In der heutigen Ausgabe von Green 18 gibt es keinen Weg an Aaron Jones vorbei! Was war das mal wieder für ein außergewöhnlich gutes Spiel unseres Runningbacks? Das dieses erfolgreiche Spiel von Jones aber keineswegs Zufall war, schauen wir uns in der heutigen Kolumne an.

In der Vorschau auf das Lions Spiel, hatten wir die personellen Probleme der Lions Secondary bereits angesprochen. Letztendlich spielten die Lions auch das, was sie in Woche 1 gegen die Bears Ende des Spiels bereits zeigten. Viel Man Coverage. Im Folgenden sind zwei Spielzüge aus dem Lions Spiel, in welchem die Packers Aaron Jones gezielt als Missmatch-Waffe gegen die Linebacker der Lions einsetzten.

Erstes Beispiel

Die Packers kommen zunächst mit Jones im Backfield aufs Feld mit Rodgers under Center. Auffällig ist in diesem Jahr, mit viel Motion die Packers vor dem Snap arbeiten. Auch in diesem Fall wird die Formation verändert. Lazard rückt näher an die OLine heran und Jones kommt aus dem Backfield und stellt sich als zusätzlicher Receiver an den ursprünglichen Platz von Lazard. Der rot eingekreiste Linebacker der Lions spiegelt die Bewegung von Jones. Für Rodgers ein klares Indiz für Man Coverage.

Rodgers hat sein gewünschtes Matchup gefunden. Jones gegen den Linebacker. Jones läuft hier eine Slant-Route. Wichtig dabei ist, dass er diese „hinter“ Lazard läuft, der rechts von Jones steht. Lazard kommt in diesem Play nämlich die entscheidende Aufgabe zu, den Linebacker – der Jones covern soll –  in seiner Verteidigung zu behindern. Das schafft er indem er eine einfache Go-Route läuft.

Die Idee dahinter: Der Defensive Back folgt Lazard. Damit der rot eingekreiste Linebacker Jones covern kann, muss dieser irgendwie an seinem eigenen Mitspieler und an Lazard vorbei. Im nächsten Bild ist das gut zusehen.

Der Linebaker schafft es nicht durch den Verkehr vor ihm durchzukommen. Jones hat entscheidende 2-3 Yards Vorsprung. Die Routes von Tonyan und Taylor (die im Lineup rechts der OLine standen), machen die rechte Spielfeldhälfte zusätzlich frei. Neues First Down und ordentlich Raumgewinn für die Packers, heißt es nach diesem Play.

Zweites Beispiel

Das zweite Beispiel funktioniert ähnlich. Hier arbeiten die Packers jedoch nicht mit Motions. Nach dem Huddle stellen sich die Packers extrem schnell an der Line of Scrimmage auf und Rodgers lässt den Ball sehr schnell snapen. Die Lions sind in der Defense noch nicht richtig sortiert und auf den schnellen Snap nicht eingestellt.

Wieder haben die Lions in dieser Situation einen Linebacker gegen Jones. Jones läuft hier mit viel Geschwindigkeit nach Außen, bekommt dort von Rodgers den Ball und kann relativ unbedrängt zum Touchdown laufen. Wie im ersten Beispiel, muss auch hier der Linebacker an vielen eigenen Mitspielern und an Adams, MVS und Lazard vorbei, um irgendwie in die Nähe von Jones zu kommen.

Und er kommt zu spät! Jones ist auch hier mit seiner Geschwindigkeit gegen den Linebacker eine gern genommen Missmatch-Waffe. Durch die anderen Routen der drei Packers Receiver, die die anderen Verteidiger binden (z.B. Adams in der Endzone) ist der Linebacker im Eins gegen Eins Jones unterlegen. Die Routen der Packers Receiver ziehen die Verteidiger aus dem Bereich raus, wo Jones den Platz braucht um unbedrängt den Ball zu fangen und in die Endzone zu laufen. Außen ist damit kein Verteidiger mehr der den Touchdown verhindern könnte.

Takeaway

Matt LaFleur wusste es gut Jones gegen die angeschlagene und personell geschwächte Lions Verteidigung einzusetzen. Das Ganze funktioniert natürlich auch deshalb so gut, weil die Lions Jones auch als Runner verteidigen müssen. Klar hätte es in den Situationen geholfen einen Safety oder Cornerback auf Jones anzusetzen, aber die Packers hätten in beiden Situationen sehr wohl auch den Ball einfach laufen können.

Die meisten Yards erzielte Jones ja auch am Boden durch den Lauf. Die beiden hier gezeigten Beispiele sind nur zwei von vier Situationen in denen Jones als Receiver eingesetzt wurde. Die Packers haben aus diesen beiden Situationen quasi das Maximum rausgeholt. Bereits in der vergangenen Saison konnte man beobachten, wie Defenses auf Jones als Receiver reagieren mussten. Sicherlich haben wir in dieser Kolumne nicht das letzte Mal über Aaron Jones gesprochen!

Zum Abschluss gibt es dann noch die dritte von vier Situationen, in welcher Jones als Receiver eingesetzt wurde. In dem Fall hatten die Lions sogar einen Cornerback gegen Jones. Die Art und Weise wie Jones als gelernter Runningback hier aber den Catch macht, ist einfach nur extrem beeindruckend.