Der NFL Draft 2020 steht bevor und auch dieses Jahr wollen wir euch wieder die Prospects vorstellen und euch mitteilen, was wir bei unserem Scouting so alles gesehen und herausgefunden haben. Der Menge wegen haben wir die Artikel aufgeteilt. Sowohl das Ranking, als auch die Einschätzung zu den Spielern ist also die Meinung des einzelnen Autors dieses Artikels. Viel Spaß!

In diesem Artikel geht es um die Positionsgruppe der Linebacker. Der Artikel enthält alle Spieler, denen der Autor einen Pick in den ersten drei Runden zuteilt, danach ist in der Menge nicht mehr jeder Spieler abdeckbar, weshalb nur einzelne ausgewählte Spieler erwähnt werden. Die Reihenfolge der genannten Spieler ist auch gleichzeitig ein Ranking, wie der Autor die Spieler sortieren würde. Die Anforderungen der Teams unterscheiden sich aber natürlich, weshalb dieses Ranking mit Bedacht zu betrachten ist und nicht für jedes Scheme gilt. Die genannten Maße und Werte sind die offiziellen Combine-Werte. Das angegebene Alter bezieht sich auf das Alter zum Zeitpunkt des Drafts.

Die diesjährige Klasse der Cornerbacks hat bisher eine klare Nummer 1, welcher einer der beliebtesten Picks in Mock Drafts für die Detroit Lions ist. Danach kommt aber jemand, der durchaus nah dran ist an diesem Spieler und eventuell auch schon in den Top 10 genommen wird. Danach geht eine kleine Lücke auf und es folgt eine Reihe von Spielern die je nach Geschmack eines Teams am Anfang oder am Ende von Tag zwei genommen werden könnten.
Die Packers haben mit Jaire Alexander endlich ihre Nummer 1 auf dieser Position gefunden und theoretisch mit Kevin King auch eine Nummer 2, doch dieser ist nach der nächsten Saison Free Agent und bisher auch nicht von Verletzungen verschont geblieben. Danach kommen, Stand jetzt, Chandon Sullivan im Slot und Ka´dar Hollman, der eine ist ein solider Starter im Slot gewesen und der andere hat sich bisher noch nicht auf NFL Niveau bewiesen. Josh Jackson wurde zusammen mit Alexander gedraftet, hat aber bei weitem nicht die Leistung gezeigt, die man sich von ihm als Cornerback erhofft hatte. Inzwischen bin ich der Meinung, man sollte ihn auf Safety austesten, denn bei den Packers taugt er nichts als Cornerback (ihn könnte man gut als Tradeobjekt einsetzen, denn in einem anderen Schema könnte er bestimmt eine bessere Leistung bringen). Bei den Spielern mit einem Reserve/Future-Vertrag muss man schauen, wie sie sich entwickeln, bisher ist kein Sam Shields unter ihnen. Hier suchen wir also entweder nach einem Starter, der King ablöst oder ihn zumindest perspektivisch nach dieser Saison ersetzt, und/oder einem guten Slot-Corner mit Potential.

Jeffery Okudah (21, Ohio State)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 205 lbs (93 kg); Armlänge: 32 5/8″ (82,3 cm); Handspanne: 9 1/8″ (23,2 cm)
40 Yard Dash: 4,48sec; Vertical Jump: 41″; No 3 Cone Drill

Er ist die klare Nummer 1 dieser Klasse, weil er in bestimmten Eigenschaften einfach auf Elite-Level ist, die da wären: Seine Physis in Kombination mit seinem Speed, seine Press Coverage, seine Fußarbeit, wie er die Außenlinie zu Hilfe nimmt, sein Burst zum Ball oder Ballträger – alles ist einfach enorm stark. Er hat ein gutes Gefühl, wie er seine Tackles setzen soll, und wenn er will, kann er auch gegen Runningbacks austeilen. Was gut, aber noch nicht sehr gut, ist: Er behält den WR lange im Blick, um ihn durch dessen Körpersprache zu lesen und den Ball zu finden.

