Diese Steckbriefe sind eine fortlaufende Serie an Beiträgen. 53 Tage vor Saisonstart (sofern er denn stattfindet) beginnen wir mit unseren Top 53 Spielern und stellen sie euch kurz vor. Heute: Jamaal Williams

Daten und Fakten

Größe: 6’0’’ (ca. 1,83m)
Gewicht: 213 lbs (ca. 97kg)
NFL-Erfahrung: 3 Jahre
Bisherige Teams: BYU (Brigham Young University)
Stats: 46 Spiele (17 Starts), 1480 rushing Yards (8 Touchdowns), 725 receiving Yards bei 91 Receptions (7 Touchdowns)
Bisherige Teams: Green Bay Packers

College Zeit

Jamaal Williams spielte von 2012 bis 2016 für Cougars der Brigham Young University aus Utah. Im Jahr 2015 pausierte er allerdings aus privaten Gründen (“redshirt year”).

Über alle Spielzeiten hinweg war Williams wichtiger Bestandteil der Cougars Offense. 2012 brachte er sich umgehend mit 12 erlaufenen und einem gefangenem Touchdown bei 1090 erzielten Yards (775 rushing und 315 receiving Yards) ein. Als Senior gelangen ihm 2013 dann alleine als Rusher 1233 Yards, allerdings sank seine Quote an receiving Yards auf 125. Das Jahr 2014 endete für Williams recht abrupt mit einer schweren Knieverletzung, die letztlich nur 8 Einsätze für die Cougars zuließ. Dementsprechend gering war auch sein statistischer Anteil mit nur 518 erlaufenen und 47 gefangenen Yards.

Einen Sprung zurück zur starken Form der Saison 2013 gab es dann pünktlich zum letzten College Jahr. Jamaal Williams zeigte mit 1375 erlaufenen Yards seine Qualitäten in allen Spielen und konnte auch zwölf Mal in die Endzone eindringen. Im Passspiel war er aber auch in dieser Spielzeit nur wenig eingebunden mit 7 Receptions für 80 Yards.

NFL-Jahre

Combine: einfach dem Link folgen
Draft: 2017, Runde 4, 134th overall, Green Bay Packers

Im Vorfeld des NFL Draft galt Williams als Spieler, dem es an Geschwindigkeit fehlt und auch seine Cuts ließen die Herzen der Scouts nicht in die Höhe springen. Positiv fiel ab auf, dass er mit unbändigem Willen spielte und kraftvoll zu Werke ging – ein klassicher “power runner/power back”, der über Einsatz und Stärke seine Yards erzielt.

Im Draft entschieden sich die Packers dann für ein Upgrade ihres verwaisten Backfields und zogen in Runde 4 Jamaal Williams (gefolgt von Aaron Jones in Runde 5). Williams hatte zu Beginn der NFL-Saison einen schweren Stand und brauchte einige Zeit bis er sich in der NFL einfand und das Vertrauen der Coaches erhielt.

Erst in Woche 9 der 2017er Saison konnte Williams seinen ersten Touchdown für die Packers erlaufen. Gegen die Detroit Lions trug er den Ball für 67 Yards über das Feld. In den acht Spielen zuvor war seine Bestleitung elf erlaufene Yards gegen Chicago. Williams stand auch nie mehr als 22% der gespielten Snaps auf dem Feld bis Woche 9. Ab Woche 10 waren es nie weniger als 61% der Snaps, die Williams spielte.

Interessanterweise wurde Williams am College mit der Zeit immer weniger ins Passspiel eingebunden, was aber in der NFL wieder zunahm. Dies wurde auch schon in seinem Rooke-Jahr deutlich, denn Williams fing 25 Bälle für 262 Yards und zwei Touchdowns. Sicherlich kamen hier seine starken Fähigkeiten als Blocker ihm zugute, dass er bei ausreichend Passing Plays auf dem Feld stand.

