War das nicht eine herrliches letztes Wochenende? Die Packers zerlegen die Giants und die Vikings verlieren Montag Nacht. Prima, so darf es gerne weitergehen. Und für Green and Gold (9-3) geht es auf heimischem Territorium gegen den dritten der NFC East, die Redskins (3-9). Nach dem bisherigen Saisonverlauf ist auch das ein „Must-Win“-Game, dennoch sollte man die Rothäute aus der Hauptstadt nicht unterschätzen. Denn die kommen mit Rückenwind nach Wisconsin.



Saisonverlauf der Redskins

Die Redskins, eh schon nicht unbedingt als ein Playoff-Kandidat gehandelt, sind ultraschlecht in die Saison gestartet. Fünf Pleiten in fünf Spielen gab es zum Auftakt. Und mit Ausnahme der ersten Partie bei den Eagles (27:32) waren es noch nicht mal knappe Angelegenheiten. Gegen die Cowboys, gegen die Bears, bei den Giants und gegen die Patriots wurde man regelrecht vorgeführt. Die Folge war die erste Trainerentlassung der Saison. Jay Gruden wurde vor die Tür gesetzt und Bill Callahan übernahm. Gleich gelang ein Erfolg gegen die Dolphins, ehe erneut vier Pleiten folgten. Sowohl die 49ers wie auch die Vikings, Bills und Jets waren eine Nummer zu groß. Zuletzt allerdings feierten die Redskins zwei Siege, gewannen gegen die Lions und in Carolina (was dort den Headcoach seinen Job kostete). Auch wenn das Team natürlich keine Chance mehr auf die Playoffs hat, so wollen die Redskins die Saison doch gut zu Ende bringen.

Stärken und Schwächen der Redskins

Die Stärke der Redskins liegt beim Lauf – sowohl defensiv als auch offensiv. 4,2 Yards lässt Washington pro Lauf zu (Packers 4,7) und liegt damit im Mittelfeld der NFL, ebenso wie bei der Anzahl der erlaubten Touchdowns. Insgesamt ist die Defensive Line auch nicht schlecht, vor allem Matthew Ioannidis sticht mit 7.5 Sacks hervor. Auch die Offensive lebt praktisch nur vom Lauf. Adrian Peterson, Derrius Guice und Chris Thompson können an guten Tagen jede Defensive vor Probleme stellen.

Deutlich größer sind aber die Problemfelder der Redskins. Als Spielmacher durfte in den letzten Wochen Rookie-Quarterback Dwayne Haskins ran, doch abgesehen davon, dass er im Schnitt nur 25mal werfen durfte, ist das eigentlich noch nicht NFL-tauglich, was der 16th Overall da zeigt. 54.1% Completion Percentage ist schon arg wenig. Auch Waffen fehlen ihm, was bei einem Blick auf die IR (Injured Reserve-List; siehe unten) deutlich wird. Einzig Rookie-WR Terry McLaurin ist ein zuverlässiges Target. Da hilft dann auch eine ganz passable O-Line wenig. Kein Wunder, dass die Redskins die statistisch schlechteste Offensive der Liga stellen. Apropos Passing-Game: zwar sieht das nicht so schlecht aus, wenn man auf die Yards per Game schaut, aber das große Problem sind die Cornerbacks. Durch viele Verletzungen fehlt den Redskins da die nötige Qualität – nur der Umstand, dass man seit Wochen nicht gegen Elite-Quarterbacks spielte, dürfte die Statistik geschönt haben.

