Es war der Abend unseres Quarterbacks! Es war Rodgersmania in Lambeau. Mit fünf Touchdown-Pässen sowie einem Erlaufenen führte unsere Nummer 12 die Packers zu einem deutlichen 42:24 (14:10)-Erfolg über die Oakland Raiders. Die Packers festigen damit die Führung in der NFC North.

1st Quarter: Ein schneller Auftakt

Die Raiders hatten den ersten Ballbesitz und kämpften sich dank eines langen Laufes tief in die Packers-Hälfte. Mehr als ein Field Goal von Daniel Carlson war aber nicht drin. Die Packers antworteten mit einem schnellen Drive. In etwas mehr als zweieinhalb Minuten überbrückte Rodgers das Feld und fand Aaron Jones mit einem Pass aus 21 Yards. „Showtyme“ hatte keine Probleme den Ball in der Endzone zu fangen. TOUCHDOWN Packers, da waren gerade einmal etwas mehr als fünf Minuten gespielt. In der Folge konnten beide Teams ihre offensiven Drives allerdings nicht vollenden, so dass der Rest des Viertels punktlos blieb.

2nd Quarter: Rodgersmania

Den zweiten Spielabschnitt begannen die Raiders mit Ballbesitz tief in Packers-Territory. Gleich der erste Pass fand Darren Waller in der Endzone, wurde aber wegen eines Holdings zurückgepfiffen. Die Raiders spielten sich in die Redzone und dann fand Derek Carr erneut einen Abnehmer in der Endzone. Foster Moreau stellte auf 10:7 für Oakland. Die Antwort der Packers war eindrucksvoll. Mit vielen kurzen Pässen und ein paar Läufen von Jones führte Rodgers seine Mannen über das Feld. Dann halfen die Raiders auch noch mit einer Pass Interference mit und die Packers standen in der Red Zone. Rodgers sah einen völlig offenen Jamaal Williams auf der rechten Seite und BOOM – Touchdown Packers, 14:10!

Das war der Auftakt zu einer wilden Schlussphase der ersten Halbzeit. Die Raiders hatten viel Platz, allen voran Waller. Der Tight End wurde erst kurz vor der Endzone von Will Redmond gestoppt. Carr probierte es mit einem Scramble und ging an der 1 Yard-Linie über die Seitenlinie. Nach einem Review entschieden die Referees auf Fumble und Touchback durch die Packers! 109 Sekunden sollen den Packers reichen, um 80 Yards zu überbrücken. Final war es Jake Kumerow, der vollendete. Tänzelnd und tauchend rettete sich „Touchdown-Jesus“ in die Endzone zur 21:10-Halbzeitführung.

3rd Quarter: Der alte Mann läuft

Das dritte Viertel begann, wie das Zweite endete. Ein schneller Drive (5 Plays, 78 Yards in unter zwei Minuten!) brachte die Packers in die Endzone. Diesmal war es Rodgers selbst, der den Ball in die Endzone zur 28:10-Vorentscheidung in die Endzone trug. Oder um es mit den Worten von Headcoach Matt LaFleur zu sagen: „The old man ran for one!“ Und die Rodgersmania war damit noch lange nicht vorbei.

Nun fiel etwas Last, aber auch Druck ab. Anders ist kaum erklärbar, warum die Raiders-Passempfänger im anschließenden Drive immer so offen waren. Carr nutzt dies und führte die Raiders in Person von Waller in die Endzone. Doch die Packers-Antwort war imposant: dank zweier Big Plays von Jimmy Graham und Allen Lazard überbrückte die Offense schnell das Feld und in der Red Zone war Jimmy Graham das Ziel. Touchdown Packers, Nummer 5 – 35:17 nach 45 Minuten.

4th Quarter: Ins Ziel gebracht

Die endgültige Entscheidung fiel zu Beginn des Schlussabschnitts. Josh Jacobs wurde im vierten Versuch der Packers an der 1 Yard-Linie von Goodson und Alexander gestoppt, das nochmalige Verkürzen damit verhindert. Und auch ein drittes Mal wurde die Raiders-Offense in der Red Zone gestoppt. Kevin King fing einen Carr-Pass in der Endzone ab. Auf der anderen Seite war es Marques Valdes-Scantling, der aus 74 Yards zum sechsten Packers-Touchdown lief. Den Schlusspunkt setzten die Raiders, erneut Waller war frei und fing seinen zweiten Touchdown zum 42:24-Endstand aus Packers-Sicht.

Fazit

Was soll man dazu sagen? Das war eine Monster-Performance von Rodgers und eine fast nicht zu stoppende Offensive der Packers, die unglaublich gut gecalled wurde. Die Raiders wurden dank guter Vorbereitung am Plündern gehindert und die Defense gevierteilt. So macht Offensive-Football-Spaß. Allerdings muss dennoch über die Defense gesprochen werden, denn gerade die Coverage der Tight Ends war mehr als mäßig. Dennoch: 6-1 Packers und weiter Division Leader.

Flop

Defense: Das war teilweise schon sehr böse, was die nicht unbedingt hoch eingeschätzte Raiders-Offense mit der Verteidigung machte. Es funktionierte oft nichts. Der Quarterback hatte keinen Druck, die Receiver (allen voran die Tight Ends) standen zu oft frei und auch Josh Jacobs war nicht zu stoppen. Hinzu kommt das leidige Thema Tackling, denn zu oft hätte man einen Lauf deutlich früher stoppen können.

Tops

Red Zone-Defense: Einen positiven Aspekt hatte die Defense aber auch, denn nah an der eigenen Endzone klappte sie ganz gut. Erstmals seit 15 Jahren endeten drei Drives des Gegners kurz vor der Endzone. Ein Turnover on Downs, ein Fumble und eine Interception waren das Resultat.

Play Calling: Bevor wir zum Man of the match kommen, muss das Playcalling von Matt LaFleur gelobt werden. Im Grunde hatte er auf jede Situation die richtige Idee und wie oft die Receiver völlig offen waren, war schon fast beängstigend. Natürlich kam auch dann und wann etwas Glück hinzu, aber dieses Spiel war ein perfekter Griff von MLF.

Aaron Rodgers: Apropos perfekt! 25 von 31 Pässen für 429 Yards angebracht, fünf Touchdowns geworfen und dann noch Einen erlaufen – besser hätte der Abend für Rodgers nicht laufen können. Erstmals gelang ihm und damit einem Packer überhaupt ein perfektes Passer-Rating von 158,3! Gratulation! Dass er dafür den Game Ball vom Coach bekam und als schnellster Quarterback überhaupt (und Neunter insgesamt) die 350 Touchdown-Pässe in seiner Karriere voll machte sind nur die Extra-Sahnehaube mit Kirsche auf einem geilen Packers-Kuchen.