So ganz perfekt ist er aber doch nicht, denn zum einen verliert er seitwärts Speed, wenn er aus dem Backpedal wechseln muss, und auch der Übergang ist ein wenig holprig. Ebenso hat er Probleme, sein Momentum zu kontrollieren, wenn eine Route abrupt die Richtung wechselt. Ab und zu hat er Probleme, die richtige Route zu antizipieren, bisher konnte er das aber meist durch seine Geschwindigkeit wieder wettmachen. Auch in den Zonen war er manchmal inkonstant, mit einem etwas zu schnellen Trigger. Was mir gegen den Lauf nicht gefällt, ist wie er sich in “Blocking-Duellen” mit den WR vertieft und so seine eigentlich Aufgabe gegen den Lauf vergisst.

Insgesamt ist Okudah der beste Corner dieser Klasse, einfach weil er so viele Sachen schon auf einem Elite Level macht und trotzdem noch Sachen lernen oder verbessern kann. Ich denke, er würde am besten in einem Schema klar kommen, wo er viel Press Man spielt, aber er ist so gut, er dürfte überall Erfolg haben. Für mich ist Okudah als Gesamteinheit der drittbeste Spieler dieser Klasse, hinter Simmons und Young.
Mit seiner Stärke im Press Man wäre er sicherlich interessant für die Packers, zumal er einer der Cornerbacks ist, der allein auf seiner Insel spielt und dort nichts zulässt (ähnlich wie Pettine es mit Revis in New York hatte). Aber er wird lange weg sein, bevor die Packers ihn holen könnten.

C.J. Henderson (21, Florida)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 204 lbs (93 kg); Armlänge: 31 5/8″ (80,3 cm); Handspanne: 9″ (23 cm)
40 Yard Dash: 4,39u sec; Vertical Jump: 37.5″; No 3 Cone Drill

Auch die 1b dieser Klasse hat eine sehr schnelle und dabei ziemliche ruhige Fußarbeit. Allgemein ist seine Physis herausragend, er hat alle Tools, Traits und was man sonst noch so haben könnte in dieser Hinsicht. Seine Manndeckung ist beeindruckend gut und, ich bin versucht zu sagen, fast einen Tick besser als die von Okudah (ich würde aber mit niemandem streiten, der sagt “Okudah ist besser” oder “sie sind gleich”). Ich mag seine Art, die WR im Verlauf der Route zu stören, und wie er seinen starken Burst nutzt, um den Pass am Catch Point anzugreifen. Er wirkt sehr komfortabel in den Zonen und er behält dort sehr gut die Kontrolle bzw die Übersicht über die Route, den Passempfänger und die Augen des QBs und er hat einen guten Instinkt, um aus den Zonen heraus Interceptions zu holen.

Wo die Lücke entsteht, ist gegen den Lauf. Er ist vergleichsweise schlank gebaut (was ihn auch gegen sehr kräftige WR limitiert) und im Prinzip kann ich die Laufverteidigung mit den Worten von Dan Marino zusammenfassen (weil sie so gut passen): “You made business decisions”. Auch er bleibt gerne mal zu lange mit den Augen auf dem WR. Was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist seine Art, Manndeckung zu spielen. Er könnte da anfällig für die ein oder andere Flagge sein. Auch braucht er noch ein wenig Arbeit, um seinen Punch in Press Coverage effektiver zu gestalten.

Insgesamt Henderson ein reiner Cover-Corner, Schema ist kein Problem für ihn (außer man will CBs, die gegen den Lauf spielen), und ein verdammt guter dazu. Ich könnte mir vorstellen, dass es Teams gibt, die werden ihn in den Top 10 nehmen, und meine Note ist davon gar nicht so weit entfernt: Top 20.
Auch bei Henderson stellt sich im Grunde die Frage nicht, zu welchem Team er passt und zu welchem nicht. Einen Spieler wie ihn kann jedes Team verdammt gut gebrauchen. Nur wird er leider weg sein, bevor die Packers dran sind.

