Nachdem wir eine Woche ohne unsere Packers auskommen mussten, greifen die Packers am späten Sonntagabend deutscher Zeit wieder ins Geschehen ein. Die bevorstehende Aufgabe hat es dabei durchaus in sich. Es geht zu den Tampa Bay Buccaneers um ihren neuen Quarterback Tom Brady. In unserer heutigen Vorschau erfahrt ihr alles Wissenswertes zum Matchup gegen die Bucs.

Der Gegner

Es war vermutlich das heißeste Thema in der gesamten Offseason. Tom Brady verlässt die Patriots und wechselt zu den Tampa Bay Buccaneers. Im Spätherbst seiner Karriere sucht er noch einmal eine neue Herausforderung und möchte mit diesem Schritt möglicherweise auch seine Kritiker verstummen lassen. Viele behaupten, dass der Hauptanteil an seinen sechs Super Bowl Siegen Bill Belichick zuzurechnen sei.

Brady will seinen Kritikern das Gegenteil beweisen und sucht sich ein neues Team. Nicht von ungefähr fällt die Wahl von Tom Brady letztendlich auf die Buccaneers. Nachdem die Bucs Jameis Winston haben ziehen lassen, waren sie ohnehin auf Quarterbacksuche. Außerdem ist das Team der Bucs insbesondere in der Offense extrem stark besetzt. Mit Mike Evans und Chris Godwin hat man eines der besten – vielleicht auch das beste – Wide Receiver Duo der gesamten NFL.

Dazu kommen die Tight Ends OJ Howard und der Rückkehrer Rob Gronkowski. Weiterhin hatten die Bucs auch im vergangenen Jahr bereits eine gute Offensive Line und haben hier mit Tristan Wirfs zusätzlich Draftkapital in der ersten Runde des diesjährigen Drafts investiert. Einzig die Runningbacks haben nicht die Klasse der restlichen Offense. Ronald Jones, im Jahr 2018 von den Bucs gedraftet, konnte in den ersten beiden Jahren seiner Karriere noch nicht so richtig für Aufmerksamkeit sorgen. Dieses Jahr legt er bis dato allerdings bessere Zahlen auf und profitiert von einer besseren OLine und einer allgemein flexibleren Offense. Zusätzlich hat man sich noch kurzfristig mit Leonard Fournette verstärkt.

Die Bucs sind durch die Verpflichtung von Tom Brady letztendlich von einem Durchschnittsteam zu einem Contender geworden. Und natürlich wechselt ein Quarterback in Brady´s Alter nur zu einem Team, welches gleich im ersten Jahr um den Titel mitspielen kann. Das können die Bucs mit der Mannschaft und dem Coaching Staff zweifelsfrei.

Bisherige Saison der Bucs

Die Bucs stehen mit einer Bilanz von 3-2 in der NFC South, aufgrund des verloren direkten Vergleichs am ersten Spieltags, hinter den Saints auf Platz zwei. In Woche 5 gab es dabei zu Hause eine schmerzhafte und absolut vermeidbare Niederlage gegen die Bears. Mit den Packers in Woche 6 wartet nun direkt der nächste Gegner aus der NFC North.

Zu behaupten die Bucs stehen gegen die Packers bereits unter Druck, wäre vermutlich eine Stufe zu hoch gegriffen. Trotzdem werden sie versuchen eine Bilanz von 3-3 nach Woche 6 zu vermeiden, um im Duell mit den Saints, die sich dieses Woche in der Bye Week befinden, nicht zu früh den Anschluss zu verlieren.

Ways to win – Packers Defense vs. Bucs Offense

Die Bucs Offense war insbesondere in den ersten Wochen in Early Downs sehr runlastig. Das hat sich mittlerweile wieder etwas relativiert, gibt aber trotzdem einen Hinweis darauf, dass Arians dem Rungame Priorität schenkt und dieses etablieren möchte.

Mit der wahrscheinlichen Rückkehr von Kenny Clark sollte die Packers Defense gegen den Run jedoch deutlich besser aufgestellt sein als zuletzt. Hinzu kommt, dass Clark im Zentrum die Aufmerksamkeit der OLiner auf sich ziehen kann und so auch der Pass Rush der Packers (über Außen) an die gute Leistung aus dem letzten Spiel (3 Sacks) anknüpfen kann.

Die Packers Defense blitzt die gegnerischen Quarterbacks in diesem Jahr sehr selten. Vieles spricht dafür das Defensive Coordinator Mike Pettine auch gegen die Bucs dieser grundsätzlichen Einstellung weiterfolgt. Blitzen bedeutet zwangläufig, dass die Passempfänger der Bucs eins zu eins Duelle gegen die Cornerbacks bekommen könnte. Ob Pettine das mit dem möglichen Ausfall von Kevin King riskieren will?

Grade erfahrene Quarterbacks können Defenses gegen Blitze regelrecht zerlegen. Alleine durch die Rückkehr von Kenny Clark sollte auch der 4-Men-Rush der Packers ausreichen können, um Brady regelmäßig unter Druck zu setzen.

Ein riesen Thema der Bucs (Offense) sind die Strafen. Im Saisonverlauf gab es für das Team bereits 42 Strafen für 410 Yards. Kein Team kassierte mehr Strafen und nur die Saints sind nach Yards (458 Yards) noch schlechter als die Bucs. Alleine im letzten Spiel gegen die Bears gab es 11 Strafen für insgesamt 109 Yards. Die Packers hingegen sind eins der diszipliniertesten Teams der gesamten NFL mit insgesamt nur 19 Strafen (3. bestes Team in dieser Statistik).

