Die Regular Season ist vorbei, die Offseason beginnt. Viel Arbeit wartet auf das Front Office einer Franchise. Spieler kommen und Spieler gehen – oft nicht unbedingt freiwillig. Blake Martinez ist eine Personalie, welche bereits während der Saison heiß diskutiert wurde.  Von den Packers im Jahr 2016 in der vierten Runde gedraftet, endet Martinez Rookie Vertrag mit dem Ablauf dieser Saison. Das Frontoffice um Gutekunst wird sich Gedanken machen müssen (oder schon gemacht haben), wie sie mit dieser Personalien verfahren wollen.

Martínez war in den vergangenen Jahren ein absolut zuverlässiger Spieler. Er war kaum verletzt und trug die vergangenen beiden Jahre den Kommunikationshelm in der Defense, um die Spielzüge von Mike Pettine anzusagen. Außerdem war er die letzten Jahre stets der Tacklingleader der Defense. Trotzdem deuten die Zeichen eher auf Abschied.

Was spricht gegen Martinez? Zunächst die Art und Weise wie Mike Pettine es bevorzugt Defense zu spielen. Grundsätzliche Prämisse seiner Defense ist es, keine großen Raumgewinne über das Passspiel zuzulassen. Dies wiederum bedingt, dass er mit vielen Defense Backs und so häufig nur mit einem Inside Linebacker – in der Regel war das immer Martinez – spielt. Daraus ergibt sich wiederum, dass Martinez von der gegnerischen Offenses gezielt als Missmatch für deren Skillplayer gesucht werden kann. Martinez ist kein Spieler, der seine Stärken in der Coverage hat. Hierfür fehlt es ihm u.a. an einer gewissen Grundschnelligkeit. Das nutzten die gegnerischen Offenses häufig aus, um die Packers Defense zu attackieren.

Bei Mike Pettine ist inzwischen klar, dass er auch nächstes Jahr der Defense Coordinator der Packers sein wird. Das Front Office und Matt LaFleur sprachen ihm jüngst das Vertrauen aus. Gerade nach der Niederlage im Championship Game war das jedoch alles andere als selbstverständlich. Grundsätzlich war man aber offensichtlich mit seiner Arbeit zufrieden.

Ob Pettine sein System umstellt oder umstellen kann, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist es, dass die Packers mit dem System von Pettine weiter spielen möchten und sich personell verstärken wollen. Anders ausgedrückt: Die Packers passen ihr Spielermaterial dem Pettine-System an. Einige Positionen in der Defense sind dabei für die nächsten Jahre fest vergeben. Mit Alexander/King auf Cornerback und Amos/Savage auf Safety ist die Secondary für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Gleiches gilt für die Outside Linebacker mit den Smith´s Brothers und Rashan Gary.

Übrig bleiben die D-Line und die Inside Linebacker. In der D-Line hat man Dean Lowry letztes Jahr mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Ebenfalls vor einer Vertragsverlängerung steht Kenny Clark. Letztendlich bleibt fast nur die Position des Inside Linebackers, welche tatsächlich grundsätzlich neu ausgerichtet werden könnte, um die Defense weiter zu verbessern. Auch Gutekunst hat das in seiner Pressekonferenz so angedeutet. Ein Linebacker der stark in der Coverage gegen Runnigbacks und Tight Ends eingesetzt werden kann, könnte die Defense nochmal auf ein neues Level heben.

Martinez hat sich zweifelfrei einen guten Vertrag verdient. Die Packers sollten ihm diesen aber aus den genannten Gründen nicht geben. Sein Vertrag würde zudem einen großen Anteil des zur Verfügung stehenden Caps beanspruchen, welches man jedoch besser in Spieler wie Clark, Bulaga oder Crosby investiert. In einer grundsätzlich anders ausgerichteten Defense, hat Martinez sicher noch mehr Impact als bei den Packers. Football ist ein knallhartes Business und wenn man sich das Video von Martínez aus der Kabine anschaut wie er Tränen ausbricht, bricht einem das fast das (Packers-)Herz. Am Ende ist aber auch der Erfolg einer Franchise, vor die Befindlichkeiten von einzelnen Spielern zu stellen.