Heute gibt’s das Interview aus dem Packers Germany Saison Guide nochmal hier für unsere Rubrik “Enemy Territory”. Im Interview sind “Beardown Germany”.

1. Wie lange gibt es euch schon und wie seid ihr zu den Bears gekommen?

Beardown Germany besteht derzeit aus fünf Personen, die natürlich völlig unterschiedlich zum Football und zu den Bears fanden. Beispiele wären das Aufwachsen in Chicago, selbst Football spielen und eine Begeisterung für die 2006er Defense oder in meinem Fall ganz simpel über Freunde und Bekanntheit des Teams über Chicagoer Sitcoms.

Um meinen Kollegen im Vorfeld von Spielen auf den aktuellen Stand zu bringen und ihm alle Neuigkeiten nicht währenddessen erzählen zu müssen, habe ich ihm viel zu lange Texte geschickt. Im Jahr 2014 dachte ich mir, dass sich vielleicht auch andere dafür interessieren.

2. Schauen wir mal kurz zurück auf die Free Agency: Wer sind die wichtigsten Neuzugänge, wie wichtig sind die für die neue Saison und wen hättet ihr euch vielleicht noch gewünscht?

Im Großen und Ganzen kann man mit der Free Agency zufrieden sein. Die wenigen Schwachstellen der letzten Saison wurden sinnvoll angegangen. In Davis wurde zusätzlich zum unten besprochenen Draft Pick ein Running Back geholt, der besser in die Spielphilosophie von Matt Nagy passt und damit mehr Möglichkeiten anbietet. Cordarelle Patterson wird aus Sicht der Offense ein weiteres nettes Spielzeug sein, mit dem Nagy seine Kreativität ausleben kann und er schließt, als der womöglich beste Kick-Returner der Liga, genau dieses Problem bei den Special Teams. Clinton-Dix strahlt mehr Gefahr in Sachen Turnover als Adrian Amos aus und sollte somit mehr der durch die starke Front Seven gebotenen Chancen nutzen. Er stellt zudem einen besseren Ersatz für Eddie Jackson dar, sollte dieser, wie in der abgelaufenen Saison, nochmal ausfallen. Buster Skrine wird Bryce Callahan ersetzen. Der neue Corner besitzt zwar wenig öffentliches Ansehen, doch schon vor dem Aufeinandertreffen seines alten Arbeitgebers (Jets) und der Bears in der vergangenen Saison wurde er von Matt Nagy als bester Nickelcorner der NFL betitelt. Zumindest die Bears scheinen ihn wohl sehr zu schätzen und so war die Entscheidung für Skrine und gegen eine Weiterverpflichtung von Callahan aus Teamsicht nachvollziehbar.

Ein Negativaspekt ist sicher das noch nicht gelöste Kicker Problem, obwohl den Verantwortlichen hier auch kein Vorwurf gemacht werden kann, da etliche Spieler eingeladen wurden und zwischen allen ein offener Konkurrenzkampf während der Offseason läuft, sodass zumindest alles Mögliche getan wurde/wird, um das Thema abzuhaken.

3. Ende April, jetzt auch schon drei Monate her, war der NFL Draft. Stellt eure 3-5 Top Picks mal ganz kurz vor, was sie auszeichnet und wie sie die Bears verstärken können.

Im Namen von Ryan Pace bedanke ich mich bei dir dafür, dass alle 5 Picks der Bears in der Fragestellung als mögliche Top Picks angesehen werden. Spaß beiseite, eine Beschreibung der Spieler findet ihr hier: https://www.beardown-germany.de/2019/04/29/der-bears-draft-2019/

4. Wie bewertet ihr denn die Offseason Aktivitäten der Bears insgesamt? Wenn ihr eine Schulnote vergeben müsstet, wie würde die denn lauten?

Natürlich war die Offseason eher ruhig, doch wer kaum Baustellen im Kader hat, der erregt auf dem Markt nun einmal wenig Aufsehen. Bei den Bears wird bewusst darauf gesetzt, dass man eingespielt ist und das sich das junge Team durch Weiterentwicklungen der eigenen Spieler verbessert. Dennoch konnte man, wie unter den beiden vorigen Fragen beantwortet, Schwächen aus dem letzten Jahr beheben (Laufspiel, Kick-Returns). Das einzig offene Fragezeichen bleibt der Kicker. Da die Wahl auf einen Spieler fällt, der noch keinen Regular Season Einsatz hat (derzeitiger Stand), lässt sich die Besetzung nicht bewerten. Die Verantwortlichen haben hier allerdings an jede erdenkliche Stellschraube gedreht. Sollte sich die Kicker Besetzung am Ende der Saison erneut als Flop herausstellen, kann man ihnen zumindest keine Vorwürfe machen, im Vorfeld zu wenig gemacht zu haben. Zum jetzigen Zeitpunkt glaube ich, dass die Bears sinnvoll agiert haben und würde wohl zur Schulnote „gut“(?) tendieren. Ob alles wirklich so gepasst hat, lässt sich jedoch erst zum Schluss bewerten.