Aaron Jones wandelt auf den Spuren von Jim Taylor und die Packers holen einen wichtigen Auswärtserfolg bei den Dallas Cowboys. Als vierter Spieler nach Jim Taylor, Terdell Middleton und Dorsey Levens schaffte der Running Back vier Rushing-Touchdowns in einer Partie und sorgte so fast im Alleingang für den 34:24 (17:0)-Sieg. Die Packers stehen damit bei 4-1 und sind Spitzenreiter der NFC North!

1. Quarter: Jones legt den Grundstein

Das erste Big Play der Partie war allerdings der Defense vergönnt. Cowboys-Receiver Amari Cooper, der vor allem Jaire Alexander vor große Probleme stellte, flutschte ein Pass durch die Finger und eben jener Alexander griff beherzt zu. Dazu trug der Corner das Ei aus der eigenen Redzone bis in die Hälfte der Cowboys zurück. Die gute Feldposition nutzten die Packers dann eindrucksvoll aus. Zwei Pässe für 29 Yards und dann ein beherzter Lauf von Jones über die letzten 18 brachten die Packers nach etwas mehr als sechs Minuten in Führung.

Folglich war die Defense gefordert und die packte zu. Zwar konnte Cooper einmal für 46 Yards fangen und brachte die Cowboys gefährlich ins Packers-Territory. Doch ein starker Laufstopp von Rashan Gary und Adrian Amos, sowie ein Sack von Za’Darius Smith sorgten dafür, dass die Cowboys wieder aus der Field Goal-Range rausfielen. Auch den daraus resultierenden Drive nutzten die Packers. Dreimal suchte Aaron Rodgers seine Tight Ends und fand Jimmy Graham, Marcedes Lewis und Robert Tonyan je einmal. Allein die drei Catches sorgten für satte 70(!) Yards. Der Rest waren dann kurze Pässe und Laufspiel, abgeschlossen von Aaron Jones zur 14:0-Führung nach dem ersten Spielabschnitt

2. Quarter: Die Defense hält

Das zweite Viertel begann wie das Erste. Die Cowboys hatten eine ganz gute Position, dann kam Dak Prescott und warf das Ei in die Arme von Chandon Sullivan. Diesmal konnten die Packers dies nicht nutzen, hatten sogar Glück, dass Rodgers den Ball nicht fumbelte. Die Cowboys mussten im Anschluss auch punten und so hielt die Null in der Defense. Die Packers kamen wieder in die Red Zone, mussten diesmal aber mit einem Field Goal vorlieb nehmen. Mason Crosby erhöhte aus 20 Yards auf 17:0, gleichzeitig auch der Halbzeitstand. Denn Brett Maher schoss seinen Field Goal-Versuch rechts vorbei.

3. Quarter: Jones mit der Entscheidung

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte die Packers-Defense die Cowboys-Offense ganz gut im Griff. Lediglich Cooper und Elliott konnten in dieser Phase die Packers aufmischen. Auf der Gegenseite machte die von Matt LaFleur gut gecallte Offensive fast, was sie wollte. Aaron Jones war erneut der Nutznießer und schloss den ersten Drive der zweiten Halbzeit mit einem Lauf zum 24:0 ab. Nun wurde es auf beiden Seiten spektakulärer. Brett Maher verkürzte per Field Goal, ehe Jones mit seinem vierten Touchdown nicht nur den Franchise-Rekord einstellte, sondern die Partie entschied. Nun fiel der Druck von den Packers etwas ab, was Michael Gallup zum ersten Receiving Touchdown des Abends nutzte. Mit dem 31:10 aus Packers-Sicht ging es dann in das letzte Viertel.

