Der NFL Draft 2020 steht bevor und auch dieses Jahr wollen wir euch wieder die Prospects vorstellen und euch mitteilen, was wir bei unserem Scouting so alles gesehen und herausgefunden haben. Der Menge wegen haben wir die Artikel aufgeteilt, sowohl das Ranking als auch die Einschätzung zu den Spielern ist also die Meinung des einzelnen Autors dieses Artikels. Viel Spaß!

In diesem Artikel geht es um die Positionsgruppe der Tight Ends. Der Artikel enthält alle Spieler, denen der Autor einen Pick in den ersten 3 Runden zuteilt, danach ist in der Menge nicht mehr jeder Spieler abdeckbar, weshalb nur einzelne ausgewählte Spieler erwähnt werden. Die Reihenfolge der genannten Spieler ist auch gleichzeitig ein Ranking, wie der Autor die Spieler sortieren würde, die Anforderungen der Teams unterscheiden sich aber natürlich, weshalb dieses Ranking mit Bedacht zu betrachten ist und nicht für jedes Scheme gilt. Die genannten Maße und Werte sind die offiziellen Combine-Werte. Das angegebene Alter bezieht sich auf das Alter zum Zeitpunkt des Drafts.

Die Green Bay Packers haben mit Jace Sternberger letztes Jahr einen Tight End relativ hoch gedraftet, denn die dritte Runde ist für Tight Ends durchaus ein Statement. Er war erst der vierte Tight End, der vom Board ging. Nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn und seiner guten Arbeit danach verspricht man sich in Wisconsin eine Menge vom Youngster. Nach Jimmy Grahams Entlassung ist Sternberger der Nummer 1-Anwärter auf den Starting Spot. Dahinter hat man mit Marcedes Lewis einen Veteran resignt, der ein herausragender Blocker ist, jedoch wenig Gefahr im Passing Game darstellt – er ist wohl neben seinen Blocking-Einsätzen auch als Veteran-Mentor im Locker Room geplant. Dahinter fehlt es ein wenig an Tiefe. Robert Tonyan ist eigentlich ein Receiving-Tight End, musste aber letztes Jahr sehr viel blocken, worin definitiv nicht seine Stärke liegt, außerdem hatte er mit einer Verletzung zu kämpfen, die nach der Saison operiert werden konnte – es bleibt also abzuwarten, ob Tonyan diese Saison einen höheren Impact machen kann. Für eine potentielle Nummer 4 (wenn gewünscht, viele NFL-Teams haben nur 3 Tight Ends) stehen derzeit nur der vom Defensive End umgeschulter James Looney sowie Practice Squad-Tight End Evan Baylis zur Verfügung. Die Packers könnten in Matt LaFleurs Scheme vor allem auf der Suche nach einem Blocking Tight End sein, der perspektivisch für den mittlerweile 35-jährigen Lewis übernimmt.

Brycen Hopkins (23, Purdue)

Größe: 6’4″ (1,93 m); Gewicht: 245 lbs (111 kg); Armlänge: 32 1/8″ (82 cm); Handspanne: 10 1/8″ (26 cm)
40 Yard Dash: 4,66sec; Bench Presses: 21; Vertical Jump: 33,5″ (85 cm); Broad Jump: 116″ (2,95 m)

Brycen Hopkins ist ein sehr guter “Move Tight End”, wie die NFL-Medien derzeit Tight Ends nennen, die ihre Stärken als Receiver haben. Sein Release ist für einen Tight End sehr gut und auch innerhalb seiner Routes spielt er mit einer Geschwindigkeit, die Linebackern Schwierigkeiten machen wird. Auch sein Route Running ist für einen Tight End überdurchschnittlich. Dazu hat Hopkins gute Hände und ist ein sicherer Pass Catcher. Mitsamt seiner Physis ist Hopkins definitiv eine Waffe im Passing Game. Seine Chip Blocks funktionieren gut und wenn er einen fest zugeteilten Gegenspieler hat, kann er im Run- sowie im Passblock erfolgreich sein, auch wenn das nicht seine Stärken sind.

