Heute war Aaron Rodgers zum ersten Mal diese Offseason in den Medien; bei ESPN Milwaukee stand er bei Wilde and Tausch Rede und Antwort; dabei ging es vor allem um das neue CBA (Arbeitsvertrag zwischen Spielergewerkschaft NFLPA und den Teambesitzern).

Rodgers hatte bereits zuvor auf Twitter erklärt, dass er mit “nein” stimmen würde und dies mit der schlechten Lage für die Spieler begründet. Im Interview legte er nun nach: Sein Problem seien die Dinge, die “nicht verhandelbar” seien und wie es denn sein könne, dass man bei 16 Spielen und einer Geldverteilung von 50/50 so schnell auf 17 Spiele (die am Anfang nicht einmal von den Besitzern gefordert wurden) und nur 48% gekommen sei. Weiterhin kritisiert er an den 17 Spielen und der einen Bye-Week, warum man dann von Spielerseite nicht 16 Wochen Football und zwei Bye-Wochen (ebenfalls 18 Wochen Football) habe hineinverhandeln können.

Auch das Mindset der Verhandler und vieler Spieler sei jetzt: Ist das CBA “gut genug” – und nicht, was der Wert der Spieler sei – im Prinzip würden sich die Spieler deutlich unter Wert verkaufen. Auch seien 10 Jahre zu lang und er glaube nicht, dass sich in 10 Jahren die Spieler sagen würden, “ach wie gut, dass wir genau diesen Deal verhandelt haben”.

Generell würden die NFLPA an völlig falschen Punkten ansetzen: Statt Zugeständnisse bei wirklich entscheidenden Themen wie Einkommen und Sicherheit der Spieler zu fordern, gehe es hauptsächlich um “Trainingszeit” und “Marijuana-Testzeiten”; etwas, dass die Owner nichts kostet. In Sachen Sicherheit gehe das CBA sogar einige Schritte rückwärts.

Sein zweiter großer Kritikpunkt: Den Spielern sei das CBA nicht wirklich wichtig. Zum einen seien die Verhandlungen sehr hastig durchgedrückt worden, sodass wichtige Punkte überhaupt nur in Stichpunkten diskutiert wurden und zum anderen vermisse er das Interesse vieler Spieler. Er habe Mails an alle Packers-Spieler versandt und quasi keine Antworten bekommen, das sei “entmutigend”. Auch der Mangel an Kritik stößt ihm auf, in der heutigen Zeit würden die meisten das nur schnell am Handy runterscrollen und er frage sich, ob die Spieler sich dafür überhaupt interessieren würden.

Er fährt fort, dass er nicht überzeugt sei, wenn Spieler nicht einmal das CBA lesen würden, dass sie das Durchhaltevermögen für einen Streik hätten.

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Rodgers hat natürlich Recht mit seiner Sorge. Dass nicht einmal die Leute, als deren “Leader” er sich versteht, auf seine Mail antworten, zeigt ein beunruhigendes Bild. Viele prominente Spieler wie Rodgers und Sherman haben sich gegen das aktuelle CBA ausgesprochen; die Frage ist, ob die Masse an Spielern ihnen folgen wird. Da eine einfache Mehrheit für oder gegen das CBA ausreicht, kann es aber auch sein, dass die Spieler, die es nicht interessiert, nicht abstimmen. Bei den “Interessierten”, die sich auch öffentlich äußern ist die Stimmungslage in meinen Augen eher dagegen eingestellt. Wenn aber viele Spieler das einfach “hinter sich” haben wollen – und so kommt es nach den Aussagen von Rodgers an – dann wird das CBA wohl angenommen.