Nur ein Ausrutscher oder liegen die Gründe für die Klatsche in Florida doch tiefer? Die Chance um den Beweis anzutreten, dass es eben nur ein Ausrutscher war bietet sich am Sonntag bei den Houston Texans. Aufbaugegner zu rechten Zeit oder der nächste Stolperstein?

Recap Week 6

Bye Weeks scheinen den Packers einfach nicht zu liegen. Zum Glück gibt es davon auch weiterhin nur eine pro Saison. Was war das für eine krachende Niederlage bei den Tampa Bay Buccaneers. Lag es am Wetter? Lag es am Wind? Am Ende alles Spekulation. Was aber auffällig ist, wenn die Packers unter Matt LaFleur bisher verloren haben, dann aber so richtig.

LaFleur und Rodgers kritisierten nach der Niederlage die Einstellung des Teams im Training unter der Woche. Die positiven Berichterstattungen und die Lobpreisungen der Medien taten einigen Spielern offenbar nicht gut. Die Quittung gab es prompt. Aus der Sicht gesehen, kommt die Niederlage wohl zur richtigen Zeit und einige sollten wachgerüttelt worden sein.

Andererseits kann man aufgrund der Art der Niederlage auch durchaus pessimistischer sein. Die bisherigen Siege gegen Falcons, Lions, Vikings und Saints sind vielleicht doch mehr der mangelnden Qualität des jeweiligen Gegners zuzuschreiben, als man das noch zu Anfang der Saison vermuten konnte. Die Bucs waren, insbesondere was die Defense betrifft, die erste richtige Hausnummer und mit einem Mal ist man auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Und so konnte die bis dato hochgelobte Offense zum keinem Zeitpunkt im Spiel an die Leistungen aus den ersten Wochen anknüpfen. Selbst die ersten zwei Drives, in welchen man noch punkten konnte, waren holprig und jeweils nur mit langen Third Down Situationen in Punkte umzumünzen. Bedenklich dabei war, dass auch nach der Halbzeit kein Mittel gegen die Bucs Defense gefunden wurde. Das erinnert am Ende stark an die beiden Niederlagen gegen die 49ers aus der vergangenen Saison.

Trotzdem steht ein 4-1 nach Woche 6 zu Buche und welcher Packers Fan hätte das zu Beginn der Saison nicht ohne zu zögern unterschrieben? Das erste Ziel ist der Gewinn der Division. Hier liegt man noch voll auf Kurs. Die Bears führen die Division zwar an, wissen am Ende aber selbst vermutlich nicht, wie sie fünf Spiele gewinnen konnten.

Der Gegner

Das Auftaktprogramm der Texans hatte es wahrlich in sich. Chiefs, Ravens und Steleers in den ersten drei Wochen. Schwerer geht´s aktuell kaum. Nicht verwunderlich, dass man mit 0-3 in die Saison startete und unabhängig von den Gegnern Bill O´Brien schon früh in der Saison mächtig unter Druck stand.

Das Ende von Bill O´Brien in Houston besiegelten dann in Woche 4 die Vikings, die zu diesem Zeitpunkt ebenso sieglos waren. In Woche 5 ging es dann mit neuem Headcoach gegen die Jags und man konnte endlich den ersten Sieg einfahren. In Woche 6 gab es gegen die Titans eine bittere Niederlage in Overtime, nachdem man sich zwischenzeitlich stark ins Spiel zurückgekämpft hatte und erst mit 4 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Touchdown zur Overtime kassierte.

Letztendlich stehen die Texans nach Woche 6 mit 1-5 und Platz drei in der AFC South bereits mit dem Rücken zur Wand. Für einen Umbruch im Team ist man eigentlich noch zu gut besetzt und in Richtung Playoffs wird es mit den Colts (4-2) und Titans (5-0) in der eigenen Division bereits nach Woche 6 eng. Viel Spielraum für Fehler bzw. Niederlagen gibt es also nicht mehr. Das Spiel gegen die Packers könnte fast schon sowas wie der letzte Strohhalm sein, bzw. Ausschlag darüber geben, ob die Texans die Saison abschreiben können, oder nochmal vorsichtig in Richtung Playoffs schielen dürfen.

Ways to win – Packers Defense vs. Texans Offense

Die Defense der Packers stand bisher wenig im Fokus der Berichterstattungen. In den ersten Wochen wurde quasi ausschließlich über die Offense geredet und auch im Nachgang des Spiels gegen die Bucs, kommt zunächst Kritik an der schwachen Offense der Packers auf. Jetzt einige Tage nach dem Spiel gegen die Bucs, rückt aber auch die Defense in den Fokus der Kritik. Hauptkritik (mal wieder) die Spielweise von Mike Pettine.

Die Rückkehr von Kenny Clark hat nur bedingt Früchte getragen. Zwar war man insbesondere zu Anfang des Spiels gegen den Run etwas stabiler, aber grade der Pass Rush konnte durch die Präsenz von Kenny Clark nicht profitieren. Nichts war zu sehen von den Smith Brothers. Insbesondere um Preston Smith ist es extrem ruhig. Woran liegt es das die Packers im Pass Rush nicht mehr den Zugriff des vergangenen Jahre haben?

Trotz der schlechten Bilanz (1-5) stellen die Texans um Deshaun Watson eine Top Offense. Platz drei in der NFL nach Passing Yards (1786) und Platz eins nach Yards/Versuch (8,9). Zwar haben die Texans in der Offseason Hopkins verloren, haben jedoch mit Will Fuller immer noch einen Top Wide Receiver in ihren Reihen. Dazu gesellt sich Bradin Cooks und ein alter Bekannter: Randall Cobb. Über alle drei Wide Receiver betrachtet ist das eines der besten Wide Receiver Trios der NFL.

