Die neutralen Fans hatten auf einen Shootout gehofft, die Packers-Fans darauf, zu zeigen, wer der wahre „GOAT“ ist oder einfach darauf, dass es „nur“ die Bucs sind, ehe man auf 5-0 steht. Doch nach einem furiosen Auftakt unterlagen die Packers den Tampa Bay Buccaneers deutlich und verdient mit 10:38 (10:28). Nach dem ersten Viertel ging einfach gar nichts mehr.

1st Quarter

Der Reihe nach: die Packers begannen stark mit dem ersten Drive, verpassten aber letztlich das Ganze richtig zu vergolden. So war es ein Field Goal von Mason Crosby, welches die Packers mit 3:0 in Führung brachte. Damit bleiben die Packers weiterhin das einzige NFL-Team, das in dieser Saison jeden eigenen Eröffnungs-Drive in Punkte verwandeln konnte. Im Anschluss kamen die Bucs nicht richtig zum Zuge und die Packers schnell zu ihrem zweiten Drive. Der wurde konsequent genutzt: Williams und Dillon fanden Lücken, Rodgers freie Receiver und so arbeite man sich in knapp sieben Minuten von der eigenen 20 Yard-Linie bis zur Bucs-Endzone vor. Aaron Jones veredelte diesen Drive mit einem kurzen Lauf ab durch die Mitte zum 10:0.

2nd Quarter

Dann war es aber vorbei mit der Herrlichkeit – was aber zunächst nicht an der Offensive der Bucs lag. Die kamen in ihrem zweiten Drive erneut nicht in Field Goal-Range. Doch Rodgers unterlief eine Seltenheit: ein Pick-6. Ob sein Pass auf die linke Seite schlecht getimed war, zu risky oder vielleicht auch Adams als Anspielstation kurz geschlafen hat, ist schwer zu beurteilen. Vielleicht hat auch Jamel Dean einfach gut aufgepasst. Jedenfalls rannte er das Ei zum 7:10 in die Endzone. Von nun an waren die Packers von der Rolle. Nächster Drive, wieder Interception: diesmal hatte Adams nicht richtig zugegriffen und Edwards sagte danke, trug den Ball fast wieder in die Endzone zurück. Den Rest besorgte Ronald Jones und die Bucs hatten die Partie gedreht. Was folgte, ist manchmal schwer zu erklären. In der Offensive der Packers klickte nichts mehr, gleich zwei Drives endeten nach vier Versuchen ohne 1st Down. Und die Bucs legten in der Folge die Schwächen offen, wenn der Pass Rush nicht funktioniert. Bezeichnend: die Packers hatten bis zur Halbzeit ein einziges Play für mehr als 13 Yards. Doch die vielen kurzen Läufe und kurzen Pässe reichten, um durch Tyler Johnson und Rob Gronkowski zwei weitere Touchdowns zu erzielen. 28:10 war die Pausenführung.

3rd Quarter

Nach dem Seitenwechsel schienen sich die Packers zunächst gesammelt zu haben. Trotz eines 31 Yard-Passes von Brady zu Gronkowski und dem daraus resultierenden 50 Yard-Field Goal von Ryan Succop zum 31:10, sah es doch etwas besser aus, was die Defense produzierte. Doch offensiv gelang nichts. Die Routen passten hinten und vorne nicht, die O-Line schaffte wenig Räume und ließ am Ende fünf Sacks zu. So kam gar nichts ins Rollen und die Bucs durften ab 5:27 im dritten Viertel den Deckel drauf machen. Unterstützt von einer 40 Yard-Strafe gegen Jackson kamen sie wieder in Richtung Endzone, Ronald Jones vollendete mit einem kurzen Lauf zum 38:10.

4th Quarter

Das letzte Viertel ist schnell erzählt: die Packers bekamen weiter nichts auf die Reihe und die Bucs machten nur das Nötigste. So blieb das letzte Viertel ein kleines Punt-Festival, ehe Blaine Gabbert die Victory-Formation der Bucs anführen durfte.

Fazit

Was soll man dazu sagen? Da spielst du ein richtig starkes erstes Viertel und dann bricht das Team nach einer Pick-6 auseinander. Die Lines verloren das Duell mit ihren Bucs-Konterparts klar, die Receiver liefen vogelwild durch die Gegend und dann fehlten auch Rodgers teilweise die zündenden Ideen. Die Schwächen der Defensive wurde von keinesfalls superinnovativen Bucs gnadenlos offengelegt. Dazu kommen insgesamt 76 Yards an Strafen, was auch noch zuviel ist. Wenn man so will, dann war es einfach ein gebrauchter Tag, gerade offensiv.

Und darunter sollte man das auch verbuchen. Wenn nichts zusammenläuft, dann kommt halt alles auf einmal. Wenn man manchen so verfolgt, dann gehen die Packers jetzt den Bach runter. Aber genau wieder Hype nach den vier Siegen übertrieben war, so ist es jetzt unnötige Schwarzmalerei. Ja, die Bucs haben uns geschlagen und ja, die Bucs haben die Schwächen offengelegt, wenn der Pass Rush nicht funktioniert. Aber bisher haben Mike Pettine und Coach LaFleur immer die richtigen Schlüsse darauf gezogen. Und das Rodgers nochmal zwei INTs in dieser Saison wirft, sollte normal auch nicht passieren. Von daher: Mund abwischen, weitermachen und kommende Woche bei den Texans siegen!