2015 hat angerufen die wollen ihr Spiel zurück,  war mein Gedanke Reaktion als das Ergebnis feststand. Wie so vielen anderen Fans ist mir dieses Spiel leider lebhaft im Gedächnis geblieben.

Dass die Packers dazwischen noch viermal gegen die Seahawks gespielt haben und dabei dreimal gewonnen haben wird so ein bisschen ausgeblendet. Übrigens waren alle drei Siege zuhause, während das 2015 NFC Championship Spiel in Seattle stattfand. Doch man sollte 2015 nicht als Vergleich heranziehen, dazu ist die NFL zu schnelllebig und obwohl einige Protagonisten auch dieses Jahr wieder dabei sind ( Rodgers, Adams, Williams, Wilson, Lynch und Wagner und weitere) haben die Kader doch wenig mit den damaligen zu tun. Was den Packers damals übrigens das Genick gebrochen hat? Mangelnde Redzone-Effizienz. Das Turnoverduell wurde mit +3 gewonnen ( inkl 4 INT von Wilson) doch Punkte wurden keine erzielt.  Warum ich es trotzdem erwähne: Auch dieses Jahr werden zwei Aspekte dieses Spieles meines Erachtens entscheidend: Redzone Performance und die tiefen Pässe.

Im Passspiel wird es zwei sehr interessante Duelle geben: Alexander vs Lockett (beide 5-10 Körpergröße laut Combine) und King vs Metcalf ( beide 6-3 laut Combine)

Jaire Alexander vs Tyler Lockett, die jeweilige Nummer eins ihres Teams.

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Athletik Alexander links, Lockett rechts:

Broad Jump   127.0 vs 121.0 inches       

40 Yard Dash 4.38 vs 4.4 Secs

Vertical Jump 35 vs 35.5 inches

3 Cone Drill 6.71 vs 6.89 secs

20 Yard Shuttle 3.98 vs 4.07 secs

Statistik:

Alexander:                                                   Lockett:

58 Tackles                                                  82 Catches

17 Pässe verteidigt (Platz 4 in der NFL)    1057 Yards

2 Interceptions                                            8 TD ( Platz 7 der NFL)

98 Targets ( 6 meiste)                                 108 Targets

55 Catches allowed ( 12 meiste)               15 Big Plays ( laut ESPN; Platz 21 in der NFL) ( ich habe ein paar mehr dazu gezählt, die bei 20 Yards waren. ESPN scheint erst ab 21 yards zu zählen)

PFF Rating: 72 ( Alexander ) vs 77 ( Lockett )

Fazit:

Athletisch kein großer Unterschied erkennbar, Lockett hatte diese Saison 20 Receptions bei 29 Targets für 20 oder mehr Yards, sein Durchschnitt liegt bei 12.9 Yards pro Catch. Daraus kann man schließen er ist zwar eine Big Play Gefahr, doch er ist mehr im mittleren Bereich um die First Down Linie unterwegs. An den Werten oben erkennt man Alexander ist ein bisschen explosiver als Lockett, und hatte statistisch gesehen eine ein kleines bisschen bessere Saison. Mit den obigen Daten würde ich sagen dieses Duell ist absolut ausgeglichen. Laut PFF hatte Lockett knapp die bessere Saison, meines Erachtens war die von Alexander ein Stück erfolgreicher wenn man die Targets mit den Catches allowed ins Verhältnis setzt. Wird Jaire Lockett bei null halten können? Nein, Lockett wird es gelingen einige Catches zu machen. Interessant wird es wie wichtig diese werden, denn Lockett ist die Sicherheitsdecke von Wilson und Alexander wird wohl häufiger allein auf der Insel gegen ihn spielen. Denn die Safeties sind anderweitig gebunden. Insbesondere die 3&8+ Situationen werden die Momente für Lockett und sämtliche da genutzen Routen ( Out, Slant, Deep Over und Comeback Routen werden von Lockett meist gelaufen). Bei den Slants kommt es drauf an wer den besseren Release bekommt, da war Alexander bisher nicht schlecht und auch als Off Cover ist er schnell genug um rechtzeitig den Pass zu unterbrechen. Die Deep Overs sind aufgrund der ähnlichen Speed der beiden kein Problem, da sollte Alexander immer mitkommen. Out und Comebacks könnten die Knackpunkte werden, denn die Routen sind dafür da um Manndeckung zu schlagen. Da wird Alexander auf den Pass Rush hoffen müssen, damit Wilson seinen Pass nicht perfekt anbringt. Denn wenn diese Routen von QB und WR perfekt ausgespielt werden hat ein CB ( in Manndeckung) fast keine Chance dazwischen zu funken. Im Vakuum ist dieses Duell ausgeglichen, bleibt also zu hoffen Alexander erwischt die bessere Tagesform.

