Kurze Woche! Nach dem Spiel gegen die Broncos geht es bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag weiter mit dem dritten Heimspiel in Folge. Die Eagles, die Champions aus dem Jahr 2017, sind zur Prime Time zu Gast im Lambeau Field. In unserer Vorschau bereiten wir euch auf das bevorstehende Thursday Night Game vor und versorgen euch mit allen nützlichen Infos.

Der Gegner

Zu Beginn wie immer der Blick auf den Gegner. Die Eagles schafften es vergangenes Jahr nach einer starken zweiten Saisonhälfte (5 Siege aus den letzten 6 Spielen) noch in die Wildcard-Round und besiegten dort die Chicago Bears. Im anschließenden Spiel gegen die Saints setzte es mit 14-20 eine knappe Niederlage. In der darauffolgenden Offseason investierten die Eagles nochmals ordentlich in den bestehenden Kader. Passrusher Brandon Graham und Defensive Tackle Malik Jackson wurden mit einem neuen Verträgen ausgestattet. Für die Offense holte man sich Verstärkung auf der Wide Receiver Position mit DeSean Jackson von den Tampa Bay Buccaneers . Von den Chicago Bears kam zudem Running Back Jordan Howard. Nachdem Quarterback Carson Wentz vergangene Saison mit einer Rückenverletzung zu kämpfen hatte, haben die Eagles mit den Anstrengungen in der Offseason nochmal zum Angriff geblasen und galten bei vielen Experten vor der Saison als eine der heißesten Anwärter auf die Playoffs.

Der Saisonstart der Eagles verlief jedoch, anders als viele erwartet haben, eher holprig. Etwas überraschend verlieren die Eagles ihr letztes Spiel gegen die Lions zu Hause mit 27-24. Nach der Niederlage gegen die Lions stehen die Eagles mit 1-2 auf Platz 2 der NFC East. Im ersten Spiel konnten die Eagles zu Hause gegen die Redskins zwar noch gewinnen (32-27) im zweiten Spiel setzte es dann jedoch bei den Atlanta Falcons die erste Niederlage (20-24).

Ein Aspekt welcher den Eagles momentan extrem zu schaffen macht, ist die große Anzahl an verletzten oder angeschlagenen Spielern. Insbesondere in der Defense wiegen Ausfälle wie Fletcher Cox, Derek Barnett und Timmy Jernigan schwer. Auch aus diesem Grund konnte die Eagles Defense lediglich 2 Sacks produzieren und belegen damit einen der letzten Plätze in der NFL. Mit den Packers treffen die Eagles am Donnerstag auf ein Team, welches gegen Denver keinen einzigen Sack zuließ. Auch bei den zugelassenen Passing Yards sind nur die Giants, Steelers und Saints schlechter als die Eagles (293,7 Y/G). Hinzu kommt nun für die Eagles auch noch der Ausfall von Nummer 1 Cornerback Ronald Darby. Die Rushing Defense gehört jedoch wiederum aktuell mit zu den Besten in der NFL (Platz 2 hinter den Patriots).

Auch in der Offense fehlen den Eagles wichtige Spieler. Wide Receiver Alshon Jeffrey hatte vergangene Woche mit Verletzungen zu kämpfen, spielte aber letztendlich gegen die Lions. Bei Jeffrey wird es sich voraussichtlich er kurzfristig entscheiden, ob er auch gegen die Packers spielen kann. Auch DeSean Jackson fiel gegen die Lions verletzungsbedingt aus und ist fraglich für das Spiel am Donnerstag. Ebenfalls verletzt ist aktuell Running Back Corey Clement.

Die Eagles brachten sich am vergangenen Sonntag im Spiel gegen die Lions insbesondere durch zwei Turnover in der Offense auf die Verliererstraße. Running Back Miles Sanders fumbelte den Ball nach einem Laufspielzug im zweiten Quarter. Direkt im darauffolgenden Drive fumbelte Wide Receiver Nelson Agholor den Ball nach einem Catch.  Außerdem ließen die Eagles einen Kickoff Return Touchdown der Lions zu. Insgesamt bewegt sich die Offense der Eagles, was die erzielten Passings Yards und Rushing Yards angeht, jeweils im Mittelfeld der NFL.

Die Packers grüßen von der Spitze der NFC North

Optimaler hätte der Saisonstart aus Packers Sicht kaum sein können. Obwohl die neue Offense noch nicht so richtig ins Rollen kommt, stehen die Packers mit 3-0 an der Spitze der eigenen Division. Hauptverantwortlich hierfür ist insbesondere die Defense, die zahlreiche Turnover in den ersten drei Spielen erzielen konnten. Die Free Agency-Verpflichtungen und die zahlreichen Draftpicks aus diesem und in den letzten Jahren zahlen sich endlich aus. Durch die komplette Defense hinweg gibt es kaum einen Spieler, den man nicht lobend erwähnen könnte.

