Woche 5 der Regular Season steht vor der Tür. Die Packers müssen das erste Mal seit Woche 1 wieder auswärts ran und treffen in Dallas auf die Cowboys, die wie die Packers auch in Woche 4 die erste Niederlage der Saison hinnehmen mussten. In unserer heutigen Vorschau blicken wir zurück auf die Niederlage gegen die Eagles und widmen uns anschließend ausführlich dem kommenden Duell gegen die Cowboys.

Der Blick zurück

3-1 nach Woche 4 hätte vor der Saison vermutlich jeder unterschrieben. Nach der am Ende doch ärgerlichen und vielleicht auch vermeidbaren Niederlage gegen die Eagles war das 4-0 aber mehr als im Bereich des Möglichen. Eine durchwachsene Schiedsrichterleistung auf beiden Seiten, einige verletzte Spieler auf Seiten der Packers und nicht zuletzt zwei entscheidende Turnover besiegelten letztendlich die erste Niederlage der noch jungen Saison.

Aber der Reihe nach. Die Eagles waren der erwartet schwere Gegner und Quarterback Carson Wentz der bisher Beste dem sich die Packers Defense gegenüber sah. Die Vorzeichen für das Spielen waren klar, die Offense der Packers war zum ersten Mal in dieser Saison richtig gefordert, denn die Eagles hatten einen Offensiven Gameplan, der der Packers Defense nicht viele Möglichkeiten erlaubte. Fast alles lief bei den Eagles über das Laufspiel und das Kurzpassspiel und hier besonders viel über Tight End Zach Ertz. Adrian Amos hatte meist die unangenehme Aufgabe Ertz zu verteidigen.

Dadurch dass Wentz den Ball dank des Kurzpassspiels immer schnell loswurde, kam auch der bisher so gute Pass Rush der Packers überhaupt nicht zum Tragen. Am Ende des Spiels konnte kein einziger Sack verzeichnet werden. Za’Darius Smith der unter der Woche vor dem Spiel gegen die Eagles aufgrund einer Knieverletzung nur eingeschränkt trainieren konnte, musste zudem gegen Ende des Spiels immer häufiger von Rookie Rashan Gary ersetzt werden.

Offensiv lieferten die Packers gegen die schwache Eagles Secondary das beste Saisonspiel ab. Davante Adams verzeichnete mit 180 Receiving Yards einen neuen Karriererekord. Auch der in den ersten Spielen oft gescholtene Geronimo Allison lieferte ein sehr gutes Spiel ab und konnte neben seinen zweiten Touchdown in der noch jungen Saison, den ein oder anderen wichtigen Catch verbuchen. Ebenso zeigte Aaron Rodgers eine ansehnliche Leistung und ließ die Kritiker zunächst verstummen.

Passpiel hui und Laufspiel pfui konnte man nach dem Spiel festhalten. Fast alle Yards der Packers Offense mussten durch die Luft zurückgelegt werden. Wie bereits in der Vorschau auf das Spiel festgestellt, boten die Eagles eine extrem starke Laufverteidigung auf und die Eagles Front entpuppte sich in dem Spiel als der erwartet schwere Gegner und ließ nur 21 Yards von Jones zu. Erschwerend kam hinzu, dass man bereits ab den ersten Minuten auf Jamaal Williams verzichten musste, der nach einem späten Hit gegen den Helm von Eagles Verteidiger Barnett zu Boden ging und mit der Trage vom Feld gefahren werden musste.

Rookie Dexter Williams war in dem Spiel inaktiv, sodass sich das Laufspiel ab diesem Zeitpunkt hauptsächlich auf Aaron Jones beschränkte. LaFleur versuchte in der zweiten Halbzeit krampfhaft das Laufspiel am Leben zu erhalten, indem insbesondere bei 1st Down immer wieder der Ball an Jones übergeben wurde, was jedoch absolut nicht von Erfolg gekrönt war.