Technisch ist sowohl Run- als auch Passblock aber noch wenig entwickelt, hier hat er noch einiges zu tun – vor allem seine Handwork ist sehr schwach. Selbiges gilt für seine Vision im Blocking, er findet seine Gegner nicht und ist somit im Screenblocking oder ähnlichen Plays, wo er im Lauf einen Block identifizieren soll, wenig geeignet. Außerdem bringt Hopkins kein direktes körperliches Missmatch gegen Linebacker mit, das man sich von einem Tight End wünscht. Während er eigentlich gute Hände hat und schwierige Catches macht, scheint er von Zeit zu Zeit Concentration Drops einzustreuen, die absolut nicht nötig sind.

Insgesamt ist Brycen Hopkins ein gefährliches Target im Passing Game und ein mittelmäßiger Blocker, wenn man ihn gut coacht. Da die Tight End-Klasse im Vergleich zu der letztjährigen (Hockenson, Fant, Smith Jr. als Top3) deutlich schwächer ist, ist Hopkins zwar mein TE1, trotzdem glaube ich nicht, dass er mit der ersten Runde irgendwas zu tun haben wird. Mitte der zweiten Runde könnte es mit Tight Ends losgehen, dann ist seine Zeit. Wenn ein Team für den Need reachen will, wäre Hopkins wohl mein erster Kandidat.
Für die Packers ist Hopkins vermutlich noch zu früh im Draft, um den zukünftigen Partner von Sternberger zu suchen, außerdem ist Hopkins als Move Tight End wohl weniger das, wonach die Packers suchen werden.

Adam Trautman (23, Dayton)

Größe: 6’5″ (1,96 m); Gewicht: 255 lbs (116 kg); Armlänge: 32 5/8″ (83 cm); Handspanne: 9 1/2″ (24 cm)
40 Yard Dash: 4,8sec; Bench Presses: 18; Vertical Jump: 34,5″ (88 cm); Broad Jump: 114″ (2,90 m)

Adam Trautman ist ein physisches Monster. Sein Frame überträgt sich zu 100% auf seine Spielstärke und so ist er sehr gut im Runblock. Während Tight Ends in der Regel nicht für das Kreieren von Rushing Lanes eingesetzt werden und diese nur offen halten sollen, ist Trautman ein Spieler, der hier sehr viel Power mitbringt, um eine besondere Waffe darzustellen. Im Run wie im Pass Block ist er sehr engagiert und wirft sich in jeden Gegner, den er finden kann, was sowohl seinem Runningback als auch seinem Quarterback einen immensen Vorteil verschafft. Und Apropos Vorteil: Trautman in der Redzone ist einfach eine riesige Gefahr. Er ist groß, stark und ein sehr guter Contested Catcher. Er hat einen guten Release und ist damit auch im Passing Game über das Feld verteilt ein beliebtes und einfaches Ziel für jeden Quarterback.

Während der Release gut ist, ist sein Top Speed aber sehr schwach. Sein Route Tree ist minimal und so wird er von guten NFL-Coaches schnell aus dem Spiel genommen werden, sobald der restliche Spielverlauf es zulässt. Nach dem Catch ist sein Play in der Regel vorbei, er hat nicht die Beweglichkeit oder die Geschwindigkeit, um da noch groß etwas nachzulegen. Während Trautman ein sehr physisch starker Blocker ist, ist seine Technik sehr schwach. Er hat Probleme, seine Hände innerhalb an der Brust anzusetzen und agiert so in Sachen Holdings häufig am Rande der Legalität, das könnte beim aktuellen Werdegang der NFL schwierig werden. Wie seine Geschwindigkeit ist auch seine Ausdauer mangelhaft, so beendet er häufig Plays viel zu früh, er arbeitet nicht mit Scrambles des Quarterbacks mit und findet dann auch einfache Blocks für späte Runs nicht. Außerdem muss man bei Trautman anmerken, dass er mit Dayton ausschließlich gegen schwächere Defenses spielte und dabei die Competition gegen körperlich starke und richtig gute Linebacker gefehlt hat.

