Die Regular Season nimmt Fahrt auf! Woche 7 steht bereits vor die Tür. Auf die Packers wartet das zweite Heimspiel in Folge und diese Mal sind die Oakland Raiders zu Gast in Wisconsin. Wir blicken zurück auf das Spiel gegen den Divisionrivalen aus Detroit und eine abermals starke Leistung der Defense. Es Folgt wie immer der Blick auf den nächsten Gegner und das bevorstehende Matchup.

Viel Glück und starke Defense

Die Packers kommen mit dem Rückenwind aus zwei Siegen in das Spiel gegen die Raiders. Über das Spiel gegen die Lions wurde schon viel geredet und geschrieben. Wir wollen nochmals auf einzelne wichtige Spielzüge aus Packers Sicht eingehen. Zu Beginn konnte die Lions extrem leicht übers Feld marschieren. Stafford glänzte zu Anfang des Spiel wie zu erwarten war Downfield Passing-Game. Die Packers Defense hatte hier zu Beginn keine Antwort parat. Das änderte sich jedoch im Laufe des Spiels und insbesondere in der zweiten Halbzeit hielt die Packers Defense weitestgehend stand und konnte trotz Turnover durch Shepherd die Partie eng gestalten. Die Lions mussten trotz vieler Possesions immer wieder mit einem Field Goal vorlieb nehmen. Mike Pettine hat die richtigen Adjustments in der Halbzeit vorgenommen. Die verbesserte Defense wollen wir uns im Folgenden in drei Spielzügen genauer anschauen.

Im ersten Spielzug stehen die Lions in der eigenen Hälfte bei einem 3rd & 9. Die Packers spielen eine Man Coverage mit einem tiefen Safety als Hilfe in der Mitte des Spielfeldes. An der Line of Scrimmage sind sechs Packers Spieler aufgereiht und deuten einen Blitz an. Tatsächlich blitzen nicht nur die sechs Spieler an der Line of Scrimmage, sondern auch noch Will Redmond der hier auf dem Bild noch an der 30 Yard Line steht.

Die Lions haben neben den fünf OLinern nur noch die beiden Runningbacks in der Pass Protection (keinen Tight End). Beide Runningbacks werden zudem benötigt um den Blitz der Packers aufzunehmen – können dementsprechend nicht selbst in Passrouten gehen.

Im nächsten Bild ist zu erkennen, dass die Secondary der Packers an ihren Gegenspielern dran bleibt und sich für Stafford keine Möglichkeit für eine einfach Completion ergibt. Zudem schlagen Fackrell und  Preston Smith die Tackles der Lions outside, wodurch Stafford keine Chance hat aus der Pocket rauszurollen und sich eventuell zusätzlich Zeit zu verschaffen. Letztendlich sind es auch Fackrell und P. Smith die Stafford bei diesem 3rd Down zu Boden bringen.

Insbesondere bei solchen langen dritten Versuchen können die Packers in der Defense ihre Stärken so richtig ausspielen (siehe auch Analyse aus dem Cowboys Spiel).Der Pass Rush hat in der Regel mehr Zeit um zum Quarterback durchzukommen, da dieser warten muss bis seine Receiver den First Down Marker erreicht haben. Mike Pettine ist zudem in solchen Situationen immer wieder kreativ mit für die gegnerische Offense schwer zu lesenden Defense-Formationen. Kommt ein Blitz, oder kommt kein Blitz? Wer blitzt, wer lässt sich in Coverage fallen? Alles Entscheidungen die der gegnerische Quarterback innerhalb weniger Sekunden entscheiden muss. Im Spiel gegen die angeschlagene OLine der Cowboys reichten oft vier Pass Rusher aus. In diesem Fall bringt Pettine einen riskanten Blitz, den außer dem tiefen Safety haben die Cornerbacks der Packers keinerlei Hilfe in der Passverteidigung. Und das Risiko zahlt sich in diesem Fall aus.

Ebenfalls im dritten Quarter die nächsten Spielzüge die wir uns ansehen werden.

