Das Spiel gegen die Jaguars war Magerkost statt Feinkost. Am Ende steht ein Win und das ist alles, was zählt. Am kommenden Wochenende reisen die Packers zu den Colts nach Indianapolis. Die Packers müssen dort auf jeden Fall eine bessere Leistung zeigen. Vor dem Spiel beantworten wir natürlich wieder eure Fragen in unserer wöchentlichen Inbox #AskPackersGermany! Viel Spaß!

Falls Lazard für das nächste Spiel aktiviert wird: Was glaubt ihr, wie lange er braucht, um an seine (gute) Performance anzuknüpfen? Muss er erst etwas Rost los werden oder kann er sofort voll eingebunden werden? (Hendrik Michel / Facebook)

Am Dienstagabend wurde Allan Lazard aktiviert, sodass einem Einsatz theoretisch nichts im Wege steht. Voraussetzung für einen Einsatz ist, dass Lazard vollkommen fit ist und die Ärzte ihr Ok geben. Sofern dies gegeben ist, werden die Packers ihn nicht zum Starter machen, sondern ihn Stück für Stück wieder in das Spiel einbinden. Lazard war einige Wochen raus und muss erst wieder in den Rhythmus kommen.

Insofern muss er in der Tat erst einmal ein bisschen “Rost” los werden. Des Weiteren muss er seinem Körper wieder vertrauen, so dass die Bewegungen wieder automatisiert ablaufen. Zudem muss auch der Kopf wieder frei werden.

Hierzu ein Beispiel: Ich selber habe bereits sechs Bänderrisse gehabt. Nach der Heilung hat es bei mir immer gedauert, bis dass ich meinem Fuß wieder richtig vertraut habe. Wenn die Sicherheit der Schiene nicht mehr vorhanden war, war ich immer etwas vorsichtiger. Die Verletzung blieb immer noch eine Zeit im Kopf und erst einige Zeit später lief alles wieder automatisch.

Jetzt bin ich kein Sportler und verfüge natürlich nicht über einen entsprechenden Reha Staff wie die Packers. Trotz guter Reha-Maßnahmen wird Lazard ein paar Spiele und Snaps brauchen, bis das wieder alles flüssig läuft.

Der Sieg gegen die Jaguars war ein hartes Stück Arbeit. Inwieweit war das Spiel ein Maßstab für die Beständigkeit und Limitierungen von Offense und Defense? (Andreas Braun / Facebook)

Gute Frage, nächste Frage! Die Offense hat wirklich keinen so guten Tag erwischt und ist hinter den Leistungen zurück geblieben, die sie bereits in dieser Saison gezeigt haben. Zudem haben die Jaguars die Packers gut studiert und hatten wirklich Antworten. Und hier liegt einfach das Problem. Die Packers haben kaum oder keine Antworten, um genau auf solche Momente zu reagieren. Schon im Vorlauf zum Spiel haben die Jaguars klar geäußert, dass sie sich auf das Spiel der Packers eingestellt haben. Diese Problematik zieht sich bereits durch die gesamte Saison. Konnte man 2019 noch sagen, LaFleur Zeit braucht, darf diese Ausrede jetzt nicht mehr zählen. Hier ist MLF klar gefragt.

Unser Autor Johannes hat die Offense in seiner Kolumne Green 18 genauer unter die Lupe genommen und erklärt anhand von drei Situationen, was genau schief gelaufen ist.

Die Defense konnte man auch grundsolide in die Tonne hauen. Erst am Ende hat sie genau das gemacht, wozu sie da ist: Vorsprung sichern und den Sieg nach Hause zu fahren! Ansonsten mag ich mich nicht mehr zur Defense äußern.

Um die Frage nach Limitierung und Beständigkeit zu beantworten, kann man folgendes festhalten:
Nicht alle Spieler verfügen über die gleichen Skills. Jeder hat andere Stärken und Schwächen. Somit ist der erste Schritt der, diese zu erkennen und die Stärken des jeweiligen Spielers optimal einzusetzen. Eine Limitierung ist keine Hürde für ein erfolgreiches Spiel. Hierzu gibt es schließlich für Offense und Defense die entsprechenden Playbooks. Die Spielzüge kann man lernen und immer wieder trainieren, bis sie automatisch ablaufen. Das ist kein Hexenwerk. Wenn klare Ansagen seitens der Coaches kommen, weiß jeder, was er zu tun hat. Zugegeben, das ist stark vereinfacht herunter gebrochen.

Zugleich kann hieraus auch eine beständig gute Leistung resultieren. Am Beispiel der Offense zu Beginn der Saison zeigt sich das ganz gut. Was fehlt, sind meines Erachtens die entsprechenden Justierungen, wenn erkannt wird, dass etwas nicht so funktioniert, wie es vorgesehen war oder wenn der Gegner, wie oben beschrieben, sein Spiel aufzieht.

Ist nach der Verlängerung von Bakhtiari noch genügend Cap übrig für andere FA wie Jones, Tonyan, Lazard, Williams, etc? (Andreas Braun / Facebook)

Jaein. Für alle aufgeführten Spieler sicher nicht. Jones wird von den genannten mit Abstand der teuerste werden. Was man bisher so rausgehört hat, scheinen die Packers an einer Verlängerung von Jones interessiert. Frage ist, ob man sich auf eine Summe einigen kann. Die Verträge von einem Dalvin Cook und Alvin Kamara können für die Packers kein Maßstab sein. So viel werden sie Jones nicht bezahlen wollen.

