Die Gans ist verdaut, die Geschenke ausgepackt und die buckelige Verwandtschaft ist auch außer Haus. Endlich mal Zeit, um noch mal auf das erste Geschenk der Woche zu blicken. Und das war der Sieg der Packers beim Monday-Night-Game in Minneapolis. Die Packers können auch Turnhalle und gewannen bei den Vikings mit 23:10 (9:10). Wer sich mit oller Kamelle nicht aufhalten will, der kann ja umschalten und sich dank Johannes hier schon auf das Lions-Spiel vorbereiten. Der Rest lehnt sich zurück und nimmt die etwas andere Weihnachtsgeschichte mit.

Es begab sich zu einer Zeit, da war der Kirchgang noch alltäglich. So dachte man auch im Wikingerland und baute eine Kathedrale aus Glas und Stein. Nun weiß man, dass das Notre Dame des Footballs in Green Bay steht. Doch die grün-güldenen Jünger wollte auch dieses Bauwerk mal sehen. So machten sie sich auf die Reise und erreichten das Land im Norden an einem Montagabend. Und als guter Gast hatte man Geschenke dabei. So brachte Bruder Showtime gleich die Myrre dar, allerdings wussten die Wikinger ebenso wenig damit anzufangen wie die Herbergsväter mit Maria und Josef im alten Bethlehem. Nur ein nach einem seltsamen Sahnelikör benannter Mann hatte ein Einsehen und kickte ein 3:0 für die Wikinger heraus.

Wer sich nun erhofft hatte, einem formschönen Kirchenschauspiel mit Gospelchor, rockendem Pastor und wogender Gemeinde beizuwohnen, wurde zunächst enttäuscht. Die Wikinger hatten wohl viel zu viel Spekulatius gefuttert und den grün-güldenen Jüngern steckte die strapaziöse Reise durch den Schnee in den Knochen. Lediglich der graue Mason wusste mit einer Kick-Einlage zu überzeugen und glich zum 3:3 aus.

Noch hatten die Jünger Geschenke zu verteilen. Aaron der Großartige warf einem Wikinger mit Namen Harris einfach mal einen Goldklumpen zu. Diesen Klumpen warfen sich die Gastgeber dann nach Hause und ein kleiner Mann mit Namen Diggs fing ihn auf. Damit sicherte er den Wikingern die Punkte. Da der Sahnelikör-Mann auch mit Messwein umgehen kann, standen auf einmal zehn Punkte auf der Wikinger-Seite. Nun war es an Aaron dem Großartigen und seinem Gehilfen Showtime, die nicht unbedingt gastfreundlichen Bewohner aus dem Norden in die Schranken zu weisen. Zwar war ihr Gospelchor noch etwas holprig (Bruder Davante und Bruder Jimmy sangen fumbles), doch der graue Mason machte es wett. Mit seiner Kickstimme erjodelte er sechs Punkte, verkürzte so das Defizit zum Ende des Kirchgangs.

Wir wissen nicht, ob der Zauberer von Green and Gold, der ehrwürdige Matt die Blume, ein paar fiese Sprüche angewandt hat. Denn plötzlich zeigten sich drei Grinches mit Namen Z, Preston und Kingsley auf dem Feld. Sie versetzten die Wikinger in Angst und Schrecken, vor allem ihren Häuptling, den Cousin Kirks. Der war von diesen dreien so verwirrt, dass er mehrfach auf dem Boden der Kathedrale landete. Dazu übergab er nun Gastgeschenke. Eines nahm der oftmals als flatterhaft beschriebene Bruder Kevin an und freute sich ein Loch in den Bauch.

Unterdessen ging Aaron der Großartige dazu über, das Weihnachtsmahl zu servieren. Viele kleine Häppchen brachte er dar, den finalen großen Gang servierte Bruder Showtime in unnachahmlicher Art. Die Wikinger verschluckten sich an diesem Mahl und wurden dann noch von Geronimo unter den Tisch getrunken. Vor seiner doppelten Conversion mussten sie kapitulieren. Auf einmal hatten die gelb-güldenen Jünger einen Profit aus ihrer Reise gezogen.

Und während sich die Wikinger vor Schmerzen und Blähungen am Boden krümmten, lief Bruder Showtime zur Hochform auf. Mit 156 Yard-Stiefeln machte er seinen Packers noch ein Geschenk und sorgte für ein 23:10. Stille durchflutete die Glas-Kathedrale, während sich Matt die Blume feiern ließ. Mit eilig daher gebrachter, neuer Kleidung zeigten sie an, dass da etwas geboren wurde. Und es war ein NEUER NFC NORTH CHAMP!