Junge, Junge, als Packers-Fan bekommt man in dieser Saison ein graues Haar nach dem Anderen. Da macht das erste Playoff-Spiel seit 2017 keine Ausnahme. Nach einer 21:3-Halbzeitführung macht es Green Bay spannend und gewinnt am Ende knapp mit 28:23 gegen die Seahawks. Damit ist das Championship Game erreicht und in der kommenden Woche geht es zur Revanche nach San Francisco. Doch warum sind die Packers eigentlich weitergekommen? Nochmal zum Genießen das Geschehen zusammengefasst mit dem Mann des Abends – Davante Adams!

1st Quarter: Packers-Blitzstart

Man sagt ja, dass der erste Drive immer geplant ist. Und wie am Reißbrett sah es aus, was die Packers da ablieferten. Aaron Jones startet mit einem 23-Yard-Run, die O-Line hält was sie verspricht und Aaron Rodgers findet offene Receiver. Gekrönt wird das Ganze von einem butterweichen Pass in die Arme von Davante Adams zur schnellen Führung. (PAT Crosby ist natürlich drin.) In der Folge hält die Defense, lässt nur ein 45-Yard-Field Goal von Jason Myers zu. Allerdings hat die Offensive nach dem Eröffnungsdrive etwas Sand im Getriebe, bringt sich auch durch eine Lazard-Strafe um einen möglichen, zweiten Scoring-Drive.

2nd Quarter: Jones findet die Lücken

Den holten die Packers im zweiten Abschnitt nach. Adams steht eigentlich immer frei und kann nur durch eine Pass-Interference gestoppt. So arbeiten sich die Packers schnell an die Endzone ran und für den Rest ist Aaron Jones verantwortlich. Aus einem Yard tankt er sich zum 14:3 (PAT Crosby) über die Linie. Und die Offense der Seahawks? Diese ist trotz der Bemühungen von Russell „Roger Rabbit“ Wilson praktisch wirkungslos. Der Quarterback versucht zwar alles, doch hinter einer regelmäßig kollabierenden O-Line und gegen ein aufmerksames Backfield ist er quasi chancenlos. Dazu kickt Myers den zweiten Field-Goal-Versuch des Abends vorbei. Anders die Packers: die gute Feldposition wissen sie auszunutzen, kämpfen sich erneut an die letzte Linie vor der Endzone. Erneut vollendete Aaron Jones, der diesmal eine große Lücke findet (PAT Crosby). Ein aufmerksamer Adrian Amos verhindert dann die Hail Mary und so gingee die Packers mit einem komfortablen 21:3 in die Pause.

3rd Quarter: Wilson spielt sich frei

Natürlich kann man einen Spielmacher wie Wilson nicht 60 Minuten lang ausschalten. Das bekommen ie Packers zu Beginn des dritten Viertels zu spüren. Ein Scramble über 22 Yards, ein starker Pass auf DK Metcalf und schon standen die Seahawks an der Endzone. Den Rest besorgte Marshawn Lynch in bestem Beastmode-Revival. Die Antwort der Packers hieß Adams. Schöner Pass von Rodgers, kurzer Wackler mit dem Hinterteil und hinein die Endzone – ach, Football du kannst so schön und einfach sein. 28:10 nun der Stand für die Packers. Aber Seattle war jetzt im Spiel. Vor allem Wilson fand viel Sicherheit in seinen Pässen und so arbeiteten sich die Seahawks wieder vor. Dann hatte die Defense einen richtigen Blackout. Man könnte zwar meinen, dass Tyler Lockett als Zuschauer getarnt gewesen wäre. Dennoch gibt es eigentlich keine Erklärung, warum der Seahawks-Receiver so völlig blank stand.

4th Quarter: Alexanders Raketentriebwerk

Das Schlussviertel starteten die Packers mit Ballbesitz, wussten aber nicht so wirklich etwas mit dem Ball anzufangen. Anders machten es die Seahawks. Mehrere lange Pässe von Wilson sorgten dafür, dass Seattle wieder gefährlich in Position kam. Zwei Läufe von Lynch und schon war es nur noch ein One-Score-Game. Die Seahawks gingen auf die Two-Point-Conversion – hatten aber irgendwie Jaire Alexander nicht auf dem Schirm. Der Corner zündete das Raketentriebwerk im Hinterteil und nagelte Wilson auf den Boden. Somit stand es 28:23 und Seattle würde ein Field Goal zum Ausgleich nicht reichen. Doch die Packers machten es spannend, brachten Wilson und Co. fünf Minuten vor dem Ende nochmal in Ballbesitz. Ein Sack von Za’Darius Smith ließ die Seahawks aber punten. Der Rest ist dann Clockmanagement und die Packers ziehen ins Championship-Game ein.

Fazit

Man, man, man, was machen die Packers die ganze Sache wieder spannend. Aber unter dem Strich geht der Sieg in Ordnung, denn als Mannschaft agierte Green and Gold wesentlich besser als die Seahawks. Die verließen sich zu sehr auf Wilson, der aber ohne richtige O-Line und ohne Defense aufgeschmissen war. Die Packers hingegen waren als Mannschaft geschlossen, jeder Teil funktionierte und lieferte wichtige Elemente zum Erfolg.

Flop

Spannung: so ein wirklicher Flop will mir nicht einfallen. Einzig, dass die Packers es mal wieder viel zu spannend machten, fällt negativ aus. Nach einem 21:3 zur Pause muss man einfach cleverer und konzentrierter agieren.

Tops

Davante Adams: Dass der Mann ein zweimaliger Pro-Bowler ist, hat sich bis nach Seattle wohl noch nicht rumgesprochen. Anders ist kaum zu erklären, welche Freiheiten Adams in dieser Partie hatte. Und Tae nutzte dies eindrucksvoll: 160 Yards, 2 Touchdowns, acht von elf gefangene Pässe und als Highlight eine Shakira-Einlage zur Vorentscheidung.

Jaire Alexander: In den letzten Wochen war die Leistung von Alexander schwankend, diesmal nahm er DK Metcalf praktisch aus dem Spiel. Dazu kommt der wahrscheinlich spielentscheidende Tackle gegen Wilson. Ja, das war ein sehr gutes Spiel von Jaire.