Turnover

Offensiv kamen zudem zwei folgenschwere Turnover hinzu. Der erste Turnover noch in der ersten Halbzeit, als Rodgers dem Verteidiger ausweichen will, einen Schritt in die Pocket macht und glaubt, dass Lewis dadurch einen Block stellen kann. Lewis verpasst jedoch den Block und Rodgers der sich gerade bereit macht einen tiefen Ball auf Valdes-Scantling zu werfen, bekommt den Ball aus der Hand geschlagen und die Eagles recovern den Football.

Wenige Spielzüge später stehen die Eagles zum Touchdown in der Endzone der Packers. Trotzdem schaffte es die Packers Offense anschließend innerhalb von einer Minute nochmals das Feld runter zu marschieren und mit Touchdown samt Extrapunkt wieder auf einen Punkt an die Eagles ranzukommen.

Der zweite Turnover war dann letztendlich der spielentscheidende, da wenige Sekunden vor Ende des Spiels, als nach einem getippten Pass an der Goalline die Eagles den Ball fangen konnten. Ja, eventuell kann man hier eine Defensive Pass Interference fordern und es bleibt zumindest zweifelhaft, warum die Scheidsrichter sich diese Szene nicht zumindest nochmal angeschaut haben. Trotzdem sollte man die Schuld an der Niederlage nicht alleine den Schiedsrichtern zuschreiben, die wie bereits erwähnt, auf beiden Seiten nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Unser Headcoach wird diese Niederlage hoffentlich nutzen und seine Lehren daraus ziehen, denn auch sein Play Calling ist nach dem Spiel in die Kritik geraten.

Der kommende Gegner

Mit den Cowboys wartet also nun direkt der nächste Gegner aus der NFC East. Dieses Mal geht’s jedoch auf Reisen und die Cowboys empfangen unsere Packers am Sonntag Abend um halb elf deutscher Zeit. Die Cowboys haben durchaus eine ereignisreiche Offseason hinter sich mit diversen hoch dotierten Vertragsverlängerungen einiger ihrer Leistungsträger. Runningback Ezekiel Elliott streikte sich in der Vorbereitung zu einem neuen Vertrag, der erste wenige Tage vor dem Beginn der Regular Season in trockenen Tüchern war. Mit dem neuen Vertrag ist Elliott der bestbezahlteste Runnigback der gesamten NFL.

Vorher stattete man bereits Linebacker Jaylon Smith mit einem neuen Vertrag aus. Der Draftpick aus dem Jahr 2016 hatte 2018 sein Breakout Jahr mit 121 Tackles und 4 Sacks. Auch La’el Collins der Offensive Tackle der Cowboys durfte sich über einen neuen Vertrag freuen. Tight End Jason Witten beendete zudem seine Karriere als Kommentator und kehrte als aktiver Spieler zu den Cowboys zurück. Für die Packers gibt es außerdem dieses Jahr das Wiedersehen mit Randall Cobb. Zudem verpflichteten die Cowboys Anfang der Woche einen weiteren alten Bekannten. Safety Josh Jones darf sich über einen Platz im Pratice Squad der Cowboys freuen. Hier erhoffen sich die Cowboys mit ziemlicher Sicherheit die ein oder andere Information über die Packers Defense.

Saisonverlauf der Cowboys

Wie die Packers stehen auch die Cowboys nach Woche 4 mit 3-1 an der Spitze ihrer Division. Nach dem ersten Spiel gegen die Giants welches die Cowboys mit 35-17 für sich entscheiden konnten, folgte in Woche 2 ein 31-21 Sieg gegen die Redskins ehe in Woche 3 die Dolphins zu Gast in Dallas waren. Das Endergebnis hört sich mit 31-6 hier sehr deutlich an, doch insbesondere in Halbzeit eins hatten die Cowboys alle Hände voll zu tun, denn die Dolphins bewegten den Ball recht ordentlich übers Feld. Vor der Halbzeit hatten die Dolphins gar die Möglichkeit in Führung zu gehen, fumbelten jedoch den Ball wenige Yards vor der Endzone der Cowboys.