Kevin King vs DK Metcalf

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Athletik King links, Metcalf rechts

40 Yard Dash 4.43 vs 4.33 Secs

Vertical Jump 39.5 vs 40.5 inches

3 Cone Drill 6.56 vs 7.38 secs

20 Yard Shuttle 3.89 vs 4.5 secs

Bench Press  11 vs 27 Reps

Statistik:

King:                                  Metcalf:

56 Tackles                            58 Catches

15 Pässe verteidigt (Platz 8) 900 Yards

5 INT (Platz 3)                        7 TD

82 Targets                              97 Targets

49 Catches allowed               13 Big Plays ( laut ESPN) ( auch wie bei Lockett, ich habe für Metcalf 17 von 28 Targets für 20 oder mehr Yards gezählt)

PFF Rating: 62 (King) vs 69 ( Metcalf )

Fazit:

Das wird meiner Meinung nach das Duell auf welches es ankommt, denn die 15.5 Yards für Metcalf sprechen eine eindeutige Sprache: Er ist die „Big Play Threat“ der Hawks, auch gegen die Eagles konnte man beobachten sobald kein Safety über Metcalf stand ging es tief auf ihn und das mit Erfolg. Sprich die Packers sollten King, der in der Coverage ja durchaus ein Auf und Ab erlebt hat mit einem Safety helfen. Andererseits ist genau dieser King sehr erfolgreich was Interceptions angeht, etwas was Wilson gegen die Packers durchaus schon passiert ist. Glücklicherweise kann Metcalf sich genauso gut bewegen wie eine Bahnschranke, das King durch das Route Running also in Probleme gerät dürfte also nicht der Fall sein. Auf den Punkt gebracht: Welche Seite dieses Duell gewinnt wird sehr wahrscheinlich auch das Spiel gewinnen.

Brett Kollman hat übrigens noch einen interessanten Thread dazu auf Twitter gepostet: https://twitter.com/BrettKollmann/status/1214362018133602304

In der Redzone sehen die Stats so aus: In 50% der Fälle konnten die Packers einen TD verhindern, während sie in 64% der Situationen einen erzielen konnten. Die Seahawks haben in 58% der Fälle einen TD zugelassen und in 63% selbst einen erzielt. In absoluten Zahlen haben die Packers 19 Punkte pro Spiel zugelassen, die Hawks 25. Beide Teams haben 19 Passing TD zugelassen, die Hawks aber 22 Rushing TD, während die Packers nur 15 zugelassen haben. Hier liegt der Vorteil ganz klar auf Seiten der Packers, denn im wichtigsten Bereich des Spielfelds sind sie diese Saison besser gewesen.

Insgesamt kann man also dem Spiel optimistisch entgegenblicken, denn die Vorzeichen stehen gut für die Packers, auch wenn es vom Lazarett erstmal nicht so tolle Nachrichten gibt, denn bei den Packers geht die Grippe um. https://www.packers.com/team/injury-report/week/DIV-2