Die Playoffs sind dank der Niederlage der Rams eingetütet. Nun gilt es den Divisonsieg einzufahren. Vor dem Spiel gegen die Vikings am Dienstagmorgen beantworten wir wieder eure Fragen. Viel Spaß mit unserer wöchentlichen Inbox #AskPackersGermany!

Warum spielt die Offense immer noch so verkrampft und einfallslos? Ohne Adams hatte ich das Gefühl, waren die Play-Calls deutlich kreativer, insbesondere was das Einbeziehen der RBs anbelangt. (Stefan Nievelstein / Facebook)
Liegt es an AR oder am Playcall, dass das gestern wieder einmal alles andere als “überlegen” ausgesehen hat? Warum wird Kumerow so verhalten eingesetzt? Der ist heiss wie Frittenfett… bricht Tackles… macht wirklich erstaunliche Runs. Rein auf Sicherheit sind die Calls von MLF nicht angelegt, weshalb wirft AR teilweise so eine Grütze? Die Stats mögen ihm “Erfolg” bescheinigen, aber mitunter hat er sich Trubiskys Spiel angeglichen. Motto: Genie, Wahnsinn und Unerklärliches. Ich muss alles bedienen…  Was ist mit AR los? (Jan Haipt / Facebook)
Was benötigt die Offense um konstanter abzuliefern? (marcohausw / Instagram)

Ich empfand die Verteilung der Bälle in der Offense im Spiel gegen die Bears nicht so schlecht. Es wurden mehr Anspielstationen gesucht, als ich das in vergangenen Spielen gesehen habe.

Ist die Offense wirklich verkrampft und einfallslos? Die 4th Downs wurden ein paar mal ausgespielt. Ein Mittel, das durchaus Erfolg zeigte. Es wurde hauptsächlich tief in der Hälfte der Bears genutzt. Vorteil: ein mögliches neues 1st Down und bei einem Turnover den Gegner tief in der eigenen Hälfte halten.

Des Weiteren haben sich die Gegner auch auf die Packers Offense eingestellt. Es ist genügend Videomaterial vorhanden, aus dem sich die Reaktion einer Offense auf eine bestimmte Situation erkennen lässt. Der Gegner weiß also auch, was passieren kann, wenn die Packers unterschiedliche Receiver auf den Platz schicken oder Adams das ein oder andere Play aussetzt. Durch simple Mathematik lässt sich dann die Wahrscheinlichkeit errechnen, dass Receiver XYZ angespielt wird oder dass in einer speziellen Situation, das Running Game ins Spiel kommt.

So lässt sich zum Beispiel auch erklären, wieso es den Falcons gelungen ist, gegen die 49ers in Woche 15 zu gewinnen. Es ist zumindest ein Erklärungsansatz, den man nicht außer Acht lassen sollte.

Was kann man also machen? Schuster bleib bei deinen Leisten, ist ein bekanntes Sprichwort und daran halten sich die Packers auch aktuell. Es gibt keine großen Experimente, durch die die Offense verunsichert würde, wenn sie misslingen. Das Zurückgreifen auf, nennen wir es mal, „konservatives Playcalling“ wirkt natürlich einfallslos, ist aber in meinen Augen ein praktikables Mittel, das eigene Spiel „straight“ durchzuziehen. Somit kommt es zum Beispiel auch, dass Kumerow nicht so oft zum Einsatz kommt. Ich erwarte von Kumerow auch, dass er brennt wie Frittenfett, wenn er rein kommt. Es sind eben die Möglichkeiten, sich jetzt und für die Zukunft anzubieten. Ich denke, er hat gezeigt, dass er bereit ist.