Der Cap wird zwar für das nächste Jahr sinken, wie viel weniger es wird, ist aber noch offen. Für 2022 geht man wiederum davon aus, dass der Cap wieder deutlich steigen wird und auch über dem Niveau von 2020 liegen wird. Verantwortlich dafür u.a. neue TV-Deals. Das gibt z.B. auch die Möglichkeit, einen Teil der Verträge so zu gestalten, dass sie erst in den letzten Vertragsjahren einen großen Cap Hit haben.

Außerdem wird man sich für die nächste Saison auch von Spielern verabschieden. D. Lowry, Rick Wagner, P. Smith und auch Oren Burks sind hier sicher Spieler, die man nennen muss. Auch dadurch kann man Platz im Cap schaffen. Das Front Office um Gutekunst und Russ Ball wird hier noch einiges zu tun haben.

Ist der Deal für Bakhtiari nicht zu hoch? (_ralf_ma / Instagram)

Das wird die Zukunft zeigen. Die Packers waren bereit, diesen Preis zu bezahlen und DBak scheint es ihnen wert zu sein. Meines Erachtens gerechtfertigt für einen Spieler seiner Qualität, besonders wenn man weiter in die Zukunft investieren möchte.

Des Weiteren ist es auch ein deutliches Zeichen an Aaron Rodgers, dass man seine Blindside auch weiterhin mit einem der besten Offensive Linemen der NFL schützen möchte.

Einschätzung zu EQ? Wie schätzt ihr mit seinen Leistungen seine Zukunft bei den Packers ein? (marv_smolka / Instagram)

Er ist in den letzten beiden Spielen in der Offense zum Einsatz gekommen und konnte sich nicht wirklich auszeichnen. An einen Cut in der Offseason mag ich noch nicht so recht glauben. Er wird erst einmal weiterhin seine Chancen bekommen. Das Beispiel MVS zeigt ganz gut, dass es sich auszahlen kann, einem Spieler immer wieder Chancen einzuräumen und darauf zu vertrauen, dass er irgendwann diese auch nutzt. Warten wir mal die weiteren Spiele, bzw. den Rest der Saison ab.

Diese Frage sollte jetzt niemand in den falschen Hals kriegen (ich liebe das Lambeau Field wie jeder andere Packers Fan💚💛)🙈:Durch die letzten Heimspiele hat man gemerkt, dass wohl weniger das Wetter im Lambeau unseren Heimvorteil brachte, sondern eher die Fans selbst. Von daher: wäre es Zeit für ein geschlossenes Lambeau-Field? Jetzt mal abseits von der Tradition hätte das eventuell positive Auswirkungen auf Verletzungen, die grade bei Kälte schnell passieren und eventuell auch auf Free Agent Verpflichtungen, da es nicht jeden Spieler freiwillig in die Frozen Tundra führt. Wie gesagt, nur ne Frage, kein Grund für Fackeln und Heugabeln😜✌ (Martin Andler / Facebook)

Ich glaube, dass die Kälte nur ein untergeordneter Punkt ist, die ein Spieler in Betracht zieht. Wenn ein Spieler für ein so traditionsreiches Team spielen kann und das Angebot wegen der Kälte ausschlägt, dann hat er sowieso nichts in Green Bay verloren.

Zudem trainieren die Packers im Don Hutson Center und das ist auf jeden Fall beheizt. Insofern sind Verletzungen aufgrund der Kälte während des Trainings ausgeschlossen. Am Spieltag selber werden die Spieler in dicke Umhänge gepackt und so das Auskühlen der Muskulatur verhindert.

Das Wetter ist sicherlich immer noch mal ein zusätzlicher Aspekt, der den Packers hilft, wobei sich die Gegner darauf auch gut vorbereiten können. Wenn der Gegner ein paar Tage früher anreist, kann er sich auch gut aklimatisieren.

Wesentlicher sind da in der Tat die Zuschauer. Das Lambeau Field ist immer ausverkauft und die Kulisse einzigartig. Das ist schon ein gewaltiges Pfund und hilft den Packers auf jeden Fall weiter. Die Zuschauer fehlen aktuell wirklich und dann macht der Gegner eben auch mal nen Lambeau Leap. Das gäbe es sonst nicht. Ätzend!

Glaubt ihr, dass mit King verlängert wird oder eher nicht? (nikolaskln / Instagram)

Das hängt eng mit der Frage zu den weiteren Free Agents (s.o.) zusammen. Das Problem von King sind seine Verletzungen. Bis heute hat er in vier Jahren über 20 Spiele verpasst. Er wird aufgrund dieser Tatsache keinen allzu teuren Vertrag verlangen können. Andereseits ist die Frage, ob die Packers überhaupt ein Interesse haben, ihn zu verlängern.

Ist er fit, ist er zusammen mit Jaire Alexander ein sehr gutes Cornerback-Duo. Josh Jackson hat beispielsweise aber auch gezeigt, dass er die Rolle neben J.Alexander ausfüllen kann. Stand heute würde ich eher davon ausgehen, dass man King ziehen lässt und sich bei den Vertragsverlängerungen eher auf andere Spieler (s.o.) konzentriert.

Das soll es für diese Woche gewesen sein. Vielen Dank für eure Fragen. Wir lesen uns in der kommenden Woche wieder. Genießt das Spiel am Sonntag und passt auf euch auf!

Euer Doc
#GoPackGo

Es handelt sich hierbei um die Meinung des jeweiligen Autors. Diese steht nicht für einzelne Mitglieder oder das komplette Autoren-Team der Packers Germany.