Die Offense der Packers rollt weiter und auch die Saints konnten die Packers nicht stoppen. Das konnte man nicht zwingend erwarten, denn die Saints waren bis dato die schwerste Aufgaben und zudem mussten die Packers Offense ohne Devante Adams auskommen. Viele Augen waren auf Aaron Jones gerichtet. Am Ende waren es aber die Tight Ends der Packers, die einen entscheidenden Anteil am Sieg über die Saints hatten.

Anschauen wollen wir uns dabei ein Play welches die Packers genauso oder in leicht abgewandelter Form fünfmal im Laufe des Spiel gezeigt haben. Die beiden ersten Plays stammen aus der Anfangsphase des Spiels und dienen als Grundlage für die späteren drei Plays die im Laufe des Spiels erfolgten.

Die Packers kommen in einer engen Formation raus. Vieles deutet daraufhin, dass die Packers hier den Ball laufen wollen, was sie in diesem Fall dann auch tuen. Hauptaugenmerk soll bei diesem Beispiel auf Tonyan liegen, der von der linken Seite der OLine hinter dieser auf die Rückseite (Backside) des Plays läuft und dort blockt. Der Rest der OLine blockt in die linke Richtung.

Auch das nächste Beispiel zeigt ein ähnliches Play. Wieder eine enge Formation. Erwin geht hier zunächst in Motion, anschließend kommt Sternberger hinter der OLine entlang gelaufen und blockt die Backside des Spielzuges.

Warum Backside? Mit Backside ist die Rückseite des Spielzuges gemeint, da der eigentliche Spielzug in die andere entgegengesetzte Richtung geht. Man sieht dies, da die OLine im Kollektiv nach links blockt. Der rot markierte Defensive End der Saints wäre hier theoretisch ohne Blocker. Genau diesen Verteidiger soll Sternberger hier blocken. Auch in diesem Beispiel laufen die Packers den Ball.

Und jetzt der Pass

Zweimal sind die Packers nun in diesen Situationen gelaufen. Im nächsten Beispiel ist dann gut zu erkennen, wie die beiden zuvor gezeigten Plays genutzt wurden, um der Saints Defense den Lauf zu verkaufen.

Die Packers spielen hier einen Playaction-Spielzug, täuschen den Lauf also nur an. Die OLine blockt nach links. Hinter der OLine kommt Tonyan über die Backside des Spielzuges ins Spiel. Anders als bei den beiden Beispielen zuvor, läuft Tonyan jedoch diesmal eine Passroute.

Tonyan ist in der Flat komplett frei, kann den Ball fangen und für 15 Yards Raumgewinn ein neues First Down rausholen. Die komplette Saints Defense ist in der Mitte oder im oberen Drittel des Spielfeldes damit beschäftigt den Lauf oder die anderen Receiver zu verteidigen. Rodgers hat einen super einfachen Wurf auf Tonyan.

Auch das nächste Play beruht auf dem gleichen Prinzip. Wieder wird der Lauf via Playaction angetäuscht. In diesem Fall in die andere Richtung, nach rechts. Tonyan kommt wieder auf die Backside des Plays gelaufen (obere Hälfte des Spielfeldes).

Zusätzlich laufen Taylor und MVS auf der linken Seite zwei tiefe Passrouten, welche dafür sorgen, dass die Verteidiger der Saints nach hinten gezogen werden und Tonyan in der Flat viel Platz hat.

Wieder hat Rodgers eine einfach Completion und Tonyan kann 15 Yards Raumgewinn erzielen, ehe er von der Saints Defense zu Boden gebracht wird.

Aller Guten Dinge sind Drei

Das letzte Beispiel stammt aus dem vorletzten Drive der Packers. Bisher haben die Saints kein Mittel gefunden die Tight Ends in der Flat zu verteidigen. Warum also nicht nochmal probieren?

Das Play ist das exakt gleiche wie das zuvor gezeigte nur mit einer anderen Personalgruppe. Wieder der angetäuschte Lauf (nach links). Sternberger kommt über die Backside und ist in der Flat komplett offen.

Erneute machen die beiden tiefen Routen Platz, sodass auch hier am Ende ein neues First Down für die Packers zu Buche steht.

Takeaway

Die beiden ersten Plays zeigen wie LaFleur die drei anderen Plays vorbereitet. Das Playcalling für die ersten beiden Plays erfolgt auch genau mit diesem Hintergedanken, um später auf die anderen gezeigten Plays zurückgreifen zu können. Nach dem Ausfall von Devante Adams war klar, dass andere Sieler in irgendeiner Form in die Bresche werden springen müssen. Gegen die Saints waren das die Tight Ends und nicht etwa ein Aaron Jones, den man hier vielleicht zunächst als erstes im Kopf hatte. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Jones ein schlechtes Spiel hatte!

Für eine Defense sind dieses Spielzüge schwer zu verteidigen. Hauptaugenmerk der Defense liegt hierbei zunächst immer auf dem Lauf. Der Tight End, der auf die Backside gelaufen kommt, kann sowohl blocken (ersten beiden Beispiele), als auch eine Passroute laufen. Der Defensive End der Defense auf der Backside ist in dem Fall meiste der einzige, der den Pass auf den Tight End verhindern kann. Da der Tight End aber mit viel Geschwindigkeit hinter der OLine entlang kommt, fehlt dem Defensive End einfach Zeit in dem Moment.

Sicherlich haben wir solche Plays über die Tight Ends nicht zum letzten Mal für dieses Saison gesehen!