Nach der etwas holprigen Vorstellung zu Hause gegen die Jaguars wartet auf die Packers nun eine auf dem Papier deutlich schwierigere Aufgabe. Es geht zu den Indianapolis Colts und damit nach den Saints in Woche 3 erst zum zweiten Team mit einem positiven Record (6-3). Die Colts kommen nach dem Thursday Night Game aus der vergangenen Woche nicht nur aus einer Mini-Bye, sondern haben nach dem Sieg gegen den Division-Rivalen die Titans auch ordentlich Selbstvertrauen getankt.

Recap Week 10

Alle gingen von einem Shootout aus. Am Ende war es knapp, ziemlich knapp. Die Packers gewinnen am Ende mit 24:20. Insbesondere die Offense hatte so ihre Probleme und kam nie wirklich richtig ins Rollen. Für Rodgers standen zwar am Ende drei Touchdowns in den Statistiken, es gab jedoch auch zahlreiche Plays, bei welchen er nicht gut aussah.

Auch keinen guten Tag hatte Davante Adams. Auf einen ungewöhnlichen Drop im ersten Quarter folgte ein Fumble im dritten Quarter. Zuvor wurde ihm bereits ein Touchdown nach einer Holding Strafe wieder aberkannt. Außerdem verletzte er sich im dritten Quarter am Knöchel und verpasste einige Plays im dritten Quarter, u.a. auch bei einer 3rd Down Situation, in welcher Rodgers seine Interception warf. Im letzten Quarter konnte Adams aber dann den entscheidenden Touchdown in der Endzone sicher runterpflücken und die Packers letztendlich zum 24:20 in Front bringen.

Ebenfalls keinen guten Tag hatten die Special Teams der Packers. Ein Puntreturn der zum Touchdown führte und diverse Punts der Jaguars die innerhalb der Packers 10-Yard Line gedownt wurden, machte der eigenen Offense das Leben schwer. Mit Shepherd und Ervin fehlten beide etatmäßigen Returner. Der Qualitätsverlust war spürbar.

Am Ende steht trotzdem der Sieg und wie er letztendlich zu Stande gekommen ist, bleibt zweitrangig. Ohne Leistungssteigerung in den kommenden Spielen, könnten diese jedoch in eine andere Richtung laufen, als man sich das vielleicht denkt oder erhofft.

Der Gegner

Die Colts haben sich zu Beginn der Saison die Dienste von Philip Rivers gesichert. Rivers kam von den Chargers und ersetzte bei den Colts Jacoby Brissett, der nach dem überraschenden Rücktritt von Andrew Luck im vergangenen Jahr bei den Colts übernommen hatte. Rivers spielt eine durchwachsene Saison. Er hatte schon gute, aber auch weniger gute Spiele dabei. Ein Upgrade zu Brissett ist er allerdings allemal und die Colts damit auf dem Papier auch ein stärkeres Team als letztes Jahr.

Mit einem Record von 6-3 führen die Colts die AFC South derzeit vor den Titansan, die ebenfalls 6-3 stehen. Mit dem Sieg über die Titans am vergangenen Wochenende halten die Colts derzeit den Tie Braker. Die Chance zur Revanche für die Titans und vielleicht schon das entscheidende Spiel um die Division, steht bereits in der kommenden Woche an. Die Jaguars wie auch die Texans spielen in keine Rolle mehr, wenn es um die Playoffs geht.

Der restliche Schedule hat es u.a. mit den Packers, Titans und Steelers durchaus in sich. Wie bereits erwähnt ist das Spiel gegen die Titans in Woche 12 wohl das wichtigste aus Colts Sicht. Ärgern dürfte die Colts im Nachhinein auch die Niederlage aus Woche 1 gegen die Jaguars, was für die Jaguars auch bisher der einzige Sieg war. Ansonsten gab es Niederlagen gegen Browns und Ravens, die ebenfalls zu den Spitzenteams in der AFC gehören und bei einem möglichen Gleichstand auch über Playoffs oder Saisonaus entscheiden könnten.

Ways to win – Packers Defense vs. Colts Offense

Größtes Missmatch für die Packers dürfte hier direkt das Duell an der Line of Scrimmage sein. Die Colts haben eine gute bis sehr gute Offensive Line, die insbesondere im Rungame Räume für die eigenen Runningbacks öffnen kann. Damit treffen die Colts die Packers an einer offenen Wunde. Die Run Defense war auch gegen die Jaguars wieder mangelhaft.