A.J. Terrell (21,Clemson)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 195 lbs (88 kg); Armlänge: 31 1/4″ (79,4 cm); Handspanne: 9″ (23 cm)
40 Yard Dash: 4,42sec; Vertical Jump: 34.5″; No 3 Cone Drill

Terrell hat eine gute Physis und Power für einen Cornerback. Er hat eine solide Fußarbeit, die es ihm erlaubt, in vielen Matchups an den Gegnern dranzubleiben – auch gegen bessere Route Runner. Er hat die richtige Menge Geduld, um zu warten, wie der WR von der LoS releast und erst danach entscheidet er sich, was er macht. Er spielt sehr nah am Gegner, was es ihm ermöglicht, gut gegen schnelle Spielzüge zu reagieren und die WR am Catch Point zu stören. Seine Press Coverage ist gut, er kann seinen Punch vernünftig einsetzen und die WR beim Release stören, wenn er es denn will. Seine Zonendeckung ist auch gut, er liest die Spielzüge wunderbar und wenn er den Moment gekommen sieht, triggert er, um den Pass abzufangen.

Was er nicht ganz so doll kann, ist sein Tackling. Trotz seines Willens fehlen ihm Form und Power, um den Gegner zu stoppen. Ebenso ist auch er manchmal zu schnell am Trigger auf den Ball und öffnet der Offensive Möglichkeiten für Fakes. Auch sollte er lernen, seine Hände mal bei sich zu behalten, hier hagelt es sonst Strafen. Manchmal wirkt es, als fehle ihm der letzte Gang und damit verbunden die Elite Speed, hier könnte er bei großen Zonen und vertikalen Routen gegen die richtig schnellen Leute Probleme bekommen.

Der drittbeste Corner in diesem Draft und vermutlich der beste Slot-Corner, auch wenn er bestimmt noch an seinem Tackling arbeiten muss. Insgesamt sehe ich ihn mehr als einen Outside/Slot Hybrid, da ihm wie gesagt dieses letzte bisschen Speed fehlt.
Auch die Packers hätten Verwendung für ihn, wie eigentlich fast jedes Team. Gerade vor dem Hintergrund, dass Kings Vertrag ausläuft und ein echter Slot Corner-Starter fehlt.

Kristian Fulton (21, LSU)

Größe: 6″ (1,83 m); Gewicht: 197 lbs (89 kg); Armlänge: 30 5/8″ (77,8 cm); Handspanne: 9 1/8″ (23,2 cm)
40 Yard Dash: 4,46sec; Vertical Jump: 35.5″; Cone Drill: 6.94 sec

Der Speed ist definitiv vorhanden und seine Bewegungen sind sehr flüssig. Er kann auch bei sehr wendigen Gegnern dranbleiben und hat die Beschleunigung, um aus der Press Coverage heraus immer noch vor dem WR zu bleiben. Sein Football IQ sollte gut sein, er kann seine Positionierung perfekt an die Route anpassen und so den Pass verhindern. Er kann Press sehr gut spielen, hat immer eine Hand am Gegner, um diesen zu stören, und er wird nie hektisch – er spielt unfassbar ruhig und kontrolliert. Seine Zonenverteidigung ist okay, außer seinem guten Burst, um Pässe zu verhindern, ist der Rest komplett unaufällig (weder gut noch schlecht).

Er hat eine Tendenz zum Halten, etwas was in der NFL eventuell zum Problem werden könnte. Auch hat er manchmal Momente, in denen er am Boden festklebt und sich nicht so recht entscheiden kann. Er positioniert sich zwar gut, aber muss besser werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um mehr Interceptions zu landen. Sein Laufverteidigung ist okay, er verpasst leider zuviele Tackles.

