius Smith mit einem Sack für ordentlich Raumverlust. Dann passte Christian Kirksey beim kurzen Pass auf Brown perfekt auf und der Ballbesitz wechselte direkt wieder. Auch von einer Strafe gegen Tonyan ließ sich Green and Gold nicht irritieren, immer wieder fand man die Lücke und das richtige Mittel. Den Abschluss lieferte dann der „alte Mann“ höchstselbst. Erst lässt Floyd mit einem Pass-Fake durch die Luft fliegen, dann läuft Rodgers das eine Yard zum 16:3 selbst. Einen Extrapunkt gab es „dank“ eines völligen missglückten Snaps von Bradley nicht. 3:29 Minuten waren noch auf der Uhr und die Packers verloren erstmals etwas den Faden. Viel zu einfach trug Jared Goff die Offensive über das Feld, ehe sein Pass auf Van Jefferson für das 10:16 aus Sicht der Rams sorgte. Aber 29 Sekunden und zwei Timeouts sind viel in Rodgers-Land. Mit zwei langen Pässen ging es in Field Goal-Range, ehe Rodgers zweimal etwas Dusel hatte, dass die Rams-Defense die Pässe nicht abfing. Mit dem 18. verwandelten Field Goal der Saison (von 18) sorgte Crosby für den 19:10-Halbzeitstand.

3rd Quarter

Viertel Nummer drei begannen die Packers mit Ballbesitz und wussten diesen zu nutzen. Viel mehr: Aaron Jones nutzte ihn! 63 der zu überbrückenden 75 Yards lieferte der Running Back, garniert mit einem Rückwärts-Faller in die Endzone zur beruhigenden 25:10-Führung. Die 2-Point-Conversion in der Folge ging in die Hose. Dann war es erst einmal vorbei mit der Packers-Herrlichkeit. Zwar gelang es der Defense, allen voran Clark und Gary, den Folge-Drive der Rams zu stoppen. Doch die Packers konnten es nicht nutzen. Zwar war sehr sehenswert wie sich Rodgers aus einer fast sicheren Safety herauswand und Lazard zum 1st Down fand. Allerdings fehlte in diesem Drive etwas die Präzision. Viel schlimmer war aber die Reaktion der Defense: wie in schlechten Tagen dieser Saison machten sie es den Rams viel zu einfach, die am Ende mit der Wildcat-Formation in die Endzone kamen. Cam Akers brachte den Ball zum Touchdown, ehe er danach eine Trick Play-2-Point-Conversion verwandelte. Mit 25:18 aus Packers-Sicht gab es ein One-Score-Game und niemand wusste warum.

4th Quarter

Durchatmen war angesagt, immerhin packte die Offense wieder ein paar schöne Plays aus. Doch den Punt konnte auch das nicht verwindern. Die Rams waren also wieder in Ballbesitz, kamen aber nur bis zur eigenen 32. Ein Sack von Kenny Clark brachte Goff in die Bredouille und so wechselte das Angriffsrecht erneut. In der Folge verletzte sich sich Dillon und verlor dabei den Ball. Glück im Unglück: Rodgers passte auf und nahm den Ball auf. Drei Plays später zauberte der wohl kommende MVP ein langes Brot aus dem Ärmel und fand Allen Lazard. Dieser belohnte sich für viel „Dirty Work“ und für zwei ganz wichtige Catches zuvor mit einem Touchdown. Aus 58 Yards trug er den Ball in die Endzone. Mit dem 32:18 war der Drops dann fast gelutscht. Endgültig entschieden wurde die Partie im Drive der Rams danach. Erst zeigte Jaire Alexander, warum er der beste CB der Liga ist, sorgte mit einem Tackle for Loss minus drei Yards auf dem Board. Dann verhinderte Preston Smith mit einer Pranke einen kompletten Pass. Und zum Abschluss rollte der Gary-Train bei 4 und 14, sackte Goff und ließ den Ballbesitz wechseln. Der Rest war dann fast Formsache. Zwei First Downs von Tonyan und Williams sowie dreimal Abknien von Rodgers sorgten für den Sieg und den Einzug ins Championship Game.

Fazit

Nicht wenige Beobachter, Analysten, Fans und wer noch so seinen Senf dazu gab hatten gewarnt, dass die Rams die Packers in Grund in Boden laufen könnten. Und was passiert? Green and Gold, angeführt von MLF und Hackett an der Seitenlinie, drehten den Spieß um. 188 Yards (5,2 pro Lauf), garniert mit zwei Touchdowns, brachten die Packers auf die Siegerstraße. Dazu ein solides Spiel von Rodgers, eine über weite Teile aufmerksame Defense, ein Adams, der einen All-Pro richtig mies aussehen ließ und eine gute O-Line machten eine fast gelungene Rundum-Komposition möglich. Wichtig auch: die Packers hatten deutlich mehr Ballbesitz als die Rams und wussten diesen gut zu nutzen. Wenn man etwas kritisieren muss, dann ist es aber das dritte Viertel. Wieder wurde dieser Abschnitt grandios verschlafen und dies kann früher oder später auf die Füße fallen.

Spieler des Spiels

Für mich gibt es nicht den Spieler des Spiels, sondern die Spieler des Spiels. Und das sind die schweren Jungs vor Aaron Rodgers. Es war ein perfektes Spiel der O-Line. Sie dominierte die Line der Rams nach belieben, ließ den mutmaßlich besten Pass Rush der Liga zu einem lauen Lüftchen verkommen. Sie verschafften Rodgers enorm viel Zeit, dazu rissen sie immer wieder Lücken für Jones & Co. Ein wenig herausheben muss man wohl Elgton Jenkins, der Aaron Donald zu einer absoluten Randnotiz verkommen ließ. Bezeichnend dazu die 15 Yard-Strafe im zweiten Viertel gegen Donald: Jenkins hatte frühzeitig so gut gearbeitet, dass Donald der Kragen platzte. Spätestens da sollten alle ein gutes Gefühl bekommen haben. Geradezu zu absurd: phasenweise stand Rodgers bei weniger als 10% seiner Dropbacks unter Druck.

Ebenfalls sehr stark: das Duo Gary und Clark für (combined) drei Sacks und 19 Yards Raumverlust sowie Aaron Jones mit 113 Yards und einen Touchdown.