Football is back! Die Packers sind wieder da!

Ohne größere Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen, treffen sie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf die Chicago Bears, die in der abgelaufenen Saison den Top Seed in der NFC North belegt hatten.

Das Roster ist mittlerweile auf 53 Spieler runtergekürzt, aber seit 18 Uhr können die Practice Squads befüllt werden. Und Brian Gutekunst wildert für die hinteren Plätze im Roster noch sehr gerne bei der Konkurrenz. Es ist also noch nicht alles in Stein gemeißelt, und wir begleiten diese Entwicklungen für euch in unserem Liveblog.

EQ News

Einen größeren Ausfall gibt es dann doch: Equanimeous St. Brown wird in dieser Saison nicht zum Einsatz kommen. Der Wide Receiver mit deutschen Wurzeln verletzte sich beim Spiel in Winnipeg, Kanada, am Knöchel. Wohl so schlimm, dass er auf Injured Reserve gesetzt werden kann. Und da Brian Gutekunst dies verfügte, bevor er ins 53-Mann-Roster aufgenommen wurde, gilt das wie eine Besetzung auf Injured Reserve im Training Camp. In diesem Fall fällt ein Spieler für die gesamte Saison aus. Übrigens, man kann nicht jeden Spieler beliebig auf Injured Reserve setzen. Laut Definition der NFL muss die Verletzung dafür “schwerwiegend” sein. Schwerwiegend heißt, dass er mindestens 42 Kalendertage ausfallen wird.

Weitere WR News

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Eine freudige Nachricht: WR Darrius Shepherd hat es ins finale Roster geschafft! Der Rookie war in diesem Jahr nicht gedraftet worden und hatte selbst nach dem Draft keinen Vertrag als undrafted Free Agent erhalten. Er musste den ganz langen Weg gehen. Vom Tryout-Spieler im Rookie Minicamp, der äußerst selten überhaupt zu einem Vertrag irgendeiner Art führt (die allermeisten Spieler werden nicht genommen und wenn, dann eigentlich nur als “Füllmaterial” für das Training Camp, wenn sich ein etablierter Spieler verletzt), wurde er ins 90-Mann-Roster verpflichtet. Von dort aus führte ihn der Weg mit einem starken Training Camp, in dem er sich die Units (first team unit ist die “Startelf”, dahinter kommen die Auswechsel- und Rotationsspieler) hocharbeitete, weiter, bis er gestern tatsächlich ins 53-Mann-Roster aufgenommen wurde. Was für eine Geschichte!

Team, wechsel dich

Auch Trades gab es gestern noch: Reggie Gilbert, im letzten Training Camp noch einer der vielversprechendsten Spieler, wurde zu den Titans getradet. Und Justin McCray wurde von “Rückkehrer” Cole Madison (Draft Pick aus dem letzten Jahr, setzte für ein Jahr aus) geschlagen und ebenfalls getradet (zu den Browns). Diese Trades bringen zwar selten viel ein, meistens werden einfach Picks getauscht in späteren Runden, dennoch ist das mehr als nichts und die Mühe definitiv wert. Sollten die Packers sich höher platzieren als das andere Team, “verlieren” die Packers natürlich nichts, sondern erhalten entweder einen anderen Pick aus der Runde davor oder einfach nichts – deswegen werden diese Trades immer mit “conditional”, also bedingten Draft Picks durchgeführt.

Erfahrung triumphiert

Der Kicking-Wettbewerb ist ebenfalls entschieden: Bei ungefähr gleich guten Leistungen vertrauen die Packers weiterhin ihrem Veteran Mason Crosby. Seine Erfahrung bei den schwierigen Winden in Lambeau Field dürfte den Ausschlag gegeben haben. Sie verlangten von ihm auch keinen Pay Cut, wie noch 2013, als er das letzte Mal in einem Wettbewerb im Training Camp stand und sich sein früheres Gehalt nur mit Leistungsprämien zurückholen konnte (das schaffte er übrigens damals vollständig). Sam Ficken darf sich nach einem neuen Job umsehen.

Lose-Lose-Lose-Situation bei den Quarterbacks

Auf der Backup-Quarterback-Position gab es auch eine Überraschung: Im letzten Jahr noch für den damals besten Cornerback im Roster, Damarious Randall, zu den Packers getradet, wurde DeShone Kizer jetzt entlassen. Brian Gutekunst ist sich also nicht zu schade, begangene Fehler zu beheben, auch wenn dies natürlich bedeutet, Schwächen einzugestehen. Dass Kizer, der sich selbst als zukünftigen Super Bowl MVP sieht (oder sah), keine ernsthafte Alternative für die Packers zu einem verletzten Rodgers darstellen konnte, wurde in diesem Training Camp immer klarer. Fehlwürfe, Interceptions und viele schlechte Aktionen unterstrichen dies und führten auch zur schlechtesten Note im Training Camp unsererseits.

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Im Roster verbleiben Tim Boyle und Aaron Rodgers. Aber auch Boyle hat im Training Camp nicht unbedingt gezeigt, dass er eine ernsthafte Alternative zu einem verlezten Rodgers ist. Wenig verwunderlich also, dass die Packers mit dem entlassenen Backup-Quarterback der Patriots, Brian Hoyer, in Kontakt traten. Hier ergab sich aber bis jetzt noch keine Verpflichtung. Doch wäre das überhaupt sinnvoll?

In meinen Augen eher nein. Einerseits ist diese Saison bei einer Verletzung von Rodgers höchstwahrscheinlich erneut eine verlorene Saison. Denn Tim Boyle hat nicht bewiesen, dass er ein fähiger Backup-QB sein kann. Auf der anderen Seite hätte eine Verpflichtung eines erfahrenen Quarterbacks bereits vor dem Camp erfolgen müssen. Dieser würde jetzt ohne Kenntnis der Offense ins kalte Wasser geschmissen. Das wäre also auch sehr schwierig. Und Boyle würde mit einem erfahrenen Quarterback vor der Nase bei einer onehin wahrscheinlich verlorenen Saison nicht einmal Spielzeiten und Erfahrung für kommende Jahre sammeln können.

Was ist also die Lösung? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass man sich jetzt sehr verwundbar gemacht hat – dies aber bereits vor der Entlassung von Kizer, der auch nicht besser als Boyle gewesen wäre. Was ich weiß, ist, dass die Packers dringend einen fähigen Quarterback in der nächsten Offseason verpflichten müssen und wir nur beten können, dass Rodgers nichts passiert. Hier muss man Brian Gutekunst auch kritisieren. Er hat zu lange an Kizer festgehalten, in der Hoffnung, dass er dieses Camp für sich nutzt, ohne eine Alternative bereit zu halten.

Doch jetzt freuen wir uns erstmal, dass Football zurück ist und wir den Bears am Freitagmorgen ordentlich in den Hintern treten werden!!