Fulton hat auch seinen Teil an roten Flaggen, in Form von zwei “Season Ending”-Verletzungen (Finger und Fuß) und er wurde ein Jahr durch die NCAA gesperrt, da er eine Drogenprobe vertauscht haben soll (Urin von einer anderen Person). Als Gesamtheit sehe ich ihn eigentlich als einen Runde 1-Corner, mit einer besseren Laufverteidigung wäre er ein genialer Slot, die Flaggen könnte ihn aber ein wenig drücken.
Bei Ted Thompson wäre ich mir sicher, er würde nicht von den Packers gedraftet werden, mit Gutekunst schauen wir mal. An 62 könnte es noch Konkurrenz für ihn geben, an 96 ist er mit absoluter Sicherheit BPA.

Trevon Diggs (21, Alabama)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 205 lbs (93 kg); Armlänge: 32 3/4″ (83 cm); Handspanne: 9 3/8″ (23,8 cm)
No Combine

Seine Physis ist auf Safety-Level, trotzdem ist er sehr wendig und kann is fast allen Momenten in der Nähe der Gegner bleiben. Seine Zonendeckung ist verdammt gut, gerade sein Verständnis für die verschiedenen Zonen im Kombination mit den Routen der Gegner erlaubt es ihm immer, in einer sehr guten Position zu bleiben. Wenn er den Ball antizipiert, kann er sehr schnell zum Ball kommen und dort mit einer Präsenz den Ball spielen wie man sie selten sieht. Er kann seine Physis in der Press Coverage nutzen, um Gegner vom Ball abzuschirmen, aber auch schon an der LoS, wo er gegen die WR ordentlich austeilt.

Wie jeder Playmaker hat er auch die Gefahr, dass er mal zu weit geht und die Gegner profitieren. Auch reagiert er gern mal schneller, als es gut für ihn wäre, und fällt damit auf Fakes und Köder rein. Seine Tacklings sind für seine Physis eine Enttäuschung. Auch wird er gegen die Top-WR Probleme haben, in Manndeckung zu bleiben.

Als Gesamtpaket kratzt er an der ersten Runde, aber es reicht dann doch nicht ganz. Ich glaube, er hat Potential für jedes Schema, auch wenn seine Stärke ganz klar in der Zonendeckung liegt. Alternativ könnte man ihn mit einem verbesserten Tackling und einem verbesserten Football IQ auch gut auf Safety stellen. Er hat leider ein rote Flagge aufgrund eines gebrochenen Fußes.
Zu den Packers würde er mäßig gut passen, eben weil seine Stärke in den Zonen liegt, aber er hat auch Qualitäten, die ihn für Green Bay interessant machen. Nur dürfte er weg sein, bevor die Packers ihn nehmen wollen. (Bitte nicht in Runde 1, dafür passt er zu wenig)

Jaylon Johnson (21, Utah)

Größe: 6″ (1,83 m); Gewicht: 193 lbs (88 kg); Armlänge: 31 3/8″ (79,7 cm); Handspanne: 9 3/8″ (23,8 cm)
40 Yard Dash: 4,5sec; Vertical Jump: 36.5″; 3 Cone Drill: 7.01sec

Guter Athlet mit viel Speed. Seine Fußarbeit ist flüssig, ruhig und schnell und er hat keine Probleme mit Agilität. Er ist so ein kleines bisschen der Gegenentwurf zu Diggs. Seine Manndeckung ist als ganzes auf einem sehr hohen Level, es gibt da auch nichts, was sich als Einzelnes herausgreifen lässt. Was mir gefällt, ist wie willig er am Catch Point agiert. Gegen den Lauf agiert er sehr willig und er hat kein Problem damit, reinzuhalten.

Was er dagegen nicht gut macht, ist Zonendeckung. Er verliert sich immer wieder mit den Augen im Backfield oder lässt sich durch Fakes täuschen. Auch ist er trotz seines Speeds in den Zonen manchmal zu langsam gegen die Deep Threats. Auch lateral hat er Probleme, in den Zonen zeitig bei den Gegnern anzukommen um diese zu stören.

