Vor rund zwei Wochen überraschte unser Max mit folgendem Tweet über Frauen und Football:

https://twitter.com/KaesekopfDE/status/1167771191513427968

Und wer die sozialen Netzwerke verfolgt, aber auch in die Stadien (egal ob in der NFL oder auch in Deutschland) sind die Frauen sehr präsent – in Teilen sogar präsenter als die Männer. Dennoch bleibt Football in der Wahrnehmung ein „männlicher Sport“. Nicht nur, weil die Protagonisten (in der NFL) auf dem Feld nun mal männlich sind. Auch die Akteure neben dem Feld, ob schreibende Redakteure, Kommentatoren oder Experten, sind ausschließlich Männer. Die Packers Germany sind da (leider) keine Ausnahme.

Die Gründe dafür zu erörtern, würde sicherlich Bücher füllen. Den Anspruch haben wir nicht. Aber wir wollen auch die Frauen unter den Packers-Fans zu Wort kommen lassen und freuen uns daher, dass sich zwei von euch da draußen für ein Interview zur Verfügung gestellt haben. Mit beiden sprachen wir, wie sie Packers-Fan wurden, über Vorurteile, Klischees und ein paar andere Dinge. Wir sind uns sicher: manche Antworten werden euch überraschen. Den Anfang macht Kati (Twitter @Bacci1982), die irgendwo in Deutschland ihr zu Hause hat.

Der Zufall hat sie zum Football gebracht

Wir wollen das Interview mit den einfachen Standard-Fragen beginnen? Wer bist bist du und vor allem wann und wie bist du Packers-Fan geworden?
Ich bin Kati, 37 Jahre jung und seit dem Playoff-Game gegen die Cowboys 2017 Fan der Packers. Damals bin ich beim Zappen bei diesem Spiel hängen geblieben.

Warum durch Zufall? Und was hat dich so schnell fasziniert?
Ganz einfach: wir hatten einen neuen Fernseher gekauft, der auch ProSieben Maxx empfängt! (lacht) Mich hat fasziniert, mit welcher Genauigeit Aaron Rodgers geworfen hat. Auch die Nervenstärke unseres Kickers Mason Crosby hat mich beeindruckt, vor allem, weil er das letzte Field Goal zweimal machen musste.

Was fasziniert dich am Football?
Ich finde es spannend, dass innerhalb von Sekunden so viel passieren kann. Auch dass der Gewinner oft lang nicht feststeht, fasziniert. Es besteht immer die Chance, dass das Spiel kippt und immer die Chance gegeben ist, das Spiel noch zu gewinnen.

Ich bin ein Fangirl

Jetzt wird es provokant: erfüllst du das Klischee des „Fangirls“? Frei nach dem Motto: Rodgers ist geil, daher mag ich das Team?
Die Frage kann ich ganz unprovokant beantworten: JA! (lacht) Und ich stehe dazu, zumal mich Cowboys und Giants nicht überzeugt haben. Rodgers hat nun mal geliefert und hat, wie „Buschi“ gerne sagt, den „Houdini“ gemacht.

Bleiben wir bei Vorurteilen: Männer sagen ja gerne, dass Frauen nur Sport gucken, weil die Männer so attraktiv, weil das Trikot so gut aussieht oder der Bart von Arod so hoch erotisch ist. Wie stehst du dazu?
Also Aaron Rodgers Bart erotisch? Nicht wirklich! Ohne sieht er definitiv besser aus. (lacht) Aber mal ehrlich: wenn man das Spiel schaut, siehst du ja kaum was durch den Helm. Für mich zählt sowas einfach nicht. Klar gibt es Sportler, bei denen ich sage: „Der sieht gut aus.“ Aber das ist nicht ausschlaggebend, ob ich ihn mag oder die Leistung gut finde. Und es gibt sicherlich auch schönere Farben als Green and Gold.

Es gibt schönere Farben als Green and Gold?
In Bezug auf die Packers natürlich nicht. Aber sonst ist meine bevorzugte Farbe blau.

Nächste (Schwachsinns-) These: Frauen kennen Regeln und Taktik nicht, interessieren sich dafür nicht und werden es auch nicht verstehen.
Wenn man den Sport verfolgen will, dann sollte man schon Grundkenntnisse haben! Man muss ja wissen, worum es geht. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es wenige Football-Fans. Da steht man dann und muss schon ein wenig erklären können, worum es geht.

Bald kommentieren auch Frauen

Kommen wir in diesem Zusammenhang zu einer Art Reizthema. Einige Leute stört es, dass bei Football im TV (egal ob in den USA oder bei uns in Deutschland) Frauen maximal das Interview-Girl an der Seitenlinie sind. Stört es dich als Frau, dass die Experten und Kommentatoren ausschließlich Männer sind?
Nein, ich finde das nicht schlimm. Zumal man bei Amazon auch wählen kann, welche Kommentatoren man hören möchte. Bei Twitch geht das meine ich auch. Aber ich bin der Überzeugung, dass es nicht mehr lange dauert, dass auch Frauen hinter dem Mikrofon sitzen.

Verlassen wir die Pfade des Geschlechterkampfes und kommen wieder zu den Packers. Was traust Du Green and Gold in diesem Jahr zu?
Puh, ich hoffe zumindest auf die Playoffs. Vom Super Bowl sind noch mindestens ein bis zwei Jahre entfernt.

Zum Abschluss hätten wir noch gerne deinen Tipp für das Spiel am Sonntag gegen die Vikings.
Gegen die Vikings ist es echt schwer zu spielen und es weckt böse Erinnerungen. Wenn wir gewinnen, dann knapp. Dank der neu gefundenen Defense!

Kati, vielen Dank für das Gespräch!