Die Lions haben immer wieder versucht ihr Rungame zu etablieren. Verhältnismäßig oft auch bei First Down wie in diesem Beispiel. Die Lions kommen in einer engen Formation mit 12-Personell aufs Feld. Die Packers begegnen dem mit einer Base-Formation (4 Linebacker 4 Defensiv Backs). Die Packers bringen hier sieben Spieler in die Box um den möglichen Lauf zu verteidigen und auch die beiden Cornerbacks haben Tendenz in Richtung Mitte des Spielfelds, um ebenfalls auf den Lauf reagieren zu können.

Was ist aus Packers Sicht wichtig, damit hier kein großer Raumgewinn für die Lions entsteht? Falls der Lauf kommt, müssen sich die Verteidiger schnell von ihrem Block lösen können, um ihre Gaps zu schließen. Weiterhin wichtig, dass die Outside Linebacker – mit Unterstützung der beiden Cornerbacks – dafür sorgen, dass der Runningback es nicht um die Line herum schafft und über außen plötzlich viel grüne Wiese vor sich hat.

Nach der Ballübergabe hat der Runningback (blauer Kreis) fast schon keine Chance mehr auf großen Raumgewinn. Der Laufspielzug ist so designt, dass der Runningback seinem Fullback, der aus Lions Sicht die rechte Seite der Packers freiblocken soll, folgt. Fast alle Packers Spieler können sich von ihren Gegenspielern sehr schnell lösen und so den Runningback attackieren. Der Blick von hinten macht das noch deutlicher.

Sowohl Martinez als auch Redmond, der den Block seines Gegenspielers schnell lösen kann, können hier die Lücke zu machen die der Fullback und der Runningback anvisieren. Der Runningback erkennt dies und versucht daraufhin außen rum (aus dieser Sicht links vorbei) zu laufen. Kyler Fackrell kann sich jedoch schnell genug von seinem Block lösen und bringt Johnson hier mit einer Hand zu Boden. Die Lions beenden den Spielzug mit nur einem Yard Raumgewinn.

Im nächsten Spielzug heißt es also 2nd & 9 für die Lions.

Die Lions kommen im 11-Personel und spielen hier einen Passspielzug bei dem sie zunächst die Ballübergabe an den Wide Receiver der quer zur Line of Scrimmage läuft antäuschen. Wieder hat Mike Pettine hier die perfekte Antwort auf den geplanten Spielzug der Lions. Die Lions laufen hier insgesamt vier tiefe Routen. Die Packers kommen im Dime-Packages (6 Defensiv Backs) aufs Feld, was darauf hindeutet dass man mit dem Passversuch bei diesem Down gerechnet hat. Sullivan ist hier der Free Safety der eine tiefe Zone in der Mitte des Spielfeldes verteidigt und je nachdem wie sich das Play entwickelt einen seiner Mitspieler unterstützen kann in der Passverteidigung.

Dadurch das der Lions Receiver quer zur Line of Srimmage gelaufen kommt, spielt T. Williams (zweiter Packers Spieler von oben) ebenso wie Martinez eine Zonenverteidigung in der Mitte des Spielfeldes. Will Redmond hat den Runnigback als seinen Gegenspieler und Adrian Amos den Tight End. Und ja, wer aufgepasst hat wird merken, dass der Wide Receiver der quer zur Line gelaufen ist zunächst ungedeckt ist, wie im nächsten Bild auch deutlich zu sehen.

Stafford ist bei diesem Bildausschnitt in der Wurfbewegung und der Ball geht auf den Receiver am unteren Bildrand. Jaire Alexander spielt jedoch hier die perfekte Coverage und kann den Catch verhindern. Alexander hält den Receiver auf der von ihm gesehen äußeren Seite und hat dadurch sozusagen die Spielfeldbegrenzung als Hilfe bei der Verteidigung. Zudem hat er auf dem Bild bereits ein paar Schritte Vorsprung in die Augen auf dem Receiver gerichtet und kann auf ihn reagieren.

Der eben angesprochene Wide Receiver der Lions ist dagegen an der 45 Yard Line ziemlich frei. Man beachte hier allerding auch den First Down Marker. Der Receiver hat ca. 17 Yards zum First Down. Zudem orientieren sich Amos und Martinez bereits in seine Richtung. Amos der zuvor noch mit dem Tight End mitgelaufen war, verteidigt diesen nicht mehr sobald er in die Mitte des Spielfelds läuft. Amos übergibt damit die Verteidigung des Tight Ends an T.Williams und Blake Martinez, die die Mitte des Spielfeldes abdecken. Insgesamt wäre der kurze Checkdown Pass auf den freien Receiver zwar besser gewesen, wenn die Tackles der angelaufen Amos und Martinez allerdings sitzen ist auch der Spielzug mit wenig bis kaum Raumgewinn gestoppt.

