Die letzten drei Spiele bestreiten die Packers ausschließlich gegen Division Rivalen. Den Auftakt machen die Bears, die am Sonntag bei den Packers antreten müssen. Vor dem Spiel gegen die Bears beantworten wir wie gewohnt eure Fragen. Viel Spaß mit unserer wöchentlichen Inbox #AskPackersGermany!

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Hat man die letzten Jahre in GB den Nutzen von guten Special Teams unterschätzt? Gerade in Spielen, in denen offensiv wenig läuft, kann eine Special Team Aktion das Momentum auch mal ins Positive rücken (gerade diese Woche wieder gesehen bei Pittsburgh u. NE) (Martin Andler / Facebook)

Christian: Die Frage ist: Was sind gute Special Teams? Ich denke, das Bild muss man sehr differenziert betrachten. Geht man jetzt vom reinen Kicking aus, dann liegt Green Bay im oberen Drittel. Mason Crosby (16/17 FGs, 100% PAT-Quote, weite Kicks) sollte aktuell über jeden Zweifel erhaben sein und rangiert von den Quoten unter den Top 5 der Liga. Dass er nicht öfter kicken “darf”, liegt nicht an Crosby. Die Packers kommen halt öfter in die Endzone, als dass sie kicken müssen. Und das bringt bekanntlich auch mehr Punkte. Auch in Sachen Punting muss sich JK Scott nicht verstecken. Er puntet genau und meist so, dass die Gegner eine schwierige Field Position haben. Mehr kann man nicht verlangen!

Anders sieht es allerdings bei den Returns aus. Die Packers lassen sehr viele Return-Yards zu – sowohl nach Punts wie auch nach Kickoffs liegen die Packer statistisch im letzten Drittel. Das kann und darf keinem Gefallen. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man auf die eigenen Returns schaut. Hier sind die Packers mit das schlechteste Team der Liga. Allerdings hat das wenig mit “Nutzen unterschätzen” als mit den eigenen Fähigkeiten zu tun.

Am Augenscheinlichsten ist das bei der Person des Returners. Mit Ervin, der ein gutes Debüt feierte, ist er nach Shepherd, Sullivan und Williams der vierte Spieler, welcher sich als Returner versuchen darf. Jetzt sind die drei Vorgänger keine schlechten Football-Spieler, aber Talente als Returner sind sie nicht. Dass man aber verschiedene Spieler ausprobiert, zeugt davon, dass die Packers das Wesentliche erkannt haben. Aber es fehlt aktuell (noch) an Können.

Diese Woche im PFF Mock Draft geht Tua Tagovaiola zu den Packers. Durchaus denkbares Szenario oder total verrückter Mumpitz eurer Meinung nach? (Matthias Hilgert / Facebook)

Mal abgesehen davon, dass es für meinen Geschmack viel zu früh für Mock Drafts ist, hängt dieses Szenario von mehreren Faktoren ab.

Tua müsste zum Draft wieder fit sein. Über den Heilungsverlauf seiner Verletzung bin ich aktuell nicht im Bilde.

Zum anderen wird es darauf ankommen, wie andere Teams ihre Quarterback Situation lösen werden. Es ist wahrscheinlich, dass Rivers und Brees ihre Karriere beenden und auch bei Brady weiß man nicht, wie es weiter geht. Was wird aus Cam Newton?

Des Weiteren sehe ich aktuell noch keinen Bedarf einen Quarterback in der ersten Runde zu picken. Da gibt es andere Baustellen, die geschlossen werden müssen. Ich glaube auch nicht, dass Tua so tief fallen wird, dass er für die Packers noch auf dem Board sein wird.

Wir werden in der Offseason wieder eine Analyse der letzten Saison machen und die Needs der Packers heraus arbeiten. Zum Draft bereiten wir für euch wieder die Prospects auf, die für die Packers in Frage kommen.

Was muss passieren, dass wir noch zum Nummer eins Platz im Playoff Picture vorrücken? Gesetzt den Fall wir gewinnen alle restlichen Spiele, genügt dann eine Niederlage der 49ers? (Alexander Neeb / Facebook)

Um Platz 1 in der NFC zu belegen, müssen die 49ers und die Seahawks jeweils ein Spiel verlieren. Bei dem Szenario bin ich davon ausgegangen, dass die Saints alle ihre drei verbleibenden Spiele gewinnen. Bei einer Niederlage der 49ers und drei Siegen von Packers und Seahawks belegen die Packers Platz 2 in der NFC.