Mit Jonathan Taylor und Nyheim Hines haben die Colts zwei Runningbacks, die sich die meisten Snaps aus dem Backfield teilen. Hines kommt in den vergangenen Wochen immer besser in Fahrt und wird bei den Colts auch häufig ins Passinggame eingebunden. Kurze Pässe und insbesondere Screens sind nicht nur ein probates Mittel gegen die Packers Defense, sondern auch grundsätzlich Bestandteil der Colts Offense. Viele werden vor ihrem geistigen Auge schon diverse Packers Verteidigers sehen, die an dem kleinem quirligen Hines vorbeispringen.

Im Passing Game hat Rivers mit Hilton, Pittman und Pascal gute Waffen zur Hand. Für die Packers dürfte diese Woche nach fünf verpassten spielen Kevin King zurückkommen. Mit Jaire Alexander weiter im Concussion Protocol sicher kein schlechter Zeitpunkt um zurückzukommen. Bei Alexander wird sich wohl im Laufe der Woche erst zeigen, ob er spielen kann.

Auch mit Alexander dürfte es ein harter Abend für die Defense werden. Bekommt der Pass Rush der Packers gegen die dominante Line keinen Druck auf Rivers, wird dieser seine Anspielstationen finden und den Ball ordentlich verteilen können. Zusammen mit dem Laufspiel könnten es lange Drives für die Colts Offense geben, die dann insbesondere gegen Ende des Spiels die Packers Defense vor Probleme stellen.

Ways to win – Packers Offense vs. Colts Defense

Die Colts sind eines der Teams, welches grundsätzlich über den 4-Man Pass Rush kommt und Druck kreiert. Selten schicken die Colts einen Blitz, schaffen es aber auch ohne diesen regelmäßig zum gegnerischen Quarterback durchzukommen. Mit der Packers OLine kommt nun aber eine derzeit besten OLines nach Indianapolis. Wenn die Packers den 4-Man Rush kontrollieren können, wäre das für die Offense mehr als die halbe Miete.

Denn gerade in der Secondary sollten die Colts anfällig sein. Voraussetzung dafür sollte aber sein, dass Davante Adams spielt. Nach seiner Knöchelverletzung im Spiel gegen die Jaguars hat er Dienstag nicht oder nur eingeschränkt trainiert (später mehr). Mit Adams, MVS und möglicherweise auch Lazard sollten die Packers im Passspiel den Ball bewegen können, wenn wie oben beschrieben die OLine den 4-Man Rush der Colts im Griff hat.

Über das Laufspiel könnte es für Aaron Jones und Jamaal Williams ein schwieriger Abend werden. Die Colts sind gegen den Run die drittbeste Defense (nach Total Yards). Das liegt nicht nur an der guten Defensive Line der Colts, sondern auch an Darius Leonard einem der – oder vielleicht derzeit auch dem – besten Linebacker der NFL. Leonard spielt in seinem dritten Jahr eine extrem starke Saison, ist gegen den Run stark und auch in Coverage gegen Tight Ends und Runningbacks extrem gut. Das Spiel gegen Tampa und auch gegen die Vikings hat gezeigt, dass die Packers mit dieser Art Gegenspieler durchaus Probleme haben.

Injury Report

Für die Packers ist Adams zunächst die spannendste Personalie. Die Packers haben bei der Verletzung von Jones zuletzt gezeigt, dass man bei den absoluten Leistungsträger mit Blick auf die weitere Saison kein Risiko eingeht, wenn diese nicht bei 100% fit sind. Einen möglichen Ausfall von Adams sollte man daher auf dem Schirm haben. Allen Lazard wurde zwar in dieser Woche von der IR aktiviert, LaFleur betonte aber, dass dies noch keine Garantie für einen Einsatz am Sonntag sei.

Außerdem könnte Tyler Ervin ausfallen, der sowohl als Runtner als auch für Motion-Plays in der Offense fehlen würde. Außerdem ist wie bereits erwähnt der Einsatz von Jaire Alexander noch fraglich.

Bei den Colts haben Jack Doyle (TE), Kenny Moore (CB) und Kahrl Wills (S) am Mittwoch nicht trainiert. Auch aufgrund der verlängerten Regenerationszeit nach dem Thursday Night Game haben die Colts keine nennenswerten Verletzungen zu beklagen.

Prediction

Eine echte härte Prüfung für die Packers. Nach dem Sieg gegen ersatzgeschwächte 49ers und schwachen Jaguars nun eine echte Standortbestimmung. Die Colts sind in vielerlei Hinsicht unangenehm für die Packers. Dazu zählen die beiden physisch spielenden Lines, wie auch der angesprochenen Darius Leonard. Die Offense wird einen guten Tag brauchen, um die eigene Defense insbesondere gegen das Laufspiel der Colts entlasten zu können. Der mögliche Ausfall von Adams könnte für die Packers daher am Ende spielentscheidend sein. Mein Tipp: 24:31 Colts.