Doch auch der positive Saisonstart lässt nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viel Arbeit auf Head Coach Matt LaFleur wartet. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison sind jedoch gelegt. In der zweiten Hälfte der Saison warten noch schwere Auswärtsspiele (u.a. bei den Chiefs und den Chargers) weswegen der gute Saisonstart umso wichtiger hinten raus sein könnte.

Defense

Nach einer erneut herausragenden Leistung der Defense, war es mal wieder eben diese Defense, welche den Weg zum Sieg gegen die Broncos ebnete. Als Gamechanger kann man hier vermutlich den Drive der Broncos direkt nach der Halbzeit aufführen, in welchem Jaire Alexander den Ball von Tight End Noah Fant klaut. Aaron Jones bringt wenige Spielzüge später den Ball zum zwischenzeitlichen 23-10 über die Goalline.

Auch die beiden First Round Picks der Packers aus dem vergangenen Draft konnten erstmals so richtig in Erscheinung treten. Darnell Savage schnappte sich einen missglückten Pass von Flacco ganz knapp über der Grasnarbe zu seiner ersten Interception in der NFL. Rashan Gary der bereits einige QB-Pressuers verzeichnen konnte, schaffte es, seinen ersten NFL-Sack in die Statistiken einzutragen.

Offense

Die Offense kommt bisher selten in einen Rhythmus, wie es zum Beispiel in den ersten drei Drives gegen die Vikings der Fall war. Immer wieder sieht die Offense sich einem 3rd Down gegenüber, das nicht in ein neues 1st Down umgemünzt werden kann. Über die bisherige Saison konnte nur jeder vierte 3rd Down Versuch erfolgreich zu einem neuen 1st Down gewandelt werden. Das ist sicherlich ein entscheidender Knackpunkt, wenn auch nicht der einzige, warum die Offense bisher nicht richtig ins Rollen kommt.

Bei den erzielten Yards pro Spiel bewegt sich die Packers Offense nur auf dem 28. Platz der NFL. Einen größeren Beweis dafür, dass insbesondere die Defense großen Anteil an den bisher erzielten Siegen hat, kann es kaum geben. Doch warum läuft es für die Offense noch nicht? Dafür gibt es einige mögliche Gründe. Ein Grund ist, dass es hinter Adams aktuell an einer echten Nummer 2 auf der Wide Receiver Position fehlt. Marques Valdes-Scantling scheint zwar aktuell die Rolle inne zu haben, konnte aber bisher, trotz seines Touchdowns gegen die Broncos, nicht vollends überzeugen. Bei einem kurzen dritten Versuch ließ er beispielsweise einen fangbaren Ball fallen und sorgte so dafür, dass die Offense das Feld wieder räumen musste.

Nach MVS wird es dann noch dünner. Allison kann nicht die Rolle einnehmen, die ihm zu Anfang der Saison der ein oder andere zugetraut hat. Lediglich 5 Targets für 24 Yards in 3 Spielen sind einfach zu wenig. Auch die Tight Ends können weiterhin keine große Rolle im Passspiel einnehmen. Tonyan, Lewis und Graham kommen in drei Spielen auf lediglich 8 Targets. Damit bleibt man mehr als deutlich hinter dem, was man sich vor der Saison vom neuen Offense System erhoffen konnte.

Man kann natürlich auch zu dem Schluss kommen, dass die Offense bisher nicht mehr zeigen musste, als sie bisher gezeigt hat. Außerdem hat man bisher gegen drei starke Defenses gespielt und es werden zweifelfrei noch Gegner kommen, die defensiv schlechter aufgestellt sind und einfacher zu knacken sein werden, wie die bisherigen Gegner. Aber auch Rodgers stellt sich hin und ist selbstkritisch genug um zu sagen, dass das bisher gezeigte nicht das Optimum war und dass er grundsätzlich mehr Punkte erzielen möchte, um so auch die Defense ein Stück weit zu entlasten.

Ways to win

Gegen wen, wenn nicht gegen eine extrem schwache Eagles Passing Defense soll der Knoten für Rodgers und seine Offense endlich platzen? LaFleur wird einen Gameplan finden müssen, der es ermöglicht, die angeschlagene und schwache Eagles Secondary zu schlagen. Eine wichtige Rolle wird dabei auch Davante Adams einnehmen müssen, bei dem man es bisher auch nicht geschafft hat ihn konstant in das Passspiel einzubinden (Nur vier Targets gegen die Broncos). Insgesamt muss man jedoch im Passspiel variable bleiben, sich nicht nur auf tiefe Routen der Wide Receiver verlassen sondern auch hin und wieder auf Kurzpassspiel und Screens zurückgreifen. Inwieweit das Laufspiel eine Entlastung bringen kann, bleibt abzuwarten, denn die Laufdefense der Eagles war, wie oben beschrieben, bisher sehr gut. Umso wichtiger wird es stattdessen auch, die Runningbacks ins Passspiel einzubinden.