Zu Rodgers: Das Spiel von Rodgers gefällt mir auch nicht immer. Muss es aber auch nicht. Ich kann seine Entscheidungen auch nicht immer nachvollziehen. Muss ich auch nicht immer. In der letzten Woche habe ich bereits versucht, eine Erklärung für die schwankenden Leistungen zu finden. Dabei dürfen wir eines auch nicht außer Acht lassen. Rodgers ist nicht irgendein Quarterback, sondern einer der besten der NFL, der jederzeit eine Lösung kreieren kann. Das Spiel gegen die Bears hat dies wieder gezeigt. Während der Mitch das Ei teilweise erst wirft, wenn der Receiver schon an der Stelle ist, an der sein soll, wirft Rodgers das Ei punktgenau ab. Da Ei ist also genau zu dem Zeitpunkt an der Stelle, wo Rodgers den Receiver erwartet.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass Rodgers einige Plays mit den Receivern braucht, bis dass er genau deren Verhalten vorher sehen kann. Damit meine ich nicht, die einstudierten Routes, die gelaufen werden. Ein Beispiel: Rogers wusste bei Jordy Nelson, zuckt der mit der linken Arschbacke, läuft er ein paar Zentimeter weiter rechts – überspitzt gesagt. Es geht um Kleinigkeiten. Auch ein Umstand, warum sich Rodgers mehr Zeit nimmt. Er versucht aufgrund seiner Erfahrung genau den Spot zu treffen, in den ein Receiver läuft. Das passt mal besser und geht natürlich auch mal in die Hose.

Was ist für die Zukunft wichtig? Mit Zukunft meine ich nicht die aktuelle Saison, sondern schon die Regular Season 2020. Die Packers dürfen nicht den Fehler der Rams machen und eine Entwicklung vermissen lassen. Auch wenn vieles besser geworden ist, unsere Gegner werden 2020 auf uns vorbereitet sein. MLF wird kein Rookie Coach mehr sein und sein Playdesign 2019 bis ins Kleinste analysiert worden sein.

Wir werden in dieser Saison also nicht mehr viel Neues sehen.

Hättet ihr euch im letzten Viertel auch mutigeres Playcalling gewünscht? (mare_Ingr / Instagram)
Warum schaffen wir es nicht, mehr als drei Viertel gut zu spielen?? Ihr wolltet, dass diese Frage mal kommt. (Nicole Weißer / Facebook)

Endlich kommt die Frage. Ich habe schon sehnsüchtig darauf gewartet! ;-) Aber sie passt auch zum Spiel gegen die Bears. Das letzte Viertel war nicht so effektiv. Ein weiterer Touchdown hätte das Spiel vorzeitig entschieden. Insofern wäre ein offensiveres Playcalling durchaus sinnvoll gewesen. Am Ende sind die Bears noch mal gefährlich nah ran gekommen. Zum Glück ist es nicht zum bösen Erwachen gekommen. Am Ende steht es 11 – 3 und die Packers sind fix in den Playoffs. Gegen die Vikings gilt es jetzt den Division Sieg klar zu machen.

Vielen lieben Dank für das aufmerksame Lesen der Inbox!

Gegen die Vikings kann es ja nur auf die Fresse geben oder was meinst Du? (sleipi87 / Instagram)

Nicht zwangsläufig. Gegen die Bears waren die Packers nicht schlecht. Minimalistisch effektiv, das reicht mir. Den Divisionsieg klar zu machen, sollte für alle Motivation genug sein.

Kann uns der Divisiontitel noch genommen werden, wenn wir nur noch ein Spiel gewinnen? (henfi27 / Instagram)
Ein Sieg gegen Detroit alleine würde schon für den Divisiontitel reichen? (felixvr90 / Instagram)

Mit einem Sieg aus den letzten beiden Spielen können die Packers Divisionsieger werden.  Die Packers stünden dann bei 5 – 1 in der Division. Die Vikings stehen aktuell bei 2 – 2 und können maximal ein 4 – 2 erreichen.

Mit einem Sieg gegen die Vikings sind die Packers vorzeitig Divisionsieger, weil beide Spiele gegen die Vikings gewonnen wurden.

Anbei findet ihr noch zwei Artikel zum Thema von unserem Autor Max und den Link zur aktuellen Folge des PackersTalkGermany.
Update: Die Playoff-Chancen der Packers
Grundlagen der NFL-Playoffs: Tiebreaker
PackersTalkGermany – Folge 46: Vikings Week

Der erste Artikel beschäftigt sich auch mit dem Tiebreaker bzgl 49ers, Saints und Seahawks.

Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest und genießt die freien Tage!

Euer Doc
#GoPackGo

Es handelt sich hierbei um die Meinung des jeweiligen Autors. Diese steht nicht für einzelne Mitglieder oder das komplette Autoren-Team der Packers Germany.