In Woche 4 warteten dann die Saints im Sunday Night Game auf die Cowboys. Die Saints schafften es die bisher sehr explosive Offense der Cowboys bei lediglich 10 Punkten zu halten. Besonders das oft so starke Laufspiel der Cowboys war über die komplette Strecke des Spiels überhaupt kein Faktor. Ezekiel Elliott brachte es auf grade einmal 35 Rushing Yards. Saints Cornerback Marshan Lattimore folgte Nummer 1 Wide Receiver Amari Cooper über das komplette Feld und ließ keinen größeren Raumgewinn für den Nummer 1 Receiver der Cowboys zu. Diese starke defensive Leistung war letztendlich der ausschlaggebende Faktor für den Sieg der Saints.

Die Saints waren der erste echte Gradmesser für die Cowboys. Die Statistiken besagen zwar, dass die Cowboys offensiv zu den stärksten Teams gehören, allerdings muss man im gleichen Atemzug auch erwähnen, dass man gegen die Giants (noch mit Eli Manning), die Redskins und die Dolphins spielte. Das ein Playoff-Anwärter wie die Cowboys in solchen Spielen offensiv gut aussehen muss, versteht sich von selbst. Auch die Dolphins hatten wie oben angedeutet schon gezeigt, dass die Cowboys durchaus verwundbar sind. Man kann die ersten drei Spiele durchaus als Pflichtsiege bezeichnen. Trotzdem kam die Niederlage mit so wenigen Punkten gegen die Saints, die bekanntermaßen mit Backup Quarterback Teddy Bridgewater unterwegs waren, durchaus überraschend.

Ways to win

Worauf kommt es für die Packers in diesem Spiel besonders an? Was kann man sich eventuell von den bisherigen Gegner der Cowboys abgucken? Der Schlüssel zum Erfolg liegt insbesondere in der Laufverteidigung gegen das Laufspiel der Cowboys. Die letzten Spiele haben jedoch leider gezeigt, dass genau hier die Packers extrem anfällig waren. Die Cowboys haben mit ihrer OLine und Runningback Elliott zweifelsfrei eins der besten und gefährlichsten Laufspiele der Liga. Die Packers hingegen waren, abgesehen von Woche 1, immer extrem anfällig gegen den Lauf. Was können die Packers tun um den Lauf besser zu verteidigen?

Problem: Laufverteidigung

Warum die Packers so viele Yards am Boden abgeben, lässt sich auf mehrere Dinge zurückführen. Zum einen ist hier die Verletzung von Oren Burks zu nennen, der sich in der Preseason an der Schulter verletzte. Hinzu kommt, dass die Packers gerade auf der Position der Inside Linebacker relativ dünn besetzt sind. Deshalb reagierte Gutekunst auch auf dieser Position nocheinmal kurzfrsitig und verpflichtete B.J. Goodson von den Giants Anfang September. Weiterhin ist die Pettine Defense primär eher darauf ausgelegt keine großen Raumgewinne durch die Luft zuzulassen. Das bedeutet, dass man häufig mit leichten Boxes spielt (wenig Spieler in der Mitte des Feldes gegen den Lauf). Dabei sind dann in der Regel ein oder zwei Defensive Backs mehr auf dem Feld, als in einer Standard Base-Formation. Eventuell können die Packers hier ansetzten und zumindest in der frühen Phase des Spiel mehr in Base-Formation rauskommen, um den Lauf besser zu stoppen.

Gegen die Eagles kam beispielsweise B.J. Goodson erst im letzten Viertel neben Blake Martinez zu mehr Spielzeit wodurch prompt ein Drive der Eagles früh gestoppt werden konnte. Ein weiterer Grund warum die Packers ihren Fokus eindeutig auf die Laufverteidigung richten sollten, sind die aktuell angeschlagenen und verletzten Offensive Tackle der Cowboys. Beide Tackle sind für das Spiel gegen die Packers fraglich. Die Cowboys werden deshalb vermutlich häufig versuchen, durch die Mitte zu laufen, ähnlich wie es ihnen die Egales vorgemacht haben. Das Prescott den Ball lange hält und somit dem starken Packer Pass Rush die Missmatches gegen die Ersatzleute in der OLine erlaubt ist anzuzweifeln. Schaffen es die Packers jedoch früh im Spiel den Lauf zu kontrollieren und Offensiv sogar länger in Führung zu bleiben, bleibt der Offense der Cowboys eventuell auch nichts anderes übrig, als den Ball zu passen. Und hier waren die Packers bisher ja deutlich stärker und belegen in der Statistik aktuell Platz 3 in der NFL.

