Nach der bitteren Niederlage gegen die Colts geht es in Woche 12 zur Primetime (amerikanischer Zeit) gegen die Chicago Bears. Mit einem Sieg könnten die Packers die Division und damit die Playoff-Teilnahme fast eintüten. Zudem fällt für Rodgers gegen die Bears wohl die Schallmauer von 50.000 Passing Yards! Genug Gründe für Packers Fans sich auf das Machtup zu freuen.

Recap Week 11

In der zweiten Hälfte erlebten die Packers das, womit viele bereits vor dem Spiel gerechnet hatten. Die Colts hatten extrem lange Drives, die insbesondere über das Laufspiel und Kurzpassspiel aufgebaut waren. Defensiv konnten die Colts die Packers in Schach halten und schnell wieder vom Feld schicken. Wäre da aus Packers Sicht nicht eine erste Halbzeit mit 28 Punkten gewesen, wäre es wohl eine eindeutige Sache für die Colts geworden.

Andererseits hätte es auch für die Packers eine eindeutige Sache werden können, wenn man in der zweiten Halbzeit weiter so gut hätte punkten können. Zum Ende der regulären Spielzeit schafften es die Packers dann noch einmal den Ball übers Feld zu bewegen, verpassten am Ende aber den Touchdown zum Sieg. In der Overtime gab es dann den Fumble von MVS der zum Winning Field-Goal der Colts führte.

Die Packers verlieren am Ende aufgrund der zweiten Halbzeit damit ein Spiel, was zur Halbzeit fast schon eingetütet war. Auffällig auch, dass man vier Turnover produzierte und sich damit zusätzlich das Leben sehr schwer machte. Zu Anfang der Saison war gerade die Ball-Security ein Pluspunkt der Packers Offense. Davon ist in den letzten Spielen leider nichts mehr zu sehen.

Glücklicherweise verloren auch die Vikings gegen die Cowboys, sodass sich zumindest in der eigenen Division nichts getan hat. Die Packers führen weiterhin mit 2 Siegen Vorsprung vor den Bears und können nun im direkten Duell mit den Bears auf 3 Siege Vorsprung erhöhen.

Der Gegner

Die Bears sind überraschend gut in die Saison gestartet und standen zwischenzeitlich bei 5-1. Insbesondere der Sieg gegen die Buccaneers ist dabei erwähnenswert. Nach dem guten Start folgte jedoch ein Durchhänger und es gab zuletzt vier Niederlagen in Folge. An der negativen Serie konnte auch Nick Foles nichts ändern, der nach dem schwachen Saisonstart von Mitch Trubisky auf Quarterback übernommen hatte.

Foles verletzte sich im Spiel gegen die Vikings und wird nun auch gegen die Packers nicht auflaufen können. Trubisky der zwischenzeitlich an der Schulter verletzt war, ist jedoch wieder fit und wird gegen die Packers starten. Offensiv läuft es für die Bears aber eher schleppend.

Die Offense ist laut Statistiken die zweitschlechteste der gesamten NFL. Das Laufspiel sogar das schlechteste der NFL. Die Passing Offense belegt Platz 25. Wieder einmal stellen die Bears jedoch eine Top Ten Defense und profitieren in ihren bisherigen Spielen insbesondere davon. Mit einem Sieg über die Packers, wären die Bears wieder im Geschäft um die Playoffs.

Ways to win – Packers Defense vs. Bears Offense

Die Defense erwartet die schlechteste Rushing Offense und ebenfalls eine unterdurchschnittliche Passing Offense (Platz 25). Auf dem Papier damit für die Packers Defense ein Matchup, welches ihnen entgegenkommt. Dazu kehrt Mitch Trubisky in die Offense zurück, der nun seit einigen Wochen keine Snaps gesehen hat und auch zuvor eher durchschnittliche Leistungen zeigte.

Die OLine der Bears gehört ebenfalls zum unteren Durchschnitt der NFL. Bereits 25 Sacks ließ die OLine der Bears zu. Die Packers sollten über den Pass Rush das ein oder andere Mal an Trubisky rankommen, der in solchen Situationen dann auch gerne den Ball überhastet und unkontrolliert in Richtung seiner Receiver feuert. Hier gibt es Turnover Potenzial für die Defense.

Ein Auge sollten die Packers auf Allen Robinson haben, der in der schwachen Offense zweifelsfrei der beste Spieler ist. Mit 755 Yards und 63 Receptions gehört Robinson trotz der schwachen Umstände zu den Top Ten Wide Receivern der NFL. Auffällig dabei auch, dass er bereits 14 Plays über 20 Yards hatte, was einem Spitzenwert in der NFL entspricht. Robinson wird es häufig mit Jaire Alexander zu tun bekommen. Ein Schlüsselmatchup auf dieser Seite des Balls.

