Die Detroit Lions waren am Sonntagabend zu Gast im Lambeau Field. Und was soll man sagen? Die Jungs aus der Motor City haben sich mal wieder als gute Gäste gezeigt. Zwar hatten die Packers ein paar Anlaufschwierigkeiten, am Ende war es aber ein deutliches 42:21 (17:14) für Green and Gold. Die Garanten: ein starkes Running-Game und eine gesteigerte Run-Defense. Und natürlich ein überragender Aaron Jones.

1st Quarter

Dabei begann das Spiel genau so, wie man es nach der Vorwoche befürchten musste. Die Lions agierten mit viel Laufspiel und kurzen Pässen, was die Packers nur schwer beantworten. Dazu kam noch eine ärgerliche Strafe gegen Za’Darius Smith (Unnecessary Roughness) und auf einmal war Detroit an der 1-Yard-Linie. Kerryon Johnson hatte keine Mühe und brachte die Lions in Führung. Der erste Packers-Drive hatte dann noch etwas Sand im Getriebe. Zwar gelang Lazard ein schöner Catch by 4 and 6. Dagegen stehen aber auch einige ungenaue Pässe und erneut nicht gefangene Bälle. Am Ende muss es Mason Crosby richten, welcher aus 43 Yards verkürzt. Apropos Sand im Getriebe: die Defense kam am Anfang mit der von Matthew Stafford geführten Lions-Offense nicht klar. Viel zu einfach gelangte der zweite Drive von Detroit in Richtung Endzone, den Stafford mit einem Pass zu Marvin Jones Jr. Vollendete. 14:3 nach dem ersten Viertel – das hatte man sich anders vorgestellt.

2nd Quarter

Immerhin brachte dies die Offensive der Packers zum Aufwachen. Vor allem Aaron Jones lief heiß. Ein 22 Yard-Lauf nach kurzem Pass da, ein weiterer Lauf hier und schon waren die Packers auf dem Weg in Richtung Endzone. Und erneut fand der Packers-Spielmacher Jones, völlig frei stand dieser auf halblinks. Aus sieben Yards hinein ins Vergnügen zum 10:14. Danach war erst einmal Punting-Time, wobei die Packers-Defensive mal wieder in Form von „Z“ aktiv war. Ein Sack für 10 Yards Raumverlust brachte die Lions an der eigenen Endzone in Bedrängnis. Und so kamen die Packers 70 Sekunden vor dem Ende an der eigenen 38 nochmal in Ballbesitz. Und sie nutzten die Undiszipliniertheiten von Detroit aus: gleich zwei 15 Yards-Strafen in Serie brachten die Packers nahe an die Redzone. Nach einem beherzten Lauf von Williams, gefolgt von einem starken Pass von Rodgers auf Robert Tonyan hieß es 17:14 für Green and Gold. Allerdings für die Pausenführung etwas Glück von Nöten: ein 57 Yard Field Goal-Versuch von Prater rauschte am Gestänge vorbei.

3rd Quarter

Tja, was machst du, wenn das Spiel knapp ist? Richtig – nach dem Touchback geht es einfach mal ab durch die Mitte. Dachte sich auch Aaron Jones und lief einfach mal los. Da hatten die Lions nicht mit gerechnet und zwölf Sekunden nach Beginn von Halbzeit zwei führte Green Bay mit 24:14. Das schockte Detroit sichtlich. Offensiv kam nichts mehr – im Gegenteil: Stafford spielt auf links raus und Chandon Sullivan mit einer Mischung aus Krake, Kegelrobbe und Frosch fängt das Ei ab. Pick-6 Packers! Die Partie mit 31:14 im Grunde entschieden. Da kann man auch eine unnötige Holdingstrafe gegen Bakthiari und einen Sack gegen Rodgers (der Einzige in zwei Spielen!) verkraften. Kurz vor Ende des Viertels darf dann auch Crosby nochmal ran. „Mr. Zuverlässig“ trifft aus 35 Yards zum 34:14.

4th Quarter

Trotz des hohen Defizits gaben die Lions aber nicht auf. Sie eröffneten das letzte Viertel mit einem schönen Pass von Stafford auf Marvin Hall. Dieser fing den Ball in der Endzone und verkürzte so auf 21:34. Ob dies nochmal ein „Hallo-Wach-Effekt“ war oder ob die Packers einfach konzentrierter ans Werk gingen: im Gegensatz zu manch anderen Spielen blieben die Packers konzentriert. Valdes-Scantling fing mal wieder einen Ball, den er nicht fangen muss. Im Anschluss war wieder AJ-Zeit. Diesmal rannte er aus 14 Yards in die Endzone, krönte seine überragende Leistung und zog den Lions das letzte Zähnchen. Der Rest ist schnell erzählt: es passierte in den letzten acht Minuten nicht mehr viel. Nur der Packers Pass-Rush durfte gleich dreimal den gegnerischen Spielmacher zu Boden bringen.

Fazit

Wenn dir dein No1-Receiver über lange Zeit ausfällt, die nominelle No2 wieder mal zwei fangbare Bälle durchflutschen lässt, dann verlegst du dich halt aufs Laufspiel. Und das gab den Ausschlag: im Schnitt 7,4 Yards erliefen die Runningbacks. Sowohl Jones (der dazu auch noch die meisten Pässe fing) wie auch Williams haben einen tollen Job gemacht. Ebenfalls erfreulich: sieht man vom verpennten ersten Viertel ab, dann hat auch die Defensive einen besseren Job als in der Vorwoche gemacht. Vor allem gegen den Lauf war das eine Steigerung um 100%. Wenn man jetzt noch wach aus der Kabine kommt – mei, wir wollen uns das gar nicht ausmalen.

Spieler des Spiels

168 Yards Rushing, 68 Yards Receiving, 3 Touchdowns – jepp, lief bei Aaron Jones. Der hatte mal wieder einen Sahnetag erwischt und war der Garant für den Sieg. Gerade in den Situationen, wo es drauf an kam, war auf den Runningback verlass.

Ebenfalls stark: die O-Line, trotz erneuter Verletzungen. Christian Kirksey mit 10 Solo-Tackles und Chandon Sullivan mit 2 Pds und dem Pick-6