Abhaken und Weitermachen! So oder so ähnlich muss die Devise der Packers nach der Pleite bei den 49ers lauten. Denn an diesem Montag lief eigentlich alles schief, was hätte schieflaufen können und man sah das bis hierhin schlechteste Spiel von Green and Gold in dieser Saison. Nun liegt der Fokus auf dem Sonntag, denn dort müssen die Packers in den Big Apple. Um 19 Uhr deutscher Zeit steht das Duell gegen die Giants an. Gegen den alten Rivalen (erstes Spiel 1928) ist ein Sieg Pflicht, zumal Green Bay der klare Favorit in dieser Partie ist.

Saisonverlauf der Giants

Nach der Off-Season war eigentlich klar, was in New York anliegt. Mit Odell Beckham jr. und Landon Collins verließen die vermeintlich besten Spieler im Team die Giants, hinzu kamen Akteure wie Jamon Brown, B.W. Webb und Olivier Vernon das Team. Einziger wirklich nennenswerter Neuzugang als Free Agent war Golden Tate. Acht Spieler aus dem Draft schafften den Sprung ins Team, darunter die drei 1st Rounder Daniel Jones, Dexter Lawrence und Deandre Baker. Der Umbruch war also eingeleitet. Entsprechend gering waren die Erwartungen am Hudson.

Die ersten beiden Spiele gingen verloren, ehe man sich zum Wechsel auf der Quarterbackposition entschloss. Eli Manning wurde gebenched, Daniel Jones übernahm und führte die Giants zu zwei Siegen in Tampa Bay und gegen Washington. Der Hypetrain stand auf den Schienen, fuhr aber mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand. Im Oktober und November blieben die Giants sieglos, schielen mit 2-9 quasi auf einen Top5-Pick.

Stärken und Schwächen der Giants

Wenn man die Offensive betrachtet, dann kommen einem vor allem Saquon Barkley und Evan Engram in den Sinn. Barkley ist als Running Back immer eine Waffe, wenngleich seine Statistiken nicht nur wegen seines mehrwöchigen Ausfalls, ganz schwach sind. Aber ihn muss man immer auf dem Schirm haben. Mit Engram ist ein Tight End der Top-Receiver, ein Spieler, der jede Verteidigung vor Probleme stellt. Ansonsten ist es aber mau, denn im Grunde steht die Giants-Offense in fast jeder Statistik im letzten Drittel, teilweise sogar im letzten Viertel der Liga. Gerade 19,2 Punkte sind es im Schnitt, in fünf der letzten sieben Spiele blieb man sogar bei 21 oder weniger Punkten.

Defensiv sind die Giants gut mit den Packers vergleichbar. Man lässt weniger Yards zu als Green Bay und hat die etwas bessere Laufverteidigung. Allerdings ist der Pass Rush nicht so effektiv und die Anzahl der Big Plays, sieht man Janoris Jenkins ab, ist geringer. Ganz wichtig: die Giants lassen fast 28 Punkte pro Spiel zu, nur vier Teams sind ligaweit schlechter.

Ein großes Problem bei den Giants ist in dieser Saison die Verletztenmisere. Zwar ist mit Corey Coleman „nur“ ein wirklich wichtiger Spieler auf IR. Doch eigentlich hat keiner von den Startern alle elf Spiele absolviert. Tate war gesperrt, Sterling Shepard, Barkley und Engram verpassten aufgrund von Verletzungen alle mindestens drei Spiele.

Ways to win – Packers Offense vs. Giants Defense

Was müssen die Packers tun, um die Partie für sich zu entscheiden? Für mich ganz klar: Der Gameplan aus dem Raiders-Spiel muss offensiv kopiert werden. Dort war das Rungame nicht so effektiv, aber durch die Luft ging eine ganze Menge. Gelingt es der O-Line, Aaron Rodgers etwas Zeit zu verschaffen, dann sollte der Spielmacher viele freie Ziele finden. Davante Adams sollte dabei die Aufmerksamkeit von Janoris Jenkins auf sich ziehen, so dass Lazard, MVS und Co. gegen deutlich schwächere Gegenspieler Vorteile haben sollten. Wenn die Running Backs und Tight Ends ähnlich wie in Oakland miteingebunden werden, dann sollte die Packers durchaus für mehr als 30 Punkte gut sein.