Er ist definitiv jemand, den ich am Anfang, wenn möglich, nur als Manndecker einsetzen würde. Denn das ist seine Stärke und dort ist er auch schon startbereit. Als Zonenverteidiger muss er halt noch einiges lernen. Wie Diggs kratzt er gerade so an der ersten Runde.
Er würde gut zu den Packers passen und ja, man würde an Nummer 30 mit ihm wenig falsch machen, denn man bekommt einen Spieler, der King definitiv mehr als nur herausfordern kann und im Zweifel könnte man ihn nach außen stellen und King oder Alexander in den Slot.

Jeff Gladney (23, TCU)

Größe: 5´10″ (1,78 m); Gewicht: 191 lbs (87 kg); Armlänge: 31 7/8″ (81 cm); Handspanne: 9″ (23 cm)
40 Yard Dash: 4,48sec; Vertical Jump: 37.5″; 3 Cone Drill: 7.26 sec

Leicht überdurchschnittlichen Top-Speed, trotzdem kann er gerade gegen vertikale Routen punkten. Sein Backpedalling ist okay ohne große Stärken und erst Recht ohne Schwächen, und sogar ziemlich schnell (es hilft, dass er viel Off Man spielt). Er hat eine gute Balance in seiner Sicht zwischen Ball und WR und könnte das theoretisch für einige Interceptions nutzen, wenn er sie nicht fallen lassen würde. Er ist einer der besseren Tackler der Cornerback-Klasse und kann auch ordentlich Wumms in die Tacklings reinlegen.

Seine Zonenverteidigung ist auf der schlechten Seite von okay, ihm passiert es immer wieder, dass er WR aus den Augen verliert. Er ist unheimlich inkonstant, wenn es um das verteidigen von Curls geht. Wenn er durch den Verkehr muss, hat er deutliche Probleme, bei Berührungen nicht aus der Balance zu geraten. Allgemein sind Richtungswechsel das Mittel der Wahl, um ihn zu schlagen. Seine Winkel für Tacklings sind selbst für einen Corner schwach.

Ich weiß nicht so recht, wo ich ihn haben wollen würde, für außen könnte er zu klein sein und gerade gegen NFL Size WR Probleme bekommen, die Gegner im Slot werden zu wendig für ihn sein und im Slot müsste er zu oft durch den Verkehr. Eigentlich sagt sein Tape Runde 2, aber ich sehe ihn mehr in der dritten Runde.
Ich würde ihn ungern bei den Packers sehen, einfach weil er vermutlich besser aufgehoben ist, wenn er in einer Zonenverteidigung außen spielt und nicht in einem Schema, wo er viel am Gegner kleben muss.

Noah Igbinoghene (20, Auburn)

Größe: 5`10″ (1,78 m); Gewicht: 198 lbs (90 kg); Armlänge: 31 3/4″ (80,6 cm); Handspanne: 9 3/8″ (23 ,8cm)
40 Yard Dash: 4,48sec; Vertical Jump: 37″; No 3 Cone Drill

Seine beste Eigenschaft ist, wie er die Seitenlinie nutzt, um seine Gegenspieler auszuschalten. Seine Fußarbeit ist super, er öffnet gut, schnell und flüssig die Hüfte, um sehr gute Top-Speed aufzunehmen. Sein Punch in der Press Coverage schickt seine Gegner gerne mal komplett aus dem Spielzug raus, ist aber ein wenig inkonstant. Sein Schwerpunkt bleibt lange tief – und zwar ziemlich tief, was ihn zu einem der wendigsten Cornerbacks dieser Klasse macht. Seine Zonenverteidigung ist allgemein gut, gerade sein Gefühl für die Routen ist da ein großes Plus.