4. Quarter: Es wird nicht mehr eng

Gleich zu Beginn schien es so, als würden sich Geschehnisse der ersten Halbzeit wiederholen. Will Redmond fing einen Pass von Prescott in der Endzone ab. Allerdings hatte die D-Line für einen Penalty gesorgt, der die Cowboys an die 2 Yard-Linie brachte. Ezekiel Elliott sagte danke und verkürzte auf ein Two-Score-Game. Zwar konnten die Packers ihren nächsten Drive nicht nutzen, doch Prescott warf das Ei daraufhin in die Arme von Kevin King. So kam spätestens nach dem zweiten Field Goal von Crosby keine richtige Spannung mehr auf. Amari Cooper gelang zwar noch das 24:34 aus Cowboys-Sicht, zu mehr reichte es aber nicht. Der vierte Sieg im fünften Spiel wurde dann mit einem knieenden Rodgers standesgemäß eingetütet.

Fazit

Erinnert ihr euch noch an die Kritik von Patrick Esume, dass die Packers zu wenig laufen? Dies dürfte mit diesem Spiel endgültig Geschichte sein, allen voran natürlich dank Aaron Jones. Dazu hat die Defense über drei Viertel der Partie gezeigt, was sie kann. Dass Prescott am Ende auf über 400 Yards kam und die Cowboys noch auf 24 Punkte, lag sicherlich an der klaren Führung kurz vor Ende des dritten Viertels. Erfreulich ist auch zusehen, dass Matt LaFleur und auch Aaron Rodgers aus der letzten Woche gelernt haben.

Flops

Jaire Alexander: Vielleicht mag das meinem persönlichen Blick auf mein Fantasy-Team geschuldet sein, aber das war trotz der Interception nicht das Spiel unseres No1-Corners. Vor Amari Cooper machte mit Alexander phasenweise was er wollte. Das kann, ja das muss er besser machen.

Receiver: Adams fehlte, also war es eigentlich an Allison und Co zu zeigen, dass sie ihn zumindest im Kollektiv ersetzen können. Jetzt war der Gameplan und der Spielverlauf nicht unbedingt Receiver-freundlich, doch was alle drei auf das Feld zauberten, war nicht gut. So dürfte der Ruf nach einem Trade für einen No2-Receiver lauter werden.

Tops

Aaron Jones: Eigentlich ist zu Jones alles gesagt. Vier Touchdowns stehen ja für sich. Dass dazu weitere 107 Yards Rushing und 75 Receiving Yards kommen, verdeutlicht das starke Bild von AJ. Dass es bei ihm auch menschlich passt, beweist der folgende Tweet.

Offensive Line: Womit wir bei einem weiteren Grund wären, warum das Packers-Spiel so funktionierte wie gedacht. Die Cowboys-Front konnte selten bis gar nicht Druck ausüben, so dass sich immer wieder die richtigen Lücken für den Lauf oder die nötige Zeit für Rodgers ergab. Wenn dann noch Spieler wie Jimmy Graham oder Marques Valdes-Scantling erfolgreich mitblocken, dann kann man nur mit der Zunge schnalzen.

Preston/Za’Darius Smith: Was soll man noch sagen? Gegen eine der besten O-Lines der Liga legen die beiden Smiths ein richtig starkes Spiel hin. Drei Sacks und gleich sechs Quarterback-Hits sprechen die richtige Sprache. Das hat dem Spiel von Dallas enorm viel genommen und hat das Leben für die Anderen deutlich einfacher gemacht.

Tight Ends: Sie werden ja gerne missachtet, vor allem Jimmy Graham wird auch gerne kritisiert. Aber was sowohl Graham wie auch Lewis und Tonyan gestern zeigten, war klasse. Das Blocking passte, dazu standen sie auch häufig frei. Dazu kommen sechs von sechs gefangene Bälle für 81 Yards. Sehr stark!

Matt LaFleur: Der Coach stand in der letzten Wochen in der Kritik, was mit Sicherheit nicht unberechtigt war. Er scheint aber in Kombination mit Aaron Rodgers die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Der Gameplan passte, die Calls waren gut und das Resultat ist bekannt. Das freut das Packers-Herz.