Der NFL Draft 2020 steht bevor und auch dieses Jahr wollen wir euch wieder die Prospects vorstellen und euch mitteilen, was wir bei unserem Scouting so alles gesehen und herausgefunden haben. Der Menge wegen haben wir die Artikel aufgeteilt. Sowohl das Ranking, als auch die Einschätzung zu den Spielern ist also die Meinung des einzelnen Autors dieses Artikels. Viel Spaß!

In diesem Artikel geht es um die Specialists. Ob Kicker, Punter, Long Snapper, Returner oder Fullbacks – we got you covered! Nehmt es ein bisschen mit einem Augenzwinkern, vor allem bei den Special Teams-Spielern ist viel Scouting nur schwer möglich und aufwendig. Die meisten Spieler dieser Liste werden wohl nicht gedraftet und suchen sich dann über die Free Agency danach selbst ein Team aus, aber auch diese Spieler haben definitiv ihren Reiz. Und wenn sie richtig gut sind, ist vielleicht auch ein Team bereit, einen späten Pick für sie aufzugeben, um sich ihre Dienste zu sichern.

Kicker

Bei den Kickern sieht es derzeit so aus, dass die Packers Mason Crosby einen teureren Vertrag gegeben haben, ein Draft Pick ist also unwahrscheinlich. Ins Training Camp bekommt Crosby aber mit Sicherheit einen Konkurrenten – und wenn der sich beweist, wer weiß dann schon, was passiert?

Ricardo Blankenship (23, Georgia)

Extrapunkte: 200/200 (100%); Field Goals: 80/97 (82,5%); Weitestes Field Goal: 55 Yards
Kicks <39yds: 51/55 (93%); 40-49yds: 23/33 (70%); >50yds: 6/9 (67%)

Ricardo Blankenship zeichnet sich vor allem durch seine enorme Konstanz aus. 82,5% aller Field Goals während seiner Zeit in Georgia sind sehr gut und vor allem seine 100% getroffenen Extrapunkte erinnern an Justin Tucker. Blankenship wird in der NFL wohl keine Längenrekorde brechen, dafür trifft er aus Distanzen bis zu 50 Yards noch relativ konstant und hat auch über 50 Yards noch eine sehr gute Quote. Als Kickoff-Specialist schießt er solide Touchbacks, so wie man es sich mit den aktuellen Kickoff-Regeln in der NFL von seinem Kicker wünscht. Blankenship ist aufgrund seiner positiven Art sehr beliebt bei Georgias Fans und wurde 2019 mit dem Lou Groza Award als bester Kicker der NFL ausgezeichnet. Außerdem hält Blankenship den Rose Bowl-Rekord für das weiteste Field Goal – er traf hier auch sein persönliches längstes über 55 Yards. Blankenship kann also auch unter Druck abliefern, was sehr wichtig ist. Auch schlechtes Wetter störte ihn nicht.

Dominik Eberle (Utah State)

Extrapunkte: 167/167 (100%); Field Goals: 64/81 (79%); Weitestes Field Goal: 52 Yards
Kicks <39yds: 41/46 (89%); 40-49yds: 19/28 (68%); >50yds: 4/6 (67%)

Der für uns wohl interessante Kicker: Eberle ist Deutscher. Wie viele andere hat er in Deutschland früher Fußball gespielt und erst bei einer Kicking-Challenge ist er auf American Football aufmerksam geworden. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der in Nürnberg geborene Kicker zwar nicht unbedingt der genauste Kicker ist, aber dafür ein sehr starkes Bein hat – Kicks über 50 Yards sind für ihn kein Problem. Er steigerte seine Genauigkeit jedes Jahr, was 2019 in einer Saison mit 87,5% getroffenen Field Goals endete – richtig starke Werte! Außerdem sind seine 100% getroffenen Extrapunkte natürlich ebenfalls beeindruckend. Zusammen mit Blankenship stand er im Finale des Lou Groza Awards, das er jedoch gegen eben diesen verlor. Eberle könnte der zweite Kicker sein, der genommen wird – und vielleicht mit Blankenship zusammen auch der einzige, der gedraftet wird, denn bei seiner stetigen Verbesserung wäre noch einiges mehr möglich. Das schlechte Wetter in Green Bay wird dem Deutschen bestimmt keine Umstände machen, mit einem späten Pick oder als Undrafted Rookie könnte er Crosby bestimmt etwas Druck machen.