So gut er die Seitenlinie nutzt, wenn er diese nicht, hat passiert es ihm regelmäßig, dass er zu viel Platz zwischen sich und dem WR lässt und so anfällig für Crosser, In-Breaker etc wird. Er hat einen durchschnittlichen Burst, mit dem er sich auch noch in schlechte Positionen ködern lässt. Er wirkt manchmal überfordert, wenn er drei, vier Passempfänger auseinander halten soll. Ich finde ihn im Allgemeinen noch etwas inkonstant (das liegt vermutlich aber an der Erfahrung). Seine Laufverteidigung ist auf der schlechten Seite von durchschnittlich, er muss da noch aufpoliert werden in jeglicher Hinsicht.

Wie im letzten Punkt erwähnt: Er spielt erst seit zwei Jahren Corner und sucht sich immer noch zurecht auf dieser Position. Allgemein viele der Sachen, die bei ihm noch hapern, hängen mit seiner mangelnden Erfahrung auf der Position zusammen. Ihn kann man definitiv irgendwo in Runde 3, vllt. auch 2 nehmen.
In Runde 3 würde er ganz gut zu den Packers passen, denn er müsste noch nicht starten und könnte im ersten Jahr lernen, um danach im Slot oder eventuell sogar auch schon außen starten. Auch passt er vom Alter her gut ins Packersschema (seine Größe aber nicht, da werden meist größere bevorzugt im Draft).

Damon Arnett (24, Ohio State)

Größe: 6″ (1,83 m); Gewicht: 195 lbs (88 kg); Armlänge: 30″ (76 cm); Handspanne: 9 1/8″ (23,2 cm)
40 Yard Dash: 4,56u sec; No Vertical Jump; No 3 Cone Drill

Press Coverage-Spezialist. In Manndeckung allgemein spielt er sehr physisch und und nimmt dem Gegner so den Raum. Sein Backpedal ist gut, flüssig und schnell. Er bewegt seine Augen gut zwischen dem Passempfänger und dem Ball hin und her, um dann entsprechend zu reagieren bzw die eventuelle Lücke zu verhindern. Seine Zonenverteidigung profitiert von seiner Erfahrung und seinem guten Instinkt, wie sich die Routen in seiner Zone verhalten. Er hat die Kraft, um WR auch mal aus dem Weg zu räumen und kann alleine gegen den Lauf verteidigen.

Was bei ihm ein kleiner Kritikpunkt ist, sind seine Übergänge, die nicht immer ganz rund ablaufen – gerade wenn er aus dem Backpedal nach vorne explodieren sollte, braucht er meist einen Augenblick. Ihm fehlt meines Erachtens dieses letzte bisschen Top-Speed, was gerade vertikal zum Problem werden kann. Auch monieren einige Scouts, dass seine Emotionen ihm ein wenig zuviel Aufmerksamkeit der Offiziellen zuteil kommen lassen, was auch dazu führen könnte, dass ihm mal ein Hold mehr gepfiffen wird als anderen.

Insgesamt wird ein Tem ihn draften müssen, welches ihn sofort starten lassen will, denn er wird 24, sein wenn die Saison anfängt. Wer weiß, ob da noch viel Potential vorhanden ist. Somit ist er ein solider Drittrundenpick für ein Team, welches zum Beispiel einen Slot Corner sucht.
Die Packers werden ihn nicht holen, sie wollen ihre eigenen Spieler entwickeln und Arnett wird schlicht zu alt dafür sein.

Cameron Dantzler (22, Mississippi State)

Größe: 6´2″ (1,89 m); Gewicht: 188 lbs (85 kg); Armlänge: 30 5/8″ (77,8 cm); Handspanne: 9″ (23 cm)
40 Yard Dash: 4,64sec; Vertical Jump: 34.5″; No 3 Cone Drill

Dantzler hat einen soliden Speed in allen Phasen, allgemein ist seine Athletik auf einem guten Niveau. Er kann durchaus an Gegnern kleben und ihnen so die Luft abschnüren. Er hat eine tolle Nase für den Ball und einen schnellen Trigger, um entweder auf die Jagd nach Interceptions zu gehen, oder aber gegen den Lauf zu arbeiten. Er kann auch gut gegen Bunch Releases angehen und dort den “richtigen” Gegner rausfiltern. Seine Laufverteidigung ist ziemlich gut, ohne größere Ausreißer nach oben oder unten.

