Puh – das war gestern ganz schwere Kost, welche die Packers kredenzten. Gegen die Jacksonville Jaguars reihte sich Fehler an Fehler, doch am Ende bringt man das Ding doch nach Hause. Mit 24:20 (17:10) siegt man und stellt auf 7-2, gleichzeitig die Führung in der NFC. Aber das ist wohl auch noch das Beste an diesem Abend.

1st Quarter

Der erste Drive des Abends brachte eine Premiere: erstmals in dieser Spielzeit konnten die Packers diesen nicht mit Punkten abschließen. Die Jaguars um Rookie-QB Jake Luton kamen besser rein und gingen, dank eines Field Goals (52 Yards) von Chase McLaughlin, mit 3:0 in Führung. Der Rest des ersten Viertels war dann aber von beiden Seiten enorm schwach. Gleich viermal kamen die Punt-Formationen auf das Feld.

2nd Quarter

Doch der zweite Abschnitt begann ganz nach dem Geschmack der Packers-Fans. Ein ganz langes Ding von Aaron Rodgers fand Marquez Valdes-Scantling, der sicher zu packte und die verbliebenen Cornerbacks zu Slalomstangen degradierte – 7:3 Packers! Doch wer jetzt dachte, dass es richtig los gehen würde, sah sich getäuscht. Denn es folgte im nächsten offensiven Drive der Tiefpunkt des Tages: ein guter Punt von JK Scott ging die Arme von Keelan Cole. Und den Returner wollte keiner so wirklich aufhalten, so dass dieser unbedrängt und unbeschadet den Ball in die Endzone trug. Puntreturn für 91 Yards, Führungswechsel mit 10:7 für die Jags. Immerhin: die Packers ließen einen soliden Drive folgen, mit schönen Pässen auf Adams und Williams. Am Ende lief der Chef selbst. Rodgers scrambelte für fünf Yards in die Endzone. Mit der erneuten Führung im Rücken gelang der Defense endlich ein Big Play. Adrian Amos, der bis dato sein vielleicht bestes Saisonspiel zeigte, fing einen sehr ungenauen Pass von Luton ab. Doch trotz der guten Feldposition kamen die Packers, bedingt durch einen Sack gegen Rodgers und einen aberkannten Touchdown (Holding gegen Turner) nur zu einem Field Goal. Mason Crosby traf aber sicher zur 17:10-Halbzeitführung.

3rd Quarter

Mit der klaren Führung im Rücken sollte vermeintlich nichts mehr schief gehen – dachte man. Doch die Packers machten sich das Leben selbst schwer. Erst ließ Josh Jackson einen Punt zur eigenen zwei Yard-Linie trudeln. Dann befreiten sich die Packers sehenswert, doch Adams ließ sich das Ei klauen. So kamen die Jaguars nach der Fumble Recovery von Myles Jack an der 16 Yard-Linie in Ballbesitz. Und wie es sich gehört bedankten sich die Gäste artig und fanden den Weg in die Endzone. Luton setzte Cole in der Mitte ein, der irgendwie zwischen allen Linien den Ball unbedrängt fangen konnte. Nun war ordentlich Sand im Getriebe, was sich dann 76 Sekunden vor Viertelende in einer Interception manifestierte. Der Pass von Rodgers war zu ungenau, die INT vom tauchenden Sidney Jones durchaus sehenswert.

4th Quarter

Immerhin: die Packers hielten den Schaden in Grenzen, mussten aber das zweite Field Goal von McLaughlin schlucken. 17:20, noch fast 13 Minuten auf der Uhr. Die Packers machten es aber durch drei lange Plays schnell klar. Rodgers fand Tonyan und MVS für insgesamt 41 Yards, Aaron Jones rannte für weiter 20. Ein bisschen Glück war auch dabei, da ein Fumble im Aus landete und so der Ball bei den Packers blieb. Am Ende war es dann „Tae“ Adams, der in der Endzone hochstieg und die Führung wieder auf Packers-Seite zog. Nun kam es auf die Defensive an – und diese sollte halten! Erst ein Turnover on Downs, dann ließen Preston Smith und Rashan Gary im folgenden Jags-Drive gleich zwei Sacks folgen. Bei 4th and 26 und viel Druck durch die D-Line hatte Luton keine Alternativen mehr. So kamen die Packers 61 Sekunden vor dem Ende wieder in Ballbesitz. Rodgers kniete den 24:20-Sieg nach Hause.

Fazit

Puhh – das Wichtigste vorab: dank des Sieges stellen die Packers auf 7-2. Und gut war auch, dass sich die Ausfälle von King und Alexander kaum bemerkbar machte. Beim einzig richtig tiefen Wurf von Luton hatte Savage gut aufgepasst. Und dass der Pass Rush genau in dem Moment funktionierte, als die Packers ihn am Meisten brauchten, ist auch schön. Aber das war es auch schon mit der Herrlichkeit. Defensiv wurde Green and Gold von den Jags genau dort attackiert wo es weh tut: mit Laufspiel und Pässen in den Bereich von sieben bis zwölf Yards. Hier stand vor allem Chandon Sullivan völlig neben sich. Und offensiv – puh, Rodgers mit einer unnötigen INT (völlig ungewohnt), kein gutes Laufspiel und dann auch „Tae“ der irgendwie neben sich stand. Von daher darf man froh sein, dass man diese schwere Kost verdauen konnte und man den siebten Saisonsieg mitnehmen durfte. Und man muss drauf hoffen, dass es den Packers nicht gelingt, sich selbst zu schlagen.

Spieler des Spiels

Ja man mag es nicht glauben, doch die Packers gewinnen dank Marquez Valdes-Scantling. 149 Yards, vier gefangene Pässe und ein Touchdown waren das beste Saisonspiel von MVS bisher. Ist der Junge endlich in der Saison angekommen?

Ebenfalls gut: Rückkehrer Christian Kirksey und Safety Adrian Amos