Insgesamt sehe ich in Trautman einen Tight End, der viel Potential hat, aber auch definitiv nochmal eine Technik-Schule besuchen muss, bevor er auf NFL-Level besonders erfolgreich sein wird. Da eine längere Eingewöhnungszeit von Tight Ends in der NFL normal ist, mache ich mir da jedoch nicht unbedingt große Sorgen. Mitte des zweiten Tages sollte es für Trautman losgehen.
Für die Packers ist mir das immer noch etwas zu früh, vom Playtype her würde er aber einem Marcedes Lewis-Nachfolger gut entsprechen, was ihn definitiv interessant macht, sollte er sich auf dem Draft Board etwas weiter nach unten bewegen. Seine fehlende Beweglichkeit macht ihn aber nicht zu einem perfekten Fit.

Albert Okwuegbunam (22, Missouri)

Größe: 6’5″ (1,96 m); Gewicht: 258 lbs (117 kg); Armlänge: 34 1/8″ (87 cm); Handspanne: 10 1/4″ (26 cm)
40 Yard Dash: 4,49sec; No Bench Presses; No Vertical Jump; No Broad Jump

Mit Albert O, wie ihn die Amerikaner nennen, die Okwuegbunam nicht aussprechen könnten, habe ich den nächsten Receiving-Tight End in meiner Liste. Sein schneller 40 Yard Dash spiegelt sich auch in seinem Tape wieder – Okwuegbunam ist für einen Tight End sehr schnell und auch ziemlich agil, was bei seiner Größe und Masse durchaus sehr beeindruckend ist. Er hat einen riesigen Catch Radius und geeignete Ball Skills, um einer der besseren Receiving Tight Ends der NFL zu werden. Gerade in der Redzone ist er mit seinem Frame natürlich sehr gefährlich. Im Runblocking ist Okwuegbunam mit seiner Größe und Masse brauchbar, wenn auch nicht grandios.

Schwach ist bei Albert O leider die Pass Protection, hier kann er nur sehr wenig beitragen, denn vor allem technisch hat er hier noch sehr wenig drauf. Wenn man ihm das beibringt, könnte er bei seinem Frame ein durchschnittlicher Passblocker werden, aber gut ist hier wohl nicht in Reichweite. Er wird vermutlich nur als Support des Tackles oder eventuell mit Chip Blocks erfolgreich sein, als Solo-Passblocker verspreche ich mir gar nichts. Auch beim Runblocking könnte er technisch noch besser werden. Insgesamt spielt er sehr schwach und ängstlich, was sich auf alle Aspekte seines Spiels auswirkt. Er scheut den Kontakt beim Tackle und allgemein bringt sein Körper einiges Traits, bei denen man sich wünscht, dass er physischer spielen würde. Außerdem übertragen sich seine Traits (Geschwindigkeit sowie Beweglichkeit) nur bedingt auf sein Route Running, sein Release, seine Cuts und auch Geschwindigkeitskontrolle sind ausbaufähig, hier mangelt es meiner Ansicht nach ebenfalls auf technischer Seite.

Mit seinem Frame hat Okwuegbunam eine enorme Upside, “The Sky is the limit” war nie so passend. Dafür hat er aber auch noch einen weiten Weg dorthin, er muss eine Menge technischer Natur lernen und insgesamt Bereitschaft zeigen, die “dirty work” zu erledigen. Ich persönlich finde Okwuegbunam ab der dritten Runde interessant, seine Upside könnte ihn aber steigen lassen. Da er noch sehr roh ist, gibt es aber auch einige Experten, die ihn deutlich schwächer sehen.
Für die Packers wäre Okwuegbunam generell ein guter Ersatz für den entlassenen Jimmy Graham, er würde aber auch dieselben Probleme mitbringen, jedoch mit mehr Möglichkeiten, ihm das abzutrainieren. Ich glaube jedoch, dass Sternberger diese Rolle einnehmen soll, weshalb Albert O eher nicht passt. Auch mit seiner fehlenden Physis im Spiel passt er gar nicht zu den Packers und Matt LaFleur, der sehr viel wert auf harte Arbeit und Bereitschaft, sich schmutzig zu machen, setzt.