Ways to Win – Packers Offense vs. Redskins Defense

Damit dürfte auch klar sein, wo der Ansatzpunkt für die Packers sein muss. Wie in der letzten Woche müssen die Cornerbacks attackiert werden, sowie man das in der letzten Woche trotz des Schnees gemacht hat. Vor allem Davante Adams sollte eigentlich wenig Probleme mit den Cornern haben – wenn nicht Landon Collins (als Safety-Hilfe für die eigenen Cornerbacks) für Unruhe sorgt. Dunbar und Moreau spielen beide keine gute Saison. Allerdings darf es nicht an Adams allein liegen. Rodgers muss auch Allen Lazard und MVS gut miteinbinden. Aber auch über den Lauf sollte ein bisschen was gehen, wenn die O-Line es schafft vor allem Daron Payne und Cole Holcomb am Durchbruch oder Tackle zu hindern. Hier dürfte vor allem auf Danny Vitale und Marcedes Lewis viel Arbeit zukommen. Ob das Kurzpassspiel viel bringen wird, ist eher fraglich. Collins lauert ein ums andere Mal nah hinter der D-Line auf seine Chance. Das birgt Interception-Gefahr, wenngleich Collins seit 2017 auf eine wartet. Dennoch: der Pass ist der Schlüssel zum Sieg.

Ways to Win – Packers Defense vs. Redskins Offense

Eigentlich kann die Vorwoche so ein wenig als Blaupause dienen. Der Druck auf den Quarterback muss hoch sein, um ihn zu schnellen Entscheidungen und damit auch zu Fehlern zu zwingen. Denn wie Jones fehlen Dwayne Haskins eigene Fähigkeiten und Ziele, um ein vernünftiges vertikales Passspiel aufzuziehen. Allerdings hat er McLaurin, der durchaus ein 1000 Yard-Receiver werden könnte. Ansonsten gilt es einfach, das Laufspiel zu stoppen. Der „alte Lastesel“ Adrian Peterson trägt die Offense fasst allein und könnte auch in dieser Saison nochmal die 1000 Yards knacken. Hier ist also Achtung vor einem alten Schlachtross geboten. Dazu ist mit Chris Thompson ein Running Back mit Receiver-Qualitäten auf dem Feld. Gelingt es den Packers, beiden dieser Spieler den Zahn zu ziehen, dann könnte man auch diese Offense unter 20 Punkten halten.

Injury Report

Wirklich aussagekräftig ist der Injury Report ja erst am Freitag, doch Tendenzen lassen sich erkennen. Tramon Williams und Jimmy Graham trainierten zuletzt nicht, aber da dürften die alten Knochen geschont werden. Ebenfalls setzte Ryan Grant aus, aber der kam ja bisher kaum zum Einsatz. Ansonsten haben alle zumindest eingeschränkt trainiert, so dass mit keinem nennenswerten Ausfall zu rechnen ist.

Bei den Redskins hingegen ist die Ausfallliste lang. Allein auf der IR stehen 13 Spieler, darunter mit Vernon Davis und Jordan Reed die beiden besten Tight Ends und fünf weitere potentielle Starter. Fraglich ist der Einsatz von Receiver Paul Richardson, der zuletzt zwei Spiele verpasste und gegen Detroit nur ein paar Snaps sah. Ansonsten dürfte der Rumpfkader Redskins fast vollzählig sein.

Statistik

Das erste Duell beider Teams stieg am 13. November 1932. Damals siegten die Packers bei den damaligen Boston Braves mit 21:0. Seit diesem Tag trafen beide Franchises in 34 Regular Season-Spielen aufeinander, die Packers gewannen dabei 18 Spiele, die Redskins 15. Das letzte Duell gewannen Washington daheim mit 31:17 in der Saison 2018. Das letzte Duell in Lambeau gewannen die Packers – 2013 gab es ein klares 38:20.

Predicition

Die Packers in Bestbesetzung, die Redskins zuletzt mit Rückenwind, aber auch dezimiert – daher wäre alles andere als ein Sieg schon eine herbe Enttäuschung. Und letztlich: Willst du ein 1st Round Bye in den Playoffs, dann musst du die Redskins schlagen. Und dies dürfte kein Problem werden. Rodgers findet mal wieder Adams und auch Aaron Jones darf mindestens einen Touchdown abstauben.

Mein Tipp: 35:16 für die Packers.

https://www.packers-germany.de/2019/12/die-playoff-chancen-der-packers/