Wer selber die möglichen Szenarien durchspielen möchte, der schaut sich bei ESPN mal die Playoff Machine an.

Wie siehst du die Playoffchancen der Packers, wenn wir dort angekommen sind? Super Bowl ja oder nein? Wenn nein, was fehlt uns noch? (Marcel Hansen / Facebook)

Mein klarer Favorit auf den Super Bowl sind die Ravens. Für die Packers wird es nicht reichen. Die Teilnahme an den Playoffs (davon gehe ich fest aus) ist schon eine super Sache. Und wer das Spiel der 49ers bei den Saints gesehen hat, dem sollte klar sein, dass der Weg in den Super Bowl eine ganz harte Nummer wird. Seahawks und Vikings sollte mach auch nicht unterschätzen, wobei die Seahawks meines Erachtens stärker sind als die Vikings. Ich sehe das ganz realistisch. Die Packers werden es nicht schaffen.

Was uns fehlt, ist die Kostanz und ein Rodgers, der endlich seinen Receivern vertraut. In den Playoffs rächt sich das. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Wie bewertet ihr die Saison von Aaron Rodgers? (David Müller / Facebook)

Zu Aaron Rodgers hast du deine eigene Einschätzung abgegeben, die ich an dieser Stelle gerne zitiere:

Zwei Punkte, die mir vor allem im letzten Spiel gegen die Redskins aufgefallen sind. Zum einen finde ich, dass Rodgers bei mittelkurzen (5-10 yards) Pässen mittlerweile enorm wackelt. Viele Pässe kommen einfach viel zu kurz, landen etwa auf dem Fuß des Receivers oder prallen schon vorher auf den Boden. Das stört dann ungemein den Rhythmus der Offense. Es ist für mich kein Zufall, dass Green Bay nur auf Platz 20 der Third Down Conversion Percentage steht und in den letzten 3 Spielen sogar auf Platz 27. Der zweite Punkt, der am ersten anschließt, wäre das Pocketverhalten von Rodgers. Rodgers hält den Ball zum Teil unfassbar lange, er forciert das Big Play, das dann auch manchmal funktioniert, aber viel zu oft provoziert und kassiert er unnötige Sacks. Ich hab den Eindruck, dass er die offenen Reads, die ihm das scheme gibt, einfach ignoriert. Zudem weigert er sich in enge Fenster zu werfen, was einerseits die geringe Anzahl an Turnovers erklärt, andererseits die Offense ein Stück weit limitiert. Vielleicht sehe ich das Ganze ein wenig zu kritisch und ich will damit auch nicht sagen, dass Rodgers eine schlechte Saison spielt, vor allem im vertikalen Passspiel ist er immer noch einer der Besten, aber er ist für mich keiner mehr, der eine gute Offense kontinuierlich Play für Play übers Feld tragen kann. Ich bin mal auf eure Einschätzung gespannt.

David, deine Einschätzung gefällt mir gut. Ich möchte sie um andere Sichtweisen erweitern. Ob diese letztlich stimmen, lässt sich letztlich nicht beantworten.

Betrachtet man die letzten Jahre, so ist jedem klar, dass dieses Team von Rodgers getragen wurde. Was passiert also, wenn man merkt, dass nun die Verantwortung auf alle Mannschaftsteile verteilt ist? Der Druck fällt ein Stück weit ab.

Ich kenne das aus meinem Job. Wenn ich über längere Zeit Vertretung gemacht habe und neben meiner eigenen Arbeit, auch für die Arbeit eines Kollegen oder einer Kollegin wegen Urlaub / Krankheit verantwortlich war, fällt bei mir die Leistung deutlich ab, wenn diese Situation vorbei ist. In diesem Falle brauche ich immer etwas Zeit, bis dass ich vom Kopf her wieder „normal“ arbeite. Mag sein, dass der Vergleich hinkt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass dieser Umstand bei Rodgers zu einem Abfall der Leistung geführt hat. Nicht bewusst, sondern unterbewusst.