Es hat Gründe, warum er hauptsächlich Off Man Cover und Zonen gespielt hat. Erstens schaltet er unheimlich schnell vom Backpedal um, zweitens hat er Probleme gegen alles, was irgendwie mal was von Agilität gehört hat. Und wenn er mal in die Press Coverage muss, springt er mehr nach vorne in den Gegner rein, als dass er den WR an der LoS mit den Händen pusht, was gerade in der NFL zu vielen freien WR führen wird. Auch hat er die Angewohnheit, seine Hände nicht vom WR wegzunehmen, was etwas cleverere WR auszunutzen wissen und Schiris, wenn sie es einmal mitbekommen, wegpfeifen werden.

Er ist ein klarer Zone Corner. Dort könnte er durchaus gut und durch seine Größe gepaart mit seiner Nase für den Ball ein effektiver Turnover-Produzent werden. Trotzdem hat er seinen Anteil an Schwächen, um ihn in die dritte Runde zu drücken.
Als Zonenspezialist keiner für die Packers.

Bryce Hall (22,Virgina)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 202 lbs (92 kg); Armlänge: 32 1/4″ (79,3 cm); Handspanne: 9 5/8″ (24,5 cm)
Nur Bench Press: 11

Sein bester Punkt sind sein Instinkt und seine Übersicht. Er tackelt wirklich gut mit einer sehr guten Technik und einer tollen Form. Auch der Wille, gegen den Lauf zu spielen, ist mehr als genug vorhanden. Er ist der beste Corner, wenn es darum geht, den Lauf (mit allem was dazu gehört) zu spielen. Er hat ein tolles Auge für den Ball und schafft es immer wieder, im richtigen Moment am WR zu sein, um den Catch zu verhindern bzw. alternativ die Flugroute des Balles zu antizipieren und abzufangen. In Press Coverage hat er an der LoS viel zu melden und kann die WR mit seinem Punch aus der Bahn befördern.

In den wichtigsten Punkten hat er leider Schwierigkeiten, er ist nicht der dynamischste auf dem Feld und auch der Top-Speed ist durchschnittlich. Gegen sehr gute oder einfach nur wendige Route Runner hat er ziemlich große Probleme und die äußern sich bei ihm gerne mal im Festhalten des Gegners. Sein Backpedal ist unterdurchschnittlich und er wirkt nicht sonderlich komfortabel, wenn er diesen lange ausführen muss.

Wieder ein Zonenspezialist, Coaches und Scouts bescheinigem ihm einen sehr guten Football IQ, er hat seine besten Momente, wenn er Spielzug, Gegner oder Ball vor sich hat, und er wirkt in den Zonen deutlich besser, als wenn er Mann gegen Mann mit einem Spieler mitlaufen muss. Aufgrund seiner Physis könnte er aber ein Lösung zur Manndeckung von Tight Ends sein. Eventuell ist auch hier ein Wechsel auf Safety angebracht. Als Note bekommt er eine Runde 3, aber ein Team, welches hauptsächlich Zonen spielt, könnte ihn auch früher nehmen.
Bei den Packers wäre er keiner für die außen und würde nur aufgrund seiner Variabilität in den Kader kommen, allgemein hätte man dann mit ihm aber die gleiche Situation wie mit Josh Jackson. Also nein danke.