Jacob Breeland (22, Oregon)

Größe: 6’5″ (1,96 m); Gewicht: 252 lbs (114 kg); Armlänge: 32 5/8″ (83 cm); Handspanne: 9 7/8″ (25 cm)
No Combine (Knieverletzung)

Jacob Breeland ist ein Blocking-Monster. Sowohl im Run als auch im Passblock nimmt Breeland es mit diversen Spielern auf. Ob Inside oder Outside Linebacker, Defensive Ends oder auch bei Zeiten mal einen leichteren Defensive Tackle – Breeland kann ein 1on1 handlen wie ein Offensive Lineman. Im gesamten Tape, das ich geschaut habe, konnte ich kein einziges verlorenes 1on1 im Passblock finden. Breeland ist hier auch ein sehr intelligenter Spieler, so findet er den richtigen Spieler, was ihn vor allem bei Zone Runs und Movement Blocks im Open Field sehr stark macht. Im Receiving Game versteht es Breeland, durch Geschwindigkeitskontrolle und einen unerwartet guten Burst nach einem Cut Räume zu schaffen, in denen er anspielbar ist.

Ansonsten ist Breeland als Receiver aber wenig brauchbar. Sein Release ist schwach, er ist nicht wirklich beweglich in Routes und seine Geschwindigkeit lässt enorm zu wünschen übrig, jeder mittelklassige Linebacker sollte hier wenig Probleme haben, ihn zu covern und bis auf diesen einen Moment nach dem Cut komplett aus dem Spiel zu nehmen. Auch seine Physis im Blocking überträgt sich wenig auf seinen Run, so ist es auch für Safeties kein Problem, ihn in Man Coverage zu übernehmen, da er sich wenig Raum schafft und kein herausragender Contested Catcher ist, auch wenn er durchaus einen guten Catch Radius mitbringt. Außerdem ist er sehr leicht zu tacklen, da hat er wenig gegenzusetzen. Insgesamt könnte Breeland noch etwas mehr Masse aufbauen, um seine Blocking-Stärken besser hervorzubringen, da er im Receiving Game vermutlich sowieso wenig Impact haben wird.

Breeland als TE4 ist für viele eine Überraschung, aber ich empfinde seine Blocking-Stärken als so gut, dass er in einer Menge Schemes einen sehr hohen Value haben kann. In einer passheavy Offense wird er natürlich absolut nicht passen. Seine Knieverletzung könnte ein Problem sein und ihn durchaus bis in die Mitte von Tag 3 fallen lassen, generell sehe ich den Value von Breeland aber deutlich höher und es würde mich nicht wundern, wenn er in der dritten Runde gedraftet wird.
Für die Packers ist der Fit perfekt, denn seine Qualitäten sind richtig gut, um in einem Outside Zone-Scheme den Unterschied zu machen. Ähnliches wie Marcedes Lewis ist Breeland ein starker Blocker mit Notfall-Receiving Qualitäten. Es würde mich sehr freuen, wenn Breeland sein Grün & Gelb/Gold aus Oregon behält und ein Packer wird.

Thaddeus Moss (21, LSU)

Größe: 6’2″ (1,88 m); Gewicht: 250 lbs (113 kg); Armlänge: 31 7/8″ (81 cm); Handspanne: 9 7/8″ (25 cm)
No Combine

Thaddeus Moss ist generell eigentlich eher ein Wide Receiver als ein Tight End, jedoch ist er dafür etwas zu kräftig, was sich auf sein Spiel aber nicht unbedingt negativ auswirkt. Er hat einen guten Catch Radius, ist ein guter Route Runner und allgemein sind seine Ball Skills beeindruckend. Moss ist ein sehr guter und sicherer Pass Catcher und besonders seine Körperkontrolle ist beeindruckend, wenn man ihn mit seinen 1,88m Sideline-Tiptoe-Catches machen sieht. Es gibt keinen Catch, den Moss nicht machen kann. Für seinen Frame spielt Moss sehr physisch, denn obwohl er etwas kleiner ist, spielt er nicht schwächer, so ist sein Runblocking durchaus gut genug, um Gaps und Rushing Lanes offen zu halten. Allgemein ist Moss technisch sehr gut ausgebildet und ein “Plug & Play”-Tight End, was wie zuvor erwähnt bei Tight Ends selten der Fall und damit um so wertvoller ist. Gleichzeitig hat Moss aber auch noch viel Raum, wo er besser werden kann, er ist also kein typisches “High Floor, Low Ceiling”-Prospect.

