Ok, Moment. Wenn man an legendäre Quarterback-Coach-Verbindungen denkt, kommen eigentlich nur zwei in Frage: Tom Brady mit Bill Belichick und Vince Lombardi mit Bart Starr.

Doch fast wäre die Geschichte eine andere geworden. Bart Starr wurde 1956 von den Packers in der 17. Runde gedraftet und hatte nie wirkliche Aussichten, über einen Backup-Status hinauszukommen. Denn Vince Lombardi hatte seine Augen auf einen anderen Quarterback geworfen, der zum Zeitpunkt des Drafts gute Chancen hatte, die Heisman Trophy zu gewinnen. Randy Duncan, der die Iowa Hawkeyes zu gleich zwei Siegen im Rose Bowl geführt hatte. Verständlich, dass Lombardi als neuer GM und Coach begeistert war. Und er hatte alle nötigen Mittel, um Duncan nach Green Bay zu holen: Die Packers hatten den ersten Pick des Drafts.

Die logische Folge: Lombardi holte den erfolgreichen College-Quarterback nach Green Bay. Doch der dachte gar nicht daran, für die kleine Franchise aus Green Bay aufzulaufen, die zum damaligen Zeitpunkt auch finanziell nicht besonders gut aufgestellt war. Stattdessen entschied sich Duncan, für ein höheres Salär nach Kanada zu wechseln und unterschrieb in Vancouver!

Die Packers hatten ihren ersten Pick doch tatsächlich vollkommen in den Sand gesetzt und mussten sich in ihren eigenen Reihen umsehen. So warf Lombardi ein Auge auf Starr, der schon seit drei Jahren in Green Bay auf dem Feld, oder besser neben dem Feld stand. Und der kluge Quarterback machte sich die Aufmerksamkeit zunutze, der Rest ist Geschichte…

Duncan übrigens spielte nach zwei Jahren in Kanada noch eins bei den Dallas Texans, verließ dann die NFL, ging zur “Law School” und wurde ein höchst erfolgreicher Anwalt. Ein Missverständnis der größeren Art, das dennoch für beide Seiten ein gutes Ende hatte.