Kurze Woche und damit Gelegenheit die Niederlage gegen die Vikings schnell vergessen zu machen. Es geht an die Westküste zu den 49ers. Packers @ 49ers heißt es innerhalb eines Jahres das dritte Mal. Die Erinnerungen dürften dabei aus Packers Sicht keine guten sein. Insbesondere nach dem Debakel der Run Defense vom vergangenen Sonntag dürften einige Packers Fans mit Bauchschmerzen an das bevorstehende Spiel denken. Aber es gibt auch Hoffnung. Die 49ers spielen alles andere als überzeugend und haben mit extrem vielen Verletzten zu kämpfen.

Recap Week 8

Im Vorfeld des Spiels wurde sich hauptsächlich über die Höhe des Sieges unterhalten. Dass die Packers am Ende mit leeren Händen dastehen, war angesichts der personellen Probleme, insbesondere in Vikings Secondary, kaum vorstellbar. Überraschender Weise konnte die Vikings Defense die Packers Offense aber halbwegs limitieren.

Auf der anderen Seite des Balls hatten die Packers keine Antwort auf Dalvin Cook. Es gab in den letzten zwei Jahren in der gesamten NFL zwei Spiele in denen ein Runningback mehr als 200 Yards und 4 Touchdowns erzielen konnte. Das NFC Championship Anfang des Jahres Packers @ 49ers und eben das Spiel vom vergangenen Sonntag. Die Protagonisten Rasheem Mostert und Dalvin Cook.

Es sind erschreckende Parallelen. Cousins musste am Sonntag nur 11 Pässe werfen. Cousins der bis dato der Quarterback mit den meisten Interceptions in der NFL war. Jimmy Garoppolo musste im NFC Championship Game 8 Pässe werfen. Noch erschreckender ist angesichts dieser Tatsachen nur, dass die Packers absolut keine Antwort gegen den Lauf der Vikings hatten. Konnte sonst die eigene Offense die Schwächen der Run Defense kaschieren, hätte die Offense am vergangenen Sonntag Support der Defense bitter nötig gehabt.

Am Ende kommen dann von der ansonsten starken OLine der Packers noch unnötige Holding Strafen, gegen einen Pass Rush der Vikings ohne Hunter und Ngakoue, hinzu. Dazu mehrere zumindest diskussionswürdige Auslegungen der Refs, die dann am Ende die bittere Heimniederlage der Packers besiegeln. 5-2 statt 6-1 und vor der Brust eine kurze Woche mit einer langen Reise an die Westküste zu eben jenen 49ers.

Der Gegner

Kaum ein NFL-Team ist wohl durch Verletzungen so gebeutelt wie das Team aus San Francisco. Bereits letzte Saison hat das Team von der Westküste mit Verletzungen zu kämpfen gehabt, entscheidende Leistungsträger aber im Laufe der Saison zurückerhalten und letztendlich den Super Bowl erreicht.

Dieses Jahr sieht es jedoch anders aus. Leistungsträger wie Bosa, Thomas und Ford fehlen seit Anfang der Saison. Es kamen im Laufe der Saison Verletzungen u.a. von Sherman, Mostert, Garoppolo, Coleman, Ansah, Samuel und Kittle hinzu, um nur einige zu nennen. Garoppolo kehrte nach einer Knöchelverletzung zurück musste aber vergangenen Sonntag erneut verletzt raus und wird nun mehrere Wochen ausfallen.

Die 49ers stehen mit 4-4 aktuell auf dem letzten Platz der NFC West. Mit den Rams, Cardinals und Seahawks ist die Konkurrenz für die 49ers dieses Jar extrem stark. Mit bereits zwei verlorenen Spielen in der eigenen Division, wird die Luft in Richtung Playoffs langsamer dünner. Die lange Verletztenliste tut dabei ihr übriges.

Ways to win – Packers Defense vs. 49ers Offense

Statt gegen Jimmy Garoppolo geht es nun gegen Nick Mullens. Auch wenn Mullens im letzten Spiel gegen die Seahawks nicht schlecht aussah, ist er schwächer einzuschätzen als ein Garapolo. Die guten Plays von Mullens kamen zudem aus der Garbage Time, als das Spiel im Prinzip entschieden war.

Die Packers müssen besser gegen den Run werden. Das steht außer Frage bei dem bevorstehendem Matchup. Die 49ers haben die Packers in der vergangenen Saison zweimal überrannt und nach dem Auftritt gegen die Vikings tut Shanahan gut daran, genau dort anzusetzen. Den 49ers steht zwar nur ein Hasty und angeschlagener McKinnon zur Verfügung, dass Shanahan aber in der Lage ist fast jeden Runnigback gut einzusetzen, sollte mittlerweile bekannt sein.

Für die Packers kann die Devise nur lauten das Spiel in Nick Mullens Hände zu legen. Dazu müssen die Packers lange 3rd Downs erzwingen oder selbst mit der eigenen Offense früh und deutlich in Führung gehen. Wenn Nick Mullens das Spiel für die 49ers gewinnen muss, sollten die Chancen das Spiel zu gewinnen deutlich ansteigen. So hätte auch der Pass Rush der Packers deutlich größere Erfolgsaussichten und die potenzielle Gefahr für Turnover (aus 49ers Sicht) würde ansteigen.

