Auch den Eagles haben die Packers keine Chance gelassen und schickten das Team aus Philadelphia mit einer 30-16 Niederlage wieder auf den Heimflug. Nicht nur für die weitere Saison ein wichtiger Sieg in Richtung Playoffs. Es war auch ein ganz besonderes Spiel für Aaron Rodgers, der seinen 400. Touchdown in der NFL geworfen hat. Adams und Rodgers waren gegen die Eagles nicht zu stoppen. Wir analysieren drei Plays von Rodgers auf Adams, welche jeweils die Extraklasse beider unterstreichen.

Eye Candy für die Defense

Das erste Play stammt aus dem zweiten Drive der Packers und ist wieder ein gutes Beispiel für exzellentes Play Design und Play Calling von Matt LaFleur. Hier stecken wieder extrem viele Elemente in dem Play, welches der Defense der Eagles das verteidigen extrem erschwert (Eye Candy). Tyler Ervin kommt pre Snap hinter der OLine in Motion (Jet Motion), der Cornerback folgt ihm auf die andere Seite. Nach dem Snap täuscht Rodgers die Ballübergabe auf Jones an, der nach rechts einen Lauf antäuscht. Die OLine blockt geschlossen in die gleiche Richtung und unterstützt so die Playaction.

MVS läuft auf linken Seite einfach eine tiefe Go-Route und zieht den Cornerback auf dieser Seite mit und bindet ebenfalls den Safety tief, der seinen Cornerback unterstützt. Tonyan läuft hinter der Line, in die entgegengesetzte Richtung von Ervin, eine Route in die Flat. Adams läuft eine Slant-Route von der rechten Seite. Entscheidend für die einfache Completion ist der Cornerback gegen Adams (gelb eingekreist), sowie die beiden Linebacker in der Mitte des Feldes. Der Cornerback fällt auf den Runfake komplett rein und lässt Adams ungehindert seine Route laufen.

Die Linebacker reagieren auf Tonyan und machen einige Schritte nach vorne. Adams ist in ihrem Rücken komplett frei. Rodgers hat die Ruhe und Erfahrung den Ball anzubringen, trotz Verteidiger direkt in seinem Gesicht.

Big Play aus der eigenen Endzone

Das zweite Play ist für mich das Play des Spiels. Die Eagles punten den Ball an die 1-Yard-Line der Packers. Die Packers kommen im 22-Personell aufs Feld und alles deutet auf einen Lauf hin, um ein wenig Raumgewinn zu erzielen und aus der eigenen Endzone rauszukommen. Die Eagles reagieren und stellen die Box entsprechend mit 9 Verteidigern zu.

Die Packers spielen hier jedoch wieder einen Playaction-Spielzug. Jones läuft eine Route in die Flat, ist aber gut gedeckt. Rodgers hat aber ein anderes Ziel. Der Safety in der Mitte des Feldes hat auf die Playaction angebissen und Adams ist eins gegen eins gegen Darius Slay. Mit einen Cut nach innen hat Adams Seperation kreiert und ist offen. Einziger Spieler der außer Slay erkennt was passiert ist Avonte Maddox (gelb eingekreist), der am Ende ein noch großes Big Play gerade so verhindern kann.

Bemerkenswert hier bei dem Play die Packers OLine, die Rodgers genug Zeit verschafft. Das Vertrauen in die OLine ist hier absolut entscheidend, denn natürlich muss Rodgers den Ball länger halten, als das in solchen Situationen sonst üblich ist. Die Gefahr eines Sacks oder eines Holdings und damit Punkte für den Gegner, erhöht sich mit jeder Sekunden schlagartig.

Die OLine hält aber lange genug Stand und Rodgers kann den Ball loswerden. Der Ball ist sogar noch minimal unterworfen und Adams wird hier zu einem Catch in Traffic gezwungen. Ohne Maddox und mit einem bisschen tieferen Ball, läuft Adams den Ball hier direkt übers ganze Feld in die Endzone. Trotzdem, ein absolut sehenswertes Play mit einem überragendem Catch von Adams!

Nummer 400

Ja, dieses Play darf in der Analyse einfach nicht fehlen. Es ist der 400. Touchdown-Pass. Und wer sonst als Davante Adams sollte diesen fangen?

LaFleur erklärte später übrigens, dass er hier einen Jet Sweep auf Lazard gecallt hatte. Rodgers hat das Play an der Line geändert – zum Glück. Die beiden äußeren Linespieler der Eagles spielen hier nämlich eine 9-Tech, was bedeutet dass sie auf der Außenschulter des Tight Ends bzw. Tackles aufgestellt sind. Bei einem Jet Sweep wären sie entsprechend schnell im Backfield und kaum zu verteidigen. Rodgers sieht das und ändert das Play.

Die Jet Motion von Lazard zieht seinen Gegenspieler auf die andere Seite. Adams hat nun ein eins gegen eins und Slay hat keine Safety Hilfe. Alles konzentriert sich bei diesem Play auf die rechte Seite. Die OLine blockt nach rechts, die Motion von Lazard und die Route von Williams aus dem Backfield halten alle Spieler der Eagles vom Ball fern. Wieder hat Rodgers einen Gegenspieler direkt im Gesicht und kann trotzdem den Ball auf Adams anbringen, der im eins gegen eins den Ball über die Line bringt!

Kein Spieler hat diese Marke in weniger Spielen geknackt als Aaron Rodgers! Auf hoffentlich noch viele weitere Rekorde in Green & Gold!

Takeaway

Die Connection zwischen Rodgers und Adams ist speziell und derzeit vielleicht einzigartig in der NFL. Dazu kommt ein überragendes Play Calling basierend auf guten und aufeinander aufbauenden Play Designs, die Rodgers das Spiel extrem erleichtern. Dazu kommt dann die Extraklasse dieser beiden Spieler noch on top. Die Packers Offense in dieser Form wird auch in den kommenden Spielen nur schwer zu stoppen sein.