Tyler Bass (23, Georgia Southern)

Extrapunkte: 114/116 (98,3%); Field Goals: 54/68 (79,4%); Weitestes Field Goal: 50 Yards
Kicks <39yds: 27/32 (84%); 40-49yds: 25/32 (78%); >50yds: 2/4 (50%)

Die Statistiken von Bass sehen definitiv nicht so besonders aus, für College-Kicker ist das jedoch nicht schlecht. Dazu hat er in seinen letzten zwei Saisons auch keinen Extrapunkt mehr verschossen – auf kurze bis mittlere Distanzen ist Bass konstant. Seine Kickoffs sind sehr gut. Vermutlich wird aber Tyler Bass aber schon nicht mehr gedraftet. Da er Probleme hat, bei schlechtem Wetter zu kicken, ist er für die Packers eher ungeeignet.

Punter

Punter zu graden, ist enorm schwer, da man auch immer die Situationen vergleichen muss. Ein Punt aus der eigenen Endzone ist schwerer, bietet aber auch mehr Potential für weite Yard-Zahlen. Ein Punt von der gegnerischen 45 bietet diese Reichweite nicht, dafür muss man den Ball perfekt platzieren und eine gute Hangtime hinbekommen, damit es kein Touchback wird. All das ist zu viel, um Punter sinnvoll zu vergleichen, weshalb ich hier lediglich die Punter aufliste, deren Zahlen für mich am besten aussahen, und euch ein bisschen Zusatzinformationen gebe, wenn ich sie kenne. Außer dem Overall-Average beziehen sich die Statistiken alle auf 2019. Der Punt-Average, die Punts Inside 20- sowie die Fair Catch-Prozente sollten möglichst hoch sein, Touchbacks sollten möglichst selten vorkommen.

Bei den Packers ist J.K. Scott definitiv nicht umstritten, “The Weapon” zeigt in der Spitze sehr gute Leistungen, ist jedoch unkonstant. Als Holder für Crosby ist er jedoch wiederum sehr gut und er bügelt einige Fehler des Long Snappers durch schnelle Reaktionen wieder aus. Ich glaube nicht, dass Punter für den Draft ein großes Thema werden, aber wie auch bei den Kickern wird es für das Camp bestimmt jemanden geben, mit dem Scott sich duellieren darf.

Alex Pechin (23, Bucknell)

AvrgOvr: 44,5yds; Punts: 65; Yards: 3076;  Avrg: 47,3yds; Ins20: 47,7%; TBs: 7,7%; FC: 30,8%

Pechins Statistiken sind mir am meisten ins Auge gefallen – vor allem mit seinem Punt Average von 47,3 Yards in 2019 führte er alle Punter in der FBS an. Seine hohe Zahl von Punts innerhalb der gegnerischen 20 Yards-Linie – fast jeder zweite landet dort – lässt vermuten, dass er vermutlich sogar noch mehr drauf hätte, wenn er es müsste. Der niedrige Gesamt-Average kommt vor allem daher, dass er 5 Jahre am College puntete (in seiner Sophomore Season puntete er nur 14 mal und nahm dann ein Redshirt-Jahr), die Zahl ist also wenig aussagekräftig. Sein längster Punt war 71 Yards lang – nicht schlecht!

Joseph Charlton (23, South Carolina)

AvrgOvr: 45,4yds; Punts: 68; Yards: 3244; Avrg: 47,7yds; Ins20: 41,2%; TBs: 7,4%; FC: 39,7%

Carlton hatte 2019 einen besseren Average als Pechin, dafür landeten auch deutlich weniger (41% sind trotzdem noch sehr gut!) Punts innerhalb der 20 Yards des Gegners, er hatte also scheinbar auch einfach mehr Platz. Seine Statistiken sind insgesamt einfach beeindruckend und wenn er das noch weiter ausbauen kann, steht einer guten NFL-Karriere nichts mehr im Weg.