Ways to win – Packers Offense vs. Bucs Defense

Die Bucs Defense muss einen herben Verlust aus dem vergangenem Spiel hinnehmen. Nose Tackle Vita Vea hat sich den Knöchel gebrochen und fällt für den Rest der Saison aus. Für die Run Defense der Bucs dürfte das ein herber Verlust sein. Bisher stellte die Bucs die zweitbeste Defense gegen den Run mit gerade einmal 292 Total Yards und 58,4 Yards pro Spiel. Bereits in der vergangenen Saison stellten die Bucs die beste Laufverteidigung der gesamten NFL.

Auch deshalb können sich die Packers über die Rückkehr von Devante Adams freuen und möglicherweise auch auf die von Equanimeous St. Brown (dazu später mehr). Die Packers sind zwar eins der effektivsten Team mit dem Lauf, wie effektiv jedoch das Run Game gegen die starke Bucs Run Defense sein wird ist fraglich. Insbesondere in Laufspielzügen mit pre Snap Motions konnte die Packers bisher sehr effektiv den Ball laufen. Das wird auch gegen eine starke Run Defense weiterhin Bestandteil des Gameplan sein.

Durch die Luft lässt die Bucs Defense dagegen deutlich mehr zu. Hier bewegt sie sich nur im unteren Mittelfeld der NFL. Gerade mit der Rückkehr von Adams bekommt Rodgers seine beste Waffe im Passing Game zurück, was die gesamte Offense der Packers weiter öffnen dürfte. Aus Sicht der Bucs ist der Ausfall von Vea auch für den Pass Rush problematisch. Mit den Packers kommt nun obendrein auch noch eine der aktuell besten OLines. Das Duell an der Line of Scrimmage könnte damit an die Packers gehen.

Grundsätzlich sollte LaFleur in der Offense die gesunde Mischung aus Pass und Lauf beibehalten und die Bucs Defense mit viel Motions pre Snap stressen und zu Fehlern zwingen. Auch mit der Rückkehr von Adams sollte die Offense sich nicht zu sehr auf einzelne Spieler fokussieren. LaFleur hat gezeigt, dass er sowohl Tight Ends, Runnigbacks und natürlich Wide Receiver bestens in die Offense einbinden kann. Das macht die Offense für den jeweiligen Gegner schwer zu spielen und sollte auch gegen die Bucs für Punkte sorgen können.

Injury Report

Die Packers kommen aus der Bye Week und sollten u.a. Devante Adams und Kenny Clark zurück bekommen. Ausfallen werden jedoch weiterhin Lazard, Kirksey und Deguara. Spannend dürfte auch die Personalie EQ sein. Den Regularien nach darf EQ dieses Woche von der Injured Reserve List aktiviert werden. Auch wenn die Packers in den vergangenen Wochen ordentlich Punkte aufs Scoreboard gepackt haben, ist man auf Wider Receiver immer noch dünn aufgestellt. EQ hat seit Montag wieder trainiert und könnte schon am kommenden Sonntag die ersten Snaps dieser Saison bekommen.

Gleiches gilt für Kamal Martin. Der diesjährige fünftrunden Pick konnte im Camp überzeugen und viele haben ihn neben Kirksey als Starter auf der Linebacker Position gesehen. Mit dem Undrafted Free Agent Krys Barnes scheinen die Packers auf der Position zwar einen Volltreffer gelandet zu haben, trotzdem sind die Packers nach der Verletzung von Kirksey nicht besonders tief aufgestellt auf Linebacker. Auch Martin könnte somit am Sonntag seine ersten Snaps in der NFL überhaupt bekommen.

Auf dem Injury Report tauchen auch Kevin King und Tyler Ervin auf. Beider haben bisher noch nicht auf dem Trainingsfeld gestanden und bei Beiden wird sich erst im Laufe der Woche, oder kurzfristig am Wochenende entscheiden, ob sie spielen können.

Bei den Bucs fehlte im Training u.a. Mike Evans. Bisher ist zu seinem Status ansonsten noch nichts weiter bekannt. Evans laboriert seit dem Bears Spiel an einer Knöchelverletzung. Ebenfalls angeschlagen ist der zweite Wide Receiver Chris Godwin. Er hat jedoch zumindest limitiert trainieren können.

Außerdem sind bei den Bucs folgende Spieler angeschlagen: Levonta David (LB), Carlton Davis (CB), Khalil Davis (DL), Leonard Fournette (RB), Rob Gronkowski (TE), LeSean McCoy (RB), Scotty Miller (WR), Jason Pierre-Paul (OLB) und Jordan Withehead (S).

Trotz der Mini Bye Week für die Bucs nach dem Thursday Night Game vergangene Woche, haben sie mit vielen angeschlagenen Spielern zu kämpfen. Neben dem bereits erwähntem Saisonaus für Vita Vea ist auch für OJ Howard die Saison nach einem Riss der Achillessehne vorzeitig zu Ende. Am schmerzlichsten aus Bucs Sicht dürfte für Sonntag sicherlich ein Ausfall von Mike Evans sein.

Prediction

Trotz möglicherweise diverser Ausfälle bei den Bucs könnte ein unangenehmes Spiel auf die Packers warten. Kommen die Packers so gut aus der Bye Week wie sie reingekommen sind, werden auch die Bucs ihre Probleme bekommen. Auf die Packers Defense wartet die bis dato schwerste Aufgabe. Fehlerfrei war Tom Brady diese Saison allerdings auch nicht. Die Packers Defense sollte in der Lage sein, diese Fehler dann konsequent zu nutzen. Eine Possession mehr oder weniger für die eigene Offense wird in diesem Spiel am Ende möglicherweise spielentscheidend sein. Mein Tipp: 31-28