Zugegeben, dass hier dargestellte blaue Fenster sieht hier ziemlich groß aus und man könnte meinen Stafford hätte eine Chance den Ball hier zu platzieren. Aber Sullivan (Packers Spieler rechter Bildrand)hat den Tight End jetzt genau vor sich und kann sowohl auf dessen Laufweg, als auch auf Stafford reagieren falls dieser den Tight End anwerfen würde. Auch Tramon Williams reagiert auf den Laufweg des Tight Ends. Der Pass von Stafford wäre mindestens 25-30 Yards in der Luft. Zeit in der Sullivan die Lücke schließen könnte. Am Ende also ein ziemlich enges Fenster und ein riskanter Wurf den Stafford hier machen müsste.

Takeway

Die drei hier gezeigten Spielzüge sind natürlich nur Ausschnitte zeigen aber exemplarisch und anschaulich die verbesserte Defense in der zweiten Halbzeit. Nur dank dieser Leistungssteigerung konnten die Packers so lange im Spiel bleiben und letztendlich das Ding mit ablaufender Uhr noch drehen.

Was bleibt ansonsten positives festzuhalten aus dem Spiel gegen die Lions? An erster Stelle steht wohl, dass die Packers den Lauf doch verteidigen können. In den vergangenen Woche stand genau dies ja immer wieder zur Diskussion. Wie in Woche 1 gegen die Bears waren die Packers in der Run Verteidigung stets zur Stelle und hielten Johnson bei 34 Yards. Auffällig war insbesondere die Leistung unsers DLiner Dean Lowry der gefühlt bei jedem Laufspielzug im Backfield der Lions auftauchte und deren Runnigbacks früh stoppte.

Außerdem sind die Adjustmenst in der Defense positiv zu nennen. In der ersten Halbzeit noch völlig überrumpelt worden mit den tiefen Pässen von Stafford, hat Mike Pettine in der zweiten Halbzeit stets die richtigen Antworten parat gehabt. Turnover konnte die Defense zwar keine kreieren, doch die Lions bei mehreren Drives bei einem langen Fieldgoal halten. Dass Prater fast alle Fieldgoals mit schlafwandlerischer Sicherheit versenkte ist auch nicht alltäglich.

Der kommende Gegner

Das Spiel gegen Oakland scheint auf dem Papier zunächst das einfachste Spiel vergleichen mit den letzten drei Gegnern zu sein (Eagles, Cowboys, Lions). Unterschätzen sollten die Packers den kommenden Gegner aber keinesfalls. Die Raiders spielen bislang eine mehr als ordentliche Saison und haben nicht zuletzt durch den Sieg in London gegen die Bears auf sich aufmerksam gemacht. Zuvor gab es für die Raiders bereits Siege gegen die Colt und die Broncos. Gegen Kansas City und die Vikings setzte es hingegen Niederlagen, sodass die Raiders aktuell mit einer 3-2 Bilanz auf Platz 2 der AFC West stehen. Mit den Packers, Houston und anschließend den Lions warten nun Gegner auf die Raiders, die zeigen werden, ob die Reise eher in Richtung Playoffs geht oder man im unteren Mittelfeld der NFL verbleibt.

Ähnlich wie der letzte Gegner aus Detroit haben auch die Raiders ein gutes Laufspiel. Zudem haben die Raiders in Darren Waller einen starken Tight End in ihren Reihen. Bei den Wide Receivern sind die Raiders jedoch nicht mehr ganz so stark besetzt. Der bei Green Bay fast ausschließlich im Special Team eingesetzt Trevor Davis ist bei den Raiders Starter. Das gute Laufspiel und das etwas schwächere Passspiel wird auch durch die Zahlen der Raiders untermauert. 134,4 Yards pro Spiel im Laufspiel sind aktuell Platz 8 in der NFL. Beim Passspiel belegen die Raiders mit 213,8 Yards nur den 23. Rang. Tight End Walker ist zudem der mit Abstand am meisten angespielte Receiver (37 Targets zu 17 Targets von Tyrell Williams).