Mein Hauptproblem mit Moss ist, dass er wirklich nichts so richtig ist. Für einen Receiver ist er nicht athletisch genug und hat zu viel Masse, für einen Tight End ist er aber undersized – und das sieht man teilweise auch. Moss ist kein “Big Target” in der Mitte des Feldes, das so vielen vor allem jüngeren Quarterbacks eine einfache Anspielstation gibt. In der Pass Protection führt das dazu, dass er 1on1 total verloren ist – er kann unterstützend wirken, aber sollte definitiv nicht alleine gelassen werden. Chip Blocks bringen eher ihn aus dem Konzept als den Gegenspieler, dasselbe gilt bei Press Coverage, denn obwohl er ein Tight End ist, erholt er sich davon nur schwer. Allgemein hat er nicht den besten Release und er hat Probleme damit, seine Routes mit konstanten Geschwindigkeiten zu durchlaufen, was es gerade jungen Quarterbacks schwierig macht. Nach einer gewissen Zeit sollte ein Receiver an einer gewissen Position machen, damit Quarterbacks ohne Hinzuschauen wissen, wo der Spieler ist – dafür ist Moss aber einfach zu unkonstant in seinen Routes.

Moss bekommt aufgrund seines Namens natürlich viel Aufmerksamkeit, als Sohn des Hall of Fame-Wide Receivers Randy Moss schauen viele Augen auf ihn, was ihm auf der einen Seite sehr viel Hype einbringt, auf der anderen aber auch große Ansprüche stellt. Ich glaube nicht, dass Thaddeus Moss die Fußstapfen seines Vaters ausfüllen kann, trotzdem hat er alles Talent, um ein guter Tight End in der NFL zu werden. Ich denke, dass Moss eines der ersten Talente sein wird, das an Tag 3 geht – sein Name verspricht jedoch auch viel Aufmerksamkeit, weshalb ein Team wie bspw. die umgezogenen Las Vegas Raiders auch etwas reachen könnten, um seine Dienste zu erwerben.
Zu den Packers könnte Moss eher als Wide Receiver passen, denn Matt LaFleur und Brian Gutekunst mögen physische Wide Receiver, dafür ist er dann aber eigentlich schon fast zu klein und bei der starken Wide Receiver-Klasse sehe ich hier keinen Fit. Als Tight End passt er ebenfalls wenig bis gar nicht ins Scheme. Rodgers zu Moss ist namentlich eine geile Sache, für die große Erfolgsstory wäre es aber eine Moss-Generation zu spät.

Cole Kmet (21, Notre Dame)

Größe: 6’6″ (1,98 m); Gewicht: 262 lbs (119 kg); Armlänge: 33″ (84 cm); Handspanne: 10 1/2″ (27 cm)
40 Yard Dash: 4,7sec; No Bench Presses; Vertical Jump: 37″ (94 cm); Broad Jump: 123″ (3,12 m)

Kmet ist ein sehr interessanter Spieler. Er ist riesig groß und hat lange Arme . Insgesamt ist Kmet ein sehr physischer Spieler und das zeigt sich auch in seinem Spiel. Im Pass Block kann er Linebacker und allgemein kleinere Edges 1on1 blocken, bei verlorenen Blocks ist er sofort bereit, den Checkdown-Pass zu empfangen und dann after Catch noch einige Yards einzusammeln, denn durch seine Physis ist er sehr schwierig zu tacklen. Er nimmt die Kraft der Tackles einfach auf und läuft trotzdem einfach weiter, oft muss er von mehreren Verteidigern zu Boden gerungen werden. Sein Catch Radius profitiert von seinem Körperbau enorm und mit seinen wiederum großen Händen fängt er gut, sicher und verlässtlich den Ball. Sein erstaunlich guter Long Speed kreiert durchaus Räume in der kurzen Mitte des Feldes.

