So langsam neigt sich die Regular Saison dem Ende zu und Spieler haben teils die Erwartungen übertroffen, andere Spieler haben die Erwartungen nicht erfüllen können. Bei AJ Dillon war von Beginn an klar, dass die Situation eine andere sein würde, denn die Spots auf der Position des Runningbacks waren teils schon vergeben. Hieraus hat sich dann die heutige Frage ergeben:

“Runningback AJ Dillon ist hinter dem Duo A.Jones/J.Williams nur die Nummer 3, war zuletzt auf der Covid Liste und seit Spieltag 8 nicht mehr auf dem Feld aktiv dabei. A.Jones und J.Williams werden beide zur kommenden Saison Free Agents und Verletzungen können auch in dieser Saison schnell geschehen. Sollte Dillon unter diesen Aspekten, jetzt wo man die NFC North sicher hat, mehr Einsatzzeiten erhalten?”

What would you do?

Christian:
Nein, Dillon sollte nicht mehr Einsatzzeiten erhalten. Ohne Frage: für seine „Leidenszeit“ kann er vermutlich ebenso wenig, wie für seine sehr überschaubaren Einsatzzeiten in den Partien, in denen er aktiv war. Die Ansätze, die er zeigte, waren in meinen Augen auch völlig okay. Die wenigen offensiven Stats lesen sich absolut okay und versprechen für die Zukunft doch zumindest, dass man da einen soliden Pick getätigt hat. Und dass er (aktuell) als einziger RB noch einen Vertrag für die kommende Saison hat, spräche dafür, dass er mehr Einsatzzeit bekommen sollte.

Doch dagegen spricht, dass die Packers (schwache Defense hin oder her) im Championship-Fenster sind. Und da ist auch in den noch ausstehenden drei Spielen wenig bis kein Platz für Experimente. Aaron Jones und Jamaal Williams machen einen herausragenden Job und sorgen für die entscheidenden Yards, sowie den nötigen Freiraum für Receiver und Quarterback. Es gibt also rein sportlich gesehen überhaupt keinen Bedarf, die Beiden auszutauschen. Die einzigen Einsatzchancen bleiben daher die Garbage Time und die Special Teams sowie einzelne offensive Snaps. Gut, Garbage Time schließt sich in diesem Jahr fast von selbst aus, so spannend wie es die Packers zu oft machen. In den Special Teams hätte ist es natürlich schwer sich zu beweisen, wenn man nicht gerade der Returner ist, aber hier kann er zumindest mit Einsatz punkten. Blieben noch einzelne offensive Snaps: die Einsätze wird Dillon bekommen und hier muss er punkten, egal ob mit viel Raumgewinn oder einem TD. Aber ganz realistisch betrachtet wird es nicht viel mehr als die knapp 25% offensive Snaps werden. Es sei denn, Williams oder Jones verletzen sich – was wohl Dillon selbst nicht mal hoffen wird.

Winnie:
Nicht wenige haben im April ungläubig geschaut, als AJ Dillon in der 2. Runde des Drafts von den Packers gedraftet worden ist. Waren doch die Needs ganz andere. 
Wie so oft in der Geschichte der Packers wandte sich der Blick bereits in die Zukunft. Mit Jones und Williams werden gleich zwei Running Backs Free Agents und wahrscheinlich wird nur einer bleiben.
Ich bin klar dafür, gebt Dillon so viel Einsatzzeit wie möglich. Lasst ihn spielen, und lasst ihn Erfahrungen sammeln. Grau ist alle Theorie und im Training bekommt ein Spieler nicht den letzten Schliff.

Ich gehe sogar soweit, dass man Dillon in den kommenden Spielen auch mal als Starter aufstellt, ihn die ersten zwei oder drei Drives spielen lässt. Was soll passieren? Mehr als Fehler machen, kann er nicht. Im besten Falle erhält Dillon von LaFleur, Rodgers, Williams und Jones direktes Feedback und ein In-Game-Coaching direkt auf dem Feld. So etwas ist wichtig, um Selbstvertrauen und Stärke in die eigenen Fähigkeiten zu erlangen.
Williams und Jones haben am Anfang auch Fehler gemacht. Am besten lassen sie ihre größten Fails aus der Anfangszeit für Dillon zusammen schneiden und zeigen sie ihm. Sieh her, wir waren auch nicht perfekt. Dillon könnte sie sich natürlich auch auf YouTube anschauen! Gemeinsam lachen, macht aber doppelt Spaß! :-)
Vielleicht kommt auch alles ganz anders und Dillon schlägt plötzlich ein. Um so besser. Das werden wir aber nur erfahren, wenn der Junge ordentlich Spielzeit bekommt. Also AJ, auf geht‘s! Zeig, was du kannst.

Chris:
Grundsätzlich ist Running Back die Position, die für den Übergang vom College zur NFL deutlich am wenigsten Zeit braucht. Deshalb dachte ich im April, als die Packers sich in der zweiten Runde für Dillon entschieden haben, dass er diese Saison bereits sehr viel eingebunden wird. Bisher war das absolut nicht der Fall (Career-High: 14 Snaps in Week 6), was den Draft Pick an sich in meinen Augen schon fragwürdig erscheinen lässt.

Ich bin definitiv dafür, dass Dillon in den letzten drei Spielen (und den Playoffs) mehr Spielzeit bekommt, als vor seiner Verletzung – alleine aus dem Grund, dass der Draft Pick dadurch deutlich erklärbarer wäre. So sympathisch Jamaal Williams auch ist, bin ich der Meinung, dass Dillon sportlich kein Downgrade zu ihm ist. Ich hoffe deshalb Dillons Snap Count wird sich auf ca. 30-35% steigern und er nimmt die zweite Rolle hinter Aaron Jones im Backfield ein.
Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass AJ und Jamaal nächste Saison beide nicht mehr in Green Bay spielen könnten, halte ich es für sehr sinnvoll, Dillon zum Ende dieser Saison näher an die Starting Rolle heranzuführen und seinen Workload zu erhöhen.

Sollte Dillons Rolle weiter so klein bleiben wie bisher, verstehe ich den Gedankengang der Packers, dieses Jahr schon einen Running Back zu draften, nicht wirklich. Das Argument “ein Jahr lernen, bevor man startet” zieht bei der Position einfach nicht wirklich.

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Ein kleiner Hinweis in eigener Sache noch: zum Wochenende wird “What would you do” auch seine Premiere im Bereich “Podcast” feiern. Hört gerne rein!