Die Packers haben gegen die Titans ihre Hausaufgaben gemacht. Die Rams dagegen konnten einen über weite Strecken guten Auftritt gegen die Seahawks nicht in einen Sieg ummünzen und so gilt es für die Packers diese Woche mit einem Sieg gegen die Bears den First Seed in der NFL fix zu machen. Für die Bears geht es ebenso noch um den Einzug in die Playoffs, welchen sie mit einem eigenen Sieg fix machen könnten. Es wartet uns zum Abschluss der Regular Season also nochmals ein vielversprechendes Match.

Recap Week 16

Was ein überzeugender Auftritt im Schneegestöber von Green Bay. 40-16 heißt es am Ende und die Packers ließen über das Spiel nur wenig Zweifel über den Sieger aufkommen. Lediglich unmittelbar vor und kurz nach der Halbzeit, konnten die Titans auf fünf Punkte verkürzen. Die Packers zogen aber im nächsten Drive wieder mit zwölf Punkten davon und ließen danach überhaupt keine Punkte der Titans mehr zu.

Viele Leistungen muss man in diesem Spiel herausheben. Da wären die vier Touchdowns von Aaron Rodgers, der sich mit diesem Spiel in Sachen MVP-Award vielleicht entscheidend von Mahomes absetzen konnte. Auch Adams krönte seine überragende Saison mit weiteren drei Touchdowns und über 100 Receiving Yards. Es war aber auch das Breakout-Spiel von AJ Dillion. Über 100 Rushing Yards und zwei Touchdowns konnte der Rookie zum überzeugenden Sieg beitragen. Zuletzt soll auch der erste Touchdown von EQ nicht unerwähnt bleiben. Alles in allem vielleicht die beste Performance der Packers Offense in dieser Regular Season.

Nicht nur die Offense überzeugte, sondern auch die Defense. Man hielt die Titans Offense bei 14 Punkten. Jene Titans Offense, die in den vorangegangen fünf Spielen im Schnitt über 35 Punkte erzielte! Auch von einem Derrick Henry, der die Run Defense der Packers überrollt, war nichts zu sehen. Die meisten dieser Yards kamen in der zweiten Halbzeit des Spiel zu Stande. Hier führten die Packers aber bereits deutlich.

Auch gegen den Pass war das von der Defense eine starke Performance. Man konnte Tannehill bei 121 Yards halten und zwei Interceptions fangen. Savage hätte zusätzlich noch mindestens eine weitere Interception verbuchen müssen. Mit dieser Performance der Defense lässt sich positiv auf das letzte Regular Season Game und die Playoffs blicken.

Unerwähnt bleiben soll auch nicht das Wetter, was am Ende sicherlich ein Vorteil war und nochmals unterstreicht, was ein Heimvorteil in den Playoffs bedeuten kann. Glücklich war sicherlich auch die ein oder andere Schiedsrichterentscheidung, die insbesondere in der ersten Halbzeit das Momentum auf Seiten der Packers gehalten hat.

Der Gegner

Auch für die Bears geht es noch um die Playoffs. Einiges hat sich seit dem letzten Spiel gegen die Bears getan. Mitch Trubisky, der nach seiner Verletzung gegen die Packers in Woche 12 erstmals wieder auf Quarterback übernommen hatte, spielt momentan deutlich über dem Niveau zu Anfang der Saison. Sieben Passing Touchdowns bei nur zwei Interceptions und aus den letzten vier Spielen zeigen den positiven Trend.

Nachdem die Bears mit dem 5-1 Start deutlich auf Playoff-Kurs waren, kam der Einbruch mit sechs Niederlagen am Stück. Jetzt haben sich die Bears aber plötzlich wieder gefangen und kämpfen nach drei Siegen aus den letzten drei Spielen um einen Platz in der Wildcard-Round. Die Bears liefern sich in Woche 16 ein Fernduell mit den Cardinals. Gewinnen die Bears wären sie sicher in den Playoffs. Bei einer Niederlage müssen sich auf Schützenhilfe der Rams hoffen, die in Los Angeles die Cardinals empfangen. Dabei spielen die Rams jedoch ohne Jared Goff, der diese Woche am Daumen operiert wurde.

Playoff Szenarien

Auch aus Packers Sicht lohnt sich vorab ein Blick auf die verschiedenen Szenarien, um den First Seed zu erreichen. Dabei gibt es drei mögliche Szenarien. Der einfachste Weg ist dabei ein Sieg gegen die Bears. Damit wären die Packers sicher in der Divisional Round und würden sich den möglichen Heimspielvorteil bis in den Super Bowl sichern. Ein Blick auf die anderen Spiele in der NFC wäre nicht nötig.

Durch den Sieg gegen die Titans vom vergangenen Sonntag, gibt es aber auch Szenarien, in welchen ohne eigenen Sieg der First Seed möglich ist. Der Blick geht dabei zunächst auf das Duell der Seahawks gegen die 49ers. Sollten die 49ers die Seahawks schlagen, wären die Packers ebenfalls sicher auf dem First Seed (auch bei eigener Niederlage).

Verlieren die Packers und die Seahawks schlagen die 49ers geht der Blick außerdem noch zu den Saints, die gegen die Panthers ran müssen. Sollten die Saints dann die Panthers schlagen, wären die Saints der First Seed in der NFC und die Packers gar nur auf Platz drei. Verlieren die Saints gegen die Panthers wären die Packers hinter den Seahawks der Second Seed.