Entgegen seines Long Speeds ist alles andere, was mit Geschwindigkeit zu tun hat, sehr traurig. Er ist nicht sonderlich beweglich und seine Beschleunigung ist wirklich sehr langsam, er braucht einige Meter, um ins Rollen zu kommen. Dementsprechend leidet dann auch seine Produktivität darunter, vor allem in der Endzone ist er für seinen Frame erstaunlich unproduktiv gewesen, mit der Größe, den Armen und seinem Vertical Jump sollte hier deutlich mehr gehen. Ein Grund dafür könnte die fehlden Stärke in seinen Armen sein, so ist Kmet kein besonders guter Contested Catcher. Seine fehlende Beweglichkeit schränkt ihn auch im Runblocking sowie im Pass Blocking sehr ein, vor allem da er technisch hier auch sehr eingeschränkt ist – sein Hand Placement ist zwar gut, doch es fehlt wiederum etwas Kraft in den Armen, um diesen Vorteil zu nutzen.

Mit seinem Frame ist definitiv einiges machbar, es wird aber Zeit brauchen, bis Kmet in der NFL angekommen ist. Er muss einiges Lernen und Kraft im Oberkörper aufbauen – er hat nicht ohne Grund kein Bankdrücken beim Combine gemacht. Dann steht ihm aber nichts mehr im Weg, in der richtigen Offense einen Impact zu machen. Meiner Meinung nach sollte Kmet vor Tag 3 nicht vom Board gehen.
Für die Packers passt Kmet nicht, denn sein gesamtes Skillset passt einfach nicht in Matt LaFleurs Offense.

Hunter Bryant (21, Washington)

Größe: 6’2″ (1,88 m); Gewicht: 248 lbs (112 kg); Armlänge: 32″ (81 cm); Handspanne: 10 3/8″ (26 cm)
40 Yard Dash: 4,74sec; Bench Presses: 23; Vertical Jump: 32,5″ (83 cm); Broad Jump: 115″ (2,92 m)

Hunter Bryant ist ähnlich wie Moss ein klassischer Receiving Tight End. Etwas undersized kann er mit anderen Dingen punkten. Seine Geschwindigkeit kam zwar im 40 Yard Dash nicht gut durch, sie ist aber im Tape durchaus vorhanden, gerade während seiner Routes behält er dank schneller Füße sehr gut seine Geschwindigkeit bei, sodass er für einen Tight End doch sehr schnell spielt. Seine Beweglichkeit ist herausragend, er ist ein guter Route Runner und mit seiner Physis kreiert er Missmatches gegen jede Art von Spielern – Linebacker sind meist nicht wendig genug, Safeties nicht kräftig genug. In seinen Routes ist er nur sehr schwer zu verteidigen. Dazu kommen sehr gute Ball Skills, er hat sehr gute Hände und timet seine Aktionen zum Ball sehr gut, beim Catch zusätzliche Separation zu haben. Seine Körperbeherrschung und Catch Radius sind sehr stark und so lässt er Quarterbacks oft besser aussehen, als sie eigentlich sind. Sein Ball Tracking ist stark und er adjustet gut zu inakkuraten Pässen.

Auf der negativen Seite steht aber, dass er sonst als Tight End nahezu unbrauchbar ist. Während er als kleiner Tight End nicht das typische Redzone-Threat im Passing Game darstellt, ist er außerdem kein guter Blocker. Er hat nicht unbedingt die Kraft, seine Vision für den Block ist nahezu nicht vorhanden und dazu kommt fehlende Technik, um über seine Probleme irgendwie hinwegzukommen. Das gilt sowohl für Run als auch für Passblocks. Dazu kommen dann Concentration Drops und der Fakt, dass er noch keine Saison ohne Verletzungen überstanden hat (Bryant hat enorme Probleme mit Knieverletzungen), was seiner Leistung definitiv weh tut.

Bryant ist eher ein kräftiger Slot-Receiver als ein Tight End und da die Wide Receiver-Klasse sehr groß und stark ist, hat er auch da in diesem Jahr wenig Glück. Es würde mich sehr wundern, wenn Bryant vor dem dritten Tag vom Board geht. Im richtigen Team kann er vielleicht mal ein guter Tight End werden und eventuell starten, aber da muss schon viel gutes zusammenkommen.
Für die Packers absolut kein Fit.