Quarterback Darek Carr spielt bisher eine gute Saison bei den Raiders. Kein Quarterback in der NFL hat prozentual so viele Completions wie Carr. Auffällig ist dabei jedoch, dass diese Completions hauptsächlich aus kurzen Pässen auf die Tight Ends und Runningbacks resultieren. Die Offense ist aufgrund der etwas schwächeren Wide Receiver zu dieser eher konservativen Spielweise mehr oder weniger gezwungen. Das macht die Raiders jedoch aktuell nicht weniger gut und genau mit einer solchen Spielweise hatten die Packers in Woche 4 gegen die Eagles ziemliche Probleme.

Ways to win

Die Packers haben gezeigt, dass sie den Lauf stoppen können. Auch gegen die Raiders wird dies zunächst die oberste Priorität sein, da Darek Carr bei weitem nicht so stark im Downfield Passing-Game einzuschätzen ist wie ein Stafford (auch aufgrund des schlechteren Personals). Zudem erzielt Josh Jakob hinter der starken OLine pro Lauf im Schnitt 5 Yards! Ein absoluter Spitzenwert. Zweites Augenmerk sollte dann auf der Verteidigung von Tight End Waller liegen, der die größte Rolle im Passspiel der Raiders einnimmt. Wie gegen die Eagles könnte Saftey Adrian Amos in häufig Matchups mit Waller geschickt werden.

Dass die Raiders es stattdessen doch mit vielen tiefen Pässen versuchen werde, ist fast auszuschließen. Das Matchup Raiders Wide Receiver gegen Packers Secondary dürfte mehr als deutlich an die Packers gehen. Gegen die gute Raiders OLine wird es trotzdem nicht einfach werden Darek Carr ordentlich unter Druck zu setzen. Durch die konservative Spielweise der Raiders, kaum tiefe Pässe zu werfen, wird Carr den Ball immer schnell los und neutralisiert so den gegnerischen Pass Rush. Ähnlich wie gegen die Lions in der zweiten Halbzeit wird es für die Packers Defense darauf ankommen, Carr in lange 3rd Downs zu bringen in denen er gezwungen ist den Ball zu werfen und länger zu halten.

Der Ausgang des umgekehrten Duells (Raiders Secondary gegen Packers Wide Receiver) wird viel davon beeinflusst werden, wer bei den Packers letztendlich alles ausfällt. Zwar war die Raiders Passverteidigung bisher nicht die Beste (Platz 22, 263 Yards pro Spiel), aber der Qualitätsverlust in der Packers Offense ohne Adams, MVS und Allison wäre wohl schon enorm. Die Augen werden auch auf Lazard gerichtet sein, der mit seinem Spiel gegen die Lions auf sich aufmerksam gemacht hat und gerne an die Leistungen anknüpfen darf. Helfen dürfte den Packers im Passspiel die starke OLine, die Rodgers viel Zeit verschaffen kann. Viel Gefahr geht von dem Pass Rush der Raiders nicht aus die bisher  doch ziemlich zahnlos daher kamen(9 Sacks in 5 Spielen). Auf das Laufspiel darf man von Seiten der Packers wohl nicht zu sehr hoffen. Die Raiders haben eine Top Ten Run Defense und werden am Boden vermutlich nicht allzu viel zulassen. Umso wichtiger wird es daher sein J.Williams und Jones auch in das Passspiel mit einzubeziehen. Das hat in den letzten Spielen bereits immer gut funktioniert.

Prediction

Auch mit dem vermeintlichen Ausfall von Adams und Allison werden die Packers die Raiders Defense ordentlich beschäftigen. Viel wird bei den Packers zunächst über Kurzpassspiel laufen um den Receivern die nötige Sicherheit und Selbstvertrauen zu geben. Defensiv wird man sich auf die Verteidigung des Laufs konzentrieren und hier insbesondere in der ersten Hälfte die Box ordentlich vollladen. Mit der Führung im Rücken wird es dann für die Defense im Laufe des Spiels einfacher werden, sodass sich auch wieder Möglichkeiten für Turnover ergeben werden. Am Ende siegen die Packers recht deutlich. Mein Tipp: 31:17