Und eine weiterer Umstand aus der Vergangenheit: Das Playbook enthielt ausschließlich Passpielzüge, bzw. nur rudimentär das Laufspiel. Es war also klar für Rodgers, ich suche mir meine Anspielstation und werfe das Ei. Das steckt in Rodgers drin, weil es es nicht anders kennt. Jetzt kommt ein neuer Headcoach, der kaum älter als Rodgers ist und designt alles neu. Es gibt neue Calls, neue Spielzüge, das Laufspiel wird plötzlich viel mehr gewichtet und Rodgers muss sich umorientieren, neu lernen, sich umstellen.

Neue Dinge brauchen Zeit, bis sie sich verinnerlicht haben. Probiert doch mal folgendes aus: Führt mal einen Tag lang alle Tätigkeit mit der anderen Hand aus. Also mit links statt mit rechts – oder umgekehrt. Das geht nicht so einfach. Mag sein, dass auch dieser Vergleich hinkt. Für mich macht es die aktuelle Situation um Rodgers ein Stück weit passend.

Des Weiteren stehen die Packers 10 – 3. Ein Umstand, der dazu verleiten kann, ein Spiel eben nur soweit zu forcieren, wie es nötig ist. Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Schließlich stehen die Playoffs bevor und die Kraft schwindet nun einmal je länger die Saison andauert. Da heißte es Körner sparen für die entscheidenden Spiele.

An dieser Stelle möchte ich noch eine Prognose abgeben. Ich glaube fest daran, dass wir in der nächsten Saison einen ganz anderen Rodgers sehen werden. Er wird mit seinem Headcoach die Situation aller spätestens in der Offseason analysieren und beide werden zusammen die Plays besser abstimmen.

Unser Autor Johannes hat sich in seiner aktuellen Kolumne Green 18 ausführlich mit der Packers Offense und ihren Problemen auseinander gesetzt. Schaut mal rein.

Stimmt ihr der Kritik an Rodgers zu, dass er zu sehr auf Stats bedacht ist? (morningstar232 / Instagram)

Stell dir bitte folgende Situation vor. Rodgers tänzelt in der Pocket mit dem Ball umher. Er sucht nach einer möglichen Anspielstation. Plötzlich erscheint über seinem Kopf eine Comic-Gedankenblase. In dieser steht: „I need stats for my nuts!“ Dann wirft er den Ball weg, um keine Interception zu kassieren. ;-)

Ich halte das für Mumpitz!

Packers vs Bears? Schafft es Nr12? Und was wäre die Taktik? (gopackgo.oli / Instagram)
Schaffen wir es gegen die Vikings? (heizung_auf_4 / Instagram)

Die Taktik ist in beiden Spielen, dass die Packers es schaffen, den Gameplan durchzuziehen und nicht wieder nach dem ersten Quarter alles über den Haufen zu werfen. Beide Spiele sind wichtig. Gegen die Bears können die Packers die Playoffs einfahren und gegen die Vikings den Sieg in der NFC North. Das sollte genug Motivation sein, beide Spiele zu gewinnen. Und die Packers werden beide Spiele gewinnen, genau aus diesen Gründen!

Glaubst du die Offense wird sich noch verbessern und wieder auf das Niveau von Oktober heran kommen? (daniel2712fcb / Instagram)

Es wäre wünschenswert und würde die Playoff Ambitionen der Packers deutlich unterstreichen. Gegen die Bears und Vikings muss jetzt auch deutlich mehr kommen. Es geht gegen Division Rivalen. Die Motivation sollte also entsprechend sein.

Was gibt es eigentlich an Verpflegung an der Seitenlinie? (alfredhotzenklotz / Instagram)

Während des Spiels sieht man zumindest, dass Getränke gereicht werden. Mehr ist mir selber noch nicht aufgefallen. Man kann aber davon ausgehen, dass Energygels gereicht werden, die die Spieler bei Bedarf mit Kohlehydrate versorgen. Ich werde mal beim Spiel gegen die Bears darauf achten, ob mir etwas auffällt.

Euer Doc
#GoPackGo