Es gibt so Dinge, die dürfen einfach nicht passieren – und doch passieren sie. So auch gestern Abend im Lambeau Field. Die Packers zeigten vor allem in der Verteidigung absolut indiskutable Leistung und unterlagen den Vikings mit 22:28 (14:14). Es war richtig erschreckend, wie man gegen stark ersatzgeschwächte Wikinger-Truppe verteidigte. Was sich dann auch irgendwie auf die Offensive niederschlug.

1st Quarter

Dabei begann die Partie genau so, wie man es von den Packers gewohnt ist. Ein solider langer Drive, abgeschlossen mit einem Pass in der Red Zone. Hier fand Aaron Rodgers, der eine richtig gute erste Hälfte spielte, Davante Adams und der hatte keine Mühe den Ball zu fangen. 7:0 für Green and Gold. Die Antwort der Vikings war denkbar einfach. Sie hieß Delvin Cook. Der Running Back war rechtzeitig zur Partie fit und sorgte im ersten Drive von Minnesota quasi im Alleingang für den Ausgleich. 79 total Yards inklusive des finalen Lauf aus 21 Yards sorgten für das 7:7, gleichzeitig der Stand nach Viertel Nummer eins.

2nd Quarter

Nun gut, die defensiven Schwächen sind bekannt. So lange die Offensive rollt, muss man sich wenig Sorgen machen. Und diese Gedanken sollten mit dem zweiten Drive zunächst Bestätigung finden. Rodgers fand die richtigen Anspielstationen und dann halfen die Vikings durch eine Strafe auch noch mit. Am Ende war es wieder die Kombo Rodgers-Adams, welche den Erfolg und die Packers mit 14:7 in Führung brachte. Die Antwort hieß – na klar – Cook. Erneut bekam die Defense den besten Vikings-Runner nicht in den Griff und der sorgte für das 14:14. 25 Sekunden vor der Halbzeit ließ dies böses erahnen.

3rd Quarter

Und die Befürchtungen sollten sich gleich im ersten Drive der zweiten Halbzeit bestätigen. Erneut war Cook mit einem 37 Yard-Lauf der Dosenöffner und dann fing auch ein Receiver namens Beebe einen Pass für 16. Dazu kamen noch teils unglückliche, teils dumme Strafen gegen Jackson und Alexander. So waren die Vikings wieder an der Endzone und Cook sammelte den Rest zum 21:14 ein. Die Antwort der Packers? Sie blieb aus. Abgesehen von einer 45-Yard Bombe auf Tonyan war der folgende Drive nichts, was aber zumeist an den Receivern lag, in diesem Fall an Ervin und zum Teil an St. Brown. So kamen die Vikings an der eigenen 37 wieder an den Ball und kämpften sich zur Mittellinie. Dann hatte Cousins nur Cook als Anspielstation aber erneut konnte er nicht von der Defensive gehalten werden. Über 50 Yards geht es in die Endzone zum 28:14. so etwas wie die Vorentscheidung am gestrigen Abend, zumal sich die Packers durch zwei Holding-Strafen selbst um einen möglichen Lohn im dritten Viertel brachten.

4th Quarter

Der Schlussabschnitt begann dann tatsächlich mit dem ersten Drive, aus dem die Vikings kein Kapital schlagen konnten. Dank einer Strafe gegen Smith mussten auch die Wikinger erstmals punten. Allerdings lieferte die Offensie im Anschluss nicht. Immerhin: im zweiten Vikings-Drive des letzten Viertels war dann Adrian Amos mal schnell zur Stelle, sammelte sogar ein Tackle for Loss. Nun waren wieder die Packers an der Reihe und legten einen Zwischenspurt ein. Am Ende fing Davante Adams seinen dritten Touchdown und Jamaal Williams verwertete die Two-Point-Conversion zum 22:28. Nochmal Hoffnung, wenngleich nur noch 2:42 zu spielen waren. Doch den Packers gelang es erneut, die Vikings zu stoppen und 47 Sekunden sind viel Zeit in Rodgers-Land. Ärgerlicherweise verlor Rodgers den Ball an der gegnerischen 41 und die Partie war damit entschieden.

Fazit

Wir müssen nicht drumherum reden: das Spiel war ein Debakel. Ja gegen eine Vikings-Mannschaft in Bestbesetzung kann man verlieren, aber von Bestbesetzung kann keine Rede gewesen sein. Ohne echte Cornerbacks (Dantzler fiel noch schwer verletzt aus, Gute Besserung an dieser Stelle) muss man einfach das gegnerische Backfield mehr attackieren, sich vor allem besser freilaufen. Jetzt hatte Rodgers zugegebenermaßen nicht seinen besten Tag, da waren einige Ungenauigkeiten drin. Andererseits muss ich meinem QB auch mehr Stationen geben und hier haben die Receiver zu häufig versagt. Viel schlimmer als die eher durchschnittliche Offensive war, dass die Packers mal wieder keinen Plan gegen den gegnerischen Run hatten. Ja Cook gehört sicherlich zu den besseren Runningbacks dieser Liga, aber auch der kocht nur mit Wasser. Wie man dann diesem dennoch jedes Mal ein Scheunentor öffnen kann, ist mir ein völliges Rätsel. Wenn dann noch viele Strafen dazu kommen und der Pass Rush scheinbar nichts auf die Kette bekommt, dann verlierst du halt auch gegen ersatzgeschwächte Vikings.

Und ja die Packers stehen bei 5-2, aber wenn man sich so in den kommenden Wochen präsentiert steht man bei 5-5. Das passiert schneller als Haarewaschen. Und dann reden wir davon, dass das passiert, wofür man wohl oft genug ausgelacht worden wäre: die Packers rauschen an den Playoffs vorbei. Also Mundabwischen, neu justieren und bitte für die Run Defense noch jemanden holen.