Das Laufspiel sollte man aber nicht vernachlässigen, es sollte allerdings auch nicht Waffe Nummer eins sein. Denn Dexter Lawrence und Leonard Williams verteidigen gegen den Lauf durchaus passabel.

Ways to win – Packers Defense vs. Giants Offense

Probleme haben die Packers in dieser Saison vor allem bei Kurzpässen auf den Tight End und teilweise (vor allem durch Missed Tackles) beim Laufspiel. Und genau hier droht Ungemach. Barkley und Engram könnten die Defense vor große Probleme stellen, zumal Quarterback Daniel Jones wenig anderes übrig bleibt, als mit kurzen Pässen zu agieren. Denn für „lange Brote“ fehlen dem Manning-Nachfolger die Waffen und die eigenen Fähigkeiten. Kann er aber den kurzen Pass anbringen, dann könnte es durchaus gefährlich werden.

Was müssen die Packers also tun? Nun, sie müssen durch die Smiths viel Druck auf den Quarterback machen und gleichzeitig Barkley am Laufen hindern. Dazu empfiehlt sich eine gute Coverage im Bereich bis 15 Yards hinter der Line of Scrimmage. Damit sollte den wenigen, offensiven Waffen der Giants der Zahn gezogen werden können.

Injury Report

Neben den Spielern auf IR haben drei Spieler am Mittwoch nicht trainiert. Bryan Bulaga wird mit einer Innenbandverletzung im Knie sehr wahrscheinlich ausfallen, Jimmy Graham (Wade) und Will Redmond (Fuß) haben verletzungsbedingt nicht trainiert. Bei ihnen soll der Einsatz am Sonntag aber nicht in Gefahr sein. Marcedes Lewis und Tramon Williams waren im Veteran Rest, der Rest hat (Stand Mittwoch) zumindest limitiert trainiert. Ausführlich ging Markus in der gestrigen Kolumne auf die Situation bei den Packers ein, was die Injury-Reserve-List angeht.

Bei den Giants sieht das Ganze etwas anders aus. Gleich fünf Spieler konnten verletzungsbedingt nicht trainieren. Die Einsätze von Engram (Fuß), Djabrill Peppers (Wirbelverletzung), Tate, Rhett Ellison (beide Gehirnerschütterung) und Zak DeOssie (Knie, Handgelenk) sind fraglich. Bei Tate und Peppers ist der Ausfall sogar sehr wahrscheinlich.

Statistik

Wenn beide Teams am Sonntag spielen, dann treffen sie erstmals seit dem Wild Card Game der Saison 2016 aufeinander. Damals siegten die Packers bekanntlich mit 38:13. Zuvor siegten Green and Gold in der Regular Season mit 23:16. In New York gab es diese Partie zuletzt vor etwas mehr als sieben Jahren. Am 25.11.2012 siegten die Giants mit 38:10. Der letzte Packers-Sieg bei den Giants datiert aus 2011, damals hieß es 38:35. Insgesamt spricht die Statistik für Green Bay: in 53 Regular Season spielen siegten die Packers 28mal, die Giants 23mal plus zwei Remis.

Prediction

Alles andere als ein Sieg wäre, bei allem sportlichen Respekt gegenüber den Giants, eine faustdicke Überraschung und eine Enttäuschung. Und wenn du die Division gewinnen willst, dann musst du die Giants irgendwie besiegen. Oder frei nach Aaron Jones: ein gutes Teams verliert nicht zweimal in Folge. Das wird auch nicht der Fall sein, weil Barkley allein gegen die Packers-Defense wenig ausrichten kann. Dazu kann Rodgers fast nach Belieben die Bälle verteilen und so wird es ein deutliches Ergebnis.

Mein Tipp: 31:7 für die Packers