Woche 3 der noch jungen NFL Saison steht vor der Tür. Nach den überzeugenden Leistungen gegen die Vikings und Lions wartet nun auf die Packers der erste richtige Gradmesser. Zum Sunday Night Game erwarten die New Orleans Saints im heimmischen Mercedes-Benz Dome unsere Packers.

Recap Week 2

Die Packers sind in Woche 2 regelrecht über die Lions gerannt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten inklusive eines 11 Punkte Rückstandes, konnte insbesondere die Offense wieder überzeugen. Aaron Jones legte ein Wahnnsinsspiel mit insgesamt  drei Touchdowns hin.

Die Lions waren, wie die Vikings, am Ende nicht der  erwartet starke Gegner. Die Secondary war angeschlagen. In der Offense fehlte mit Kenny Golladay der Nummer eins Receiver und Stafford spielte ein maximal durchschnittliches Spiel. Zudem schaffte es die Packers Offense im Laufe des Spiels den Druck von der eigenen Defense zunehmen, indem man quasi in jedem Drive punktete. Am Ende stand ein überzeugender 42 -21 Erfolg.

Der Gegner

Die Saints galten vor der Saison (mal wieder) als einer der Top Favoriten in der NFC. In Woche 1 konnte man die Buccaneers um Tom Brady noch mit 34-23 schlagen. In Woche zwei gab es eine – zumindest in dieser Form – unerwartete Niederlage gegen die Raiders. Im Mittelpunkt hier Quarterback Drew Brees, der nach einem schwachen Spiel im Fokus der Kritik stand. Von den Saints als Contender vermag man nach zwei Wochen fast schon nicht mehr sprechen.

Zu den Stärken von Drew Brees gehörte der tiefe Pass nie. In den ersten beiden Wochen – und insbesondere in Woche zwei – kamen jetzt jedoch auch noch massive Accuracy-Probleme hinzu. Das war sonst DIE Stärke von Brees. Zwar fehlte ihm mit Michael Thomas seine beste Anspielstation, doch das alleine darf keine Ausrede für das schwache Spiel gegen die Raiders sein.

Nach zwei gespielten Spielen sollte man in Bezug auf Brees die Sache (noch) nicht überbewerten (Stichwort: Overreaction). Trotzdem tritt das ein, was viele Experten bei Brees bereits seit Längerem erwarten. Mit dem Cap Space am absoluten Limit könnte sich für die Saints schnell eine Drucksituation entwickeln, in der man handeln muss. Mit Jameis Winston haben die Saints vielleicht den besten Backup-Quarterback der gesamten NFL. Man ist mehr als jedes andere Team im Win-Now-Modus. Gut möglich, dass man die Karte Winston früher oder später spielen muss.

Ways to win – Packers Defense vs. Saints Offense

Die Saints stehen unter Druck und insbesondere werden die Augen auf Drew Brees gerichtet sein. Für die Saints Offense sollte es gegen die Packers Defense dennoch genug Ansatzpunkte geben. Unabhängig von einem möglichen Fehlen Kenny Clark´s sollte für die Saints über das Laufspiel um Alvin Kamara und Latavius Murray einiges möglich sein. Fällt Kenny Clark tatsächlich aus, gilt dies umso mehr.

Kamara lief gegen die Raiders für 80 Yards und sammelte zudem noch 95 Receiving Yards bei neun Receptions. Kurze Screen Pässe auf Kamara – auch spät im Down – sind eines der Hauptelemente in der Saints Offense. Hinzu kommen das bereits erwähnte Laufspiel und insbesondere kurze Pässe kürzer 10 Yards.

Ohne Frage, aus Packers Sicht wäre der Ausfall von Kenny Clark sehr schmerzhaft. Hinter Clark fehlt es einfach an der nötigen Tiefe in der DLine der Packers. Punktuell wird Pettine den zweiten Safety (Amos) in die Box ziehen können, um den Run und kurzen Screenpässe besser verteidigen zu können. Ansonsten sind die Augen auf die übrigen Packers Verteidiger gerichtet, um sowohl im Pass Rush als auch in der Laufverteidigung den Saints das Leben schwer zu machen.

