Schnee in Green Bay. Es gibt keine  Wetterlage in der NFL die legendärer ist als der Schnee und die Kälte in Green Bay, sicherlich in letzten Jahren gab es andere Teams die genau so oft im Schnee gespielt haben oder teilweise sogar in mehr Schnee ( Bills/Colts *hust**hust*). Trotzdem ist kein anderes Team so mit seinen äußeren Bedingungen verknüpft wie die Packers im Dezember und Januar.

Doch warum ist das so? Warum wird immer davon ausgegangen die Packers sind im Dezember in Green Bay fast nicht zu schlagen?

Zunächst einmal ist meines Wissens mehr darüber bekannt wie gut ein Körper auf Hitze reagiert und weniger wie gut er auf Kälte reagiert (solltet ihr andere Kenntnisse haben schreibts bitte in die Kommentare). Für Hitze braucht ein Körper in der Regel ein bis zwei Wochen um sich mit schnellerem und stärkerem Schwitzen gegen die Hitze zu wappnen. Auch wird der Energieverbrauch gesenkt, da der Körper weniger braucht um sich selbst auf Temperatur zu bringen. Bezüglich der Kälte gibt es mehrere Studien die behaupten es braucht einen Monat um sich auf die Kälte einzustellen, wobei eine neuere Studie aus Maastricht von 10 Tagen ausgeht. Trotzdem sind 10 Tage bis einen Monat deutlich länger als ein bis zwei Wochen, gerade für ein Team welches nur für ein Auswärtsspiel anreist und danach wieder in den warmen Süden verschwindet.

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Welche Folgen hat denn die Kälte nun genau?:

  1. Erhöhter Energieverbrauch
  2. Blut wird in der Mitte des Körpers konzentriert
  3. Muskeln können nicht mehr die gleiche Kraft / Geschwindigkeit erreichen wie vorher
  4. Die Konzentration sinkt, da die Kälte eine mentale Hürde darstellt

Der erhöhte Energieverbrauch dürfte in den Zeiten von Ernährungsberatern und Co keine allzu große Rolle mehr spielen, oder sollte es zumindest nicht.

Bleiben noch drei weitere: Jeder kennt das Phänomen wenn im Winter die Finger, Hände und Füße kalt werden. Was hilft dagegen? Handschuhe. Kann man mit Handschuhen die wirklich warm halten einen Ball fangen der nicht grade langsam auf einen zu fliegt fangen? Schwierig. Also werden Kompromisse gemacht und die Pfoten werden kalt. Jetzt kann sich jeder ausmalen, dass damit dann der ein oder andere Ball mehr fallen gelassen wird als vorher. Haben die Packers hier einen Vorteil? Ja haben sie, denn letzten Endes ist dies eine reine Gewohnheitssache. Und dank der Outdoortrainings im Winter und der regelmäßigen Spiele haben die Packers diese, im Gegenteil zu anderen Teams.

Grob sagt man ab 10 Grad Celsius ( 50 Degree Fahrenheit) verlieren die Muskeln langsam an Leistungsfähigkeit, bei gut trainierten oder gut angepassten  Menschen ein bisschen später, so ca. ab 0 Grad (33 Degree Fahrenheit). Sprich man läuft nicht mehr so schnell oder hat nicht mehr die Kraft einen Gegner wegzuschieben. Wieviel Leistungsfähigkeit genau eingebüßt wird, dazu hab ich leider keine verlässlichen Zahlen gefunden ( die meisten Studien/ Texte beziehen sich nur auf Hitze…). Aber in einer Liga wo es soviel um Timing, Inches und Sekundenbruchteile geht, kann dieser Verlust in einer Route die immer geklappt hat dazu führen, dass der Ball zu früh oder zu spät kommt und damit vorbei geht oder die Oline kann die Lücken für den Lauf nicht aufmachen.

Auch hier haben die Packers durch die Gewöhnung an die veränderten Geschwindigkeiten einen Vorteil, sie wissen wieviel langsamer sie in der Kälte sind usw.

Der letzte Punkt ist meines Erachtens komplett Typ abhängig, es gibt Menschen die kommen mit den Wetterextremen nunmal nicht so gut klar und reagieren dann entsprechend darauf. In gewisser Weise kann da ein dauerhafter Aufenthalt in der entsprechenden Temperatur dafür sorgen, dass die Person sich weniger unwohl fühlt. Aber mehr auch nicht. Hier sehe ich keinen Vorteil für die Packers ansich, höchstens einzelne Spieler dürfte hier betroffen sein.

Als Fazit kann man also sagen: Es gibt gewisse Bereiche wo die Packers durch ihre Wetterbedingungen einen Vorteil haben, wenn sie regelmäßig draußen trainieren. Ansonsten darf man auch den mentalen Faktor nicht außer Acht lassen, denn die Psychologie kann sehr viel aus einem Spieler rausholen, sollte er mit der richtigen Einstellung in einen Wettkampf gehen. In diesem Fall das Selbstbewusstsein, dass man als Packer in Lambeau im Dezember einen Vorteil hat.