Teil 2 unserer zwei Gegner-Interviews vor den Divisional Playoffs, diesmal mit Max von den German Seahawkers! (hier geht’s zu Teil 1 mit dem Inside Zone Blog)

Packers Germany: Danke fürs Mitmachen! :) Zunächst Glückwunsch an euren Sieg gegen die Eagles. Jetzt reist ihr schon wieder gen Osten, nach Green Bay. Auch wenn ihr diese Saison auswärts stark wart, wie groß ist denn der Heimvorteil für die Packers? Und die ersten Wett-Quoten für das Spiel sind raus, die Packers sind 43.5-Punkte Favorit – so eine Quote habe ich selten gesehen. Was sagt ihr dazu?

German Seahawkers: Vielen Dank! Es war wieder einmal buchstäblich eine echte Herzensangelegenheit. Ja, sieben Auswärtssiege in der Regular Season waren ein neuer Rekord für die Seahawks, dann der achte in der Wild-Card Round – und jetzt hoffentlich der neunte in der Divisional Round. Die Kombination aus Heimvorteil und vorheriger Bye Week ist schon ordentlich. In den vergangenen zwei Jahren haben in der Wild-Card Round von acht Spielen noch sechs die Auswärtsteams gewonnen. Aber in der Divisional Round sieht es anders aus. Da haben Gastmannschaften nur drei der letzten 16 Partien gewonnen.

Das kalte Wetter ist da noch das geringste Problem (außer es regnet, da ist Russell Wilson öfter nicht so stark). Hoffnung macht in dem Bezug außerdem, dass er als ehemaliger Wisconsin-Badgers-Quarterback die Bedingungen im hohen Norden gut kennt.

Kritisch ist alles in allem vermutlich, dass die Packers ausgeruht ins Spiel gehen, keine Flugreise(n) in den Knochen stecken haben und fast die ganze Saison über in diesen Witterungsbedingungen spielt.

Glücksspiel kann süchtig machen. Und jetzt ernsthaft: Die Quoten bestätigen im Grunde, dass es in den Playoffs in der Divisional Round brutal schwer ist, ein Auswärtsspiel zu gewinnen.

Packers Germany: Die Seahawks OLine wird ja vermutlich wieder ein wenig erholter ins Spiel gehen können. Glaubt ihr, dass Schottenheimer das Run Game dadurch stärker fokussiert oder setzt er gegen die Packers Defense mit der schlechtesten Verteidigung von tiefen Bällen schlauerweise auf Würfe gegen Kevin King? (Lockett wird vermutlich von Jaire Alexander übernommen, den ich hier im Vorteil sehe)

German Seahawkers: LG Mike Iupatis Stinger hat sich zuletzt verschlimmert, sodass gut sein kann, dass er erneut ausfällt. Darunter würde das Laufspiel leiden. Falls LT Duane Brown spielen kann, hilft er der Pass Protection ungemein.

Die Seahawks werden wohl nicht so schnell wegkommen vom Laufspiel, auch gegen die Packers nicht. Wenn dennoch die Pässe auf Lockett und Metcalf kommen, kann es gut gehen. Von Vorteil kann da sein, dass sowohl Lockett als auch Metcalf das Potenzial haben, das Spiel als Nummer-eins-Receiver zu entscheiden. Beide ausschalten ist schwer. So stur in eine Wand rennen wie gegen die Eagles, das wird aber gegen Green Bay nicht gut gehen.

Während bei Philadelphia vor allem DT Fletcher Cox den Seahawks Probleme bereitet, werden es bei den Packers die zwei Edge Rusher Preston Smith und Za’Darius Smith sein, die die Line vor Probleme stellen. Mal umgedreht: Welche Seahawks-Verteidiger werden es aus eurer Sicht Aaron Rodgers und Kollegen schwer machen?

Packers Germany: Zu den zwei Smiths will ich noch Kenny Clark ergänzen, der total unter dem Radar fliegt aber mal wieder eine Monster-Saison hat. Die Line bestehend aus den drei Spielern wird eurer OLine vermutlich einige Probleme bereiten.