Falls die Offense weiterhin Probleme hat, ins Laufen zu kommen, wird (wieder) viel von der Defense der Packers abhängen. Darauf verlassen, dass man nochmals so viele Turnover produzieren kann wie die vergangenen Spiele, wäre jedoch fahrlässig. Die Eagles haben genug Beispiele gesehen, wie es gegen die Packers Defense nicht funktioniert. Sie werden sich in der Offense auf das Laufspiel konzentrieren und über kurze schnelle Pässe den Pass Rush der Packers weitestgehend kaltstellen. Auch die Running Back werden von den Eagles häufig ins Passspiel eingebunden. Hier ist vor allem Miles Sanders zu nennen, der gegen die Lions einige Big Plays hatte.

Sicherlich wird die Eagles Offense nicht das gesamte Spiel über nach Belieben über das Feld spazieren können, aber unter Zugzwang ist im Spiel gegen die Eagles besonders die Offense um Aaron Rodgers. Noch nie war Rodgers in drei Spielen zu Anfang der Saison mit so wenigen PassingYards unterwegs wie diese Saison. Nur 57 Completions nach drei Spielen ist ebenfalls der schlechteste Wert seit der Saison 2009. Positiv ist, dass die Offense sich – zumindest was die Punkte anging – von Spiel zu Spiel steigern konnte. Im Spiel gegen die Eagles wird der Schlüssel zum Erfolg im hoffentlich erfolgreichen Passing Game der Packers zu finden sein.

Injury Report

Wie bereits erwähnt haben die Eagles mit ziemlich vielen Verletzten Spielern zu kämpfen. Der Injury Report ist dementsprechend prall gefüllt. Insbesondere die Verletzung von Cornerback Darby aus dem Spiel gegen die Lions wiegt angesichts der ohnehin schwachen Passverteidigung schwer. Hinzu kommen die zahlreichen Verletzungen in der DLine der Eagles.

Auf Seiten der Packers musste vor dem Spiel gegen die Broncos Left Guard Lane Tylor auf die Injured Reserve List gesetzt werden. Ersetzt wurde er von Rookie Elgton Jenkins, der bei vielen schon vor der Saison als die bessere Alternative auf Left Guard galt. Nachdem Jimmy Graham vergangene Woche mit einer Leistenverletzung zu kämpfen hatte kam im Spiel gegen die Broncos wohl noch einen Beinverletzung hinzu. Außerdem fallen sowohl DLiner Montravius Adams, wie auch Linebacker Oren Burk weiter aus. Alle anderen Spieler können diese Woche zumindest eingeschränkt trainieren.

Prediction

Die kurze Woche kommt den Packers deutlich besser gelegen als den Eagles, die mit ihren Verletzungen zu kämpfen haben und zudem die Reise nach Wisconsin antreten mussten. Die Packers hingegen konnten die letzten Wochen ohne Reisestress in Ruhe arbeiten und trainieren. Zudem stehen die Eagles nach dem guten Start der Cowboys (3-0) und dem eigenen schwachen Start in der eigenen Divison bereits gehörig unter Druck.

Aber die Eagles werden den Packers das Leben extrem schwer machen. Die bisherigen Gegner der Packers haben bereits angedeutet wie die Defense zu knacken ist. Carson Wentz wird keine folgenschweren Interceptions produzieren wie noch Kirk Cousins oder Mitch Trubisky es gegen die Packers Defense taten. Eagles Headcoach Doug wird die Eagles Offense entsprechend einstellen und viel auf das Laufspiel setzen. Hier waren die Packers die letzten Spiele anfällig (nur Platz 25). Hinzu kommen viele schnelle und kurze Pässe, um den guten Pass Rush der Packers weitestgehend zu neutralisieren. Die Packers Defense wird es schwieriger haben, Turnover zu produzieren, und wird deutlich mehr Punkte erlauben als in den bisherigen Spielen. Schlüssel zum Erfolg waren bisher immer die Turnover der Defense, können die Eagles diese vermeiden, lastet umso mehr Druck auf der bisher schwächelnden Packers Offense. Die Packers Offense wird es hingegen auch schaffen, die erforderlichen Lücken in der Eagles Verteidigung zu finden und den Ball ordentlich über das Feld zu bewegen. Im Vergleich zu den ersten drei Spielen werden wir hier eine deutliche Steigerung zu sehen bekommen. Diese wird jedoch auch zwingend nötig sein, um das Spiel zu gewinnen. Mein Tipp: 31:28