Braden Mann (22, Texas A&M)

AvrgOvr: 48,9yds; Punts: 57; Yards: 2686; Avrg: 47,1yds; Ins20: 31,6%; TBs: 57,9%; 35,1%

Wenn du keine Returns deines Gegners möchtest, ist Braden Mann der richtige Mann. 58% seiner Kicks waren Touchbacks. Darunter leidet dann aber seine Quote an Punts innerhalb der 20 – Mann gibt dem Gegner also regelmäßig sichere 80 Yards zur Endzone, anstatt zu riskieren, dass der Gegner weniger laufen muss, um ein paar Yards mehr zu gewinnen. Sein Punt Average ist dabei sehr gut, er würde aber im Vergleich zu Pechin und Charlton sinken, wenn man bedenkt, dass diese eben gezielt vor die Endzone gepuntet haben. Mann wurde 2018 mit dem Ray Guy Award als bester College-Punter ausgezeichnet und gilt allgemein als der beste Punter dieser Klasse.

Sterlin Hofrichter (23, Syracuse)

AvrgOvr: 43,1yds; Punts: 77; Yards: 3289; Avrg: 42,7yds; Ins20: 35,1%; TBs: 2,6%; FC: 46,8%

Hofrichters durchschnittliche Puntweite von 42,7 Yards in 2019 sieht nicht besonders aus, jedoch ist sein Placement und seine Hangtime stark. Nahezu 50% seiner Punts wurden als Fair Catch gefangen, es wurde also kein Return versucht. Dabei waren 35% Inside 20 und nur 2,6% Touchbacks – das liest sich richtig stark. Dass er theoretisch ein starkes Bein hat (also vielleicht auch weiter könnte), beweist Hofrichter im Kicking Game, denn er ist Kickoff Specialist und macht das gut, außerdem ist er Notfall-Kicker und kann hier vor allem bei langen Kicks hilfreich sein – er macht 2019 ein Field Goal über 50 Yards als „Long Kicks“-Specialist. Wer also einen Kicker hat, der nicht das stärkste Bein besitzt, könnte hier eine Kompromisslösung finden.

Long Snapper

Nein, kein Scherz – ich erzähle euch auch etwas über Long Snapper. Aber wenn wir ehrlich sind, gibt es hier wenig interessantes zu wissen. Wer regelmäßig den Podcast verfolgt, dem wird bekannt sein, dass unser Packers-Long Snapper Hunter Bradley nicht den besten Job macht, er wird also bestimmt im Camp einen Konkurrenten bekommen.

Da es zu Long Snappern absolut nichts spannendes zu berichten gibt (man könnte sich alle Snaps angucken und selbst graden, wie akkurat sie waren, aber das spare ich mir mal), gibt es vor allem einen Namen: Blake Ferguson, LSU! Ein kleiner Insider im Discord, immer wenn es um Lieblingsspieler geht. Für jeden, der sich die Namen anschauen will, ohne auch nur eine relevante Statistik zu finden, dem verlinke ich die Long Snapper, die sich für den Draft angemeldet haben. Insgesamt werden wir aber bestimmt keinen draften und den Namen des UDFA-Kandidaten wird noch niemand bisher gehört haben – esseidenn ihr habt euch die Liste angeschaut.

 

Return Specialists

Es ist wohl klar, dass die Packers letzte Saison nicht gerade mit einem Return-Star ausgestattet waren, vor allem nachdem sie Trevor Davis getradet hatten. Ich werde hier keine Big Player nennen, die auch gute Returner sind – ein Jalen Reagor wird niemals als Returner gedraftet werden. Er spielt es vielleicht, aber das ist kein Draftgrund. Relevant sind hier Spieler, deren Return-Value ihren Draftstock enorm nach oben schieben könnte.

John Hightower, WR, Boise State, Kickreturner

Kick-Returns: 36, 840 Yards, 23,3 Y/R, 1 TD

John Hightower ist mein Lieblingsspieler, der sich hauptsächlich als Special Teamer seinen Weg in die NFL finden wird. Hightower ist richtig gut, wenn er Platz vor sich hat, aber leider nicht unbedingt physisch. Dafür ist seine Geschwindigkeit und auch seine Beschleunigung echt gut. Als Kickreturner wird er sofort spielen können und gut sein – als Puntreturner sehe ich ihn eher nicht. Auch als Gunner wird Hightower aufgrund seiner Physis nicht sofort brauchbar sein, da kann ich ihn mir aber vorstellen, wenn er daran arbeitet, an der Return-Coverage vorbeizukommen. Derzeit würde ich Hightower in etwa in der fünften Runde sehen. Ein schönes Goodie bei Hightower ist, dass er sich auch zu einem Backup-Receiver entwickeln könnte – oder ist das eigentlich andersrum? Egal!