Gute Frage, ich denke das hängt letztendlich auch vom Plan der Packers ab, ob sie klug spielen und Aaron Jones ordentlich einsetzen (zum Beispiel auch mal auf ihn passen). Jadeveon Clowney wird der OLine das Leben schwer machen können, und in der Tiefe muss Quandre Diggs Aaron Rodgers’ tiefe Bälle riechen können. Wenn das den beiden gelingt, können sie die Packers Offense mit etwas Glück empfindlich treffen.Die Frage gebe ich mal schnell zurück: was glaubt ihr, welcher Seahawk hat ein großes Spiel gegen die Packers (Offense oder Defense?)

German Seahawkers: Offensiv könnte das erneut DK Metcalf sein, der gegen die Eagles nicht zu stoppen war und einen neuen Rookie-Receiving-Yards-Record in den Playoffs aufstellte. Defensiv wäre es einem Pass Rusher zu wünschen. Shaquem Griffin oder Rasheem Green (abseits der großen Namen) wären ein paar Sacks zu wünschen. Vergangene Woche waren es insgesamt sieben gegen die Eagles. 20212 im Fail-Mary-Spiel brachten die Seahawks Aaron Rodgers achtmal zu Boden. Natürlich ist das lange her, aber wiederholenswert ist es dennoch. Und welchen weniger bekannten Green-Bay-Spieler sollten die 12s im Auge behalten?

Packers Germany: Da kann ich euch zwei Spieler ans Herz legen: Safety Tagen Greene, der vom Practice Squad aktiviert wurde und in den ersten 3 Wochen der Saison hervorragend gespielt hat. Er wird noch nicht dauerhaft dabei sein, zumindest gehe ich nicht davon aus, aber in der Rotation könnte er als Absicherung einiges bewirken.

Als zweiten muss ich noch Allen Lazard nennen, der als Wide Receiver auch immer öfter eine wichtige Rolle spielt – hinter Davante Adams natürlich, aber vor den anderen wie Geronimo Allison und MVS, die beide zur Zeit nicht besonders überzeugend spielen. Und ich will noch kurz Elgton Jenkins erwähnen, der 2nd round pick aus diesem Jahr, der – wenn er ein bekannter Spieler wäre – zu 100% in den Pro Bowl gewählt worden wäre. Leider kennt ihn außerhalb von GB keiner, er spielt aber eine Wahnsinns Rookie Saison!

Habt ihr noch eine letzte Frage? Sonst würde ich euch noch kurz nach eurem Tipp fürs Spiel fragen.

German Seahawkers: Ja, letzte Frage vor den Tipps: Was hat es mit Allen Lazard und der Tight-End-Position auf sich? Gegen Tight Ends sind die Seahawks anfällig. Und wenn wir gerade dabei sind: Jimmy Graham spielt bislang eine unauffällige Saison, oder?

Packers Germany: Lazard wächst immer besser in seine Rolle hinein und könnte sowohl im Slot, als auch auf den außen gefährlich werden. Er fällt vor allem durch gute Routes und meistens durch sicheres Fangen auf. Graham spielt tatsächlich eher eine unauffällige Saison, seinen absoluten Durchbruch hat er hier nie geschafft, leider – aber gegen die Seahawks dürfte er schon motiviert sein.

Dann lasse ich mal meinen Tipp von Stapel: 24-21 für die Packers.

German Seahawkers: Das mit dem nie geschafften Durchbruch war bei Graham in Seattle auch immer ein Thema. Alle erwarteten von ihm die gleichen Zahlen wie damals bei den New Orleans Saints. Auch wenn er die nie ganz geliefert hat, war er kein schlechter Spieler für die Seahawks. Eng wird’s, da gehe ich (Max) mit. 3 Punkte Abstand klingt auch stimmig. Nur umdrehen würde ich das – und sage deshalb 27:24 für die Seahawks.Vielen Dank für das Interview!

Packers Germany: Alles klar, dann bin ich mal gespannt! Ich danke ebenfalls!