Ways to win – Packers Defense vs. Bears Offense

Die Offense der Bears hat zur richtigen Zeit wieder in die Spur gefunden. Die Bears konnten in den letzten drei Spielen jeweils mehr als 30 Punkte erzielen. Nicht nur Trubisky spielt besser, auch das Laufspiel um David Montgomery hat enorm zugelegt. Montgomery hat nun knapp die 1000 Yard Marke geknackt und konnte alleine in den letzten drei Spielen 354 Rushing Yards und 4 Touchdowns erzielen. Relativiert wird die Leistung wieder etwas, wenn man sich anschaut gegen wen diese Siege zu Stande kamen. Texans, Vikings und Jaguars.

Trotzdem die Formkurve der Bears zeigt noch oben und die Packers tun gut daran an den starken Auftritt gegen die Titans anzuknüpfen. Den Lauf haben die Packers zuletzt besser verteidigt und Mike Pettine vertraut seinen Defensive Backs nun häufiger in Man Coverage. Ähnlich wie gegen die Titans, könnte die Packers damit das Laufspiel der Bears um David Montgomery einschränken. Jaire Alexander gegen Allen Robinson dürfte ein spannendes Duell geben.

Schaffen die Packers es den Bears das Laufspiel zu nehmen, dann ist Trubisky in der Verantwortung die Packers über den Pass zu schlagen. Trubisky spielt in den letzten Wochen zwar etwas besser, neigt aber in vielen Situationen immer noch zu Fehlentscheidungen. Grade über den Pass Rush, der in den letzten Wochen ebenfalls zugelegt hat, können die Packers Trubiksy dann zu Fehlern zwingen. Das Backfield der Packers ist außerdem mittlerweile in Coverage gut genug, um auch mal ein oder zwei Spieler mehr zu Trubisky zu schicken und ihn durch den Blitz zu schnellen Würfen zu zwingen.

Aufpassen müssen die Packers auf die Option Plays von Trubisky. In Woche 12 haben die Bears diese selten eingesetzt. Nicht zuletzt der Touchdown Run von Tannehill zeigt, dass die Packers hier verwundbar sind. Insbesondere wenn die Bears es schaffen sollten den Lauf über ihre Runningbacks zu etablieren, sind auch die Läufe von Trubisky selbst umso gefährlicher.

Bei den Special Teams sei auch hier wieder auf Cordarrelle Patterson hingewiesen, dem die Packers möglichst wenig Returns ermöglichen sollten!

Ways to win – Packers Offense vs. Bears Defense

Der Pass Rush der Bears hat im Vergleich zu Woche 12 eine entscheidende Komponente zurückgewonnen. Akiem Hiecks der gegen die Packers fehlte ist wieder da. Jones und Williams hatten in Woche 12 zusammen über 150 Rushing Yards. La Fleur betonte anschließend, dass er einige der Running Plays mit Hicks auf dem Feld nicht gecallt hätte. Man darf gespannt sein, wie die Packers dies nun angehen und Jones möglicherweise mehr ins Passspiel einbeziehen oder ihn mehr über außen laufen lassen.

Grade beim Laufspiel hat Dillion gegen die Titans gezeigt, dass er wichtig für die Offense sein kann. Jones wurde im Laufe des Spiels immer weniger eingesetzt und geschont. Auch gegen die Bears könnten Dillion und Williams die meisten Snaps aus dem Backfield bekommen.

Mit der Verletzung von Wagner und der damit notwendigen Umstellung in der OLine haben die Bears auch mit dem Pass Rush Möglichkeiten die Packers mit Hicks in der Interior Line zu attackieren. Lucas Patrick wird hier sicherlich im Fokus der Bears stehen und einen guten Job machen müssen. Auch wenn die Packers OLine beim Match in Woche 12 mit dem Pass Rush der Bears keine Probleme hatten, ist der Pass Rush mit Hicks nun deutlich stärker einzuschätzen.

Die Passing Defense der Bears rangiert auf Platz 13 der NFL mit durchschnittlich 231 zugelassenen Yards pro Spiel. Rodgers lieferte im Hinspiel „nur“ 211 Passing Yards konnte jedoch vier Touchdowns werfen. Das ausgewogene Verhältnis zwischen Lauf und Pass war für die Packers im Hinspiel der Schlüssel zum Erfolg.

Injury Report

Bei den Packers haben am Mittwoch Keke (Concussion) und Rick Wagner (Knie) nicht trainiert. Beide sind demnach für das Spiel am Sonntag auch fraglich. Wieder im Training dabei waren hingegen Jace Sternberger und Jamaal Williams, die beide gegen die Titans verletzt fehlten. Alle weiteren gelisteten Spieler haben zumindest eingeschränkt trainiert.

Bei den Bears taucht Akiem Hicks mit einer Krankheit auf dem Injury Report auf. Er hat am Mittwoch nicht trainiert. Außerdem fehlten Deon Bush (DB), Jaylon Johnson (DB) und Buster Skrine (DB). Skrine und Bush sind nur Rotationsspieler und ihre Ausfälle wären zu kompensieren. Johnson ist Starting Cornerback und wäre ein schwerwiegenderer Ausfall. Genauso wie der mögliche Ausfall von Hicks.

Prediction

Matt LaFleur hat bereit unmittelbar nach dem Spiel gegen Titans klar gemacht, das man das Bears-Spiel als Playoffs-Spiel betrachtet. Machen die Packers da weiter, wo sie zuletzt aufgehört haben, sollte der Sieg über die Bears nicht allzu schwer fallen. Die Gefahr das Spiel zu unterschätzen und mit den Gedanken schon zwei Wochen weiter zu sein, ist aber definitiv gegeben. Hier sind die Coaches und die erfahrenen Spieler gefordert um dem entgegen zu wirken.

Mein Tipp: 28:24 für unsere Packers.