Hinter der schwachen OLine der Bears ist auch das Laufspiel um David Mongomery kein Faktor im Spiel der Bears. Montgomery erzielte bisher lediglich einen Touchdown, was sicherlich auch allgemein damit zusammenhängt, dass die Bears den Ball nur sehr schlecht bewegen und wenige Plays in der Redzone der Gegner haben. Die Packers haben zuletzt mit Kirksey und Kamal Martin gegen den Run etwas besser ausgesehen. Der Trend sollte sich angesichts des Matchups fortsetzen.

Ways to win – Packers Offense vs. Bears Defense

Für die Packers geht es nach dem Spiel gegen die Colts direkt gegen die nächste gute Defense. Bereits gegen die Colts haben die Packers gezeigt, dass sie auch gegen eine starke Defense punkte erzielen können – zumindest in einer Halbzeit. Die Bears, die insbesondere durch ihrem starken Pass Rush gefährlich sind, werden der nächste Gradmeser für die Packers Offense.

Wichtigstes Duell dürfte hier das an der Line of Scrimmage werden. Die Bears zwingen die gegnerischen Quarterbacks mit ihrem Druck zu schnellen Pässen und schaffen es auch dank ihrer starken Secondary dahinter den zweitniedrigsten Wert an Completions zuzulassen. Für die Packers OLine wird das ein hartes Stück Arbeit und für Rodgers und LaFleur heißt es Plays zu finden, die die eigene OLine entlasten. Screens und das Kurzpassspiel über die Mitte des Feldes sollte hier ein probates Mittel sein.

Auch über das Laufspiel könnte sich der Pass Rush der Bears ein wenig neutralisieren lassen. Die Bears haben zwar insgesamt keine schlechte Laufdefense, lassen hier aber tendenziell mehr zu, als durch die Luft. Hier wird auch die Rückkehr von Tyler Ervin helfen, der insbesondere durch seine pre Snap Motions ein wichtiger Bestandteil der Packers Offense ist.

Zugelassen haben die Bears in der bisherigen Saison nie mehr als 26 Punkte. Die Packers hingegen erzielten im Schnitt 30,8 Punkte pro Spiel. Sollten die Packers es schaffen gegen die starke Bears Defense ebenfalls über 30 Punkte zu erzielen, sollte es für die Bears Offense schwer werden mit den Packers Schritt zu halten.

Injury Report

Gegen den starken Pass Rush wäre es für die Packers wichtig Corey Linsley auf Center zurückzubekommen. Seine Verletzung am Rücken stellte sich nicht als schwerwiegend heraus und er war am Mittwoch wieder beim Training dabei, wenn auch limitiert.

Ansonsten ist der Injury Report mal wieder gut gefüllt. Schlimmere Verletzungen oder mögliche Ausfälle sind lediglich Montravius Adams und Kyrs Barnes die beide auf die Injured Reserve List geschoben wurden. Erst die nächsten Tage werden letztendlich wieder Aufschluss darüber geben wer ausfällt und spielen kann.

Bei den Bears fällt wie bereits erwähnt Nick Foles aus. Außerdem haben Akiem Hicks (DT) und Danny Trevathan (LB) nicht trainiert. Limitiert haben trainiert John Jenkins (NT), Sherrick McManis (S) und Cordarelle Patterson (WR).

Der Ausfalls von Hicks wäre für die Defense und den Pass Rush ein enormes Downgrade. Gleiches gilt für die Special Teams bzw. Returner Patterson. Hier lohnt sich die nächsten Tage der Blick auf den Injury Report.

Prediction

Viele spricht in diesem Matchup für die Packers. Auch gegen die starke Defense werden die Packers den Ball bewegen können. Anders als den Colts fehlt den Bears jedoch die eigene Feuerkraft, um über das gesamte Spiel mit den Packers Schritt halten zu können. Ein Auge gilt es auf die Special Teams zu haben. Die Bears haben den vermutlich derzeit besten Returner in ihren Reihen. Die Packers sind nicht gerade bekannt für ihre guten Special Team Plays, sodass Mason Crosby und JK Scott gut beraten sind, Patterson (falls er spielt) keine Möglichkeiten zu geben den Ball zu returnen.

Ebenfalls sollten die Packers wieder den Ball besser beschützen und die Bears nicht durch Turnover lange im Spiel halten. Keine Turnover und eine gute Leistung der Special Teams könnten Angesicht der schwachen Bears Offense am Ende der Schlüssel zum Erfolg sein. Mein Tipp: 34:17 Packers