Davante Adams nicht dabei, Christian Kirksey verletzt, Allen Lazard außer Gefecht – und dazu Marcedes Lewis, Rashan Gary und Kenny Clark außer Gefecht. Beim bloßen Blick auf die Ausfallliste konnte einem Angst und Bange werden. Doch mal wieder zeigten sich Aaron Rodgers und die Packers unbeeindruckt. Auch weil die Defensive einen guten Job machte und so der Shootout ausblieb. Doch das 30:16 (20:3) gegen die Falcons war in seiner Gesamtheit das wohl beste Spiel von Green and Gold in dieser Saison.

1st Quarter


Bereits der erste offensive Drive brachte drei der vier offensiven Hauptprotagonisten des Abends zum Vorschein. Da war ein starker Aaron Rodgers (149 QB-Rating), der auch lange Pässe an den Mann brachte. Da war Tight End Robert Tonyan, der diese fing. Und da war ein gewisser Aaron Jones, der fast im Alleingang für den ersten Touchdown des Abends sorgte. Erst lieferte er 37 Yards, dann stand er bei einem 6yard-Pass sträflich allein. Es hatte sich wohl noch nicht bis Atlanta rumgesprochen, dass Jones auch fangen kann. Touchdown Packers, die Führung war da. Im Rest des Quarters passierte nichts mehr.

2nd Quarter

Den ersten Punch im zweiten Viertel setzten aber die Falcons. Nach einem sehr langen Drive (fast elf Minuten) kamen sie aber nur in Field Goal-Range. Fry verkürzte auf 3:7. Die Packers ließen in der Folge aufhorchen. Jamaal Williams tauchte ebenso erstmals im Game Record auf, genauso wie Marquez Valdes-Scantling. Beide konnten in diesen Drive mit viel Raumgewinn überzeugen. Den Rest besorgten Rodgers und Tonyan: Ein langer Pass in Richtung Endzone und mit einer Mischung aus Ballerina und Bulldozer kämpfte sich RT85 in die Endzone. 13:3 Packers! Moment – kein Extrapunkt? Jepp, muss man sagen: Crosby semmelt einen tatsächlich links vorbei. Aber auch das kann passieren. Die Antwort der Falcons folgt nicht. Die Packers verteidigen sehr diszipliniert und dann blitzt Raven Greene auch noch perfekt. Nach dem ersten Sack wechselt der Ball umgehend. Williams läuft, Tonyan fängt – dann macht man auch mal aus einem 3rd and 15 etwas. Erst ein 4th and 2, dann sogar das First Down. Garniert wird der Drive von einem Rodgers-Pass auf Tonyan zum dritten Touchdown des Abends. 20:3 zur Pause, man darf also entspannt zum Tee gehen.

3rd Quarter

Zu Beginn von Halbzeit zwei verschenken die Packers den ersten Drive ein wenig. So dürfen die Falcons mit ihrem massiven, offensiven Talent zeigen, was sie können. Das tun sie auch, am Ende läuft Todd Gurley in die Endzone. Aber auch der Falcons-Kicker Fry setzt einen Extrapunkt daneben, so dass die Führung mit 20:9 weiter recht komfortabel ist. Vor allem wenn die Antwort so überragend ausfällt, wie die der Packers. Erst returnt Ervin für 35 Yards (plus 15 Strafe), dann findet die Offensive mit genau vier Plays den Weg in Endzone. Empfänger des letzten Passes ist zum dritten Mal Tonyan, der beim beim langen Pass von Rodgers einfach völlig frei steht. Touchdown Nummer drei zum 27:9. Damit ist der 26-jährige, ungedraftete Tight End der dritte Packer auf seiner Position mit 18 Punkten in einer Partie. Die anderen waren Jermichael Finley (2011) und Keith Jackson (1996).

4th Quarter

Im letzten Viertel keimte bei Atlanta nochmal kurz Hoffnung auf. Erneut war es Gurley, der in die Endzone lief und auf 16:27 verkürzte. Ansonsten war vor allem das hochgelobte Receiving-Corps der Falcons in den entscheidenden Situationen abgemeldet. Man hatte nur einmal das Gefühl, dass Matt Ryan ein Passing-Touchdown gelingen könnte, da war aber Adrian Amos rechtzeitig zur Stelle. So konnte sich auch die Packers-Offense etwas „Ruhe“ verordnen. Matt Crosby verwandelte das Field Goal zum 30:16. Es war das 25. verwandelte Field Goal innerhalb von 50 Yards in Folge. Den Rest erledigte die Defense mit solidem Handwerk, sodass der Sieg nie ernsthaft in Gefahr geriet.

Fazit

Nach den bisweilen sehr nervenaufreibenden ersten drei Spielen tat dieser Sieg sehr gut. Vor allem, weil die Defensive auch ohne die fetten Big Plays einen hervorragenden Job gemacht hat. Das Fehlen von Adams und Lazard machte sich selten bemerkbar, da die Offensive im Passspiel unglaublich variabel spielte. Und das Runningback-Duo Jones (total 111 Yards) und Williams (105) ist auf dem Weg, eines der besten Duos der Liga zu werden. Wenn es das nicht schon ist…

Spieler des Spiels

Mein Mann des Abends ist aber Robert Tonyan. Ein Tight End, von dem du auf dem ersten Blick nichts erwartest, der sich aber von Woche zu Woche steigert. Sowohl im Blocking als auch beim Fangen. Und diesen Abend wird sich der ehemalige Undrafted Free Agent einrahmen. Sechs von sechs gefangen, 95 Yards, drei Touchdowns. Und dein Quarterback hat Vertrauen zu dir. Tight End-Herz, was willst du mehr?

Ebenfalls stark: die O-Line (mal wieder), das erwähnte Runningback-Duo sowie die Passverteidigung. Und wer noch nicht genug hat: hier nochmal die Highlights!