Das sind letztendlich auch die Situationen in denen Mike Pettine mit der Defense Schaden anrichten kann. Gerade gegen unerfahrene Quarterbacks sind dann verspätete Blitze, Zone Blitze und angetäuschte Blitze erfolgsversprechend. In die Situationen müssen sich die Packers jedoch erst einmal bringen.

Neben der eigenen Qualität fehlen Mullens auch wichtige Anspielstationen. Mit dem positiven Corona-Test von Wide Receiver Bourne fällt eine weitere Anspielstation weg. Kurzfristig können auch andere Receiver noch wegfallen, wenn sich herausstellt, dass sie zu Bourne engeren Kontakt hatten.

Ways to win – Packers Offense vs. 49ers Defense

Die Packers müssen ohne J. Williams und AJ Dillion auskommen. Der Eine positiv auf Covid19 getestet und der Andere mit zu engem Kontakt und damit laut Protokoll mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Ob Jones wieder eingesetzt wird, entscheidet sich wohl erst kurzfristig. Bisher galt hier eher die Devise ihn zu schonen. Mit dem Ausfall von J. Williams ist man eventuell aber bereit etwas mehr Risiko einzugehen, denn sonst ist Dexter Williams der einzig verbliebene echte Runnigback im Aufgebot.

Dass es im Prinzip egal ist wer letztendlich den Ball läuft, zeigen nicht zuletzt die 49ers selbst. Trotzdem wäre der Qualitätsverlust bei den Packers schon immens. Mehr als ohnehin schon wird dann von Devante Adams abhängen. Darauf kann sich natürlich auch die 49ers Defense einstellen und Adams entsprechend aus dem Spiel holen. Die Bucs und zuletzt die Vikings haben gezeigt wie es gehen kann.

Helfen kann die mögliche Rückkehr von Allen Lazard, der sich bereits seit vergangener Woche wieder im Training befindet und kurzfristig von der Injured Reserve List aktiviert werden könnte.

Die OLine muss ebenfalls wieder ein besseres Spiel machen. Das waren gegen den eigentlich schwachen Vikings Pass Rush zu viele Fehler und zu viele Strafen, auch wenn Rodgers selbst quasi kaum unter Druck war oder gesackt wurde. Durch die vielen Verletzten bei den 49ers ist deren Pass Rush auch alles andere als furchteinflößend. Das Duell an der Line of Scrimmage sollten die Packers für sich entscheiden können. Das gilt umso mehr falls David Bakhtiari ins Lineup zurückkehrt.

Die Kernfrage für die Packers Offense wird sein, ob sie ein effektives Laufspiel aufziehen können. Gelingt das, sollten sich auch im Passspiel Räume – insbesondere für Adams – ergeben. Können die 49ers die Packers im Laufspiel limitieren droht ähnliches wie gegen die Bucs.

Injury Report

Durch den positiven Corona Test von AJ Dillion haben die Packers diese Woche nicht zusammen trainieren können und ihre Meetings nur virtuell abhalten können. Deshalb sind auch die Angaben auf dem Injury Report nur Prognosen und entsprechend mit Vorsicht zu genießen.

Der Injury Report ließt sich wieder einmal sehr erschreckend. Auch in der vergangenen Woche war der Report ähnlich voll und am Ende haben viele der angeschlagenen Spiele letztendlich gespielt. Ähnliches könnte für diese Woche gelten. Raus sind aber definitiv die bereits erwähnten Dillion und Williams. Außerdem hatte Rookie Kamal Martin engen Kontakt zu Dillion und befindet sich ebenfalls in Quarantäne.

Auch die 49ers hat es kurzfristig mit einem positiven Corona-Test erwischt. Wide Receiver Bourne ist definitiv raus. Die NFL wird jetzt ermitteln wer zu Bourne engen Kontakt hatte und diese Spieler wären dann für das Spiel ebenfalls raus. Gleichzeitig hat die NFL aber schon bekannt gegeben das Spiel nicht zu verschieben.

Außerdem fallen neben den Langzeitverletzten nun auch Deboo Samuel, Garoppolo, Kittle und Coleman aus. Alles absolute Stammspieler die den 49ers fehlen und die Aufgabe für Shanahan deutlich erschweren.

Prediction

Eigentlich gibt es angesichts der vielen Verletzten bei den 49ers keine Ausreden. Das Team der 49ers hat mit dem Team welches die Packers in der vergangenen Saison schlagen könnte nur noch wenig zu tun.

LaFleur hat zudem in seiner Zeit in Green Bay nie zwei Spiele hintereinander verloren. Man könnte optimistisch sein, wenn da nicht ein gewisser Kyle Shanahan wäre von dem LaFleur bereits zweimal übel ausgecoacht wurde. Sicher wird Shanahan wieder für die ein oder andere Überraschung gut sein, aber die Packers sollten angesichts ihrer Ansprüche hier keine Zweifel an einem Sieg lassen.

Schaffen die Packers es das Spiel in die Hände von Backup-Quarterback Nick Mullens zu legen? Das ist für mich letztendlich die entscheidende und spielentscheidende Frage.