Der Pass Rush wird dabei keine leichte Aufgabe haben. Durch das bevorzugte Kurzpassspiel der Saints Offense wird Brees den Ball entsprechend schnell los. Möglicherweise wird Pettine zum erstmal dieses Jahr auch wieder vermehrt über das Scheme versuchen Brees Fallen zu stellen. Häufig wird man dann viele Packers Defender an der Line of Scrimmage sehen, die den Pass Rush nur antäuschen und sich dann in Coverage fallen lassen.

Ways to win – Packers Offense vs. Saints Defense

Für die bisher hochgelobte Packers Offense wartet die bis dato schwerste Aufgabe. Der Pass Rush um Marcus Davenport und Cameron Jordan ist zudem auch die erste Härteprüfung für die Packers OLine. Ein Grund für die bisher stark aufspielende Offense der Packers ist zweifelsfrei die OLine. Das gilt gleichermaßen für das Pass- wie auch das Run-Blocking. Auch gegen die Saints kann eine starke Performance der OLine der Schlüssel zum Erfolg sein, wenngleich die Aufgabe um einiges schwieriger werden dürfte.

Auch in der Secondary warten mit Janoris Jenkins und Marshon Lattimore zwei absolute Top Cornerbacks der NFL. Umso bitterer wäre hier der Ausfall von Devante Adams. Bei Adams darf man allerdings ein bisschen optimistischer als bei Kenny Clark sein. Die Saints waren in Woche zwei insbesondere über die Mitte des Feldes im Passspiel sehr anfällig. Raiders Tight End Darren Waller hatte ein herausragendes Spiel mit 105 Yards und einem Touchdown.

Den Ball nicht in die Nähe der starken Cornerbacks zu werfen, dürfte sicherlich auch für die Packers ein probates Mittel sein. Möglicherweise ist dies auch wieder ein Spiel in welchem Matt LaFleur Aaron Jones vermehrt als Catching Back einsetzen könnte.

Nicht zuletzt kann die Packers Offense wiederum ihrer eigenen Defense die Arbeit deutlich erleichtern. Durch möglichst gute Drives und einer Führung im Rücken können die Packers die Offense um Drew Brees zusätzlich unter Druck setzen.

Injury Report

Auf Seiten der Packers gehen die Augen hier auf die bereits erwähnten Devante Adams und Kenny Clark, die beiden am Mittwoch im Training fehlten. Mit dabei im Training war bereits wieder Corey Linsley, der gegen die Lions noch verletzt raus musste. Auch Tight End Josiah Deguara hat nach seinem Fehlen gegen die Lions wieder trainiert.

Die Saints trainierten am Mittwoch nicht, mussten den Regularien entsprechend aber trotzdem einen Injury Report abgeben. Darauf waren sowohl Michael Thomas, Chase Hanson (LB) und Marcus Davenport als „Did not Participate“ notiert. Als „Limited Participation“ waren Henderson (DE), Brown (DT) und Armstead (T) notiert.

Für die Saints wäre insbesondere der Ausfall von Thomas quasi nicht zu kompensieren. Sollten sowohl Davenport als auch Henderson ausfallen, wäre dies zudem auch auf der anderen Seite des Balls ein erheblicher Verlust.

Prediction

Das wir ein ähnliches Feuerwerk der Packers Offense sehen vermag man noch nicht so recht zu glauben. Brees wird ein Stück weit zurück zu seinem alten Spiel finden. Ohne Thomas fehlt ihm aber seine absolute Lieblingsanspielstation. Das kann am Ende auch ein stark aufspielender Alvin Kamara nicht kompensieren. Zudem müssen die Saints ohne ihren Heimvorteil auskommen. Zuschauer sind im Dome am Sonntag keine zugelassen. Der Packers Offense werden am Ende 30 Punkte reichen, um das Spiel zu gewinnen. Mein Tipp: 30 – 21