Lynn Bowden Jr., RB/WR/QB, Kentucky, Kick- und Puntreturner

Kick-Returns: 71, 1628 Yards, 22,9 Y/R; Punt-Returns: 9, 199 Yards, 22,1 Y/R, 2 TDs

Hat jemand Taysom Hill gesagt? Lynn Bowden ist etwas ähnliches, nur dass er im College nicht als Quarterback gespielt hat. Trotzdem ist er auch ein Passer. 79 Pässe für 38 Completions, 495 Yards und 3 Touchdowns sind keine Monsterzahlen und allgemein wird er als Quarterback wenig interessant sein, Bowden war aber auch Wide Receiver und Runningback am College. Bowden kann einfach alles. QB, RB, WR, Kickreturner, Puntreturner – das ist einfach richtig gut, was er macht. 22,1 Yards/Puntreturn sind enorm starke Zahlen. Einen Spieler wie Lynn Bowden will man einfach in seinem Team haben. Während er kein Superstar in der Offense werden wird, könnte er sich doch zu einem guten Backup-WR entwickeln, der dann RB- und QB-Gefahr zusätzlich mitbringt. Bowden hat derzeit in etwa eine Einschätzung in der vierten Runde – und vieles davon wird durch seine Allrounder-Gefahr kommen. Wenn Bowden in der 5.-6. Runde noch verfügbar ist, würde ich mich enorm über seinen Pick zu den Packers freuen, da man so “wieder gut machen” könnte, dass man damals Taysom Hill hat gehen lassen.

Joe Reed, WR, Virginia, Kickreturner

Kick-Returns: 106, 3042 Yards, 28,7 Y/R, 5 TDs

Joe Reed ist derzeit als Late Round Pick bis UDFA gegradet und das passt bei ihm relativ gut, wenn man ihn als reinen Wide Receiver betrachtet, denn dort wird er vermutlich wenige vom Hocker hauen. Er braucht ein paar Schritte Platz, um in Fahrt zu kommen, weshalb er weniger als Puntreturner geeignet ist, aber als Kickreturner gewinnt er nach diesen Schritten eine enorme Wendigkeit und Gefahr. 28,7 Yards pro Return und 5 Touchdowns sprechen da eine eindeutige Sprache. Returner mit etwas WR-Upside? Mal soll ja nie etwas ausschließen.

Isaiah Rodgers, CB, UMass, Kick- und Puntreturner

Kick-Returns: 99, 2338 Yards, 23,6 Y/R; Punt-Returns: 21, 156 Yards, 7,4 Y/R, 1TD

Isaiah Rodgers ist ein beweglicher und schneller Spieler, der von einem Underclass-College kommt und deshalb keinerlei Aufmerksamkeit im Draft-Prozess bekommt. Er wird vermutlich undraftet gehen, könnte aber als Returner ein sehr beliebtes Prospect als UDFA sein. Als Cornerback wird er wohl keinen Impact in der NFL haben, als Kickreturner sah das jedoch sehr gut aus – und auch die Puntreturns waren gut. Besonders seine Physis und absolut nicht vorhandene Angst vor Verletzungen bei Returns gefiel mir sehr, er nutzt Stiff Arms und suchte jeden Körperkontakt zu Spielern, die ihn tacklen wollten. Genauso wird er als Gunner zu gebrauchen sein und insgesamt einen guten Value für die Special Teams bringen.

LeVante Bellamy, RB, Western Michigan, Kickreturner

Kick-Returns: 19, 358 Yards, 18,8 Y/R

Bellamy ist deshalb ein interessanter Spieler, weil er wie Hightower nicht nur als Returner Relevanz haben wird, sondern auch einen Anteil als Runningback haben kann. Er wird vermutlich kein RB1 werden, ich bin aber sowieso kein Fan davon, Starter der normalen Teams auch returnen zu lassen, aber einen RB2-3 als Returner aufzustellen, würde mich nicht stören. Leider ist Bellamy als Returner dasselbe wie als Runningback: Absolut unspektakulär. Wenn ein Team ihn holt, dann kann er das auch machen – ich glaube aber nicht, dass das seinen Draft Stock wirklich erhöht. Immerhin kann er den Ball gut fangen und hat keine Probleme mit fallengelassenen Kicks in seine Richtung.

