Was ein Abend! Trotz diverser Flutschfinger der Ballempfänger in Halbzeit eins gehen die Packers als Sieger aus dem wichtigen Divisionduell mit den Detroit Lions hervor. Mit toller Moral und einem richig nervenstarken Mason Crosby gewinnen die Packers in letzter Sekunde mit 23:22 (10:13). So explodiert das Lambeau Field am Ende noch, denn das siegbringende Field Goal war die einzige Führung des Abends.

1st Quarter: Packers nicht auf dem Platz

Das erste Viertel sollte man aus Packers-Sicht einfach abhaken, denn so wirklich auf dem Platz waren sie nicht. Gleich mit dem ersten Pass überbrücken die Lions 66 Yards und nur mit Mühe kann die Defense einen frühen Touchdown verhindern. Matt Prater hat aus 26 Yards keine Mühe, Detroit mit 3:0 in Führung zu bringen. Der folgende Packers-Drive bring nur einen Punt, weil Geronimo Allison unter Druck den Ball nicht festhält. Erneut schaffen die Lions ein langes Eröffnungsplay (58 Yards von Stafford auf Hall) und bringen dann den Ball in die Endzone. 10:0 nach einem 1 Yard-Run von Kerryon Johnson. Um das Desaster des ersten Abschnitts perfekt zu machen, wurde Aaron Jones im folgenden Drive der Ball aus der Hand geschlagen – Fumble!

2nd Quarter: Zurück im Spiel

Den gewonnen Ball nehmen die Lions mit in den zweiten Abschnitt. In der Red Zone covern die Packers aber gut und können den Touchdown verhindern. Prater stellt auf 13:0 – „nur“ möchte man sagen, denn bis dato hatten die Lions schon mehr als 200 Yards auf der Uhr. Nun war Green and Gold wieder an der Reihe. Die Receiver wurden etwas sicherer und dann halfen die Lions mit einem Penalty bei 4th and 5 noch mit. So kamen die Packer in der Redzone zu einem neuen ersten Versuch. Jamaal Williams nutzte dies aus – TOUCHDOWN PACKERS! Nur noch 7:13!

Und das Viertel war ja noch nicht vorbei: Za’Darius Smith sacked Stafford und die Lions müssen punten. Ein langer Pass von Aaron Rodgers auf Allison sowie ein 45 Yard-Run von Williams bringen die Packers in sehr gute Feldposition. Ein Touchdown springt zwar nicht heraus, doch Mason Crosby ist das erste Mal nervenstark und verwandelt aus 37 Yards zum 10:13-Pausenstand.

3rd Quarter: Weder Fleisch noch Fisch

Der Opening Drive der zweiten Halbzeit gehört den Packers. Gleich im ersten Play verletzt sich Allison nach einem Hit/Zusammenprall mit Tracy Walker und muss den Platz mit einer Gehirnerschütterung verlassen. Die Strafe für die Lions ist -bei aller Packersliebe- dennoch diskutabel. Den Packers ist es egal, das neue 1st Down nutzt Rodgers für einen langen Pass auf Lewis. Dennoch muss Crosby aus 48 Yards zum Field Goal ran – und gleicht zum 13:13 aus!
Die Packers-Defense hält dann im nächsten Drive, doch Shepherd fumbled den Ball nach dem Punt. Immerhin hält die Verteidigung wieder, so dass die Lions zum dritten Field Goal des Abends ran müssen. Prater trifft aus 41 Yards und lässt wenig später noch eines aus 51 Yards folgen. Die Lions führen nach drei Vierteln mit 19:13.

4th Quarter: Lazard und Crosby werden die Helden

Mit Marques Valdes-Scantling und 46 Yards beginnt das letzte Viertel gut für die Packers. Doch die Freude hält nur kurz. Weil Shepherd erneut einen Flutschfinger-Anfall hat, kommen die Lions zu einer Interception und tragen den Ball fast bis zur Mittellinie zurück. Der folgende Drive bringt zwar statistisch nich viel ein, doch Matt Prater zeigt, warum er einer der fünf besten Kicker der Liga ist. Aus 54 Yards erhöht er auf 22:13. Die Vorentscheidung scheint damit gefallen.