Cowboys Defense vs. Packers Offense

Beim Matchup Cowboys Defense gegen Packers Offense wird es insbesondere auf Aaron Rodgers ankommen, der hoffentlich ein ähnlich gutes Spiel wie zuletzt gegen die Eagles abliefern kann. Dabei ist er jedoch noch mehr gefordert als im Spiel gegen die Eagles, denn mit Davante Adams und Jamaal Williams werden vermutlich zwei wichtige Säulen im Angriffsspiel für das Matchup ausfallen. Die Cowboys Offense belegt derzeit Rang 12 in der Rushing Defense und Rang 10 in der Passing Defense. Im Schnitt hielten die Cowboys ihren Gegner bei gerade einmal 14 Punkten pro Spiel.

Rookie Runningback Dexter Williams könnte die Rolle von J. Williams einnehmen und so Aaron Jones das ein oder andere mal entlasten. Hier dürfen die Packers nicht zu einseitig werden und müssen auch ohne J. Williams ein gutes Laufspiel aufziehen können, was eigentlich immer noch ein Kernstück der Matt LaFleur Offense sein sollte.

Durch den vermeintlichen Ausfall von Palymaker Adams wird zudem LaFleur mehr gefordert sein als üblich, um auch über das Scheme und Playdesign offene Receiver zu finden. Auch die Tight Ends dürfen dabei gerne eine wichtigere Rolle spielen.

Injury Report

Wie bereits angedeutet drohen bei beiden Teams wichtige Spieler auszufallen. Bei den Packers sind die schwerwiegenden Ausfälle die bereits erwähnten D. Adams und J. Williams. Wichtig für die Offense wäre, wenn zumindest Right Tackle Bryan Bulaga wieder zur Verfügung stehen könnte. Oren Burks trainiert zwar wieder mit der Mannschaft, aber das Spiel könnte dennoch zu früh für ihn kommen. Erfreulich ist, dass M. Adams wieder trainiert und eventuell bereits Sonntag wieder eingreifen könnte. Für die Laufverteidigung der Packers wäre das sehr wichtig. Safety Will Redmond befindet sich noch im Concussion Protocol. Bei ihm zeigt sich Ende der Woche, ob er spielen kann. Sollten sowohl Kevin King als auch Tony Brown am Sonntag ausfallen, hätten die Packers auch (mal wieder) ein kleines Problem auf Cornerback. Oldie Tramon Williams würde dann vermutlich aus dem Slot auf Outside Cornerback wechseln müssen.

Bei den Cowboys sind insbesondere die bereits erwähnten Tackles Smith und Collins zu nennen, die den Cowboys fehlen könnten. Zudem tauchen auch Wide Receiver Amari Cooper und Michael Gallup auf dem Injury Report auf.

Prediction

Die Packers werden das Laufspiel der Cowboys zu Anfang des Spiels gut verteidigen können. Über die gesamte Spieldauer wird dies jedoch nicht gelingen und Elliott wird das ein oder andere Bigplay erlaufen können. Offensiv wird sich das Fehlen von Williams und Adams stärker auf die Leistung auswirken als gewünscht und die Packers kommen leider nicht in den gewünschten Rhythmus. Defensiv wird das Kurzpassspiel der Cowboys insbesondere über die Tight Ends und Runnningbacks zum Problem für die Packers Defense werden, sodass am Ende leider eine Niederlage steht. In Anbetracht der verletzten Spieler jedoch keine Niederlage die die Packers aus der Bahn wirft, solange man den Turnaround eine Woche später gegen die Lions zu Haus hinbekommt. Mein Tipp: 31:17