Dazu haben die Texans in Deshaun Watson einen Quarterback der auch durch seine Fähigkeit selbst zu laufen viel Gefahr ausstrahlt. Auf der Position des Runnigbacks haben sich die Texans die Dienste von David Johnson gesichert. Das Laufspiel ist für die Texans jedoch noch so überhaupt kein Faktor. Nur 515 Yards insgesamt über 6 Wochen ergibt nur knapp vor den Broncos und dem Washington Football Team den drittletzten Platz in dieser Statistik.

Rein von dem Verhältnis Laufspiel zu Passspiel sollte die Ausrichtung der Texans den Packers also entgegen kommen. Wichtig für die Packers dürfte es aber sein, über den Pass Rush wieder mehr Druck zu kreieren. Ohne Druck wird Watson in der Lage sein die Packers Secondary zu zerlegen. Wichtig dabei wird auch sein, Watson in der Pocket zu halten und ihm nicht zu erlauben, die Pocket zu verlassen um Plays zu verlängern oder den Ball selbst zu laufen.

Ways to win – Packers Offense vs. Texans Defense

Die Texans dürften den Packers deutlich besser liegen als es die Bucs getan haben. Von einer der besten Run Defense der Liga geht es nun zur schlechtesten (nach Yards). Ganze 1095 Yards und damit fast 200 Yards pro Spiel lassen die Texans am Boden zu. Negativer Höhepunkt für die Texans war das vergangene Wochenende gegen die Titans, als ihnen Derrick Henry 212 Yards einschenkte.

Das Laufspiel was gegen die Bucs überhaupt nicht ins Rollen kam, und worauf Matt LaFleur viele andere Elemente der Offense aufbaut, sollte also wieder besser funktionieren. Grade auf Linebacker haben die Texans auch mit der Verletzung von Linebacker Benardrick McKinney einen herben Verlust hinzunehmen.

Auch gegen den Pass bewegt sich die Texans Defense im unteren Drittel der NFL. Auch hier sollte es für die Packers wieder einfacher werden den Ball zu bewegen. Wichtig wird dabei auch sein, dass Rodgers den Ball wieder schneller loswird. Gegen die Bucs hat Rodgers den Ball im Schnitt drei Sekunden gehalten und lag damit deutlich über den Werten aus den ersten vier Wochen.

Warum dies so wichtig ist sollte mit dem Blick auf das Lineup der Texans Defense klar sein. Mit JJ Watt haben die Texans hier einen der besten Pass Rusher der Liga aufzubieten. Zwar hat Watt selbst noch nicht so viele Sacks aufgelegt, sorgt mit seiner Präsenz natürlich aber dafür, dass seine Mitspieler gute Matchups bekommen. So kommen die Texans nach den bisherigen Spielen bereits auf 16 Sacks und bewegen sich damit im oberen Drittel der NFL.

Hier kommt also wieder viel Arbeit auf die OLine zu, die mit David Bakhtiari möglicherweise einen ihrer besten Spieler verloren hat und der zumindest gegen die Texans ausfallen könnte. Grundsätzlich war die OLine gegen die Bucs nicht das Problem. Die Pass Protection sah über weite Strecken durchaus gut aus, sodass die Packers OLine auch gegen die Texans wieder an die guten Leistungen anknüpfen dürfte.

Injury Report

Der erste Blick geht hier natürlich auf Left Tackle David Bakhtiari. Bisher gibt es keine genaueren Infos über die schwere seiner Verletzung. Am Mittwoch hatte er noch nicht trainiert. Fällt er aus, könnte Rick Wagner seinen Platz übernehmen. Möglich wäre aber auch, dass man Jenkins auf Left Tackle schiebt, Turner dafür auf Left Guard und Rick Wagner auf seiner angestammten Positionen Right Tackle starten kann. Egal wie man es löst, ohne Bakhtiari ist die Line deutlich schwächer besetzt.

Auch ohne Bakhtiari ist der Injury Report prall gefüllt. Mögliche Ausfälle von Savage, Tonyan und auch Ervin wären wieder nur schwer zu kompensieren. Dazu etliche weitere Spieler die ebenfalls nur limitiert trainieren konnten. LaFleur ließ deshalb auch am Mittwoch nur leicht trainieren.

Erfreuliches gibt es aber auch noch zu berichten. Allen Lazard war erstmals nach seiner Operation wieder auf dem Trainingsgelände zu sehen. Die OP scheint damit gut verlaufen zu sein und die Packers können sich auf seine Rückkehr in der zweiten Hälfte der Saison freuen.

Die Texans haben im Gegensatz zu den Packers kaum nennenswerte Verletzungen zu beklagen. Einzig Tight End Jordan Akins hat am Mittwoch nicht trainiert. Limitiert trainiert haben u.a. Justin Reid (Safety) und Laremy Tunsil (Tackle).

Grade für die Packers wird sich bei der Vielzahl der angeschlagenen Spieler erst am Freitag oder Wochenende herausstellen, ob sie spielen können oder nicht.

Prediction

Die Packers sollten in der Offense wieder über ihr Laufspiel einiges zu Stande bringen und darüber ihre Offense auch für den Pass öffnen. Die Texans waren hier in der bisherigen Saison stets anfällig gewesen. Defensiv dürfte, auch angesichts der vielen möglichen Ausfälle, wieder einiges an Arbeit warten. Entscheidend wird sein, ob der Pass Rush endlich aufdrehen kann. Watson darf nicht zu viel Zeit bekommen. Die eigene Offense kann mal wieder dafür sorgen, dass die Defense entlastet wird, indem sie wieder ordentlich Punkte aufs Scoreboard packt.

Mein Tipp: 37:28