 

Fullbacks

Nachdem die Packers Fullback Danny Vitale in der Free Agency an die New England Patriots verloren haben, ist das definitiv eine Position, wo neue Spieler zu den Packers kommen werden. Mindestens einer, eher zwei – je nachdem, wie wohl man sich mit Practice Squad-Member Elijah Wellman und den Tight Ends als Fullbacks fühlt. Ob jemand mit in die Saison geht, ist eine andere Geschichte, aber zumindest für die Offseason sowie Preseason wird da jemand kommen. Im Draft? Vermutlich nicht.

Sewo Olonilua, TCU

Olonilua ist mehr ein Rushing-Fullback als ein natürlicher Blocker. Für ihn wurde der Fullback-Dive erfunden. Bei TCU teilte er sich das Backfield mit RB Darius Anderson, wird aber aufgrund seiner Physis wohl eher in Richtung Fullback gehen. Er ist nicht der beste Passblocker und im Runblock muss er auch noch einiges Lernen, aber der Körper ist bereit und die Fullback-Position wird wohl Oloniluas Weg in die NFL sein. Olonilua hat die höchste Upside aller Fullbacks dieser Klasse.

Bronson Rechsteiner, Kennesaw State

Sind wir ehrlich: Dieses College hat von uns allen noch keiner gehört – von Bronson Rechsteiner vielleicht aber schon, denn er ist der Sohn des WWE-Wrestlers Rick Steiner. Rechsteiner ist wohl der prototypische Fullback: Er ist ein Vorblocker höchster Klasse. In seinen wenigen Berührungspunkten mit dem Ball konnte er 8 Touchdowns (7 Rushing, 1 Receiving) als wahrer Fullback im College verbuchen. Es wird natürlich nicht ganz sicher sein, wie er mit den größeren Gegnern in der NFL umgeht, aber eigentlich sollte das für ihn kein Problem sein, ihr kennt ja seinen Vater…

Jay Jay Wilson, Auburn

Wilson ist einer von den großen, schweren Jungs in dieser Kategorie. Er spielte bei Arizona State zunächst als Linebacker und nur zeitweise mal als Fullback, probierte sich dann auch als Tight End aus, aber der Fullback wird vermutlich seine Position in der NFL sein, dafür hat er sich in seiner Senior-Saison ein Redshirt-Jahr genommen, um sich final auf die Position vorzubereiten und nochmal von Arizona State zu Auburn zu wechseln, um dort ein gutes redshirt-Senior-Jahr zu verbringen.. Wie Danny Vitale ist Wilson eher ein Blocking-Fullback mit Receiving Fähigkeiten, er wird selten mit dem Ball laufen. In der richtigen Offense hat Wilson durchaus Potential, bei Auburn fing er 14 Pässe für 133 Yards und einen Touchdown in seiner finalen Saison.

Kelton Moore, Nevada

Moore ist kein richtiger „Big Guy“, aber er kann da ja noch zulegen. Seine Rushing-Aufgaben in Nevada haben mit der Zeit nachgelassen, dafür hat er immer öfter nur noch geblockt. Das macht er relativ gut, als wahrer Fullback hat er im College aber selten gespielt, da müsste er definitiv noch etwas lernen. Außerdem ist Moore ein sehr guter Special Teamer, sodass er gleich vielfachen Wert in das Team bringt. Das könnte ihm den Job bei einem NFL-Team einbringen.

A.J. Dillon, Boston College

Als einziger der hier aufgeführten Fullback-Kandidaten wird A.J. Dillon wohl mit Sicherheit gedraftet und wird auf keinen Fall ausschließlich Fullback sein, dafür ist er als Tailback zu gut. Mit seiner enormen Masse und Power hat er eigentlich den perfekten Frame, um in der NFL ein Fullback zu werden. In einer Offense, die den Fullback als wichtigen Bestandteil verwendet (gute Beispiel wären hier die 49ers mit Juszczyk oder die Patriots mit Develin/Johnson), könnte Dillon durchaus eine Option sein. Man bekommt einen Power-RB2, den man eben auch als Fullback verwenden und vor seinen RB1 aufs Feld stellen kann, damit er den Weg freiräumt. Ob er das will? Wer weiß. Wer mehr über Dillon lesen will, findet ihn auch im Runningback-Artikel als klassischen Tailback bewertet.