Reggie Robinson II (23, Tulsa)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 205 lbs (93 kg); Armlänge: 31 1/2″ (80 cm); Handspanne: 8 3/8″ (21,2 cm)
40 Yard Dash: 4,44u sec; Vertical Jump: 36″; 3 Cone Drill: 7.09

RAS-Projekt (steht hier zwar bei positiv, reicht aber normalerweise, um mich komplett von einem Spieler abzuturnen). Robinson ist ein überdurchschnittlich guter Athlet mit ausreichend Speed auf dem Feld. Man sieht ihm an, er hat einen tollen Instinkt mit einer soliden Übersicht, um sich gut in einer Zonendeckung zurechtzufinden. In der Manndeckung schafft er es gut, seine Füße unter Kontrolle zu halten, um sich an die Gegner anzupassen. Er hat einen richtig starken Punch an der LoS, um die WR unter Kontrolle zu bringen. Auch hat er im letzten Jahr bewiesen, was er für eine gute Nase für den Ball hat. Seine Laufverteidigung ist toxisch für den Gegner, er will den Lauf stoppen und macht das auch mit einer, für Corner, starken physischen Präsenz.

Leider ist sein Backpedal auch gerne mal zu lässig, was dazu führt, dass er sehr aufrecht wird. Daraus resultiert eine Beschränkung in der Agilität, die schon normale WR auszunutzen wissen werden. Auch muss er seine Hände in den Griff kriegen, sonst hagelt es Flaggen. Allgemein wirkt er manchmal noch relativ roh im Bezug auf Routenerkennung (wie spielt man welche Route), Hüftbewegungen und das Umschalten vom Backpedal.

Schwer zu beurteilen ist, wie es sich in der NFL auswirkt, aber er soll auf seinem linken Ohr taub sein. Was gut ist: Zusätzlich zu seinem RAS scheint er ein ziemlich cleverer Junge zu sein, denn mit 23 Jahren bleibt ihm nicht mehr allzu viel Zeit, um seine technischen Mängel auszumerzen. Sonst könnte er auf eine Backup-Rolle beschränkt sein.
Grundsätzlich passt sein RAS in das Schema der Packers und er hat einige für die Packers passende Eigenschaften, ich würde ihm eine Note in der Runde 4 geben, aber sein Alter ist eigentlich zu hoch für einen Pick der Packers (der sich noch entwickeln muss).

Stanford Samuels III (21, Florida State)

Größe: 6´1″ (1,86 m); Gewicht: 187 lbs (85 kg); Armlänge: 31 3/4″ (80,6 cm); Handspanne: 10 1/8″ (25,7 cm)
40 Yard Dash: 4,65sec; No Vertical Jump; No 3 Cone Drill

Zum Schluss noch einer meiner liebsten Late Day 3-Kandidaten. Samuels kann seine Physis sehr gut nutzen, um Gegner an der LoS aus der Route zu bringen und sich so einen Vorteil zu erarbeiten bzw. das Timing der Gegner aus den Fugen zu bringen. Er hat eine gute Disziplin darin, seine Augen auf dem QB zu lassen, während er mit dem WR mitläuft. Allgemein sein Balltracking ist seine beste Eigenschaft. Im Kombination mit einer guten Antizipation kann er immer wieder Bälle abfangen oder den WR am Catch Point stören. In den Zonen bewegt er sich sicher und hat einen Überblick über das Spielfeld. Gegen den Lauf kann er sich sehr gut von Blockern lösen.

Er hat leider Balanceprobleme in der Manndeckung und es passiert ihm gerne mal, dass kleine, wendige WR ihm entwischen. Er kommt sehr langsam aus dem Backpedal heraus und er wirkt sehr hüftsteif. Ihm fehlt deutlich merkbar sowohl ein guter Burst als auch der Top-Speed.

Er hat ein paar Sachen, mit denen man arbeiten kann, aber seine Schwächen sind deutlich und bei einigen habe ich meine Schwierigkeiten, zu glauben, sie könnten ausgebügelt werden. Insbesondere der fehlende Burst und der fehlende Top-Speed dürften ihn zu einem Karriere-Backup limitieren. Seine Note: Runde 6
Für einen Safety fehlt ihm die Physis, aber mit einem Sechstrundenpick könntne die Packers einen Spieler bekommen, welcher erstmal als Backup lernen könnte und im Zweifel ein guter Backup wird, der eventuell für das ein oder andere Big Play verantwortlich ist.