Aber Monday Night in Lambeau ist halt Monday Night in Lambeau. Wenn die Stars fehlen oder nicht viel auf den Rasen bringen, kommt halt jemand aus der zweiten Reihe. Und der hieß im dritten Viertel Allen Lazard! Mit einem 35 Yard-Touchdown verkürzt er nach einem genialen Rodgers-Pass auf 20:22. Im Anschluss ist er maßgeblich dafür verantwortlich, dass auch der letzte Drive erfolgreich wird. Drei Pässe fängt er für 30 Yards und die Packers sind in Field Goal-Range. Dann greifen die Refs ein und geben einen Penalty gegen die Lions – zugegebenermaßen war die Hand von Flowers niemals im Gesicht von Bulaga. Aaron Rodgers ist das aber egal und er macht Aaron Rodgers-Dinge. Nach einem langen Run von Williams nimmt er durch Abknien zweimal Zeit von der Uhr und stoppt die Zeit bei zwei Sekunden. Nun ist es an Mason Crosby und auch unser Kicker ist nervenstark, verwandelt mit auslaufender Uhr zum 23:22-Heimsieg! Und feiert dies standesgemäß.

Fazit

Nein, es war mit Sicherheit kein mitreißendes Spiel und vielen dürfte diese Partie graue Haare beschert haben. Sieht man von den ersten drei Drives ab, hatte die Defense die Lions-Offense aber gut im Griff und hat so dafür gesorgt, dass die Partie nicht frühzeitig entschieden war. Woran es hapert, hat man sehr deutlich gesehen. In Abwesenheit von Adams fehlt ein Receiver, der zuverlässig die Bälle fängt. Dass es am Ende doch zu diesem Erfolg reicht und die Packers auf 5-1 (!!!!!!!) stellen, war mehr als glücklich – vor allem, wenn man die Schiedsrichterentscheidungen mit einbezieht.

Flops

Darius Shepherd: Adams nicht dabei, MVS mit wenigen Snaps und Allison zur Halbzeit raus: eigentlich genau der Zeitpunkt, wo die hinteren des Depth Charts auf sich aufmerksam machen müssen. Doch Shepherd dürfte sich mit dieser Leistung in selbigem nach hinten geschoben haben. Zwei Flutschfinger-Anfälle für zwei Turnover dürfen einfach nicht passieren. Und leider war der Fumble beim Return nicht der Erste.

Geronimo Allison: Wir bleiben bei den Receivern und müssen auch Allison etwas anzählen. Seine Leistungen sind eh unkonstant, aber das letzte Nacht war nix. Er war bis zu seiner Verletzung das Main Target von Rodgers, konnte aber nur drei von sieben Bällen fangen. Das war nicht gut.

Tops

Allen Lazard: Erst im letzten Viertel fand Lazard statt, wurde dann aber zum Hero für die Packers. Der erste Pass wurde nicht gefangen, doch die folgenden Vier sog der Receiver wie ein Magnet an. Der Lohn: 65 Yards (fast 5,5 pro Catch) und ein Touchdown. Weiter so, Allen!

Mason Crosby: Trotz einer eher mauen Saison 2018 bekam Crosby auch für 2019 das Vertrauen der Packers. Und das zahlt er mit Leistung zurück. Zehn von elf Field Goals fanden bisher den Weg ins Ziel, bei den PATs sind es sogar alle 16. Da sind der Walk-Off-Siegtreffer und der folgende Lambeau Leap der verdiente Lohn.

Jamaal Williams: Aaron Jones hatte nach seiner Monster-Performance der Vorwoche einen eher unglücklichen Abend. Macht nichts, springt halt Jamaal Williams in die Bresche. 104 Rushing Yards (7,4 pro Lauf!), weitere 32 Receiving Yards und ein Touchdown machen ihn zum X-Factor im Monday Night Game.