In seiner zweiten Saison war Williams dann ein fester Bestandteil der Offense der Packers, auch, wenn er statistisch keinen deutlichen Sprung nach Vorne machte. 464 rushing Yards waren gegenüber 556 aus dem Rookie-Jahr ein Rückschritt, aber seine erlaufener Durchschnitt stieg von 3.6 Yards auf 3.8 an. Auch im Passspiel war er mit 27 Receptions für 210 Yards wieder involviert. Williams hatte seine komplementäre Rolle zum agileren Aaron Jones gefunden und war wichtiger Teil der Packers geworden.

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2019er Saison

Spannend ist natürlich die erste Saison unter dem neuen Headcoach Matt LaFleur gewesen, der das Laufspiel wieder deutlich mehr in den wöchentlichen Gameplan einbrachte als es Vorgänger McCarthy tat. Dies wurde vornehmlich bei Aaron Jones und seinen erlaufenen Yards/Touchdowns sichtbar, aber auch Jamaal Williams erhielt einen Boost.

Williams konnte pro Lauf nun 4.6 Yards gutmachen und sammelte über die Spielzeit verteilt 460 Yards für die Packers ein. Ihm gelang zwar nur ein Touchdown als Läufer, aber dafür war er bei gefangenen Touchdowns der Teamleader (!) (geteilt mit Davante Adams) mit fünf gefangenen Bällen.

Wenn er fit war, dann stand Williams in rund 40% der Snaps auf dem Feld und brachte sich als Runner, Receiver oder Blocker entsprechend vielfältig in den Gameplan ein.

Erwartungen an die 2020er Saison

Die Erwartungen an die 2020er Saison sind nur schwerlich zu beschreiben, denn Williams als “Power Back” hat mit AJ Dillon einen neuen Konkurrenten um diesen Posten hinzubekommen und sein Rosterplatz ist nicht vollkommen sicher.

Geht man also davon aus, dass Dillon der neue Power Back wird und Aaron Jones weiterhin die Nummer 1 ist, dann ist das Rennen um den dritten Platz in der Rangfolge der Running Backs eröffnet. Jamaal Williams wird sich mit Tyler Ervin und Dexter Williams duellieren müssen, aber er bringt deutlich anderes Skillset mit als seine Konkurrenten. Wenn Aaron Rodgers den Ball zu Jamaal Williams warf, dann hatter Rodgers ein Passerrating von 125.4 und Williams ließ auch nur einen einzigen Ball über die letzten beiden Spielzeiten fallen. Insgesamt fing Williams 94 von 113 geworfenen Bällen auf NFL-Niveau, was eine starke Quote von 83.2% an gefangenen Bällen bedeutet. Als Passblocker gehört Jamaal Williams ligaweit auch zun den besten Running Backs laut Pro Football Focus.

Wichtig ist aber bei der Bewertung auch, dass Williams abseits des Feldes als immenser Teamplayer beschrieben werden kann. Seine Tänze während des Trainings, seine erfrischende Persönlichkeit und Fähigkeit positive Stimmung zu verbreiten sollten bei der Bewertung miteinfließen. Besonders deutlich wurde des letzte Saison: in diesem Interview stellt Williams nochmal heraus, wie gern er in der Kälte spielt und wie sehr sich alle für den Teamerfolg einbringen müssen und er vorangehen will.

Letztlich ist es durchaus möglich, dass die Packers nach der Pre-Season beschließen, dass sie mit Jones, Dillon und Tyler Ervin bzw. Dexter Williams auf Running Back ausreichend besetzt sind und Williams gecuttet wird. Erwarten würde ich es aber primär nicht, denn Williams’ Qualitäten als Passblocker und Passempfänger sind Qualitäten, die die anderen Running Backs der Packers bislang nicht aufweisen konnten und er wäre zu Aaron Jones und AJ Dillon eigentlich eine perfekte Ergänzung als dritter Running Back, der jederzeit auch phasenweise ein Laufspiel bei Verletzungen/Leistungseinbrüchen anderer Spieler übernehmen kann.

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