Heute geht der Blick tief ins Playbook von Matt LaFleur. Im Fokus drei Play Designs aus dem Texans Spiel, die es der Packers Offense sehr einfach gemacht haben Raumgewinn zu erzielen. Die Spielzüge sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, kommen aus dem gleichen Personnel und werden doch völlig unterschiedlich ausgeführt. Aber seht selbst…

Run

First Down für die Packers auf Höhe der Mittellinie. Die Packers kommen im 11-Personnel in einer relativ engen Formation aufs Feld. Die Packers laufen hier mit Williams den Ball durch die Mitte. Relativ unspektakulär mag man vielleicht zunächst denken. In dem Play Design stecken aber viele Elemente, die es für die Defense relativ schwierig machen den Spielzug zu verteidigen.

Sternberger kommt hinter der OLine entlang gelaufen und blockt die Backside. Adams täuscht am unteren Bildrand einen Block an und läuft dann eine Route über die Mitte des Feldes. Taylor kommt ebenfalls hinter der OLine entlang gelaufen und täuscht einen möglichen End Around an. Die gesamte OLine blockt nach rechts.

Im nächsten Bild ist der Moment der Ballübergabe an Williams zu sehen. MVS und Sternberger blocken jeweils am Ende der OLine ihren Gegenspieler. Die OLine blockt die Spieler der DLine. Hier rot markiert sind die beiden Linebacker, die am Ende dafür verantwortlich sind das Play zu stoppen. Sie müssen innerhalb kürzester Zeit entscheiden und erkennen was hier passiert. Bekommt Williams den Ball? Spielt Taylor den End Around? Blockt der Tight End nur oder geht er verspätet in eine Route? Oder doch ein Play Action Spielzug auf Adams?

Ein tolles Play Design um Williams hier gut in Szene zu setzen. Williams läuft in der Situation den Ball für 9 Yards Raumgewinn. So kreativ und doch so einfach kann Laufspiel sein. Es ist das letzte Play vor der Viertelpause.

Playaction

Das anschließende Play folgte direkt im Anschluss nach der Viertelpause. Wieder kommen die Packers in der gleichen Personnel Group aufs Feld.

Sternberger zunächst als Wideout aufgestellt geht in Motion und postiert sich links des Left Tackles an der Line. Der Verteidiger spiegelt seine Bewegung mit. Für Rodgers das Signal, dass die Texans hier Man Coverage spielen. Zudem haben die Texans nur einen tiefen Safety.

Erkennt ihr den prinziepiellen Aufbau des Spielzuges wieder? Genau wie im ersten Beispiel blockt der Tight End (Sternberger) die Backside. Die OLine blockt geschlossen in eine Richtung. Taylor faket den End Around. Anders als eben täuscht Rodgers diesesmal die Ballübergabe an Williams jedoch nur an. Die Linebacker fallen jedoch drauf rein und in ihrem Rücken ist plötzlich viel Platz.

Adams und MVS laufen zwei tiefe Corner Routes und begegnen sich quasi in der Mitte des Spielfeldes. Der Safety in der Mitte des Spielfeldes muss sich entscheiden, wen der beiden er verteidigen möchte.

MVS ist von seinem Cornerback relativ eng gecovert. Anders Adams, der seinem Gegenspieler einige Meter abgenommen hat. Der Cornerback kann den Pass auf Adams nicht mehr verteidigen. Der tiefe Safety entscheidet sich dafür seine linke Seite zu verteidigen. Freie Bahn für Adams, der den Ball fängt und kurz vor der Endzone out of Bounds geht. First and Goal Packers.

End Around

Der dritte Spielzug stammt spät aus dem Spiel. Auch hier sollte uns der Aufbau aus den ersten beiden Play Designs bekannt vorkommen. Enge Formation aus 11-Personnel, der Tight End der hinter der OLine entlang kommt sowie der End Around. Ein zusätzliches Element ist hier die Jet Motion von Shepherd. Er zieht den rot markierten Verteidiger mit auf die andere Seite.

Welches Play fehlt aus dieser Aufstellung noch? Genau der End Around. In beiden Plays zuvor angetäuscht, übergibt Rodgers hier nun den Ball an MVS. Zuvor faket Rodgers noch die Ballübergabe an Williams. Der Tight End kommt wieder hinter der OLine entlang. In dem Fall blockt er jedoch nicht den Defensive End am Ende der Line, sondern geht als Vorblocker ins Open Field.

Sternberger und Adams blocken für MVS die Verteidiger. MVS kann hier mit seiner Geschwindigkeit relativ einfach das First Down erreichen.

Takeaway

Die hier gezeigten Play Designs zeigen wie Matt LaFleur Plays aufeinander aufbaut. Später im Laufe des Spiels wird dann genau auf dieses Play zurückgegriffen. Die Offense macht sich zum Vorteil, dass die Defense die Spielzüge dann glaubt zu kennen. Durch die vielen Elemente (End Around, Jet Motion, Tight End über die Backside, Playaction etc.) hat es die Defense extrem schwer. Die Offense und Rodgers hingegen bekommen sehr gute Reads und letztendlich einfach Completions. Rodgers selbst muss kaum außergewöhnliche Dinge tun und kann sich auf die Spielzugauswahl und Play Design von LaFleur verlassen.